Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 45 (9.11.1864)
- Date
- 1864-11-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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901 902 durch entdeckten Aera, jwelche mit der Vertreibung der zehn Stämme Jisraels (מ׳ לגלות ישראל) beginnt, auch noch nach der dort üblichen Schöpfungsaera (מ' יצירת העויזם) notirt und diferirt diese — laut Abdruck XXV, worauf Herr Firkowitz seine Differenz-AuSgleichungen mit den christlichen Zeitrechnungen zu begründen scheint — von der Schöpfungsaera bei den Talmudisten und Rabbaniten um anderhalb Jahrhundert, resp. um 151 Jahre. Nach der biblischen Chronik (s. II. B. .18, 1. und 10. 21, 1. und 19. 22, 1. 23, 31. m!D 36. 24, 8 und 18.) verstrichen nämlich von der Vertreibung der zehn Stämme bis zur Zerstörung des ersten Tempels circa 130 (eigentlich 133%) Jahre, von da an bis zum Aufbau des zweiten Tempels 70 I. (s. Jrm, 25, 11 und 12. 29, 10. Dan. 9, 2. Sech. 1, 12.7, 5.), und von da an bis zum Beginne der griechischen Zeitrechnung sind nach der obenerwähnten talmnbischen Chronik nur 40 Jahre zu rechnen, worauf die 380 Jahre der sichern griechischen Aera bis zur Zerstörung des zweiten Tempels folgen, was zusammen (130-s-70-j-40-j- 380m) 620 Jahre ausmacht. Ziehen wir nun die 70 (eigentlich 68) Jahre der christl. Zeitrechnung bis zur Zerstörung des zweiten Tempels hiervon ab, so mußte dieser Chronik zufolge die Exil aera der zehn Stämme c. 550 (eigentlich 555) vor der christlichen Aera begonnen haben. Die Chronik der allgemeinen Weltgeschichte rechnet jedoch von der Vertreibung der zehn Stämme bis zur christlichen Aera c. 720 (721) Jahre, was eine Differenz von c. 170 Jahre (168) ausmacht. Rechnen wir dagegen die c. 15—20 Jahre ab, wie oben erörtert wurde"), die allgemeine Chronik nicht ganz sicher für die Zeitdauer des ersten Tempels mehr als die talmudische Chronik annimmt; so dürfte die Differenz zwischen der rabbinischen und der allgemeinen (auch christlichen) Chronik c. 150 (oder 151) Jahre betragen und die israelitische Erilära der christlichen Zeitrechnung c. 700 Jahre vorangehen; wie dies aus dem Abdruck XXXV. erhellt, wo nach der israelitischen Schöpfungsaera 4536Jahre, nach der jüdischen Schöpfungsaera aber 4385 Jahre notirt sind. Somit wäre, wenn der dortige Zusatz (שפייה למטרכיים) — welchen jedoch Herr Kunitz von einer andern Hand gemeißelt hält — ebenfalls von den Krim'schen Nachkommen der zehn Stämme Jisraels herrührt, aus diesen Grabsteinen als zweites Resultat zu ziehen, daß die rabbinische Chronik aus der zweiten Tempelzeit gegenüber derjenigen, die sich im Alterthume und zwar nicht nur bei den heidnischen, sondern auch bei der israelitischen Bevölkeruug vererbte, um circa anderthalb Jahrhunderte zurück ist, was indeß, da diese Zahl sich in 6 Jobel-Zeiten, oder 42 Schemitta-Zeiten, oder 8 Mondcykten (מהווים ר,טמט) ziemlich aufgeht, auf den jüdischen synagogalen Kalen der von keinem so bedeutenden Einflüsse ist. (Ueber den Abdruck למטרכיים im dritten und letzten Artikel.) *) Vrgl. hierüber besonders de Rosst מאור עיגים c. 26 , wo selbst dieser historische Kritiker die talmudische Berechnung von 410 Jahrtsti-für die-erstr Tempelzeit rechtfertigt. ',:.ר Herr.Firkowitz nimmt jk-ch. bei seinem diesfälligeu synchro-. Mfchtn Ausgleichungen nur die Zähl 6V6 vom Cril dek 10 Stämme bis zur christlichen Aeiteechnuut au.׳ - - ׳׳. '־׳'•׳ ״ Lo rresponden). Ausland. Paris, 1. November. Herr Albert Cohn hat, wie Sie aus der heutigen Nummer der ״ArchivcS" ersehen, im Laufe der letzten zwei Monate 3580 Franks nach Palästina gesendet, darunter 10 fl. von Herrn Jakob Neitzcr in Szczecin. Demselben Blatte entnehme ich die Notiz daß Herr Levh, Bankdirektor in Kopenhagen, znm StaatSrath ernannt wurde. Die dänischen Juden schreiten auch auf dem Wege der Kultur wacker fort. Dagegen weigern sich die Orthodoren in der Schweiz, die vom Kulturvereine projektirte DistriktSschnle ins Leben treten zu lassen. Die Besserung der politischen Verhältnisse wird wol auch in den Kulturzuständen einen Umschwung zum Bessern herbeiführen. Das Zentral- Konsistorium hat an den "Kaiser Napoleon eine auf die Stellung der französischen Juden in der Schweiz bezügliche Dankadresse gerichtet. Ob die talmudische Gesellschaft, die hier im Entstehen ist, gedeihen werde, wird die Zukunft lehren. A. Kassel, im Oktober. Das Statut für dre in diesen Blättern bereits erwähnte Samson Selig und Julie Goldschmidt'sche Stipendieu-Stiftung (25.000 Thlr.) ist soeben gedruckt erschienen. Es werden jährlich vertheilt: 150 Thlr. an jüdische Theologie Studierende; 150 Thlr. an Juristen und Mediziner; 150 Thlr. an Studierende der Filosofie, Technik und Landwirthschaft; 100 Thlr. an Musiker, Maler und Bildhauer; 70 Thlr, an Talmudbcflissene; 70 Thlr. an Gymnafiasten; 70 Thlr. für Ausbildung einer Lehrerin; 100 Thlr. sind zur Förderung allgemeiner Kulturzwecke bestimmt. Wer sich um ein Stipendium bewirbt, hat nachzuweisen, daß er Jude ist, einen unbescholtenen Lebens- Wandel geführt hat, zu seinem künftigen Berufe tauglich und mittellos ist. Die Auswahl unter den qnalifizirt befundenen Bewerbern trifft das Kuratorium unter Beobachtung folgender Vorschriften. In erster Reihe stehen die Verwandten des Stifters und seiner Frau; dann folgen Be- Werber aus Kassel, dann die aus Kurhessen und endlich die aus dem übrigen Deutschland. Inland. R. Wien, 7. November. Herr Ignaz Deutsch hat nicht mit dem Staatsminister, sondern mit dem betreffenden Re ferenten über das ungarische Rabbiner-Seminar gesprochen. Was sich dabei zu, trug, gehört nicht für die Oeffentlichkeit. R. Pest, im November. Unter den vielen heilsamen Einrichtungen, welche Herr Schulvorsteher Dr. Hauser zur Hebung der hiesigen Gemeindeanstalten während seines 14jährige'n Wirkens getroffen, verdient auch diejenige erwähnt zu werden, nach welcher der Gemeindevorstand znm Schlnsse einer jeden JahreSprnfung seine Bemerkungen über die sich kundgegebencn Leistungen schriftlich dem betreffenden Lehrkörper zukommen läßt. GS ist nun Heuer das dritte Mal seit drei Jahren, daß solche Protokollauszüge dem' Lehrkörper der Mädchenschule überschickt worden sind. Wir haben bis jetzt mit der Veröffentlichung derselben aus dem Grunde zurnckgehalten, weil dieselben, wenn auch stets die Zufriedenheit ausdrückcnd, immer Bemerkungen enthielten, die allzudeutlich auf noch vorhandene Mängel hindeuteten. Das Resultat der diesjährigen Leistungen jedoch scheint die vollste Zufriedenheit unseres löbl. Gemeindevorstandes errungen zn haben, wie dies nachfolgender Protokollsauszug allzudeutlich zeigt. ״Auszug aus dem Protokolle des Gemeinde-Plenar-Ausschuffes ddo. 18. September 1864, Z. 635. Wurde verlesen vaS Protokoll der Schulsektioie vom 12- September l. A.> in welchem dieselbe über das Resultat-der diesjährigen Prüfung an der Mädchenschule.!Bericht er-