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Ben Chananja · 1864-11-23 · 47 (23.11.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
47 (23.11.1864)
Date
1864-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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945 946 =ב Wie«, 18. November. Den antitalmudischen Schmähungen der hiesigen ״Kirchenzeitung" verdankt die jüdisch-homil,tische Literatur eine sehr dankenSwerthe Bereicherung. Die beiden Predigten , welche Dr. Jelltnek zur Ehrenrettung des Talmuds gehalten, find gedruckt erschienen: wahre Meisterstücke der Apologetik und Kanzelberedsamkeitl $. Pest, im November. Die Kaution, welche der ״Magyar izraelita“ erlegen sollte, ist so hoch, daß daö Blatt vorläufig nicht er, scheinen wird. Dr. Meisels ״Kultusreguläliv" soll nächstens dem Drucke übergeben werden- Pest, 16. November. Die Art und Weife, wie der Pester ^-Korrespondent in Nr. 45 des ״B. CH." die Anerkennung darstellt, welche Seitens des hiestgen Plenar-AuSschusseS der hierortigen israeli, tischen Mädchenhauptschule in einem Protokollsauszuge ausgedrückt wird, könnte in denjenigen Lesern, welche mit den hiestgen Gemeinde- und Schulverhältniffen nicht gehörig vertraut find, leicht die Bern,«- thuug erregen, daß der berichtlegende Präses unserer verdienstvollen Echulsrktion, der gelehrte und geehrte Herr Dr. Zosef Hauser, mit der erwähnten Lehranstalt Monopol, treibt. Dem ist aber nicht so, und NM dem eventuellen Platzgreifeu einer solchen Bermuthung die Spitze abzubrechen, fühle,ich wich preffirt, der Wahrheit gemäß das zur öffentlichen Kenntnißnahme zu bringen, was hierorts in dieser Beziehung notorisch ist, daß nämlich derartige ProtokollöauSzüge zuallererst unter der Hirschler'schen Gemeindevertretung usuell geworden, und seitdem — exempla trakuvt — Heuer zum dritten Male an alle hiefigen öffentliche» Lehranstalten mit gleichlautenden Eingangsformeln ergangen find. Zur Erhärtung dieser Wahrheit lasse ich wciier unten einen Theil des diesjährigen, der Normalhauptschule zugestellten ProtokollSauSzugeS wortgetreu folgen. Wenn namentlich die Normalhauptschule über diese und ähnliche Dinge nichts verlautbart, so thut sie dies aus d«m Grunde, weil sie es für einen Mißbrauch erachtet, mit jedem Prüfungsreferatlein, mit jeder Lehrerernennung, mit jedem Winde, der von der Ofner Festung nach Pest herüberwehet, die Geduld des pränumerirenden Zeitungspublikums in Anspruch zu nehmen; die Normalhauptschule läßt vom Schulleben nur das in die Oeffentlichkeit dringen, wovon sie mit Bestimmtheit weiß, daß iS zur Nacheiferung, zum Nutzen und Frommen für das Allgemeine dienen kann. Zn solcher Weise sollte eigentlich jeder Vorgehen, der entschieden berufen ist, für Erziehung und Unterricht seine Stimme zu erheben. UebrigenS, wenn die Leistungen der hiestgen israelitischen öffentkichen MLvchenhauptschule wirklich gar so ausgezeichnet sind, zu welchem Zwecke nimmt Herr R. gar so oft Anlaß, um von derselben öffentlich zu sprechen? Wenn dieser Herr nur einige Belesenheit hat,׳ so müßte ihm gewiß schon der Satz vorgrkommen sein: ״Die besten Staaten find diejenigen, von welchen am wenigsten gesprochen wird." Aber als geborener Ungar und als Mann , der unter andern auch für einen gediegenen Kenner der magyarischen Sprache und ihrer VolkSliteratur zu gelten bestrebt ist, sollte ihm doch, wenn auch nur um den Schein zu retten, wenigstens bas Sprichwort bekannt sein : ״A" jö boinak nem keil cz6gör.u (Guter Wein bedarf des Kranzes nicht.) Was die stereotypische Panögyrique betrifft, mit welcher Herr K. den Herrn Dr. Josef Hauser bis zum Ueberdruße moiestirt, fühle ich mich nothgedrungen, der hiestgen öffentlichen Meinung Ausdruck zu geben, der es unmöglich.scheint,.daß sich Herr Dr. Josef Hauser von dem Dufte des Weihrauches, den. ihm Herr R. aus jeden Fußtritt vom Blühdorn'scheu in das Balaffa'sche Haus streut, gehoben fühlen könne. Es erübrigt mir nur noch, den oben versprochenen Theil des diesjährige», der hiestgen Normalhauptschule zugestettten ProtokollauS, jUgte mitzutheilen; derselbe lautet wortgetreu, wie folgt: Auszug aus dem Protokolle dr» Gemrindr-Plenaraüsfchuffes dd. 16. September 1864, Z. 635. Wurde verlesen das Protokoll der Schulfekrion vom 1L. September l. Z., in welchem dieselbe über das Resultat der diesjährigen Prüfung in der Normalhauptschule Bericht erstattet und das höchst erfreuliche Erg ebniß mittheilt, daß die Leistungen dieser Anstalt auch in diesem Jahre dem gehobenen Standpunkte unseres öffentlichenJugendunterrichtes vollkommen entsprechen haben. Der Plenar-Ausschuß nimmt diesrn Bericht mit Vergnügen zur Kenntniß und spricht dem gesammten Lehrkörper der Normal- Hauptschule für dieses erzielte glänzende Resultat die verdiente Anerkennung und seinen besondern Dank au» u. s. w." Daß derartige Protokottauszüge von dem Präses der Schulsektion und dem Gemeindesekretär unterfertigt sind, finde ich erklärlich; dafür aber, daß man in denselben die Namensunterfertigung des Präses der Plenar-Sitzung vermißt, kann ich keine Erklärung abgeben. L. M. Bauer. L. Arad, im November. Was wir hier längst befürchtet haben, scheint fich in nächster Zeit bewahrheiten zu wollen. Unser hochgeachtetec Herr Gemeindepräses, Ignaz Deutsch, der nun 11 Jahre die Angelegenheiten unserer Gemeinde mit inniger Hingebung leitet, wird, wie wir vernehmen, nach Pest überstedeln. Unsere Gemeinde, namentlich unsere WohlthätigkeitSankalten erleiden einen harten Verlust. Wir wollen jedoch hoffen, daß dieses schon zu verschiedenen Zeiten aufgetretene Gerücht noch lange ein solches bleiben wird. Zu den verflossenen hohen Feiertagen hat der Herr Präses seine Gemeinde mit einer eben so kostbaren, als prachtvollen Spenden überrascht, nämlich mit zwei großen filberncn Kandelabern, die den Altar unserer durch die Aukstelluiig einer neuen Orgel Und Erbauung einer neuen Frauengallerie vielfach verschönerten Synagoge zieren. DaS Beispiel, mit dem derselbe den Gemeindemitgliedern bei jeder Gelegenheit vorangeht, ist ein wahrhast edles, möge es aneifernd wirken. Die Einschreibungen an unserer Schule find bereits geschloffen. Die Zahl der eingeschriebenen Schüler übersteigt bereits die des vorigen Jahres. Nicht nur von der Umgegend Arads , sondern auch von den umliegenden Komitaten find Knaben zum Besuche unserer Schule hereingebracht worden. Aus dem Nentvathale, im November. In der Nummer 45 de» vielgelesenen ״Ben Chananja" wurde den Lesern diese- Blattes das seltene Glück zu Theil, nicht nur die bedeutsame Petition mehrerer unserer frommen Rabbinen Ungarns gegen die Errichtung eines Rabbiner-SeminarS ihrem vollen und gewichtigen Inhalte nach lesen zu könnnrn; sondern es ward ihnen gleichzeitig auch ermöglicht, die Namen der heiligen Petenten alphabetisch geordnet in Reihe und Glied nebeneinander aufgestellt zu sehen. Wie werden fich da die Frommgläubigen in Israel mit behäbigem Selbstvertrauen ins Fäustchen blasen uud triumphirend auSrufen: ״Wenn so viele Heilige mit uns sind, wer kann gegen uns sein? Aber auch die nicht heiligen, dem Fortschritte huldigenden Männer in Israel, besonder» die Förderer des JudenthumS im In- und Auslande, die. alle Bewegungen in diesem Gebiete mit wachsamen Blicken verfolgen, werden beim Anblick dieser Namen verwundert den Kopf schütteln. -״Wie": — so ungefähr dürfte mancher von diesen ausrufen — ״so viele gibt es in Ungarn, die das Licht der Aufklärung scheuen?" ״Wie leicht könnte es geschehen*, — so ein anderer — ״daß die hohe Regierung diesen Himmelsstürmern, die sie für die Meinung-- träger einer großen Majorität der jüdischen Bevölkerung Ungarn» ansehen könnte, Gehör verleiht! Und so wäre wieder ein günstiger Moment nutzlos entschlüpft uud die so!ehr zum Bedürfniß gewordene Er-

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