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Ben Chananja · 1864-11-02 · 44 (2.11.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
44 (2.11.1864)
Date
1864-11-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5ך8 Die Versammlung war Heuer ungemein stark besucht. Sie zählte gegen ein halbes Tausend Lheilnehmer, darunter Männer von großem Rufe. Sehr schwach war Oesterreich vertreten — es waren im ganzen nur. sechs Theilnehmer erschienen. Es hat sich diesmal zum ersten Male auch eine mathemathisch« naturwissenschaftliche Abzweigung der Pädagogischen Sektion gebildet, um über Fragen zu berathen, welche Stoff und Methode des mathematisch«naturwissenschaftlichen Unterrichtes betreffen Orientalisten waren gegenwärtig: Wüstenfeld, Bertheau, Bialloblotzky. Benfey und Ewald aus Göttingen, Levy aus Breslau, Fürst, Fleischers, Krehl und Brockhaus aus Leipzig, Frensdorff, Wiener, Kay« serling und Landrabbiner Meyer aus Hannover, Arnold und Gosche aus Halle, Steinthal aus Berlin, Redslob, Oppert (jun.) und Baur aus Hamburg, Jurynboll aus Leyden, Konsul Blau aus Trapezunt, Rorr aus Braunschweig, Stähelin aus Basel u. A. Sekretäre waren Schräder aus Zürich und Müller (88n.) aus Wien. Es sprachen : Ewald. Ueber das Derhältniß der biblischen Philologie zur orientalischen. — Stähelin. Ueber die letzte Zeit der Regierung des Königs David. — Wiener. Ueber den Gewinn, welchen die GeschichtSwiffenschaft aus einem eingehenden Studium der in rabbinischer Sprache verfaßten Schriften zu erwarten hat. — Fleischer. Ueber die Nasairier, nach dem Berichte eines zum Christenthum übergetretenen NasairierS. — Brockhaus. Mittheilung von Dr. Sprenger über eine projektirte Ausgabe der Thesauri der arabischen und. persischen Spracht. — Levy. Ueber die von Dr. Ostander hinterlaffenen Erklärungen himjarischer Inschriften. — Bertheau. Ueber das Verhältniß der Sprache des Islams zu den volksthümlichen Sprachen mohamedanischer Völker. Wie im vorigen Jahre schloffen die Orientalisten auch Heuer ihre Sitzungen schon am dritten Tage. Wie üblich diente auch diesmal das Festessen zur Bereinigung sämmtlicher Versammlungsmitglieder. . Es fand im sogenannten Odeon beim kgl. Hof-Restaurateur statt. Die Speisekarte bot zehn Gänge für den Preis von 2 Thlrn. (inklusive einer Flasche von etwa drei Seidel Wein.) Während der Tafel — von etwa halb 5-8 Uhr spielte Tafelmufik. Aber alle Annehmlichkeiten des Festmahles wurden manchem durch die Unzahl der ausgebrachten Toaste verdorben. Traurig, daß man geradezu verurtheilt wird, den unsinnigen Wortschwall so mancher Salbader anzuhören! Wann wird diese Unfitte aushören? Als Ort der nächsten Versammlung ist Heidelberg bestimmt. Korrespondenz. Ausland. L. D. London, 7. Oktober. *) (Schluß.) Der Lordmayor erhob sich von seinem Sitze, um die Resolution zu überreichen, die Mitglieder der Versammlung erhoben sich ebenfalls. Seine Lordschaft sprach wie folgt: Sir Moses Montefiore! Diese Versammlung, welche die City ven London cepräsentirt, hat seit undenklicher Zeit an Heldenmüthige Kommandanten zu Land und zur See, welche Ihre Tapferfeit für das Wohl des Landes gebrauchten, das Ehrenbürgerrechverliehen. Sie haben dasselbe auch an Staatsmänner, Patrioten, Filosofen gegeben, sowie auch an solche, welche ihre Zeit und ihre ganze Energie dazu widmeten, die Leiden der Menschheit zu verringern (Beikall.) Ihnen, Sir Moses Montefiore, einemausgezeichneten Mitgliede der jüdischen Glaubensgenossenschaft, hat diese Versammlung eine Resolution votirt, um ihre Anerkennung auszudrücken *) S. die vorige Nummer. 876 für Ihre Bestrebungen, welche Sie eine so lange Reihe von Jahren verfolgten, für die Anstrengungen, welche Sie machten, für die Mühen - und Beschwerden, welchen Sie sich unterzogen haben, uud dieses Alles,- um die drückende Lage zu erleichtern, nicht Ihrer eigenen Glauben-, genoffen, sondern aller Glaubensgesellschaften überhaupt (hört, hört.) Es macht mir großes Vergnügen Sir Moses Montefiore das Mittel zu sein, Ihnen diese Resolution zu überreichen, und Ihnen zu gratuliren, daß Sie Ihren Namen in die Zahl derjenigen eingetragen haben, welche diese City werth gehalten har, ihren Tribut von Respekt und Bewunderung empfangen zu lassen (Beifall.) Es war diese von jeher bestrebt, ihre Sympathie mit den Leiden der Menschheit an den Tag zu legen, unbekümmert um den Glauben der Leidenden, nm das Vaterland oder die Farbe derselben (hört, hört.) Seine Lordschaft schüttelte freuudlichst die Hände dem -hrwür, digen Baronet und überreichte demselben die Resolution, welche auf Pergament prachtvoll geschrieben uud höchst elegant mit dem Wappen geschmückt und in einem Goldrahmen zierlich ausgezogen war. Die Art nnd Weise, wie die Anordnungen des Komitü ausgeführt wurden, wurde von der Versammlung sehr gelobt. Sir Moses Montefiore, welcher mit Beifallsruf empfan« gen wurde, antwortete wie folgt: Mylord Mayor und Mitglieder der Versammlung! Das hohe Kompliment, welches Sie soeben beliebten mir zu machen, machte einen so tiefen Eindruck auf mich, daß ich fürchte, die dadurch erregte Gemüthsbewegung Wirde mich verhindern, für die Gefühle meines Dankes die gehörigen Worte finden zu können (hört,? hört.) Mylord, Sie ha ben von Helden und hervorragcnden Männern aller Art gesprochen, welche in dieser Halle eine herzliche Aufnahme erhielten, wie diejenige es war, mit welcher Sie mich heute begrüßten (Beifall). und welche ich dankvollst mit tiefste» Vergnügen empfangen habe. Sie waren so gut in hochanerkennender Weise von meinen geringen Bestrebungen zu sprechen, welche ich im Dienste der Menschheit machte. Das Edikt des Kaisers — welches ich durch die göttliche Hilfe von Seiner kaiserlichen Majestät in Marokko erhielt — sichert den jüdischen und christlichen Unterthanen dieselben Rechte und Privilegien zu, wie die der andern Unterkhanen des Landes. Dieses Edikt macht Epoche in der Geschichte des Kaiserthums, und wird nothwendig auch zur Wohlfahrt des Landes beitragen (hört, hört.) Erlanden Sie Mylord Mayor Ihnen eine Kopie dieses Ediktes zu überreichen, und zugleich zu bitten , daß dieses in die Tagebücher der Versammlung eingetragen werden möge (hört, hört.) Der Lordmayor empfing hierauf von dem ehrwürdigen Baronet eine Kopie des Ediktes und drückte seine Verbindlichkeit dafür aus. Sir MoseS Montefiore fuhr dann fort: Mich meiner langen Mitgliederschaft der Korporation von der City in London erinnernd, und das hohe Amt, mit welchem mich im ersten RegierungSjahre unserer ׳ geliebten Königin das Vertrauen meiner Mitbürger bekleidete, mich ferner erinnernd, wie edel die Korporation immer für religiöse und politische Freiheit wirkte, fühle ich um so mehr innere Genugthuung für die ausgezeichnete Ehre, welche Sie mir heute erwiesen haben,.eine Ehre, welche ich immer in dankbarer Erinnerung halten werde. Mylord Mayor! ich danke Ihnen herzlichst für Ihre Freundlichkeit und spreche meine besten Wünsche aus für das fernere Blühen dieser großen Korporation, als auch für Ihre individuelle Wohlfahrt (Beifall.) Herr Chaplain schlug vor und Herr Webber unterstützte den Vorschlag, daß dieses alles in die Tagebücher der Versammlung eingetragen werden möge, welches auch einstimmig angenommen wurde. Der Lordmayor schüttelte abermals die Hände dem ehrwürdigen Baronet und verließ die Versammlung.

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