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Ben Chananja · 1864-11-23 · 47 (23.11.1864) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
47 (23.11.1864)
Date
1864-11-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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957 958 zn einer Stiftung für Verwundete und inwalid gewordene Krieger, für die Witwen und Waisen der im Kriege, für daS Vaterland gefallenen Patrioten, oder zu einer andern derartigen Stiftung verwendet werden, waS ebenso patriotisch als gemeinnützig wäre. Möge eine Hohe königliche Ung. Hofkanzlei unsere Bitte, die nichts anderes als die Erhaltung unserer Religion und Unterthanen-Treue bezweckt, wol würdigen, in Erfüllung gehen lassen, und geeigneten Falles auch Allerhöchsten OrteS in geneigte Erinnerung zu bringen geruhen. — Auch wagen wir die untertänigste Bitte, bei der den Zeitungsblättern gemäßen Regelung der Jahr- und Wochen- Märkte auf die israelitische Sams- und Feiertage, aus komerzieller und religiöser Rücksicht geneigte Rückstchtsnahme schenken zu wollen, womit wir zugleich die allgemeine Stimmung des ungarischen Judenthums hiermit anssprechen. Dieses Gesuch wurde unterzeichnet: Am 24. April in Pecse-Nendorf von: Graubach Markus, Gerstel David, Lichteustein Simon. Am 25. April in Nagy-SäroS von: Friedmann Markus, Zimmermann Samnel, Bergstein Wolf, Goldman» Moritz. Am 27. April in Bartosfalva von: Schop Leopold, Neumann Master, Frommer Samuel, Reich Julius, Klein Heinrich, Wohal Jakob, Bayern Hermann. Engel Abraham, Wohl Samuel, Rosenberg Lippmann, Engel David, Bayern Saja, Helfgott Herman, Groß Ahron, Engel Sal., Glückmann Moses, Wolach Herz, Felberbaum, Brüß Herman, In Sebes-KellenitS am 30. Apr. von : Barkan Ad., Weingarten Joh., Großmaun Jsr., Frankel! Salomon , Holzstein Löbel, Liebermann Josef, Schwarzer Heinrich, Eger Kaufmann Samuel, Löwy PinkaS, Friedmaun Samuel, Rollensteiu Markus. In Kurima von. Klein Adolf, Rosenblum Markus, Spira Jakob, Zsupnik Nathan, Kobin Berisch , Stern Jakob, Spira Moses, Rosenwasser Eliczer, Glück Samuel, Rubin EliaS. D. Vierte Gruppe (ebenfalls Säroser Komitat.) DaS bezügliche Gesuch lautet: Hohe k. k. Ungarische Hofkanzlei: Die in tiefer Ehrfurcht gefertigten israelitischen Kultusvorstände, in ihrem reinen Bewußtsein, daß das von manchen neuernngssüchtigen Rabbinen h. Ortes in Vorschlag gebrachte, in Pest zu errichtende Seminarium, nicht nur mit dem orthodoxen Judenthume keinesfalls verträglich, sondern sogar der israelitischen Religion, und dem echtjüdischen Kultus schädlich und verderblich sein würde, und daß dasselbe endlich öffentlM SpaÄungen und gegenseitige Gehässigkeiten im ungarischen Israel anregen müßte, sehen wir uns genöthiget im ׳Namen unserer Kultusgemeinden , welche Zirka 700 Familien zählen, ehrfurchtsvoll zu bitten, eine Hohe k. k. Ungarische Hofkanzlei geruhe gnädigst um Willen der Integrität unserer heiligen, Religion und des Glaubens sowohl, als auch im Interesse der Ruhe im ungarischen Israel, dießfälligen Erneuerungen keine Neigung schenken, sondern, den fraglichen isr. ung. Schulfond zu anderen allgemeinen WohlthätigkeitS - Zwecken bestimmen zu wollen, als zur Unterstützung armer ungarisch-israelitischen Witwen und Waisen deren Mann und deren Vater in k. k. Militärstande mit dem Tode abgegangen sind, zugleich armer Verwundeten, welche als treue Militäristen arbeitsunfähig geworden sind, udgl. — Ferner wagen es die unterthänigst Gefertigten, bezüglich der Inspektion des ungarischisraelitischen Schulwesens ihren äußersten zweckmäßigen Wunsch hiermit zu erklären und bitten zu dürfen, eine k. Ungarische Hofkanzlei wolle gnädigst geruhen, jeder einzelner israelitischen Lokal- oder Bezirksgemeinde das Recht einzuräumen, entweder das Jnspektorat, so wie früher, der resp. katholischen Geistlichkeit zu überlassen, oder wenn Inspektorsfähige in der Mitte ihrer eigenen Gemeinde vor- Händen sein sollten, dieselben freiwillig nicht aber auf gedrungener Weise hiezu wählen zu dürfen. Dieses Gesuch wurde am 4. Mai unterzeichnet von: Rosen- Wasser Mendel, AbrahamovitS Lobet, Biediger Salomon in Bartfeld; — von Weiß Josua, Müller aus dem Szäkeser Stuhlbezirk; — von Riff M., Bäck Ignatz aus dem Ma kowitzer Stuhlbezirk; — Friedman Jsak von Zborow; — Arnstein Abraham Oberrabbiner. Die Sdjidi|a(e uni) Leslrebuugeu der israelitische» Zememde zu Nechuitz. Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 16. Jahrhundert. Von Dr. M. Z i p s e r, Oberrabbiner. (Fortsetzung. *) Aus dem Jahre 1752 befindet sich ein ämtliches Formular zur Ablegung eines jüdischen Eides vor, das im Lande und zur Zeit, wo der Jude den Eid mors Verdöori abzulegen hatte, als ein wahres Muster der Milde gelten konnte. Dasselbe lautet: Da schwöre ich N. N. vor Gott, dem Allmächtigen, und im Beisein der Gemeinde, ohne Mißgedanken, sondern schwöre mit meinem Munde die klare Wahrheit, daß . . (hier folgt der Inhalt, worüber der Eid ausgesprochen wurde.) Sollte ich, was Gott behüte, nicht rechtmäßig schwören, so sollen auf mich kommen alle Fluchungen die in den fünf Büchern Moses stehen, so ich aber recht schwöre sollen alle Segnungen auf mich kommen. Amen. Daß der Schwörende den Eid bei einer Gesetzrolle abzulegen habe, wird nicht erwähnt, wie bereits Landau (Noda Bihuda I. י״ור Nro. 71) sich dafür ausspricht. Von der Intoleranz, die um diese Zeit gegen die Inden, vorzüglich in den größer» Städten herrschte, wollen wir unter Anderm auch folgendes Beispiel anführen. Oedenburg ist die ansehnlichste Stadt der diesseitigen Gegend, wo stets große Märkte abgehalten wurden. Der Markttag war wie gewöhnlich auch Zahltag. So oft *) S. Nr. 17. 20. 21. 23. 26. 27. 29. 30. 38. 39. 46.

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