Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 45 (9.11.1864)
- Date
- 1864-11-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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903 stattet und das höchst erfreuliche Erg ebniß mittheilt, daß die Leistungen dieser Anstalt auch in diesem Jahre dem gehobenen Standpunkte unseres öffentlichen JugendunterrichleS vollkommen entsprochen haben. Der Plenar-Ansschuß nimmt diesen Bericht mit Vergnügen zur Kenntniß und spricht dem 'gesammten Lehrkörper der Mädchenschule für dieses erzielte glänzende Resultat die verdiente Anerkennung und seinen besoudern Dank aus. Einen weitern Antrag der berichtlegenden Sektion dieser Anstalt betreffend, erhebt der Plenar-Ansschuß zum Beschlüsse, woruach dem Lehrer Herrn Wolf Weiß die besondere Anerkennung für dessen treffliche Leistungen im Hebräischen — welchem Unterrichte er auch außer seiner verpflichteten Zeit in uneigennütziger Weise obliegt — ausgesprochen wird- Dem Lehrkörper der erwähnten Anstalt ist ein Auszug aus diesein Protokolle zuznstelleu. Datum ut supra. Dr. Hauser w. p. Jgn. Barnap m. p., Sekretär. Der Andrang zn den diesjährigen Einschreibungen der Mädchenschule war ein außergewöhnlicher. Die Anstalt zählt in diesem Schuljahre nahezu an 500 Mädchen, wovon auf die Vorbereitungsklasse 190, auf die erste Klasse 93, auf die zweite Klasse 82, auf die dritte und vierte Klasse zusammen 90 entfallen. Die Lokalität mußte um einen Saal erweitert, und selbst das DirektionSzimmer zum Schullokale benützt werden. B. Miskolcz, Ans. November. Jeder will leben! Auch unser NabbinatS-Kandidat Kohn will leben. Und da er nicht hofft, auf dem Wege ehrenhaften StrebenS zu eiuem Amte zu gelangen, wirft er stch auf'S Chaßidäerthum! So widerwärtig daö Benehmen dieses jungen Menscheu ist, so hat eö doch auch seine gute Seite, daß sich solche Subjekte der Orthodoxie anschließen. Das hat der altersschwachen Base noch gefehlt! H. Szentes, Ende Oktober. Der hiesige Gemeindevorstand wurde verleitet, auch bei Hildesheimer Erkundigung über unsern künftigen Nabb. Stern einzuholen. Die Jilipcrtllicnzen des Briefes des letzter!! beweisen, daß sich Herr Hildesheimer viel mit elenden Klatschereien befaßt. Darüber wollen wir mit ihm nicht rechten. Wenn er aber sagt, er wisse aus שאלות ותשובות, daß in unserer Gemeinde □גחלי וגאוני□ Rabbiner waren, so müsse» wir ihn aufforderu, diese Quellen namhaft zu machen. Ignoranz und Arroganz pflegen immer Hand in Hand LN gehen. N. Gv. Kcmizsll, im Oktober. Die Freude des Simchat Thora wnrde in diesem Jahre für unsere ganze Gemeinde getrübt: der greise, biedere und fromme E m a n u e l Bachrach, der zu den Perlen unserer Gemeinde gehörte, ist an diesem Tage zu Grabe getragen worden. Sein Andenken wird, wie bei seinen Nachkommen, so bei Allen, die ihn kannten, gesegnet bleiben. Friede seiner Asche, ewige Seligkeit seinem Geiste! ׳ ± GyvN (Pestcr Komitat), im Oktober. Der geistvolle hiesige Rabbiner, Herr MoseS Schön, hat eine hebräische Dankadresse versaßt, welche seiner Zeit an Sir Moses Montcfiore abgesendet wnrde. Am'11. v-.M. ist eine sehr freundliche-Antwort von dem geehrten Empfänger der Adresse hieher gelangt, welche die ganze Gemeinde, an deren Spitze drr wackere Vorsteher Herr David Schwarz steht, in eine unbe« schreibliche Freude versetzte. - . ״.,. N, Dentfch-Kreuz, im November. Unt,r den,zahlreichen Abonnenten auf die Pentateuch-AuSgabe mit Rafchi-Üebersetzung erregt eS Unzufriedenheit, daß der zweite Band so lange auf sich warten läßt. Sollte das Unternehmen in Stockung gerathen sein? O- Iägerndorf, im November. Diejenigen, welche sich das in Nr. 1 dieses Blattes angekündigte Schulchan-Aruch-Lerikon an- 904 schaffen wollen, müssen sich an den Editor, den hiesigen Rabbiner Dr. Fricdländer wenden. Preis: 2 fl. 60 kr. 8i. Waitzen. Die hiesige neue Synagoge macht einen angenehmen Eindruck, wiewvl der Almemor in der Mitte derselben steht, und die Brustwehr der Frauenabtheiluiig auch ei» Gitter trägt. Die hiesige jüdische Jugend hat am Schluffe der abgelausenk», Festtage einen von Herrn Ladislaus Reiser arrangirten Ball gegeben. Für den Reinertrag wird auf Antrag des Letzter» eine schöne Kanzel angcschasst werden. H. Prag, 31. Oktober. Unter lebhafter Theilnahme fand gestern im Saale der Ehevra Kaddischa die Prüfung der Nabbinatskandidaten an der von dem Vorsitzenden der KultuSrepräsentanz, Herrn Ernst Wehli, ins Leben gerufenen höhern Talmndschule statt. Die Schule zählt gegenwärtig 12 Hörer galizianischen und ungarischen Ursprungs. Dieselben werden auf Kosten der Gemeinde durch Freitischejerhalten. Wiewol daö Bestehen der Schule erst seit Kurzem datirt, ist es doch den, Lehrer an derselben, H. Rabb. Juda TcwelcS, gelungen, bedeutende Erfolge zn erzielen. Seiner glücklichen Methode wurde es möglich, den Kandidaten nicht blos ein reiches wissenschaftliches Material zuzumiltelu, sondern ihnen auch die richtige Anleitung zu geben, die verschiedenen Meinungen der alten Lehrer, Autoritäten und Kommentatoren nach den herkömmlichen Regeln zu ordnen und so bei praktisch-religiösen Fällen selbst ein Urtheil aus den Quellen zu schöpfen, und dasselbe zn begründen. Die Prüfung war eine mündliche und es war freigcstellt, an die Kandidaten über das von, ihnen vorgctragene Thrma Fragen zu stellen, was auch vom Rabbiner Herrn S. Freund fleißig geschah. Auch lagen schriftliche Arbeiten in hebräischer Sprache, meistens aus dem Eherechte, von jedem Kandidaten aus. Die Fragen waren. in hebräischer Sprache von dem talmndknndigen Herrn Ernst Wehli gestellt, worauf der Kandidat seinen . Vortrag zn halten hatte. Die meisten drückten sich so verständlich und faßlich aus, daß ein nur einigermaßen Talnindkundiger Belehrung fand. Die Anwesenden, unter denen viele ausgezeichlicte Gelehrte waren, als,: Die Herren Ernst Wehli, G. Feigl, Koppeln!. Lieben von Seite der Repräsentariz; dann die Herren Rabbiner S. Freund, Professoren Dr. Wessely, Dr. Kämpf, die Prediger H. Dr. Hübsch, Dr. Stein, Neligionslehrer Adler, Peter Spitz, Lehrer der hebräischen Fächer für ist. Lehramtskandidaten, Josefstädter Nnterrealschnl-Direktor A. Ulitz und sonstige Honoratioren, nahmen die Ueberzeugiing mit, daß die Anstalt vieles für die Zukunft der talmndischcn Wissenschaft verspreche. Die Jünger haben die Freiheit, sich zugleich in den profanen Wissenschaften. möglichst auszubilden, und wird die Beschäftigung mit denselben zum Verdienste angerechnet. Mögen die Förderer der Anstalt derselben ferner ihre Sorgfalt zuwenden und in ihrem Eiker nicht erkalten. Am 3. November erscheint die Probennmmer des neugegründeten Blattes ״Abendland", dasselbe ist die Fortsetzung der eillgegaiigenen ״Zeitstiilime." Dasselbe wlkl sich besonders gebildeten Kreisen Ivid- ' men und den politischen Verhältnissen, >o weit diese auf das Judenthum hervorragend einwirken, Aufmerksamkeit schenken. Die Proben»»,- mer soll einen tüchtigen Aufsatz der Redaktion bezüglich der Coen-Affaire enthalten. Der allverehrte Professor Dr. Wessely feiert nächste,Woche sein 25jährigeS Doktor-Jubiläum. *) Es wird dem beliebten Manne^ der um die jüdische Gemeinde hier mannigfache Verdienste hat, an Ovationen' nicht fehlen. Noch gegenwärtig wirkt derselbe recht gemeinnützig. So hat er durch seinen Einfluß die Gründung - eines israelitischen Vereines für Lehrer-Witwen und Waisen in Böhmen, möglich gemacht! Der traurige Zustand der Lehrer, Witwen und Waisen ist.bkkannt; etwazur Besserung desselben beitragen, ist ein wahres-Ver- ״räßir bringen unserm sehr verehrten und gelehrten Freunde unsere wärmsten Glückwünsche dar. Möge es il»n vom Himmel gegönnt sein, an der Seite seiner edlen Gattin-zur Freude seiner zahlreichen Verehrer und Schüler sein bvjährigeS Dokiorjnbiläum zu feiern. Red.