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Ben Chananja · 1864-11-16 · 46 (16.11.1864) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
46 (16.11.1864)
Date
1864-11-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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933 934 die erwähnten ehrfurchtsvollen Vorstellungen gegen die Organisirung eines Rabbiner-Seminars in Ungarn gnädigst unterstützen. 12. Mat 1864. Unterzeichnet: Kahan Josef, Biber Zsaak ju»., Kaufmann Abraham in Märmaros-Sziget. Ein zweites Eremplar trägt die Unterschriften: Truchter Löb, Visder Bezirk; — Herz Maier, Szigeter Bezirk. (Fortsetzung folgt.) Die SdjMfafc unö Sejlteßungen der israMschm . gemeinde zu Ziechnitz. Gin Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 16. Jahrhundert. Von Dr. M. Zipfer, Oberrabbiner. (Fortsetzung.*) Den vorzüglichsten Streitpunkt bildete die Repartition unter den einzelnen Gemeinden und Familien in Bezug auf ihren Vermögenszustand: die Wohlhabenden wollten es als eine Kopfsteuer betrachten und die Vertheilung nach der Personenzahl vornehmen lassen, wogegen die ärmere Klasse protestirte. R. Jsak Levi, Vorgänger des R. Melr Barbi in Preßburg, wendete sich in dieser Angelegenheit an R. Zech. Landau, der. folgenden Bescheid ertheilte: Diese Steuer betrifft unfein 21ufenU)a1r uu2anve, in yinvya»!'——-- Zinse für eine Wohnung, und sollte sie eigentlich nach Anzahl der Personen vertheilt werden; da jedoch in Folge dieser Steuer Handel und Gewerbe gestattet werden, so ist sie wieder als Erwerbsteuer zu betrachten, wobei der Vermögenszustand in Betracht zu ziehen ist, demzufolge soll die Halste nach diesem, die andere Hälfte nachdem andern Verhältniffe gezahlt werden. (Noda Bjhuda I. ח״מ Nr. 22.) Aus einer mir vorliegenden, Preßburg 13. Oktober 741 vom Grafen Jos. Pongraz über 125 fl. ausgestellten Quittung ist ersichtlich, daß diese Steuer gleich beim Regierungsantritte der Kaiserin Maria Theresia ins Leben gerufen wurde, es heißt darin ausdrücklich: titulo Taxae Tolerantialis pro moderna Regni Diaeta und wahrscheinlich hat der eben entstandene Erbkrieg den ersten Impuls zn dieser Besteuerung gegeben. Daß dies mit Einwilligung der jüdischen Deputirteu geschehen, erinnert an das talmudische בוסין אותו, es war die Furcht vor einer gewaltthätigen Vertreibung aus dem Lande (גירוש), wie dies kurze Zeit früher mit der Gemeinde zu Ofen geschehen und bald darauf mit allen jüdischen Einwohnern Böhmens zu befürchten stand, was die ungarischen Juden geduldig diese Last annehmen ließ. Trotz der eigenen Belastung war die hiesige Gemeinde nicht unempfindlich gegen den Nothschrei ihrer böhmischen Glaubensbrüder um dieselbe Zeit. Am 15. Dezember 1744 wurde in Böhmen ein kaiserl. Edikt erlassen, daß die jüdischen Einwohner nur noch 7 Monate im Lande zu dulden seien. Diese schreckliche Kunde verbreitete sich schnell im Lande und brachte die jüdischen *) S. Nr. 17. 20. 21/23. 26. 27. 29. 30. 38. 39. Einwohner in die tiefste Bestürzung. Am 21. Tebeth 505. A. 745, kaum nach Ablauf eines Monates , wurde vom hiesigen Rabbtnate und Vorstande folgende Kundmachung im Tempel veröffentlicht: ״Ueber das schreckliche Unglück, das die jüdische Gemeinde zu Prag und unsere Glaubensgenossen in Böhmen jüngstens getroffen, ist im Laufe dieser Woche über Eisenstadt eine traurige Botschaft uns zugekommen, wie die Judenfeinde mit unfern Glanbensbrüdern in Prag und ganz Böhmen^ verfahren sind, sie haben da die ganze Judengaffe ansgeplündert, viele jüdische Familien grausam behandelt und getödtet, die Wohnungen, in denen früher Wohlstand und Reichthum einheimisch gewesen, stehen nun verödet und verlassen und unsere Brüder sind dort dem Hunger preisgegeben. Auch haben sich die Judenfeinde der Synagogen bemächtigt, die heiligen Gesetzesrollen auf die freie Gasse geworfen und mit Füßen getreten, alle kostbaren Schätze sind nun dahin. Es braucht nicht erst nachgewiesen zu werden, wie hoch im Ansehen die Prager Gemeinde unter uns gestanden, wie sie die Gotteslehre durch Tausende von Schülern zu verbreiten gesucht, so viele fremde Durchreisende gastfreundlich unterstützt und nun ist dieselbe einer gänzlichen Zerstörung anheim gefallen. Dazu kommt noch die traurige Botschaft, daß die Regierung in ihrem Zorne den Beschluß gefaßt, alle jüdischen Einwohner in kurzer Zeit aus Böhmen zu vertreiben. Daher möge ein Jeder in unserer Mitte, in dessen Herz Gottesfurcht waltet, trauern und klagen und sich theilnahmsvoll an dem Unglücke seiner Brüder zeigen (משתתף בצרות אחינו ב״י). Wir fordern euch daher zu öffentlichen Fast- und Bettagen auf, um von unserem Vater im Himmel zu erflehen, daß er seinen Grimm Wy wenoe, den Ueb e r re st Israels vor Schwert, Geder Regentin und ihrer Räthe uns geneigt ckache: ^-v-rp daher beschlossen worden, Montag und Donnerstag öffentliche Fast- und Bettage abzuhalten, zugleich werden im Tempel Spenden für die Verunglückten gesammelt werden, um sie vor Hunger und gänzlichem Verderben zu bewahren, eS möge daher ein jeder nach seiner Opferbereitwilligkeit dazu beisteuern, um unfern unglücklichen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu eilen." Nun folgen noch andere Verhaltungsregeln, um jede Gelegenheit zu vermeiden, die Feindschaft gegen die hiesigen Juden Hervorbringen könnten, wie z. B., daß Niemand an Wochenmärkten auf den Wagen eines Händlers steige, was den Verdacht eines Diebstahles erregen könnte, daß Niemand früher kaufe, bevor die herrschaftlichen Beamten ihren Bedarf gedeckt, Niemand durch übereilten Einkauf den Preis steigere und die Lebensmittel vertheuere, sondern abwarte, bis der Marktrichter die Schätzung gemacht, ferner sollen sowol Frauen als Mädchen bescheiden und Vemüthig in ihrer Kleidung sich führen, weder Silber noch Goldschmuck tragen. Somit, schließt besagter Cherus, möge jeder sichs zu Herzen nehmen und auf die Straflehren und Verordnungen der Gemeinde achten. Obiges Verbannungsdekret in Böhmen wurde jedoch kurze Zeit vor dessen Ausführung in eine jährliche Besteuerung von 205,000 verwandelt, kein Wunder also, wenn die ung. Juden, um einem solchen Unglück vorzubeugen, in die weit geringere Kontribution von 20,000 eingegangen. Wir schreiten nun in unserer Geschichte weiter. Graf Ludwig Batthyany folgte ganz den Fnßtapfen seiner Mutter in der Behandlung seiner jüd. Unterthanen, er war

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