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Ben Chananja · 1864-11-02 · 44 (2.11.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
44 (2.11.1864)
Date
1864-11-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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874 m 7 das in einem alten Manuskript des Mordechai hinter den Worten M12V אפרים vorkommende יליכה für Jülich hält, was er schon aus dem Mainzer Memorbuche hätte ersehen können, wo jene Provinz richtig durch גיליכה mit Gimel und darauffolgendem Jod bezeichnet wird. Das Wort יליכה aber ist nichts als ein Schreibfehler für יליבה mit Beth und dieses nur eine gerade bei R. Efraim aus Bonn als Euphemie sich findende und aus den Anfangsbuchstaben der Pf. 116, 9 vorkommenden, jedoch modifizirten Bibelstelle יתהלך לפני י'י בארצות החייכן gebildete Abbreviatur. (Vrgl. Zunz ״Zur Geschichte" S. 363 und 456.) Eben weil die jüdischen Schriften des Mittelalters die in ihnen erwähnten Ortsnamen nach der damals üblichen Benennung und nicht wie sie in unseren Tagen heißen, wiedergeben, wird z. B. Aschersleben bei Jakob Weil RGA. Nro. 75 durch אשכרלעבן und bei Moses Minz Nro. 30 noch genauer durch ׳אשקחלעבן Bamberg bei letzterem Nro. 109, 4כ und fast häufig durch בבנבערק oder בבנברק, Heilbronn, noch im 13. Jahrhundert Heilbrunn wie im Lateinischen Heilbrunna und darum in jüdischen Schriften aus jener Zeit היילברונא genannt (vgl. Grätz VII, 270), bei Jakob Weil Nro. 172 und . MoseS Minz S. 37 o. durch היילסרון und Magdeburg bei Jakob Levi Nro. 104, Jakob Weil Nro. 9 und 149, Js>. Brünn Nro. 102 und 120, Josef Kolon Nro. 10 und sonst durch מיירבורג oder מיידבורק bezeichnet, weil die Namen jener Städte im 15. Jahrhundert Askersleven, Babenberg, Heilprunn und Maidburg lauteten. 5) Indem ich annehme, daß S. 455 Engelheim statt Ingelheim nur Druckfehler ist, will ich schließlich noch einen Stättenamen erklären, den Grätz nicht zu deuten wußte. S. 214 sagt er: ״die Stadt פירט ist mir unbekannt." Herr Grätz hat hier den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen und sich dadurch täuschen lassen, daß Fürth in späteren jübischen Schriften durch פיוררא wiedergegeben wird. Das Richtige hätte er schon bei Zunz erfahren können, welcher bereits in Geiger's wissenschaftlichen Zeitschrift V, 38 bemerkt, daß Moses Soncino in Deutschland gegen den fanatischen Kapistrano auftrat (nur ist das ״vor 1450" daselbst ungenau) und zur Geschichte S. 40 diesen, unter Hinweisung auf die von Grätz zitirte Stelle und das Titelblatt zu Misrachi's Arithmetik ed. 1534, genauer bezeichnet als Moses. in Fürth um 1455. Hiernach bedarf die Ansicht eines Mitarbeiters des Hamagid Nro. 21, S. 167 d. I., nach welcher mit פירט Füred in Ungarn gemeint sein soll, keiner weiteren Widerlegung. Mögen nun vorstehende Bemerkungen Manchem minder wichtig, oder als zu sehr ins Einzelne gehend erscheinen , so haben sie doch jedenfalls, abgesehen davon, daß dem wahren Verehrer der Wissenschaft nichts als kleinlich Md unbedeutend gilt, was im Dienste dieser geleistet wird und au- ' •J ,,ר י׳ Es ist daher nicht meine Schuld , wen» in meinem im Hanefcher Nro. 29 d. I. befindlichen Aufsatze. in welchem ohnehin mancheS WM gedruckt ist, das ich nicht geschrieben habe, bei Anführung dieser Stelle von Seiten deü Redakteurs , der bei mir einen Schreibfehler voraussetzte, בבנבערק in בנבערק forrnmpirt wurde. V־ Einzelnes'aus Vorstehendem habe ich bereits in meinem in der׳ Orientalisten-Sektion der. jüngst in Hannover stattgehabten Philolo'tzen-Verfammlung gehaltenen Vortrage berührt, welcher demnächst ilt! .dev Zeitschrift!der deutschen morgenländischen Gesellschaft abgedruckt werve» wird. ßerdem die gegebenen Erklärungen verschiedener Ortsnamen einen wenn auch nur geringen Beitrag zur Kenntniß der Geographie des Mittelalters liefern, bewiesen, wie vorsichtig man bei der Vornahme von Korrekturen zu Werke gehen müsse und wie solche nur, wenn sie sich als die Frucht gründlicher und vielseitiger Studien erweisen, .auf die Zustimmung der Kenner rechnen dürfen. Gericht über -ie 23. Versammlung deutscher Philologen, Schulmänner, Orientalisten und Germanisten in Hannover vom 27. bis 30. September 1864. Von Dr. Alois Müller in Wien. Die im vorigen Jahre zu Meißen abgehaltene Versammlung, hatte sich unter mehreren in Vorschlag gebrachten Städten für Hannover als Ort der nächsten Versammlung entschieden und den Direktor Dr. Ahrens zum Präsiventen, den Archivrath Dr. Grotesend zum Vizepräfidenten bestimmt. Der erstere, welcher persönlich gegenwärtig war, hatte sich sofort zur Uebernahme des übertragenen ehrenvollen Amtes bereit erklärt. Der Abwesende Archivralh Dr. Grotefend, welcher gleichzeitig auch von der Sektion der Orientalisten zum Vorsitzer für die nächste Versammlung gewählt war, aber mit der Befugniß, im Falle der Ablehnung nach seinem Ermessen einen andern zu substituiren, hatte stch nach empfangener Mitiheilung für das Amt de.s Vizepräsidenten der ganzen Versammlung entschieden und den berühmten Arabisten Professor Wüstenfeld in Göttingen veranlaßt, statt seiner die Leituug der orientalischen Sektion zu übernehmen. Die nächste Sorge des somit konstituirten Präsidiums mußte den Statuten gemäß darauf gerichtet sein, bei der Landesregierung die Erlaubniß zur Abhaltung der Versammlung zu erwirken. Dieselbe wurde vom kön. Kulusministerium im Einverständniß mit dem Ministerium des Innern bereitwilligst ertheilt. Es kam ferner darauf an, der Versammlung angemessene Lokale zu sichern. Dies wurde im vollen Mäße dadurch erreicht, daß der Magistrat von Hannover in dem großen Schulgebäude am Georgsplatze, die Aula für die gemeinschaftlichen Sitzungen und die erforderliche Anzahl anderer Räume für Sektioussitzungen und andere Vereinszwecke auf die Zeit der Versammlung zur Verfügung stellten. Es ist dem Vereine selten geglückt, seine Raumbedürfniffe in solchem Maße befriedigt zu sehen, obgleich dieselben früher bei der geringeren Zahl von Sektionen weniger groß waren. Um der Versammlung den Aufenthalt in Hannover möglichst angenehm zu machen, hatte der Magistrat im Einverstänvniß mit dem städtischen Bürgervorsteher-Kollegium beschlossen, den Mitgliedern der Versammlung am dritten Versammlungstage im Anschluß an einen Spaziergang durch das Lustholz der Eilenriede, den Stolz Hannovers, am sogenannten Lister-Thurme eine ländliche Abendbewirthung zu offeriren. Auch die höchsten Regierungsbehörden bethätigten die freundlichste Gesinnung. Das Kultusministerium hatte der Versammlung einen Kostenbeitrag bis zu 300 Thlr. bewisiigt, und der Ministe» des Innern einen unentgeltlichen Ertrazug zu einer Lustpartie zu besorgen versprochen. Ferner hatte Se. Majestät der König geruht, dem Vereine die Besichtigung aller königlichen Sammlungen zu gestatten und alle Mitglieder zu einer Festvorstellung im Hoftheater (gegeben wurde ״Der Templer und die Jüdin") zu laden. Das EmpfangSbureau für die Gäste befand sich gleich am Bahn- Hofe in einem vom kön. Postamte dazu eigens eingeräumten Lokale. Für die abendlichen geselligen Vereinigungen hat der Künstlerverein mit besondern Freundlichkeit den Gästen seine Säle zur Verfügung gestellt.

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