Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 41 (12.10.1864)
- Date
- 1864-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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823 824 sei einzig. Denn die Einheit ebenso wie die Mehrheit sind Accidenzen, da sie nicht etwas im Wesen der Sache Liegendes sind. So wenig wir nun Gott das Attribut der Mehrheit zueignen können, ebensowenig auch jenes der Einheit, als ein in seinem Wesen bestehendes Attribut, ja so, daß der Satz, Gott ist einzig, nur negativen Sinn haben könne, um anzuzeigen, Gott sei keine Mehrheit.^) Ganz entschieden bestreitet jedoch Letzteres der orkginelle Denker Chasdai Kreskas, der überhaupt im Punkte der göttlichen Attribute ganz gegnerisch zu Maimnni sich verhält und hierauf den rabbinischen Spruch anwendet: ״Wo eine Entweihung des göttlichen Namens zu fürchten ist, da theile man dem Meister keine Ehre zu." Wenn wir Gott alle Attribute absprechen und sie nur als Negationen betrachten, dann wird Gott selbst ein ganz wesenloser, negativer Begriff für unS. Und so müffe auch der erhabene Satz, Gott ist einzig, jedenfalls einen positiven Sinn für uns haben. Da unter dem Ausdrucke Einheit, fährt Kreskas fort, ein Doppelbegriff, nämlich die Einfachheit und die Einzigkeit zw fassen ist, so müffe man zugeben, daß es der Filosofie sehr leicht wird, den erster» Begriff ganz unwiderleglich zu erweisen. Gott, als den ״Nothwendig Eristirenden", sich anders als einfach zu denken, könne man aber nur der Unsernunft zumuthcn. Anders jedoch verhalte es sich mit dem zweiten Begriffe, nämlich der Einzigkeit Gottes. Den Argumenten, die die Filosofie dafür aufführt, können wieder andere entgegengestellt werden. Es thue also am besten, sich lieber an das untrügliche Licht zu halten, das uns die Religion hier leuchten läßt. In dem Schriftsätze ״Höre Israel u. s. w." erschein! der Name ״Ewiger" mit Absicht wiederholentlich genannt, indem hier eben jener Doppelbegriff der GotteSeinheit zum Ausdrucke gelangt. S. 01־ Adonai I. 3, 3. Noch einen Punkt wollen wir hier erwähnen, in welchem Kreskas von Maimuni abweicht. Dieser nämlich stellt, bei Aufzählung der 248 positiven Gebote, daS Gebot an das Dasein Gottes zu glauben, an die Spitze. «צור»׳’׳ ראשונה ממצות עשה לידע, שיש שם אלוה שג' אנכי י״י אלהיך und läßt dann erst das Gebot, an die göttliche Einheit zu glauben, folgen. Kreskas jedoch bestreitet, daß der Glaube an das Dasein Gottes ein religiöses Gebot zn nennen sei, da ohne den Glauben an Gottes Dasein kein religiöses Gebot überhaupt denkbar ist.°) — An der Spitze aller relib)MoreI,57. ף S. Eml. zu Or Adonai: ולוה טעה טעות מפורסם מי שמנה במצות עשה להאמין מציאות האל ית־ וזה כי המצוה מן הצטרף ולא יצוייר מצור. בזולת מצור. ידוע. — Es ist dies übrigens ein an den ersten Satz im Dekalog geknüpfter Streit, der die Ansichten der Religionöfilososen trennte. Jehuda Ha-Levi (Kusari 1.89), Zbn Esra (Pent. Komment.), Maimuni (Jesodo Ha-Tora I, 6), Nachmani (zum Dekalog) und Levi b. Gerson (das.) erkennen darin das erste und wichtigste Gebot. Wenn wir, sagt Zbn Gsra, den Dekakog den zehn Kategorien vergleichen, dann ist das erste Gebot gleichsam die erste Kategorie, zu der fich bekanntlich die übrigen nur als Accidenzen zur Substanz verhalten. Oder auch, wenn wir die zehn Gebote mit der Zehnzahl vergleichen; dann ist das erste Gebot, das den Glauben an Gott befiehlt, gleichsam die Zahl eins, aus der asir übrigen Zahlen, wie aus ihrem Urgrund hervorgehen. Dagegen wollen, ebenso wie Kreskaö, so auch Aldo (Zlk. I. 14) nnd Abravanel (Pent. Komment, zum Dekalog) das erst, Wort keineswegs als Gebot betrachten. (S. auch Aked a Porta 54.) giösen Gebote müßte mithin der Glaube an die Einheit stehen. Wir müssen hier noch schließlich zweier Religionsfilosofen Erwähnung thun, die in ihren Schriften auch der Frage ,über die Einheit ein Kapitel einräumten, obschon beide blos unS bereits bekannte Gedanken reprodnztrten. Die vier Vernunftbeweise des Karäers Aaron den Elia Nikomedi können auf Originalität durchaus keinen Anspruch machen (S. Ez Chajim oap. 64.) Er folgert die GotteSeinheit 1) aus dem Widerspruch des Begriffes der Nothwendigkeit der Eristenz mit dem der Theilbarkeit und Mehrheit. 2) aus der einheitlichen Harmonie des Weltganzen; 3) aus den Absurden, die aus der Annahme zweier wirkenden göttlichen Wesen folgen; 4) aus der, zwei angenommene göttliche Wesen trefsenden Zmpossibiliät, zweierlei zugleich zu wollen und zu wirken. Iosef Albo?) sucht nachzuweisen, daß kein Wesen außer Gott durch bas Prädikat ״eins" (אתר) bezeitchne werden könne. Nicht einmal das einfache Element, da es doch in unserem Verstände in Stoff und Form zerlegbar ist; nicht einmal die Linie, denn obschon diese nur einzige Dimensionen hat, so lasse sie sich doch in kleinere Linien theilen, ja nicht einmal der Punkt, der sweder in Wirklichkeit, noch in Gedanken theilbar ist, aber doch die Stetigkeit mit andern Dingen gemein habe. Selbst das numerische Eins, welches nicht stetig ist und daher mit andern Dingen nicht gemeinschaftlich hat, könne im eigentlichen Sinne durch jenes Prädikat nicht bestimmt werden, da es nur imaginär ist, so daß der Verstand viele solche Einheiten sich denken kann. Es sei mithin offenbar, daß Nichts in der Welt das Prädikat Eins verdiene, außer Gott, welcher allein nothwendig da ist, während alle übrigen Wesen nur möglich da sind, mithin die Möglichkeit des Daseins mit einander gemein haben. Dagegen sei es filosofisch erwiesen, daß es keine zwei nothwendig daseiende Wesen geben könne, so daß der Begriff Dasein von Gott und den übrigen Wesen nun homonymisch gebraucht werde. — Also schließt sich indeß der Ansicht Maimunis an, daß die Einheit ein zur Wesenheit hinzukommendes Merkmal, ein Accidens sei, mithin nur im verneinendem Sinne von Gott ausgesagt werden könne. Lo rresponden?. Ausland. L. J- Ntew-Bork, im September. (Schluß der Kouflitu« tionS-Groß-Loge.* *) Art. VI. Die Beamten. §. 1. Die Beamten der KonstitntionS-Groß-Loge find: G. S., D. G. S., M., G. und A. und solche andere, als in Zukunft durch Gesetz bestimmt werden mögen. §. 2. Sie werden in der General-Konvention unmittelbar vor deren Vertagung ans die Dauer eines ZahreS gewählt. §. 3. Kein Beamter der Konstitutionö-Groß-Loge kann als Re- Präsentant einer Distritts-Groß-Loge in der General-Konvention gewählt werden. 7) Zkkar. II, 9 und 10. *) S. Nr. 27. 32. 34. 37. 39.