Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zum ״Ben Chananja" Ne. 44. Bat ZWchte der.gegenmatt her angaristhen Jaden. ' I. Die Orthodoxie und das Rabbiner-Seminar. Offenes Sendschreiben an den Herrn Ägnaz Deutsch, k. k. Hofwechsler in Wien. אביט׳ אציץ. נצב ע? קומתי: פני מזרח אם יעלה שהר׳ אם יזרח עוד שמש ברמתי. ־ Mose di Rieti." . Ew. Mohlgeborrn haben sich also, wie mir von sehr glaubwürdiger Seite mitgetheilt wird, bei dem Herrn Staatsminister Ritter v. Schmerling über die vom Unterrichtsrathe veranlaßte Sendung der die Rabbinerschule betreffenden Verhandlnngsakten nach Szegedin bitter beschwert. ״So lange ich Einfluß besitze", sollen Sie hierauf geäußert haben, wird etwas Aehnliches nicht geschehen!" War dies eine Profezeiung? Schwerlich! R. Jochanan den Nascha, ein: berühmter Schriftgelehrter des dritten Jahr- Hunderts, pflegte, — ob im Ernste oder scherzweise, weiß ich nicht, — zu sagen: ״Die Gabe.,der Profetie ist in Israel, auch,nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem nicht ganz erloschen; denn Kinder und Narren Pflegen noch immer vorherzusagen, was die Zukunft bringen wird." (B. Bathra 12, b.) Ew. Wohlgeboren sind aber weder ein Kind, noch ein Narr! / Als staatsmännische Konjektur will ich mir Ihre weissagende Aeußerung schon eher gefallen lassen. Ew. Wohlgeboren werden aber schwerlich in Abrede stellen, daß die Geschichte manchen Konjekturen selbst gewiegterer Staatsmänner, als Sie sind, ein entschiedenes Dementi gegeben hat. Ew. Wohlgeboren werden es hoffentlich mit mir angezeigt finden, daß ich Ihnen den Wortlaut des nachstehenden Schreibens mittheile. An Seine des Herrn Oberrabbiners Leopo ld Löw Wohlgeboren ׳ , in׳ Szegedin. Wohlgeborner Herr! - Seine׳ Evzesienzt der Herr Chef der k. k Gtatthalterei des Stö* nigfeicheö Ungarn , Freiherr von Gering e r . haben mich beauftragt, der unter meinem Vorsitze Behufs der Regelung der israelitischen Angelegeuheiten zusammengesetzten B'erathüngSksmmissiou zu eröffnten, daß Hochdieselben den! von׳ der Kommission ausgearbeiteten Entwurf eines dm Gegsu,standunserer Aufgabe umfassenden organische». Statutes mit lebhafter Befriedigung ausgenommen haben, und die Verdienstlichkeit fieser schwierigen Letstung in vollsten Maße anerkennen. Zudem ich Ihnen, geehrter Herr Rabbiner, der Sie als Restre nt in dieser Angelegenheit mit regem Eifer und weiser Benützung Ihrer eben so ausgebreiteten als gründlichen Kenntnisse das Wesentlichste, geleistet haben, diese» angenehmen Ansdruck der Zufriedenheit mit wahrem Vergnügen bekannt gebe, und auch meinen Dank in vollstem Maße beifüge, bitte ich Sie, die Versicherung der vollkommensten Hochachlung aufzunehmen, mit der ich bin Euer Wohlgeboren Ofen, den 4. Dezember 1851. ergebener Diener Sacher." Seitdem ich mit diesem Schreiben beehrt wurde, forderte und benützte die-Regierung verschiedene, aus meiner Feder geflossene, jüdisch-theologische Gegenstände betreffende Arbeiten. Dies wäre natürlich nicht geschehen, hätte die Re - giernng zuvörderst Sie befragt, an wen sie sich wenden sollte. Besitzen aber Ew. Wohlgeboren wirklich eine Garantie, daß die Regierung dies in Zukunft thun werde? Gewiß ist jedenfalls so viel, daß noch niemals eine Behörde Ursache gehabt hat, sich über Zudringlichkeit von meiner -Seite zu beklagen. Ich antwortete, wenn ich befragt wurde, nach bestem Wissen und Gewissen;' nie kam es Miraber in den Sinn, die Regierung unbefrägt mit meinen Vor- und Rathschlägen zu behelligen. Es ist mein unverbrüchlicher Vorsatz, dieses Benehmen auch in der.. Folge einzuhalten. Ew. Wohlgeboren sind vielleicht in diesem Stücke anderer Meinung; ich halte mich an den Bibelspruch; '״Wer "Ä ntwort gibt, eh' er eine Frage vernommen, dem gereicht dies zur Thorhett und zur Schmach." (Spr. 18, 13.) / Ew. Wohlgeboren fühlen sich bewogen, gegen mich äufzutretett: sehr natürlich! In Preßburg geboren und erzogen und ein Träger des in der jüdischen Gemeinde Preßbnrgs herrschenden Geistes haben Sie die angeerbte Verpflichtung, Andersdenkende' mit Eifer und Ausdauer zu verfolgen. Die Preßburger haben vor Hundert Jahren dasselbe gethan; wie sollte ein so konservativer Mann, wie S i e sind, sich nicht scheuen; die alte Bahn zu verlassen? . Die historische Schule, zu welcher ich zu gehören das Glück habe, war vor Hundert Jahren allerdings no ch nicht Gegenständ der Preßburger Verfolgung, da sie zu jener Zeit noch gar Nicht vorhanden war; aber die armen Sabbathäer, — die mußten den FamatismuS des Schloßberges bitter genug empfinden! Kennen Ew. Wohlgeboren das 1762 in Altona erschienene hebräische Merkchen: רתאבקות? Von diesem Werkchen sollten Sie eine neue Auflage veranstalten, besonders von dem Theile, welcher den- Titel ררובה m führt. Die orthodore Nachwelt wird sich an dem Belspiele erbauen, welches