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Ben Chananja · 1864-11-02 · 44 (2.11.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
44 (2.11.1864)
Date
1864-11-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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881 ' 882 Nur dem energischen Einschreiten des Vorstandes, der im Namen des Gesetzes zur Ruhe ermahnte, gelang es, den Skandal hintanzuhalten. G. verließ eiligst beim Beginn des CrzeffeS die Synagoge, So versteht dieser Mann Gottes, die Ruhe und Ordnung im Gottes- Hause anfrecht zu halten. Er kehrte zur allgemeinen Heiterkeit erst nach gestilltem Aufruhr in die Synagoge zurück. Nachmittags fand die Generalversammlung statt. Tin landesfürstlicher Kommissär erschien, um im Sinne des BereinSgesetzeS zu fungiren. Da stellten G.'s Anhänger den Antrag, es möge die Frage wegen dessen feruern Bleibens in Kollin der Tagesordnung vorangehcn. Der kais. Kommissär wies dies Begehren ab, indem er nur die im Programme verzeichnete Tagesordnung als gesetz« lich zur Diskussion gestattet zulaffen könne. Zn Folge dieser Gntscheidüng gebärdeten sich G.'S Satelliten wie Rasende, rissen die Schranken alles Anstandes und aller Schicklichkeit nieder und ein fürchterliches Loben, Schreien, Poltern erfüllte die Luft, jede weitere Diskussion wurde unmöglich, und der k. Kommissär, um seine und die Würde der Versammlung zu wahren, erhob sich und löste im Namen des Gesetzes die Versammlung auf. Hunderte, der bessern Klasse und der Intelligenz angehörend, verließen den Saal. G.'s Anhänger und die von ihm gewonneuen, alles in allem 75 an der Zahl, blieben zurück, nahmen eine AbstimmungS-Komödie vor, wo 69 für G.'S ferneres Bleiben in Kolli» stimmten. Diese 69 wählten eine 18-er Deputation, welche G. Sonntag am 16. Nachmittags empfing. Den Anbot seiner Getreuen, eine Zulage von jährlichen 400 fl. aus ihrem Privatsäckl, nahm er wohlgefällig an, und um das Programm in Nr. 39 des ״Ben Chananja" vollkommen einzuhalten, machte er die Bedingung, daß ihn die Bonyhäder seines Wortes entbinden, und daß eben der dort erwähnte חלול שבת aufhören möge. Hiermit war die Komödie zu Ende, und G. hält sich für rehabilitirt! — Daß G.'S Satelliten anstatt ihn durch diesen Vorgang zu retten, ihn wo möglich noch tiefer herabgebracht, liegt klar am Tage. Die Gemeinde Kollin zählt 300 Wahlberechtigte, für G. stimmte eine Minorität von 69, die der untersten Klaffe angehörend, durch alle möglichen Mittel und Drohungen gewonnen wurden. Selbst die Aufdeckung von Familiengeheimniffen wird nicht gescheut, welch eckelerregendes Schauspiel! Vierzig Jahre Hot die Kolliner Gemeinde unter drei frommen und gelehrten Rabbiner, der so kostbaren Ruhe genossen, bis eS endlich wieder dem. Sprößlinge (und Gottlob dem letzten) jener Familie, die hier im Volke traditionell den Namen jenes bekannten Gegners des ענו מכל אדם fö&rt, ist. die Gemeinde durch Ueberrnmpelung zu gewinnen. G. nach Kollin zu bringen, und hiermit die Fackel der Zwietracht in eine friedliche Gemeinde zu werfen,. und so kam es, daß dieser heilige Mann innerhalb sieben Jahren bereits die vierte Gemeinde der Zerstörung und Verwüstung Preis gibt, ihre Schule und Wohlthätigkeitsanstalten durch Parteihader zu Grunde richtet. Bruderzwist, Parteihaß, Auflösung des Gemeindeverbandes sind die Schenkungen, die diesem Manne auf dem Fuße folgen, und diese Leute wosten der Welt weis machen, daß sie die alleinigen Vorkämpfer der jüdischen Religion find, deren oberster Grundsatz lautet: ״Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." __ Im Buche Sohary ist wirklich das Buch קהלת auch ספרא דחכמתא genannt. Daß dieses Buch diesen Namen verdient. ist klar. Seneca S Briefe könnten gerade auf diesen Ehrentitel sehr gegründete Ansprüche haben. . ES ist wol möglich, daß der Verfasser des Sohar von dem הוכמתא ר2תא eine Kenntniß hatte, daß er aber Kohel. mit diesem Namen bezeichnete, bleibt immer auffallend, da doch קהלת der eigentliche Name desselben ist und schon so in der Mi sch na (Jadajim 3, 5) vorkömmt. Der hier gebrauchte Ausdruck ספר החכמה TJüi könnte das בקשו. לגנוז ספר קהלת ר ins Gedächtnis der Leser rufen. Man wosite das Buch Koheleth beseitigen, d. h. aus der Zirkulation ausschließen. Die Gedanken, welche man beseitigen wollte, waren wol früher oder später von andern Seiten in den Geist gedrungen. Es ist daher als ein Glück zu betrachten, daß man dieses Buch nicht verschwinden ließ. Es ist damit ein sehr merkwürdiges Aktenstück für die Geschichte der Literatur erhalten. Eine Parallelle zur Sache zu geben, dürfte hier vielleicht erlaubt sein. Man fand in Rom — so erzählt LiviuS*) — von Numa Pompili US Schriften, welche pytagoräische Lehren enthielten, welche man nicht mit gewissen in Rom üblichen Anschauungen vereinigen zu können glaubte. Der Prätor verbrannte diese Schriften. Da der Inhalt dieser Schriften unbekannt ist, so kann man über den etwaigen Grad der Nützlichkeit dieser Handlung des Prätors nicht urtheilen. Was die jüdischen Weisen in Bezug auf das Buch. Koheleth aus vermeintlicher Vorsicht thun wollten, hat der römische Prätor in Bezug auf andere Bücher wirklich gethan. Es Hai vielleicht damalS schon Leute gegeben. welche die That des PrätorS bedauerten, und welche die römischen Institutionen für stark genug hielten, einigen filosofischen Anschauungen zu widerstehen. Genug aber, der Prätor überlieferte sie den Flammen. Der Kampf zwischen den sich feindlich gegenüberstehenden Anschauungen. welche man heute alten Glauben und neue Aufklärung nennt, ist alt. Das soeben angeführte beweist, wie alt dieser Kampf ist. zugleich auch, wie übereinstimmend die Maßregeln waren, welche man zu allen Zeiten ergriffen hat. Die GlaubenSflamme hielt sich nicht mächtig genug, sie nahm die wirkliche Flamme zur Bundesgenoffin. 3) Sohar zu Anfang von פ׳ ויצא finden sich die folgenden Worte:- מאי קא חמי שלמה מלכא רשרוחא הספרא ההוכמותא דימה וג׳ האי ספרא אקיף ליה על ד הבלים וג‘ s) Midrasch Koheleth zn 1. 1. und sonst noch. 5) Römische Geschichte SB. 40§. tz9. Cicero (vom Redner II §. 37) bemerkt übrigens, daß Numa viele Jahre vor Pytagoras lebte. Man ersteht daraus, daß man zu CiceroS Zeit gar nicht so genau das Zeitalter von Numa und Pytagoras kannte. ספר ה rr כ מ וז Inserat. Don L. Dukes. Im j e r u sa l e m i s ch e n Talmud lesen wir folgende Worte: 1) ״ — משמת ד ■אליעזר■ נגנז ספר החכמהSeit dem Tode des R. Elieser würde das Buch der Weisheit verborgen. Es ist dieses nur als ein Kompliment für R. Elie ser selbst zu betrachten. Er — dies ist der Sinn desselben — war als ein lebendes Buch der Weisheit betrachtet, welches nun mit seinem Tode verschwunden ist. Ein wirkliches׳Buch unter diesem Titel hat wol schwerlich in der talmndischen Periode eristirt. DaS jetzt bekannte חוכמחא רבתא דשלמה ף — welchem der Ansdruck םפ.ר החכמה entsprechen würde — haben die Talmudisten wol nicht gekannt. >) Jeruschalmi Sotah zu Ende von Abschnitt 9. ד) Vcrgl. unsere Blumenlese S. 32. Für MMM VolKsMulen! Im Verlage des Izraelita Magyar Egylet ist die zweite vermehrte Auflage des mit vielem Beifall aufgeuommenen Elsö höber hangoztatö 68 olvasö könyv. Irta Schütz Manö, a pesti izr. minta - ,tanodänak ds kdpezddnek hdber nyelv tanitoja. Gr. 8. steif gebunden-mit Lcinwandrücken 13 kr. ö. W. erschienen. — Bei Abnahme größerer Parteien erhalten die Abnehmer 20% Rabbatt. Bestellungen sind ausschließlich an den Herrn Vereins- Präses Dr. Josef Rüzsay, Landstraße 64 zu richten. (3—3) Szegedin, Leipzig, ' Selbstverlag -er Kedaktlon. Lommisfions-Verlag von Frau; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein halber Bogen Beilage.

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