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Ben Chananja · 1864-10-19 · 42 (19.10.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
42 (19.10.1864)
Date
1864-10-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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841 842 wurde. Diese Klänge waren es im Vereine mit der hübschen Beleuchtung, welche auf den Gefertigten einen mächtigen religiösen Eindruck Mächten, daß er bis zu Thräneu gerührt wurde. Der Gottesdienst während der Festtage im neuen Tempel war ein erbaulicher. Zur Ruhehaltung waren in der Männer- und Frauenabtheilung junge Leute mit Abzeichen versehen als Kommissäre angestellt, und hätte die Vorrichtung zum Verstecke des Rabbiners nicht hie und da Lächeln erregt, wahrlich, es würde dies ein musterhafter Gottesdienst gewesen sein. Gestern Morgens wurde wieder Hand an die übrigen Arbeiten gelegt, um dieses schöne Gotteshaus und das heilige Werk bis zu dem Laubhüttenfeste vollenden zu können; über eine beabsichtigte feierliche Einweihung nach Muster der Weißenburger werde ich Ihnen in Kurzem Nachricht geben, indem diese Frage in kompetenten Kreisen zwar stark ventilirt wird, aber noch nichts beschlossen ist. Nun schließe ich meinen Bericht, mich an den Neujahrsgrnß des Herrn Oberlehrers Kohn in Ne. 39 Ihres Blattes von ganzer Seele anreihend, mit dem Wunsche, dieses Jahr möge Ihre Bestrebungen für das Judenthum in Ungarn vom besten Erfolge gekrönt sein lassen, und uns den Kämpfer des Fortschrittes in ganzer Kraft erhalten, worauf meine Gesinnungsgenossen gewiß Amen rufen werden. Ein Gemeindemitglied. 8. H. M. Büsarhely, 4. Oktober. Die Jahresprüfungen an unserer Hauptschule sind am 28. und 29. v. M. unter Theilnahme Seitens der Eltern und Schulfreunde vor sich gegangen. Unser berühmter Herr I. Stern, der mittelst Statthaltereidekcets neuerdings als Schuldirektor ernannt wurde, gibt sich alle mögliche Mühe, die Schule zu heben, und die Einheitlichkeit, die unter dem Lehrkörper herrscht, sowie das Bestreben, unserer Jugend eine zeitgemäße religiös sittliche Erzichung zu geben, säugt an Wurzel zu fassen und das Zutrauen der Gemeinde zur Schule zu befestigen. — Wir haben mit Vergnügen den Fortschritt wahrgenommen, der sich an unserer Schule seit einem Jahre kundgibt und wissen es dem Leiter derselben Dank; denn nicht nur ist daS ungarische und deutsche Element sehr gut vertreten, sondern der Grundpfeiler der jüdischen Volksschule — das hebräische Fach — erfreut sich einer vorzüglichen Pflege. In der vierten Klasse wurde das 3. und 5. B. M. mit gehörigem Ausmaß in der hebräischen Grammatik durchgenommen, während in der dritten Klasse das 2. Buch und vom 4. Buche ber vorzüglichste Theil, und aus der hebräischen Grammatik der נקוד und die Abwandlung der vollständigen Zeitwörter, so wie der Gebrauch der □כנרי bei den Hauptwörtern als Ziel diente. Die zweite Klasse wurde mit dem 1. Buche M. vertraut gemacht. Das Ziel des hebräischen Faches ist demnach Kenntniß der 5 Bücher Moses sammt dem dazu gehörigen Theil von hebräischer Grammatik. Und so möge unsere Schule sortbestehen und blühen zum Gedeihen und Frommen unserer Jugend, und unser Herr Direktor die Mühe nicht scheuen, die er sich um das Wohl unserer Anstalt gibt; denn das Bewußtsein, fu1?daö allgemeine Wohl zu wirken, ist unseres Erachtens einem Manne seines Charakters hinreichender Ersatz. צ• BvNyhad, im Oktober. Ihr Kolliner Korrespondent war in Betreff unserer Rabbinerwahl insoferne gut unterrichtet, als die hiesige Deputation von dem, was sie in Kollin sah und hörte, wirklich nicht entzückt war. Herr Guggenheimer wurde nichtsdestoweniger zu unserm Rabbiner gewählt. GS sind nur noch zwei Punkte ins Reine zu bringen. Zuvörderst will die hiesige Gemeinde von ihrem künftigen Rabbiner die rechtskräftige Zusage besitzen, daß ihr derselbe mindestens sechs Jahre angehören werde. Rabb. G. weigert sich aber aus religiösen Skrupel», diese Zusage zu geben. Er theilt nämlich die Ansicht derjenigen Rabbinen, welche den Rabbiner als einen Miethling (שכיר) Wradjtt»., so daß auch auf ihn die Vorschrift angewendet werden muß, sich höchstens auf drei Jahre zu ״verdingen." Im Choschen Mifpat selbst (333). steht allerdings vom Rabbiner, nichts! unleugbar haben haben aber nuch manche, frühere Rabbiner die. bezügliche Satzungen aufRabbinen bezogen, z. B. R.MoseS Sefer,. der andererseitS jeden Rabbiner für den Hohenpriester seiner Gemeinde und für unabsetzbar erklärt. Wenn Sie: bie betreffenden Gutachten des R. Moses genau lesen, werden Sie finden, daß derselbe dem Usus, die RabbinatSurkunden auf drei Jahre auSzustellen, einen den Rabbinen günstigen Urspung zu geben bemüht ist. Der Brief, in welchem Herr G. seine Skrupel niederlegt, ist in.klassischem Hebräisch abgesaßt. Ich habe mir nur folgenden Paffns gemerkt:מאחר שעתה כבר אמרתי •בכאן שאלף Also: אמרתי בכאן! Sctliec handelt es sich um die Reisespesett, welche die Gemeinde einer Bonne zu ersetzen haben wird, falls ihr der Aufenthalt in unserer Stadt nicht zusageu sollte.. Hoffentlich wird auch diese Frage zur Zufriedenheit des Rabbiners gelöst werden, da die Begeisterung für ihn astgemein ist. Daß derselbe 1859 gegen den Vorsteher der Gemeinde zu Stühlweißenburg und gegen den Redakteur des ״Ben Chananja" einen Kriminalprozeß anhängig gemacht hat, machte ihn bei unseren Frommen besonders beliebt. In den Prozessen fiel er asterdings durch; aber schon sein guter Wiste, die Neuerer anzuklagen, hat ihm die Verehrung der hiesigen Gemeinde gesichert: פרנס דורו Für Bonyhad ist wirklich Herr Gnggenheim ein paffender Rabbiner!! P. Dürda (Baranyer Komitat), im Oktober. Die hiesige Gemeinde wird gedrängt, den Friedhof, der bisher Eigcnthum der Grundobrigkeit war, käuflich an sich zu bringen, ohne daß ihr ihre pekuniären Mittel gestatteten, diesem Ansinnen nachzukommen. Die Nachbargemeinden, welche früher Filiale der hiesigen Gemeinde waren, sollten der bedrängten Gemeinde hilfreiche Hand leisten. rz Mitzkolcz, im Oktober. ״RechnungSauSwets der Tempelbauverwaltung der isr. Kultusgemeinde Miskolcz vom Mai 1855 bis 15. Juli 1864. Im Aufträge der Plenar-Vorstehung geordnet von Joseph A. Fischmann, Gemeinde-Notär." Durch Veröffentlichung dieses lithographirten Ausweises hat die Miskolczer Gemeinde ihren Schwestergemeinden ein sehr nachahmenSwertheS Beispiel gegeben. Oeffentlichkeit ist die beste Schutzwehr gegen Mißbräuche. Battonha, 7. Oktober. Während in Paks die Orthodoxie an den bestehenden Gemeindestatuten nichts rütteln läßt, ist der hiesige Rabbiner, der nebenbei bemerkt, wol noch ein junger Mann ist, aber zur ortodoren Fahne geschworen hat, gerade entgegengesetzter Meinung. In den Statuten der seit vielen Jahren hier bestehenden Chevra Kadischa heißt es unter Anderm: ״Bei Leichenbegängnissen hak der Schullehrer mit den Schulkindern hinter der Bahre das Joschev Beßeßer zu rezitiren, wofür derselbe ein Honorar von 18 Groschen erhält." Dieser UsuS wurde hier' auch immer eingehalten und wir erblickten hierin auch nichts Irreligiöses. Nun ist es aber unserm Herrn Rabbi eingefallen, sowol das Statut, als den mehrjährigen Usus bei Seite zu legen, und daS Rezitiren des Joschev Beßeßer geradeweg abzuschaffen, indem er dies als Chukaß hagoj in seiner Gemeinde nicht dulden kann. Indem wir ergebenst bitten, diesen Fall in dem geschätzten ״Ben Chananja" gefälligst registrireu zu wollen, bitten wir zugleich. Ew. Hochwürden mögen uns gefälligst über den fraglichen Fall Aufschluß geben, indem wir keinesfalls gesonnen sind , gegen-unfern Rabbiner zu polemisiren, sondern nur der Wahrheit und dem Rechte Geltung zu verschaffen.*) Dan i el Koh n. p. Klaufenbttvg, 2. Oktober. Das hier erscheinende ung. Blatt ״Közlöny" von gestrigem Dato kömmt in einer Apologie für die ungarische Nation auf die Juden zu sprechen, und sagt unter Andern! : ״Die Helden der Opportunität haben die Juden, — die ihren Glauben nicht aufgeben wollten, ein Jahrtausend hindurch verdammt; aber die Juden haben Charakter gezeigt und ihr Name steht atS große tragische Individualität in der Weltgesellschaft, welche sie nach 1800 Jahren wieder als. Menschen anerkennt. WaS bewirkte aber der Charakter? *) Der Herr Rabbiner wird hoffeutlich nicht unterlassen, sich z» rechtfertigen. Auf Verlangen des dortigen Gemeindevorstandes werde ich nicht zögern, mein Gutachten über den fraglichen Gegenstand abzugeben. Red.

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