Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 40 (5.10.1864)
- Date
- 1864-10-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zum ״Ben Chananja" Re. 40 übertragenen mehrstündigen Abendunterricht dnrch das ganze Jahr inklufive die gesetzlich vorgeschriebenen Ferialtage und Monate im Hebrätschen beziehen sollen. Die genannten Herren sind aber nicht ihrer besonder» Vorzüglichkeit halber aus der Mitte des hiesigen Lehrkörpers in welchem unleugbar aus hebräischem Gebiete noch viel tüchtigere sich vorfinden, — seitens der Gemeinderepräsentanz herausgewählt worden; .sondern wie der Herr Vorstand -in öffentlicher Sitzung, — in der nebenbei über die in andern Gemeinden kümmerlich ersparten Pfennige der Lehrer Gericht gehalten wurde —!! es mit dürren Worten erklärte: aus purem ׳רהמנות weil jene Herren leider! ihre drückende Armuth nicht genug verbergen konnten, und liebäugelt man hier ja nur zu gerne mit solchen Individuen, die von dem bleiche» Gespenst der Armuth verfolgt, sich muthmaßlich eher zum Spielball der Launen Anderer hergeben werden. Das Vorgehen unseres löblichen Vorstandes kann daher nicht rühmlich für die Gemeinde oder gar erfreulich für den Lehrkörper bezeichnet werden, nachdem das Emporblühen der hierorts bestehenden Musterhauptschnle keineswegs von dem Bleiben oder Scheiden einzelner Lehrkräfte bedingt werden kann. — Und somit schließen wir diese Zeilen mit der höflichsten Bitte, daß Sie, ehrwürdiger Herr Redakteur. denselben die Spalten Ihres selbst in den höchsten Kreisen gelesenen Blattes ehestens öffnen wollen, indem die hiesigen Lehrer, diese gedrücktesten aller Musterhanptschullehrer, welche von der hiesigen Gemeinde als solche durchaus keine Begünstigung genießen (Gemeindelasten aber gleichmäßig tragen) sonst gegründete Aussicht haben, eine Gehaltszulage aus Staats- Mitteln zu erlangen, die ihnen jetzt um so nothwendiger ,Hut, nachdem mit dem einseitig einzusührenden Abendunterricht der Mehrzahl unserer Lehrer auch die geringste Aussicht aus Ncbeneinkommen benommen wurde. Ein aufrichtiger Lehrersreund. Süros-Patak, 22. September. Die in der jüngste» Nummer des ״Zemplöni Hiradö“ von dem rühmlichst bekannten Präparandie-Direktor und akademischen Professor, Herrn Josef Arvai, erschieneuen Besprechung der mit Ende August l. I. abgehaltenen JahreSprüfung an der kön. Musterhauptschule zu S. A. Njhely, in welcher in warmen Ausdrücken dem gesammten Lehrkörper höchlich Anerkennung gezollt, erregt allgemeines Aufsehen und dürfte dem freundlichen Leser des ״B. CH." zur Kenntnißnahme empfohlen werden. Die Mustcrlehrer Schwarz und Fischer sind eifrige Mitarbeiter des besagten Journals und erscheint von ersterem unter dem Namen ״I'8Ir6t6 dos." ein Artikelzyklus über Einführung der Scidenzucht. M . . . Die 8zegel>mer israelitische djau|1tf(f)ufe. *) Bon Professor Leo I eitel es. Unter den vortrefflichen Instituten, deren sich die hiesige israelitische Kultusgemeinde — deren Präses der allgemein geachtete und vielverdiente Herr Samuel Bamberger ist — erfreut, nimmt die Hauptschule einen höchst ehrenvollen Platz ein. Unter der umsichtigen, taktvollen und. unermüdeten Leitung des Hochw. Herrn Oberrabbiner Löw steht dieselbe in herrlicher Blühte und erzielt die erfreulichsten Resultate. Bei den zu Ende des Schuljahres abgehaltenen Schluß- Prüfungen, hatte ich durch die freundliche Aufforderung des Hochw. Herrn Direktors Gelegenheit durch öftere eingehender Fragen mich an dem Prüfungsakte mehr, als es sonst einem Prüfungsgaste zusteht, zu betheiligen, hiedurch aber die erfreuliche Ueberzeugung zu gewinnen, daß es da dem gesammten Lehrpersonale nicht um die Vorführung eines blendenden Schaugepränges, sondern um die Befriedigung eines inneren Dranges zu thun war, strenge und ernstliche Rechenschaft über seine Leistungen abzulegen, und hierin wenigstens einen schwachen Lohn seines -n Aufopferung und Mühen so reichen Berufes zu finden. Die gerechte Anerkennung dafür ist aber auch diesen treuen Arbeitern im Weinberge Got¬ *)Aus besonderer Achtung vor dem in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannten Herrn Einsender haben wir unserer redaktionellen Gepflogenheit zuwider Anstand genommen selbst da den Rothstift walten zu lassen, wo derselbe unseres bescheidenen Wirkens als Rabbiner und ReligionSlehrer freundliche Erwähnung thut. Red. tes allenthalben zu Theil geworden. Ich glaube daher auch einem allgemeinen Wunsche nachzukommen, wenn ich in kurzen Umrissen, soweit eS der Raum dieser Blätter gestattet, die wichtigsten Momente hervorzuheben suche. Zwar sollte ich der Heiligkeit des Gegenstandes gemäß mit dem Referate über den Religionsunterricht beginnen; aber da stoße ich auf eine unauSweichbare Klippe. Der Herr Redakteur dieses Blattes selbst ist es, der nicht nur in den gesammten Religionsuntericht leitend und fördernd eingreift, sondern denselben auch in der Mädchenschule selbst ertheilt. Die Bescheidenheit des Hochw. Herrn würde daher den Rothstift allzustark walten lassen; anderseits aber darf ich es mir auch selbst nicht gestatten über die Lehrleistungen eines Löw, des Gottbegeisterten Volkslehrers, ans den der Segen des Patriarchen in den Worten ruht: מר ז^רירה יהורה, dieses eifrigen Kämpfers für Israels Glauben und Satzung, des Mannes in dessen Brust ein heiliges Feuer für Israels Recht und Stellung lodert Sy אש ר־זמיד ר־זוקד המזבח לא תכבה, ein Urtheil abgeben zu wollen. Aber verschweigen darf ich es nicht eben im Interesse des Judenthums und der hiesigen Gemeinde von welch segenreicher nachbaltiger Wirkunges für die religiös-sittliche Erziehung sein muß, wenn Mädchen zwischen 10—12 Jahren eine Vertrautheit mit der Bibel und den Grundlehren der israelitischen Religion an den Tag legen, um die sie an anderen Schulen mancher absolvirte jüdische Gymnasialschüler beneiden dürfte. Wenn beispielsweise Schülerinnen der 3-ten Mädchenklasse nicht nur die biblische Geschichte vollinhaltlich kennen, sondern auch sehr viele Stellen derselben im Urterte zu rezitiren, die einzelnen Theile der Bibel bis auf die letzten Profeten und Hagiografen namentlich anzuführen und deren Inhalt in kurzen Umrissen, ja sogar die Verwandtschaftsgrade der in der Bibel vorkommenden Personen genau anzugeben wissen, wenn ein kleines Mädchen auf die gestellte Frage über den Unterschied zwischen Bibel und Tora Bescheid zu geben vermag: so sind dies gewiß Resultate, die zu der Hoffnung berechtigen, ans dieser Schule einstige Mütter hervorgehen zu sehen, die mit Wärme und Verständniß in die Herzen ihrer Kinder den heiligen Samen der Religion legen und mit sorgsamer Hand hegen , in deren zarte Brust den Sinn für alles Gute, Schöne und Edle pflanzen, und somit Kinder erziehen werden, die ihren Stolz und Ruhm im offenen Bekennen, und nicht in der Verleugnung ihres angestammten Glaubens suchen werden. In der 4-ten Klasse der Knabenschule wirkt der verdienstvolle Lehrerveteran Herr I. Strummer als gewiegter Pädagog und erfahrener Schulmann, der seine Fächer mit Klarheit und Umsicht zu behandeln versteht und als gewissen- Hafter Lehrer alle Knalleffekte verschmäht, die nur den Uneingeweihten überraschen und blenden, den Fachmann aber mit Unwillen erfüllen. Seine gründliche Behandlung des deutschen Sprachfaches, die sich besonders in den gelungenen Stylarbeiten der Schüler kundgab, so wie die Gewandtheit der Kinder in der Uebersetzung der Bibel und deren Vertrautheit selbst mit den schwierigsten Parthien der hebr. Grammatik geben von dessen Bernfstreue das ehrenvollste Zeugnis. In der 1-ten Klasse machte die Prüfungsweise des Herrn Silberstern, eines recht intelligenten für seinen Beruf wahrhaft erglühten jungen Mannes einen recht angenehmen Eindruck, und eS war eine rechte Augen-und Seelenweide wahrznnehmen, wie die zarten Pflanzen dieser Schule unter