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Ben Chananja · 1864-11-23 · 47 (23.11.1864) · page 7

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Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
47 (23.11.1864)
Date
1864-11-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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M 951 der ״Zeitung des Zndenthum«" Nr. 41 d. Z. mißverstandene Deutung der auch von Rapoport in Erech Millin 5. V. אווו angezogenen Stelle versucht, nach welcher^mit Anspielung auf Spr. Säl.1, 20 wer eine Gans im Traume' sehe, auf Weisheit hoffen dürfe. 'Diese Ansicht soll nach Herrn L. darauf beruhen, daß das Wort אווו früher nur mit einem Wav geschrieben und wahrscheinlich און ausgesprochen wurde, WaS durch Verwandtschaft im Sprachorgane mit חוץ in חכמות בחוץ תלונה gleich klingt. Eine Unterstützung würde diese Meinung in der Thatsache finden,׳ daß überhaupt nicht selten ח und א verwechselt werden (vrgl. NachmanideS zu Gen. 32, 25 und ,8 כתר כהונר V. אביק), in der Agadah häufig ח dem א substituirt wird (siehe Sachs Beiträge I, 99 Anm.) und im Pehlwi mehrfach א für ח vorkommt (siehe LiteraturblattdeS Orients 1640, 267), was um so eher geschehen konnte, als^ in der Aussprache früher mehr wie ,ר klang nud also dem א nahe kam. (ck. 21 .§: יוסף אומץ.) Nr. 4 wird das a. a. O. Zeile 6 und 7 von unten vorkommende Wort טמלא gegen Aruch und Raschi, welche es durch Klingel oder Glocke erklären, durch tübellae-Schreibtafel wiedergegebcn, deren sich der Vortragende ראש ישיבה zu bedienen Pflegte. Das Wort könnteindeß auch dem,im Spätgriechischen üblichen und aus tabula verkürzten entsprechen, welches in derselben Bedeutung vorkommt (.vrgl. Sachs a. a. O. I, 47). Abgesehen von dem aber,, was,Herr Dr. L. beigebracht hat, gewährt jene Oneirologie noch manche ändere wissenschaftliche Ausbeute, wie Ich bereits in Frankels Monatsschrift 1854, 462 nachgewiesen habe und scheint mir auch jetzt noch aus dem Belege, .der Berachoth 57 b für die Mei- Nung, daß, wer ein Kameel im Traume sehe - von-dem über ihn verhängten Tode befreit werde, beigebracht ,wird, nämlich aus 2 Sam. 12, 13 נם ה* העביר ונר hervorzngehen, daß man auch gam ßl las, was an gamal anklingt. Eine von der .Masora abweichende Leseart, wie Frankel daselbst einwendet, würbe dies keineswegs sein. — Nr. 5 enthält die Erklärung des Wortes יותא Berachoth 58 b, das nichts ist als das עיותא des Syrers, gleichbedeutend mit den hebräischen ׳עיש ׳ Von besonderem Interesse ist Nr. 6, wo auf die in neuerer Zeit vielfach ventilirte und -auch bereits früher von dem Verfasser in den wissenschaftlichen Blättern aus der V. H. Ephraim'schen Lehranstalt besprochene Frage, ob die mündliche Lehre schon im Alterthume niedergeschrieben worden sei, näher eingegangen und gegen Raschi und Luzatto nachgewiesen wird, daß die Hauptstelle Gittin 60, b, in welcher man .»in-Verbot.'.gegen das Niederschreiben der mündlichen Lehre gefunden hatte, unrichtig gedeutet worden sei. und daß die Worte.דברי□ שבע״ס אי אתה רשאי:לאומרן בכתב nur heißen: man dürfe die mündlich geoffenbarten Lehren nickt vom Geschriebenen (lesend) hersagen, nicht aber: man dürfe,sie nicht.schreiben אי רשאי לכותבן, wie Raschi liest. Warum-aber eine solche hälachische Aussprüche enthaltende Rolle מגרת סתרים genannt werde, erhärtet Herr Dr. L. aus religiösen, politischen und wissenschaftlichen Gründen. — Zu Nr. 7 wird nachgewiesen , daß Erubin 8 a das Wort הים in der Stelle שמא יעעה הים שךטון mit Aruch wegzulaffen sei und darauf aukmerksam gemacht, daß wahrscheinlich erst R. Asche dem Theile von Sura, in wel- Htm --die-zahlreiche- Zudengemeinde wohnte, den Namen מתא מחסיא gegeben haben. — In Nr. 8 werden die epikuräisch-klingenden Lehren, welche Rab seinem Schüler R. Hamnuna Erubin 54 a ertheilt. als Anfänge von ׳Versen im Buche,Sirach/erklärt, nach denen das וגיפלר fehlt. — In Rr. 9 wird das Peßachim 114 a sich findende^ die Mäßigkeit preisende Wortspiel erläutert und, das bisher, völlig, verkannte und als-Misthaufen gedeutete Wort קיקלי richtig als xvxloc Kreis, Versammlungsplatz, MaIktpiM!e'Mr.t,; jv?duM:cher Sinn jenes Sprich- Wortes erst recht deutlich wird. Bemerken will ich bei. dieser Gelegen« heit, daß Israel Zsserlein an der Stelle Baba Kama 21 a . wo unsere Ausgaben אקילקלתא ריתמי lesen , אקיקלי las, vrgl. dessen Pesakim Nr. 162. Reiner alim, talmudlfch.en,'קקולו," .hat. ,sich, aber das Wort xävxaXn im syrischen 'קוקליסא erhalten; vrgl. Sachs aä. O. 11, 46. Buriorfs Leistungen in dem. lexic. talm. scheint Herr Dr. L. jedoch in ihrem Werthe zu überschätzen,, und wenn ich.gleichweit-entfernt bin, jenem seine Verdienste, insbesondere in RüBücht - auf-- dieZZe.it׳״in,:der er sein Werk publizirte, schmälern zu wollen, so muß ich doch bemerken, daß Flüchtigkeitsfehler, wie der von Herrn L. gerügte, indem Burtorf p. 2041 in der Stelle Keritut 6 a das Wort שמעתכון zu dem Folgenden zieht, während eS zu dem vorhergehenden תמשוך gehört, gar vielfach bei demselben Vorkommen. Ich will hier jedoch nur ans, einen solchen aufmerksam machen, der vielleicht schost anderswo gerügt worden istk. 2621 übersetzt er die Toßafot Sotah 21 b. 8. v, רוצה von R. Chattanel gegebene Crklärutig רוצה אעוה שיהא ב((להי חמר, ומר ולא ו הא] גמל וכן Mavult uxor ut maritus sit;סמור »SINUS etc. quam ut sit גמל cnmelus etc., während bekanntlich חמר und נמל zu lesen »nd asioarius und cameiarius zü übersetzen war. — Zn Nr. 10 wird vorgrschlagen,/statt des schwierigen בב2י in der Stelle Peßachim 117 a ססלו של מיכה עומר בבבי! zu lesen : בכנו Uder/-כבני בבנים in Baue»», welche» Ort die Rabbinen mit ליש identifiztren und in Nr. 11 die auffallenden Worte 1 כרעי המטה"D לסמוך Beza 3 b in לסומכה בכרעי המטה zu emendiren. — Endlich will Herr in ׳Nr. 12 statt des שומר הסתה in Chagiga 15 b ושומר חסתה שר של גיהנם gelesen haben, wozu ich bemerke, daß sich auch bei Leichenredcn im Talmud Ausdrücke finden, die an Vorstellungen aus der griechischen nud römischen Mythologie erinnern; vrgl. Rapoport in Erech Millin 5. V. אוורי und meine Bemerkung dazu in Frankels Monatsschrift 1654, 463. Mögen nun diese, von Herrn Dr. Lebrecht neben einer Menge sonstiger lehrreicher Bemerkungen und in der ibm eigenen anziehenden Weise vorgeschlagenen Emendätioüen, auch nicht sämmklich die Billignng der Gelehrten finden, so haben sie doch, wie die Nothwendigkeit einer TalmudauSgabe mit kritisch berichtlgtem Texte, so auch die. Befähigung des HerauSgebenS zu einer solchen Arbeit'zur'Genüge dargethan, und so spreche ich nun schließlich noch den Wünsch aus , daß Talmudkenner im Interesse der Wiffenschaft sich veranlaßt sehen mochten, etwaige in Vorschlag zu bringende Verbesserungen oder ihnen aus Handschriften oder Zitaten aus hebräischen Werken deS Mittelalters von den gedruckten Talmudausgaben bekannte TerteSverfchiedenheiten Herrn Lebrecht zu geeigneter Verwendung mitzutheilen. - Bemerkungen Wer Dr. Duschak's rnosaisch-talumdisches Eherecht 1864. Von Hermann Duschak, Rabbiner in Austerlitz. S. 14 sagt der Verfasser ״ob die Ehe ohne Rechtskraft sei, wenn sie durch eine erregte Furcht erzwungen woroen ist, hierüber schweigt der Talmud -und die .Codices , man--muß aber konsequenter Weise annehmen , ׳ daß auch die durch- Furcht erzwungene- ,Ehe ungiltig ist , da auch hier derselbe .Grund, wie beim 'physischen Zwang ist/'- Man kann-unmöglich. konsequenter Weiseannehmen... -daß eine durch Furcht erzwungene Ehe ungiltig sei!. wie oft werden Eben nicht aus reiner ungetrübter Absicht, sondern aus irgend einer Furcht geschloffen, das Kind fürchtet z. B. bei den Eltern in Ungnade zu verfallen, doch die Einwilligung erfolgt unv die Ehe ist gültig. Anders ist es bei dem physischen Zwange. S. 14 ״die Rabbinen stehen hier'noch auf orientalischem Standpunkte, denn, die:Frauen wurden gemeiniglich bei den. Hebräern gekauft.' Jakob müßte für seine zwei Frauen dem Schwiegervater Laban dienen, Hosea 3, ‘ 12 kauft ein berüchtigtes Weib um 15 Seckel und ein gewisses Maß Gerste.- — Der Verfasser'hält fest an die Kauflheorie, die er aber von Zakob um so weniger nachweisen kann, als sich dessen Frauen: über die Änomälie beklägten, er hat UNS Verkauft/' Zu Hosea spricht Gott nicht, ״kaufe" dirS, sondern ,,liebe" ein Weib. Weil dieses aber ein berüchtigtes Weib war, welches ihre Liehe Niemande» schenkte, mußte ec sich diese Liebe erkaufen. Wenn aber der' Vers, die Kaüfthcorie .׳mit'.'.der' Polygamierethtfextigen will, widerspricht er seiner eigenen. Ansicht S. 21, wonach: die Polygamie nie herrschende Sitte bei den Juden war, S. 15 ״das bürgerliche Gesetzbuch erwähnt deS Betruges nicht, ebenso nicht das talmüdische Eherecht." Um Vergebung! E.H- 31. 1, 2 wird des »Betruges ausdrücklich erwähnt. ״Wenn der Mann ihr einen Ring übergibt mit der ausdrücklichen Bemerkung, er habe einen Werth von 50 Sons, muß er abgeschätzt werden , wenn ihr vorgegeben wird, der Ring sei golden, er wäre aber ans Kupfer, ist. von Rechtswegen die Ehe ungiltig.". S. 25. ״Wenn ein Mann ohne Hinterlässütig eines KiNdeS starb, so war der Bruder verpflichtet,« die .hinterlaffene Gattin zu ehelichen, und den ersten Sohn, de» er,mit ihr zeugte, auf den Namen des Verstorbknen.in.den.Stammtafeln eintragen zu lassen." Nicht talmudisch« ׳Der geborne Sohn brauchte niemals den Namen des Vaters zu führen; und Wenn auch der Wortlaut der Bibel von der Namensbeilegung des

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