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Ben Chananja · 1864-10-05 · 40 (5.10.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
40 (5.10.1864)
Date
1864-10-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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801 802 welches es von dem ls) גזר דין scheidet, welches von Gott kömmt. Ohne Glauben an Gott, in dem Sinne des jüd. Monotheismus, hat der Weise deS Seneca nur seine eigene Weisheit als Leiterin, welche den innern Gehalt der Dinge in der Welt betrachtet, ohne sich von dem Scheine derselben, nach welchem die meisten urtheilen, irre führen zu lasten. Die Geduld steht der Weisheit als Gehülfin zur Seite. Geduld ist eine allgemeine Tugend und steht jedem zu Gebote, welcher davon Gebrauch machen will oder mnß. Wort und That theilen die Welt zwischen sich. Das Wort ist leichter als die That. ״Die Filosofie — sagt Seneca— lehrt zu handeln, nicht zu sprechen." Dieser Gedanke, wahr an sich, begegnet uns auf manchen Seiten, sowol im Talmud2°) als in filosofischen Werken der arabischen Periode. 91) Allenthalben hat man zwischen Wort und That wol zu unterscheiden gewußt. Die Eiusamkeit, welche Ben Gabirol gepriesen hat, gehört ursprünglich der Phantasie an. Moral war auch als letzter Zweck betrachtet. Der Weise der arabischen Periode, ist im Allgemeinen als ein gemäßigter Stoiker zu betrachten. Durch den Glauben an einen einzigen Gott, welcher über der Natur^) hoch erhaben ist, hat sein Geist eine bedeutend hö- Here Richtung erhalten, und die Spekulation desselben über göttliche Dinge — eines Weisen wol werth—, hat auch mit Gefühlen höherer Art sich oft verbunden, allenthalben nach praktischer Veredlung strebend, innerhalb der Mittelstraße. 23) Die geistige Einsamkeit, wovon Bechai spricht, steht zwischen beiden in der Mitte. Wie die Wahrheit,^) so ist auch die Weisheit allenthalben dieselbe, die Geduld steht ihr immer zur Seite. Hier aber mit dem Mosesftab, worauf der göttliche Name eingegraben ist. 25) Es war der Glaube, — welcher immer Wunder g et Han hat. Es trägt jeder Mensch mehr oder minder einen M o se s st a b in sich. Vergl. unser Salomo ben Gabirol S. 57 ff. Das Wort גזר und גזירה ist etymologisch mit גזר (abschneiden) in Verbindung. ES mag im Borbeigehen bemerkt werden, daß in dem Wort גר (Glück) auch derselbe Begriff liegt. Es steht dies mit der Wurzel גזר in Verbindung, welche im CH aldäi scher! und Talmudischen die Bedeutung ab sch neiden haben. (Nächstens mehr über diesen Gegestand.) '») Briefe Nr. SO. i0) Die folgenden Worte aus dem נתן "N אבות (Kap. 22) gehören hieher לא הכמה מביא דברים ולא דברים מביא הכמה אלא מעשה (Die Worte find übrigens nicht ganz so klar, als es wünschenSwerth gewesen wäre.) *׳) Berg!.מבחר פנינים (Kap. 1)אל תהיה חכם ברברים אך היד׳ ב0^ע1ךן נגר Es find diese Worte auch von Menachjem Meiri in dessen Kommentar zu Proverb. 14, 23 angeführt. ") Daß im Hebräischen kein Ausdruck für das Wort Natur eristirt, hat Moses ben Gsra bereits in seinem ערוגת הבושם angemerkt (vergl. Zion II S. 159.) Im Talmud ist der Ausdruck טדר בראשית Üblich, vergl. unter andern! Sank) cd rin 108 d.) 23) In diesem Lichte ist auch der folgende Spruch zu betrachten. von Zehuda ha-Levi (Cusan ui, 6) angeführt פרי השבוע השבת ״)Die Frucht der Woche ist der Sabbath.") Zn unserer rabbinifchen Sprachkunde S. 92 haben wir diesen Satz amplifizirt gegeben. ") Zehuda Ha-Levi (כוזרי IV §. 19) führt die Worte an ״ נכרים רברי אמתDie Worte der Wahrheit werden (als solche) unerkannt." Es scheint dies eine sprüchwörtliche Redensart zu sein. 25) Eö ist dieses eine talmudische finnreiche Sage, welche fich anter anderm auch im Midrasch rabba וזאתה ברכה findet. Lin Spruch des Mn Josef. Einzelne Sprüche sind wie zerstreute Perlen, man muß sie aneinander anreihen, damit sie etwas Ganzes bilden. Einige solche Sprüche führen wir hier dem Leser zur Betrachtung vor. Abu Josef, ein berühmter arabischer Gelehrter sagte vor seinem Tode zu seinen Schülern:*) ״Studirt alle Wissenschäften mit Ausnahme der Astrologie, der Alchemie und Controverse, letztere erzeugt Zweifel und untergräbt zuletzt den Glauben. Ein schönes Stück Kulturgeschichte liegt in diesem Spruch. Einst war der ganze Satz wahr. Die verbotenen Studien hatten eine wirkliche Eristenz, und es gereicht ihm zur Ehre, der die Nichtigkeit derselben einsah, heute ist nur der letzte Satz noch wahr. (Im Allgemeinen scheint er mit dem talmudischen Spruch מנעו בניכם מן ההגיון in Verbindung zu stehen.) Jehuda Ha-Levi hat die Worte-) כי הראיות ״ מתעים השכל ומן הראיות יגע האדם לאפיסורסותdenn die Beweise verwirren den Verstand, und durch die Beweise kömmt man zur Freigeisterei." Die Worte des Maimonides, worin derselbe anräth, daß man nicht mit Mohamedanern über ihre Religion sprechen fofl* * 3) sind von der einen Seite als eine bloße Klugheitsregel zu betrachten, und als solche ist dieselbe sehr nützlich. Die Juden, in sofern sie doch allenthalben nur den kleinsten Theil der Bevölkerung ausmachen, sollen nicht viel über das Innere der herrschenden Religion sprechen. Es könnte dies einen schlechten Eindruck auf die Meister des Landes machen. Insofern die Mohamedaner selbst es als Grundsatz befolgen, nicht viel über Religion zu reden, ist der Spruch des Maimonides als Ergänzung zu dem von Abn Joses zu betrachten. Das Allgemeine aller dieser Sätze ist, daß man in Religionssachen nicht allzuviel grübeln soll. Es ist dieses eine historische Thatsache und als solche gehört sie der Kulturgeschichte an, und als solche blos haben wir sie hier gegeben. Diese Sprüche enthalten gar manches, welches wol einer nähern Auseinandersetzung werth wäre. Für den Augenblick jedoch, begnügen wir uns mit der bloßen Zusammenstellung derselben. (Fortsetzung folgt.) Lemeise für die Allheit!Jotas in ben Disch-ambi- Line religionsfilosofische Studie. Von Dr. A. Schmied!, Rabbiner zu Proßnitz. (Fortsetzung. *) Unter den jüdischen Forschern, die sich der kelamistischen Filosofie am engsten angeschlossen, werden gewöhnlich Saadia und Bachja obenangestellt. Doch ist dies keines- ') D'H erb elot Art. Elm. *) Vrgl. Kusari IV §. 3. 3) Diese Worte hat Herr Dr. Schmied! in diesen Blättern (S. 473) angeführt. *) S. die vor. Nummer. 18037618

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