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Ben Chananja · 1864-10-12 · 41 (12.10.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
41 (12.10.1864)
Date
1864-10-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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825 826 §. 4. Der G. S. ist der höchste Beamte des Ordens; er führt den Vorsitz in allen Versammlungen des Beamten-Kollegiums, des Ratheö der Skenim und der General-Konvention. Tr steht an der Spitze des exekutiven Komitö, und in dieser Eigenschaft ist ihm die besondere Ueberwachung aller Angelegenheiten des Ordens übertragen. Sollte sich ein so dringender Fall ereignen, daß er die unverzügliche Handlung des G. S. erheischt, so ist seine Entscheidung nur temporär und der Bewilligung oder Verwerfung des Beamten-Kollegiums unterworfen, welches so schleunig wie möglich berufen werden soll, um den Gegenstand dessen Erledigung von Seiten des G. S. erforderlich war, in Erwägung zu ziehen. §. 5. Der D. G. S. ist der nächste im Range, unterstützt den G. S. in allen seinen Obliegenheiten und in seiner Abwesenheit von dem Sitze der KonstiiutionS-Groß-Loge oder von irgend einer Versammluug des Beamten-Kollegiums, oder des RatheS der Skenim, oder der General-Konvention vertritt er seine Stelle. §. 6- Der M. hat das Archiv und das Siegel der Konstitutions- Groß-Loge in seiner Verwahrung, er führt ein getreues Protokoll über alle Verhandlungen in den Sitzungen der Behörden der Konstitutions- Groß-Loge, versieht alle Dokumente mit dem Siegel und kontrafignirt sie, versieht die Korrespondenz, führt Rechnung und hat alle Pflichten zu erfüllen, die dem Sekretär der Konstitutions-Groß-Loge obliegen. §. 7. Der G. hat die Kaffe der KonstitutionS-Groß-Loge in seiner Verwahrung, empfängt alle Gelder, und zahlt alle gesetzlich ausgestellten Anweisungen aus. §. 8. Der A. fungirt unter Leitung des G. S. als Geschäftsagent der KonstitutionS-Groß-Loge im Allgemeinen, und in den Konventionen sowol als bei andern offiziellen Gelegenheiten als Marschall des Ordens. §. 9. Die Pflichten und Funktionen der verschiedenen Beamten sollen durch allgemeine Gesetze näher bezeichnet werden. Art. VH. Einkünfte. §. 1: Die Konstitutions-Groß-Loge zieht ihre Einkünfte von den DistriktS-Groß-Logen und ans solchen andern Quellen, als sich ihr im Laufe der Zeit eröffnen mögen. §. 2. Die Konstitutions - Groß, Loge erhält von den Distrikts- Groß-Logen die Hälfte aller Einkünfte, die diese von den untergeordneten Logen beziehen. (Fortsetzung folgt.) Inland. Pest, 3. Oktober. Der unvergeßliche Präses des Pester israelitischen Gemeindevorstandes, Herr Dr. Ignaz Hirschler, sagt in dem 18. Abschnitt seines Generalberichtes, erstattet am 6. Jänner 1863, FolgendeS: ״Wir können die Schilderung des Zustandes unserer Schulen nicht ohne die schmerzliche Bemerkung beginnen, daß der in unserem vorigen Berichte ausgesprochene Wunsch bezüglich eines anständigen Schulhauseö leider ein frommer geblieben ist, da die sich vermehrenden dringlichen Ausgaben nicht erlaubten, die Inangriffnahme eines so kostspieligen Baues in Vorschlag zu bringen, überdies der gedrückteZustand der kaufmännischen Welt einen Appell an dieselbe für jetzt nicht gerathen scheinen ließ." Der gedrückte Zustand der kaufmännischen Welt dauert zwar noch fort, daß er aber einen Appell an dieselbe behufs der Inangriffnahme eines unumgänglich nöthigen Instituts nicht gerathen scheinen lasse, dagegen bringe ich folgende Beweisführung. ״Beilage zu Nr. 225 des ״Pester Lloyd." Spenden. Zur Herbeischaffung eines vollständigen Geläutes für die Leopoldstädter Kirche sind auf dem Subskriptionöbogen der p. 1. Herren Karl Emmerling und David Fleischl folgende milde Spenden gezeichnet worden, für welche hiermit Seitens des Herrn Pfarrers und Herrn Kirchenkurators der innigste Dank ausgesprochen wird. Cs spendeten nämlich die Herren: Sam. F. Goldberger und Söhne 25 fl., Ignaz Deutsch und Sohn 20 fl., Hermann Herzfelder und Söhne 25 fl., S. v. Schoßberger und Söhne 25 fl., Gerson Spitzer und Komp. 25 fl.. Moriz Munk 25 fl., Franz Popper 10 fl., Brüder Singer 20 fl., S. Friedmann 20 fl., Aron Baumgarten 10 fl., Wahrmann und Sohn 10 fl., Karl Ludwig Posner 20 fl., Joachim Mandel und Söhne 20 fl., Adam Adler und Sohn 20 fl., Straßer und König 20 fl., Ignaz Brüll 20 ft., S. Enoch Kern und Söhn- 30 fl., Fleischl 25 fl. Man sieht auf den ersten Vlick, daß die hochherzigen Spender aus den ״Zelten Jakobs״ und den ״Wohnungen Israels״ hervorgegangen. So erfreulich die Wahrnehmung ist, daß der WohlthätigkeitSsinn dieser Herren eine Dimension angenommen, daß er sich sogar auf christliche Kirchenbedürfniffe erstreckt, so geneigt ist man iu den hiesigen intelligenten Kreisen zu glauben, daß dem einen oder anderen unter ihnen gewiß der segensreiche Gedanke kommen werde, die Zusammensetzung einer Kommission zu beantragen, deren Aufgabe es fei, die behördliche Bewilligung zu Geldsammlungen für den Aufbau eines anständigen isr. SchulhauseS in Pest zu erwirken. Bei diesem Anlässe und anläßlich unseres eingetretenen Neujahrs erflehe ich in meinem und im Namen vieler Edelgesinnten den Segen Gottes für unsere Glaubensbrüder in Ungarn überhaupt; wir wünschen ihnen aber gleichzeitig, sie mögen, so oft eine bessere Regung ihres Herzens sich bemächtigt, ihren bewährten Wohlthätigkeitssinn zunächst den israelitischen Bedürfnissen zuwenden und unter diesen als erstes und nothwendigsteS die Schule sammt und sonders in Betracht nehmen, und sie werden, einer solchen Regung folgend, ihrem Andenken Phisisch und moralisch ein dauerhafteres Denkmal setze», als die bloße Erwähnung ihrer Namen in einem, nur einen Tag lang lebenden politischen TageSblalte bieten kann. L. M. Bauer.? Pest, 5. Oktober. Die letzte Nummer des ungarischen Journals ״Unser Jahrhundert" bringt eine sehr gut geschriebene Geschichte und Schilderung der Pester jüdischen Kinderbewahranstalt von Dr. Josef Hauser. Pest, im Oktober. Wenn ich nicht schon längst davon überzeugt wäre, daß nm der traurigen Zerfahrenheit und dem leidigen Dilettantismus auf dem Gebiete der jüdischen Theologie in unserem Vaterlande ein Ende zu machen — wir eines zweckmäßig organifirten ungarischen Rabbiner-Seminars benöthigen, wo die Jünger für ihren heiligen Beruf die erste und wahrhafte Weihe erhalten; so hätte ich mir davon am jüngst vergangenen Neujahrsfeste die gründlichste Ueberzeugung verschaffen müssen. Es war am Rosch-Ha-Schana, als ich zu Baja im trauten Freundeskreise als Gast verweilte. Die Andachtstunden, die ich in der dortigen recht nett und hübsch gebauten Synagoge zubrachte, sowie die angenehmen Eindrücke, welche der geregelte, mit einem tüchtig geschulten Chor auögestattete, höchst anregende Gottesdienst in mir znrückließ, werden lange noch in meiner Erinnerung verbleiben. Nachdem am ersten Neujahrstage der Herr Oberrabbiner Nascher eine sehr erbauliche Predigt in reinster und korrektester deutscher Sprache abgehalten, ward am zweiten Tage dessen wackerem Sohne. Herrn Simon Nascher, einem Zöglinge des Breslauer Rabbiner-Seminars, der gerade zu Gast im Vaterhause und in der Vaterstadt anwesend war, die Ehre zu Theil, einen gottesdienstlichen Vortrag abzuhalten. Der noch kaum 22 Jahre alte Jüngling entwickelte in seinem schwungvollen, mit sonorem und starken Organe gehaltenen, und stellen- Uveise erhabenen, alle Herzen tief ergreifenden Vortrage, einen solch durchgebildeten Geist, eine solche Gedankenfülle,Zso viele Schätze theolo- ' gischer Gelehrsamkeit, gepaart mit der erhabensten Empfindung und mei-

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