Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht zu deuten vermag, wie folgende! Belege darthun werden. In der Anmerkung zu S 12 wird als Herausgeber der Minhage Maharil ein Salomo Steinwardangeführt' und S. 146: wird wiederholentlich angegeben ,-daß Salomon Steiward (wohl nur Druckfehler), der Schüler des Maharil, jene niedergeschrieben habe. Abgesehen nun. davon, daß diese letztere Angabe nicht genau ist, da sich aus dem Vorworte zu den Minhagim ergiebt, daß der von Maharil hochgeehrte Juspa Oesterreicher sie niedergeschrieben und der Herausgeber sie nur redigirt habe, fragt ,man vergebenswer wohl dieser S. Steinward sein möchte. Allein Herr Grätz hätte, wenn er selbst den Ortsnamen *>4שוטעווער nicht zu entziffern vermochte, schon aus den Anmerknngen zu meinem Emek habbacha S. 196 ersehen können, daß damit St. Goar gemeint sei, welches im Mittelalter St. Gewer genannt wurde. Diese Deutung wird übrigens schon bei Lewysohn: Epitaphien S. 49 vermuthet und findet sich auch bei Zunz: Ritus S. 36; allein Herr Grätz konjekturirt lieber Steinward und bereichert die jüdische Literatur-, geschichte um einen bisher, nicht gekannten Namen. Der vollständige Namen jenes Mannes kommt übrigens in den Minhagim selbst zweimal vor, nämlich Gittin am Ende, und. hieß derselbe hebräisch Elasar den .Jakob, wurde aber gewöhnlich Salman Bonn (so muß man wohl בון=בן oder בונא deuten, wenn man nicht annehmen soll, daß zweimal hinter diesem Worte der Name des Vaters ausgefallen sei) aus St. Goar genannt. Während nun diesen Jrrthum bei Herrn Grätz, wie wir gesehen, der Umstand veranlaßt, daß er einen bereits längst richtig entzifferten Ortsnamen irrig als Personennamen gedeutet hat, begeht, er einen anderen dadurch , daß er umgekehrt einen Personennamen für einen Ortsnamen hält. Den Familiennamen der beiden Vettern Juda und Moses Minz schreibt Grätz stets Menz und S. 436 bemerkt er ausdrücklich, daß der Name so auszusprechen sei . מעץ—Menze statt Mainz in mittelalterlichen Urkuuden. Diese Jdentifizirung ist aber sicher unrichtige obwohl sie sich bereits bei Jost: Geschichte des Judenthums HI. 116 f. findet, der auch mit Recht von Fränkel in. der Zeit, des Jud. 1859, 710 deshalb m Anspruch genommen wurde. Ohne darüber entscheiden zu ..wollen, ob מ?^ץ auf das. Jülich'sche Dorf Minz zurückzuführen sei., muß ich es doch entschieden bestreiten, das Mainz damit gemeint sein soll. Nach Städtenamen wurden nämlich im Mittelalter die Rabbiner in Deutschland nur benannt, wenn sie in jenen gebo-. ren waren oder daselbst ein Rab binat und zwar in der Regel das erste, wie dies z. B. bei N. Melr von Rotheubürg und R. Israel von Brünn der Fall war., bekleidet hatten. Nun dürfte aber in Rücksicht, auf: die beiden geuauu« ten Gelehrten sich Mainz als Geburtsort schwerlich nachweisen lassen und während es von R. Juda Minz durchaus nicht bekannt ist, ob er überhaupt in Mainz eine rabbinische Funktion hatte, :wissen wir von R. Moses Minz nur, daß er daselbst Dajan, keineswegeö aber Rabbiner war, wie aus mehreren Stellen seiner RGA. namentlich aus S. 55 c. deutlich zu ersehen ist, Rabbiner war letzterer nur in Landau, Bamberg und Posen. Schwerer aber noch wiegt der Umstand, das weder Juda noch Moses ihren Beinamen ^), anders als מעץ mit Jod schreiben, während überall 3) Merkwürdig ist das gleiche Beiwort ׳ הטרח״ welches sich Beide bei ihrer NameuSunterschrift beilegen und es ist nm so weniger wo der letztere in seinen Gutachten die Stadt Mainz, erwähnt, der zu seiner Zeit! üblichen Benennung jener Stad^ entsprechend מענץ oder מענצא, niemals aber מעץ. steht. Auch in dem GA. Nro. 56 Ende, wo ein nach der Stadt Mainz benannter Gelehrter Jakob ben Jakob erwähnt wird, ist der Name :מענץ geschrieben. Ebenso wenig findet sich מעץ für Mainz bei anderen deutschen Rabbinern des 15. Jahrhunderts, wie Jakob Levi, Israel Jsserleiu, Jakob Weib, Salman Kitzingeu und Israel Brünn, sondern ,.מעץ מעגנץ, מ^ימצא oder ebenfalls מענץ , während sie den Beinamen des N. Moses nie anders als מעץ schreiben. Wie genau dieser letztere übrigens in der Wiedergabe des Namens der von ihm eine Zeit lang bewohnten Stadt Mainz nach der zu seiner Zeit gebräuchlichen Benennung war, geht aus einem Vergleiche des Berichtes über die in der Synode zu Mainz getroffenen Vereinbarungen hervor, wie sich derselbe in seinen Gutachten Nro. 102 und denen des R. Mel'r von Rothenburg ed. Prag S. 112 findet, wo sich zeigt, daß, während dieser sich stets der im 12. und 13. Jahrhundert gebräuchlichen, der,lateinischen sich mehr nährenden Benennung מעגנץ bedient, wie auch bei R. Elieser ben Natan stets מגנצא . oder מגינצא vorkommt, jener überall מ^צא—Menze hat. Nach diesen Belegen wird man wohl davon abstehen müssen, den Beinamen des R. Juda und. Moses Minz noch ferner zu korrumpiren und dem Beispiele des Dr. Perles zu folgen, der in seiner Geschichte der Juden in Posen im Angustheft der Fraukel'schen Monatsschrift von diesem Jahre sofort in varba. wa§i8tri schwört unddas Unrichtige ohne Prüfung nachschreibt. , Noch andere Korrekturen, welche Herr Grätz bei deutschen Ortsnamen in dem achten Bande als vermeintliche Verbesserungen vorgenommen hat, erweisen sich in Wahrheit als Korrumpirungen. In einer von Landshut mitgetheilten Zionide wird Nördlingen durch נערליען wiedergegeben. Grätz schiebt S. 57: Anm. ohne Weiteres ein ר ein und , nur:die gegenwärtige Benennung berücksichtigend, bedenkt er nicht, daß man im Mittelalter Nörlingen sagte und schrieb. Wie ja auch diese Stadt lateinisch Norlinga heißt. R. Moses Minz schreibt daher GA. Nro. 33 und 74 S. 97 a ganz:richtig נורלעגן. Ebenso wird von Grätz S. 435 in einer aus Jsserleins Pesakim zitirten :Stelle, in welcher Geldern .געהמן , genannt wird, dieses Mort korrigirt und gesagt: lieg געלדק. Diese Korrektur ist aber falsch, denn man sagte im Mittelalter Gelre oder Gellern, wie im Lateinischen Gelria. - .:Dies habe ich - bereits in meinem Emek habbacha Änm. 60 nachgewiesen und auch in meinen Regesten S. 66 Nro. 85 kommt Gelre vor. Daher steht auch bei Moses Minz S. 82 6. ganz richtig געלו־. Auch mit dem in Jsserleins Pesakim Nro. 252 zweimal vorkommenden עיילה für Jülich, wofür in den RGA. - des Moses Minz S. 82 6. לה^ steht, nimmt Grätz a. a. O. eine Veränderung vor, indem er irrig ein Jod nach dem Lamed einschiebt, da man im Mittelalter, wie aus meinen Regesten a. a. Ö. zu ersehen ist, jene Provinz Gulch oder Güich benannte, und Auerbach irrt, wenn er in seinem ברית אברהט -S. glaublich, daß dasselbe nur: der vi e lbe sch ästig te heißen ssoll, als es sich bei Beiden und zwar bei jeder Namensunterzeichnung findet, und N. Moses sich sogar unterschreibt משה טרוד משר, לר מי^ץ, so daß jenes Wort Wohl einen besonderen Beinamen auSdrückeu soll, aber welche»?