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Ben Chananja · 1864-10-26 · 43 (26.10.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
43 (26.10.1864)
Date
1864-10-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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867 888 wegte man sich der neuen Ruhestätte zu. Der Ernst des Augenblickes, der sich sichtlich Aller bemächtigt hatte, als man sich dem Orte näherte, wurde durch die Ansprache des Herrn Dr. Meyer vor dem ersten Spatenstiche zu dem ersten Grabe erhöht, und kein Herz blieb wohl ungerührt. Die darauffolgende treffliche Einweihungsrede wußte diese feierliche Stimmung zu erhalten. Nicht dem Ernste allein, sprach der Redner, dürfen wir uns in diesem Augenblicke überlassen, wie sehr auch der Ort, an dem wir uns befinden, und die Gedanken bei der soeben geübten LiebeSpflicht dazu mahnen, sondern auch den Gefühlen der Freude und des Dankes können wir unser Herz nicht verschließen, wenn wir unser Auge auf die Vergangenheit und Gegenwart richten. Muß die Vergleichung mit dem Einst und Jetzt uns nicht zur Freude und zum Danke gegen Gott stimmen, wenn wir bedenke», daß man sich ehedem kein Gewissen daraus machte, den Begräbnißplatz der Juden zu verletzen und daß es, wie die Inschrift eines in der Mauer den alten Friedhof befindlichen Steines bezeugt, eines besonder« landesfürstlichen Befehles bedurfte, um zu verhüten, daß man den Friedhof nicht ferner tnrbicre. Und heute sind wir die gleichberechtigten Bürger des uns Allen theuren Vaterlandes, im Stande, unseren Todten eine solche Ruhestätte zu weihe» und Niemand, der ans den Namen eines Gebildeten Anspruch macht, wird es wagen, den Schlaf des Ruhenden zu stören, sondern Jeder wird auch in diesem Friedhofe eine heilige Stätte erblicken. — Freude rufe der Hinblick auf die Gegenwart in soferne hervor, als dieser Friedhof aufs Neue Zeugniß ablege, wie die alte Opferfähigteit aus Israels Mitte noch nichl geschwunden und wie dieselbe sich wieder glänzend durch diesen Bau, der nicht allein der Gemeinde > sondern der ganzen Stadt zur Zierde gereicht, bewährt habe. Möge er Enkeln und Urenkeln ein Sporn zu gleichem Thun und gleichem Schassen sein. Nachdem dem Baumeister die Anerkennung für die herrliche Ausführung des Gebäudes *) und asten denen, die mit Ausdauer und Hingabe dazu geholfen hatten, der herzlichste Dank ausgesprochen war, schloß der Redner mit den Worten, die an dem Außenfenster des Gebäudes stehen, לף לשלום ' L. Hannover, im Oktober. Mit dem Bau der Synagoge wird gleich nach Schluß der Festtage begonnen werden, nachdem die Pläne die landdrofleiliche Genehmigung gesunden. Das Bürgervorsteher-Kollegium hat in liberaler Weise einen Theil der Straße, der zum Baue nothwendig war, abgetreten. — Auch in unserm Lande können es die fanatischen Geistlichen noch immer nicht verschmerzen, daß der Jude in den Augen seiner christlichen Mitbürger an Ansehen und Achtung gewinnt. So schreibt man der hiesigen Zeitung für Norddeutschland aus Elze, daß der dortige Superintendent von der Kanzel herab es beklagt, daß dem Leichenznge eines allgemein geachteten Christen sich die Juden angeschlossen haben und daß man einen Juden zum Vormund eines Christenkindeö gemacht habe; es hatte nämlich die Obervormundschaft den Kaufmann PH. Wolfes aus Elze, einen sehr einsichtsvollen Man», zum Vormund eines Christenkindes bestellt. Trier, 20. September. (Schluß. *) 8) Eine auffallende Ecscheinung der neuesten Zeit, daß nämlich in mehreren dem religiösen Fortschritte zugethanen indischen Gemeinden, nnd in welchen sogar "/,״ der Mitglieder die Sabbath- und Speisegesetze übertrete», dennoch dem) alten Systeme huldigende Rabbiner und Prediger angenommen wurden, ist mir durch Unterredungen mit einigen gebildeten Männern aus den betreffenden Gemeinden wenigstens theilweise gelöst worden. — Sie thun uns unrecht, so äußerten sich diese, wenn Sic nnS hierin, des bekannten verwerfllichen und rohen Grundsatzes: ״Ich darf שכור (berauscht), aber mein Kutscher muß nüchtern sein", beschuldigen. 3) Der Baumeister ist der Architekt Oppler, ein Jude, der mit dem Bau der hiesigen Synagnge betraut ist; wir werden in nächster Zeit eine dctaillirte Schilderung des neuen Friedhofes geben. (Der Korr.) Dieser Mißgriff in unserer Gemeinde ist hauptsächlich dem Einflüsse eines oder mehrerer einflußreichen Mitglieder unseres Vorstandes zuzuschreiben. Diese ehr- und herrschsüchtigen sahen ihren Einfluß durch die Aufrichtigkeit und Energie unseres früheren freisinnigen und ehrlichen Rabbiners, der nicht nach ihrer Geige tanzen wollte, sehr beschränkt. Sie suchten daher mit Hilfe der wenigen Orthodoxen, — Midjan und Moab schloßen Frieden mit einander, — dem Rabbiner die Steste zu verleiden, und ihn so zu entfernen, und durch eben dieses Manöoer einen altgläubigen Rabbiner zu acquiriren. Sie glaubten, daß dieser eher nach ihrem Willen so ganz sich fügen und nur als ihr Automat (ן:לם) gebärden würde nnd auch müßte. Wir gestehen ein, so fuhren meine Bekannten fort, daß wir gegen den Jndifferentismus hierbei nicht ganz zu rechtfertigen sind. Aber wir waren der früheren erbärmlichen Kämpfe müde und wollten Ruhe haben, zumal die großen Sorgen um das Leben nnS zu sehr in Anspruch nahmen. Diese unsere Vorsteher haben sich aber jetzt schon in ihrem vermeinten Golem sehr arg getäuscht. Sie vermögen den ihm in den Mund eingelegten ״heiligen Namen" (ש□ הקרש) nicht herauszunehmen, am wenigsten vor Eingang des heiligen Sabbaths, so daß er an demselben gleich dem Golam des berühmten ״Hoch Rabbi Löb" in Prag, — von der Kanzel herab gegen sie schreiet, lärmet und tobet, daß sie in die größte Angst und den verzweifeltsten Schreck darob gerathen, — und wie auf heißen Kohlen im Gotteshause dastchen. — Man bedauert auch allgemein diesen großen Mißgriff und geht mit dem Gedanken um, den Rabbiner wiever zu entfernen. — Ich erzähle dieses, wie es mir mitgetheilt wurde, als Warnung für Vorstände in andern Gemeinden למ״י וייראון לל״י ערך־! Endlich 9) Zum Schluffe noch einige Notizen von hier. Wir haben hier seit vielen Jahren den ersten jüdischen Advokaten in der Person des jungen Herrn Salomon Rothschild, der nach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen viel verspricht. Auch find hier in Trier drei und in dem Regierungsbezirke von Urweiler, St. Johann und Bernkastel noch drei renommine und viel beschäftigte jüdische Aerzte. In den Gemeinden, und vorzüglich in den hiesigen herrscht Frieden, gepaarr'mit einem allgemeinem religiösen Streben nach dem Bessern in Bezrehung auf Schule und Gottesdienst. I. Kahn, Oberrabbiner. Tarif der Tranungeu im Lonsistorialtempcl zu Paris. Außerhalb der Klassen: 1500 FrS. Salon unter der Vor- Halle, Tapete in Wolldamast, Sammt und goldgewirkte Thürvorhänge, Salon-Teppich, im Trauungssaale Trauhimmel und Vorhänge in gold« verbrämten karmesinrothen Sammt, der ganze Tempel erleuchtet, Feier des Gottesdienstes mit zwei Vorsängern und dem ganzen Chor. Orgel, Harfen, Contrabaß und Cello. Plätze für die Familie und die Gäste im Chor und vor dem Chorgitter. Erste Klasse: 750 FrS. Erdgeschoß und erste Gaklerie erleuchtet, Teppich im Chor und im Schiff, sammtbelegte Bänke im Chor, sowie Bänke rechts und links vor dem Gitter; Trauhimmel und Vorhänge in karmesinrothen» Sammt. Feier des Gottesdienstes mit einem Kantor und dein ganzen Chorpersonal. Orgel und Harfe. Zweite Klasse: 400 FrS. Die erste Reihe der Luster im Erdgeschoß des Tempels erleuchtet , Sammtsitze für 10 Herren und 10 Damen im Chore, Sammtsitze rechts und links vor dem Chore; Trauhimmel, Vorhänge und gottesdienstliche Ferer, wie in erster Klaffe. Orgel. Dritte Klasse: 800 Fr. Vollständig erleuchtetes Chor, Sitze für 10 Herren und 10 Damen im Chore; Trauhimmel in Violettsammt, Sabbathvorhänge; gottesdienstliche Feier durch den Dorbeter »uit 4 Choristen und 8 Chorkindern. Orgel. Vierte Klasse: 100 FrS. Choc erleuchtet, Trauhimmel violett, Sabbathvorhang, Sitze für 10 Herren und 10 Damen im Chore.

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