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Ben Chananja · 1864-10-05 · 40 (5.10.1864) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
40 (5.10.1864)
Date
1864-10-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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813 814 der Hand ihres liebevollen Lehrers so herrlich gedeihen und zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigen. In der Mädchenschule wirkte vorzüglich Herr Steinitz und erzielte die schönsten Erfolge. Die Schülerinnen antworteten aus allen Fächern mit vielem Verständniß. Am glänzendsten war die Prüfung aus dem Hebräischen, wo die jungen Mädchen die schwierigsten Parthien des Gebetbuches als הלל u. s. w. nicht nur geläufig zu übersetzen, sondern auch sehr viele Stellen im Urtexte, so wie fast alle Benediktionen auswendig zu rezitiren wußten. Ebenso zeigten dieselben eine bei Mädchen überraschende Gewandtheit in der richtigen Beurtheilung der von mir diktirten Satze, so wohl in faßlicher Beziehung, als auch in der grammatikalischen Zergliederung der einzelnen Wörter. Obschon die Unterrichtssprache fast durchgehends die vaterländische ist, so ist doch für die Theorie ein eigener Lehrer in der Person des Herrn Nagy in allen Klassen angestellt, der auch recht Erspriesliches leistet. Nach einer mit größter Präzision vom Chore unter Leitung des Herrn Kantors vorgetragenen Gesangspiecc deklamirten aus jeder Klasse einige Schüler und Schülerinnen poetische Stücke theils in ungarischer theils in deutscher Sprache, die durch den begeisterten Bortrag dieser jungen Zöglinge einen höchst angenehmen wohlthuenden Eindruck hervorbrachten. Ebenso erzielten Herr Heudnschka Lehrer der 3-ten Klasse, wie auch Herr Rosenfeld Lehrer der Vorbereitungsklaffe recht befriedigende Resultate, in den ihnen anvertrauten Klassen. Nicht minder haben auch die zur Ansicht vorgelegenen Arbeiten die besondere Aufmerksamkeit sachverständiger Damen erregt, und gereichten den Lehrerinnen Frau Zerkowitz und Fräulein Rosenberg zur besonderen Ehre. | Hierauf hielt der Hochw. Herr Direktor eine längere ergreifende Anrede in ungarischer Sprache an die Gemeinde Lehrer und Schüler, die mit donnernden Hh'surufen von dem anwesenden zahlreichen Publikum erwiedert wurde. In dieser Ansprache hob der Hochw. Herr Oberrab. besonders hervor, baß die löbl. Stadtgemeinde jährlich 500 fl. zur Schule beiträgt, und daß einige ehrenwerthe Schulfreunde, so wie jedes Jahr auch Heuer eine bedeutende Summe zur Anschaffung von Prämien spendeten. Mögen die Namen dieser edlen Männer ohne ihrer Bescheidenheit nahe treten zu ,vollen hier verzeichnet sein und auch im Buche des Herrn der Heerscharen auf ewige Zeiten eingeschrieben bleibe.n Die Namen dieser Herren sind: Bernhard Gunst, Simon Jeiteles, Adalbert Rosenbaum, Jaromir Stein, Ludwig Zadir, und so rufe auch ich dieser Gottesanstalt mit den Worten des gekrönten Sängers zu: יהי שלום בחילך שלוה בארמנותין ורב שלום בנין Zum Schlüße muß ich noch der Gesangsprüfung durch den vortheilhaft bekannten Oberkantor Herrn. Leo Kartschmaroff erwähnen. Herr Kartschmaroff unterrichtet — abgesehen von dem Gesangsunterrichte, den die Chorknaben genießen — täglich noch eine Stunde in der Schnle im Gesänge mit aller Hingebung und Berufstreue, und erntete derselde auch daö gerechteste Lob für seinen besonder״ Eifer, der allenthalben gerühmt wird. Die hervorgerufenen Schüler legten nicht nur eine überraschende Kenntniß des theoretischen Theiles in den schwierigersteu Zweigen ab, sondern belohnten auch durch richtiges Treffen, so wie durch korrektes Takthalten die Mühe und den Eifer ihres trefflichen Lehrers, und wurden auch alle Fragen, die der Herr Oberrabbiner, der nebenbei gesagt, ein tüchtiger Musiker ist — an sie stellte auf das befriedigendste beantwortet. Wenn auch in daö hierbezügliche PrüfungSreferat nicht gehörend, sei es mir dennoch gestattet dem Drange meines Herzens zu folgen, und des überwältigenden Eindruckes zu erwähnen, den Herr Kartschmaroff an den hohen Feiertagen durch seinen markigen glutelfüllten Vortrag der heiligen Gebete hervorbrachte, wie er jedes Herz unwillkührlich zur Andacht mit sich fort riß, und durch die Gewalt und den Vollklang seiner Töne, so wie durch die Weihe seines Gesanges auf alle Herzen erbauend ja erschütternd einwirkte. Den Schluß der Prüfung machte die in dem imposanten, ans das schönste geschmückten Gemeinde-Sitzungssaale stattgefundene feierliche Klassenverlesung nnd Prämienvertheilung. In der in voriger Nro des ״B. CH." aus der Zeitschrift Deborah gebrachten Beurtheilung des Philippson'schen Gebetbuches rügt der Herr Rezensent die grammatikalisch «michtige Wiederholung des Wortes ״werden" in dem Schwnosgebet und bezeichnet dies als einen רמז. Ein größerer רמז scheint uns aber die Nichtbeachtung des H. Beurtheilers, daß Herr Philippson in dem angeführten Gebetstücke von einem Zählen der 7 Wochen vom e x ft e n Tage des Peßacb an spricht. Liegen aber den Herrn Rezensenten mehr die grammatikalischen als sachlichen Schnitzer am Herzen, so hätte er eher den Passus anmerken müssen: Siebenmal sieben Tage soll gezählt werden, statt sollen, da in dieser Fassung der zu zählende Gegenstand fehlt; heißt es doch auch so in der heiligen Schrift: 7 Wochen sollst du dir zählen. Warum 7-mal 7 Tage statt 7 Wochen? Vielleicht ist dies wirklich ein רמז oder eine poetische Schönheit. Offenbares Unrecht thut aber der Rezensent Herrn Philippsohn, wenn er in dem angeführten Verse für den 8-teu Peßachtag sagt: Die letzte Zeile entrinnt dem Versmaß. Das Versmaß dieser Zeile ist zwar wie in der ganzen Strofe ganz und gar nicht ausgezeichnet; aber es sind doch ehrliche fromme spießbürgerliche Trochäen. Von Poesie — da geben wir dem Herrn Rezensenten vollkommen recht — ist in der ganzen Strofe keine Spur. Heine würde gesagt haben, daö ist keine Poesie, das ist kein gesunder Satz, das ist — ein Unglück. Anfrage an Herrn Uerlheimer. Warum erachtete es der so gerechte nnd liebenswürdige Herr Josef Wertheimer nicht für nöthig, bei Erwähnung der Befreiung von der Stempeltare betreffs der Chaliza und Ktuba-Akten in dem heuerigen Jahrbuche des Mannes zu erwähnen, der den Gegenstand nicht nur angeregt, sondern auch sich um die Abwendung dieser Steuer die erheblichsten Verdienste erworben? Findet nicht auch hier der Spruch unserer Weisen, wenn auch in weiterer Bedeutung seine Anwendung .בל האומר דבר בש□ אמרו מביא גאולו־־י לעולם. Lev Jeiteles. Inserat. ff»tn Ppfirpr ben 6e^f״ Zeugnisse» versehen, unterrichtet will y in der hebräischen, deutschen und ungarischen Sprache, nach Erforderniß auch Realgegenstände und auf Verlangen auch Talmud, wünscht in ein solides Haus als Erzieher plazirt zu werden. Geneigte Anträge unter der Adresse: Jfidor Weinberger in Oroöyäz, nächst Szegedin. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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