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Ben Chananja · 1864-10-12 · 41 (12.10.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
41 (12.10.1864)
Date
1864-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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82S 821 Mähren von der Ausweisung bedroht waren; die jüdische Bevölkerung in Mähren war übrigens zu allen Zeiten geringer, als die in Böhmen. In Schlesien waren die jüdischen Bevölkerungsverhältnisse zu jener Zeit: Von 1—15 Jahren 18 männl. 20 weibl. 15-20 ״ 131 ״ 124 ״ ״ 20—40 ״ 26 ״ 19 ״ ledig ״ 20-40 78 ״ 88 ״ verheiratet ״ 40-50 ״ 2 ״ 4 ״ ledig ״ 40-50 ״ 17 ״ 13 ״ verheiratet lieber 50 ״ 7 ״ 2 ״ ledig 50 ״ /״ 18 ״ 8 ״ verheiratet 297 männl. 278 weibl. Die Steuern, welche die Juden damals bezahlten, betrugen in Böhmen 216,500 fl., in Mähren 47,559 fl. 25 kr. und in Schlesien 1331 fl. 6 kr. Damit waren jedoch die Steuern nicht erschöpft und waren die indirekten Steuern sehr groß, ja zum Erdrücken, und muß man sich wahrhaft wundern, wie es den Juden möglich war, dieselben zu erschwingen. Ueberdies hatte auch jeder Ort noch besondere Steuern, so z. B. mußte die Gemeinde״Äeben wöchentlich 50 Seite! Branntwein ä 6 kr. und 2 Faß Frischbier von jedem Gebräu a 30 kr. nehmen. Die Juden zu Horadiowitz — einem sehr kleinen Orte — mußten jährlich 45 Pfund Butter geben, 210 fl. Schutzgeld rc. zahlen. 7 - - ... - - ft j)C״ Djsch-arMscheu Schulen. Line religionsfilosofische Studie. Von Dr. A. Schmied!, Rabbiner zu Proßnitz. (Schluß.*) Wir hatten schon bei anderer Gelegenheit ג) unsere Ansicht dahin ausgesprochen, daß das ganze, so eigenthümlich konstruirte filosofische Lehrgebäude des großen Dichterfilosofen Jbn Gabirol seinen Hauptzweck eben darin finde, die Einheit Gottes so ganz augenscheinlich und selbstverständlich darzustellen, daß eS eines Beweises hiefür gar nicht erst nöthig haben solle. DaS ganze Universum in seiner ungeheuren Manigfaltigkeit bilde einen eng ineinander geschlossenen Monismus: dies war der Grundgedanke der gabirol'schen Filosofie. Der endlos sich hinziehenden Kette von Wesen ohne Zahl und unendlicher Verschiedenheit, von dem Seraph angefangeu bis zu dem an der Stanbscholle klebenden Wurm hinab, liege nur eine einheitliche Substanz, die Materie universalis zu Grunde, und nur die Verschiedenheit der Form habe die *) S. die vor. Nummer. ') S. ״B. Eh." 1862, S. 135. einheitliche Substanz zur unendlichen Mannigfaltigkeit gestaltet. Wie ließe sich nun ein solcher Monismus anders, als das Werk einer absoluten Monas denken? Das Einheitliche könne nur wieder von einem Einheitlichen hervorgegangen sein. Dieser Satz geht als nothwendige Konsequenz ans dem Unterbau hervor, den die gabirol'sche Filosofie aufgeführt. (Vergl. Mekor Chajim II, 26: מאהר שהיתה *אהדות לעצמה ,היתרי פועלת לאחוות היא למטה ממנה). — Bei einer solchen Naturfilosofie braucht man nicht erst nach Beweisen für die Einheit Gottes zu suchen. DaS ganze Lehrgebäude, das von dem Gedanken des Monismus getragen wird, müßte in sich zerfallen, wenn die Einheit des Schöpfers erst schulmeisterlich sollte nachgewiesen werden müssen. Nicht zu denselben Konsequenzen führt wol die Naturfilosofie des Maimuni. Denn hier zieht nicht der diametrale Gegensatz von Materie und Geist dnrch's ganze Universum, sondern selbst innerhalb des Begriffes der Materie besteht da ebenfalls eine Art von Dualismus (wie wir das oben von Maimunt selber gegen den ersten kelamiftischen Beweis geltend machen sahen), da es zwei wesentlich verschiedene Materien gibt: die ״Hyle", aus der die Welt der vier Elemente, und der ״fünfte Körper", daraus die Welt der Sphären hervorging. — Und dennoch sucht auch Maimuni, aus der Natur der Schöpfung die Einheit des Schöpfers zu schließen. Denn das ganze Universum stellt nur ״ein einzelnes Individuum" dar, dessen Glieder innig zu einander gehören, und wie heterogen auch die beiden Urmaterien sein mögen, so ist doch die unterhalb der Mondsphäre befindliche Welt unaufhörlich auf die Ausströmung der Kräfte hingewiesen, die von den Sphären ausgehen, so daß die Zusammengehörigkeit des ganzen Weltalls, das einen Menschen im Großen (Makrokosmos) darstellt, klar zu Tage tritt. 2) Jndeß bekennt sich auch Maimuni, ebenso wie wir bei Saadia und Bachja gesehen, zu dem zweiten Beweise der Mutakallimun, dort ״der Beweis von der reziproken Verschiedenheit" genannt. Wenn es zwei Götter gäbe, dann müßte jeder derselben ein Gemeinschaftliches und ein Besonderes eigen haben, so daß das Wesen GotteS nicht einfach, sondern aus verschiedenen Bestimmungen zusammengesetzt wäre, was aber dem Begriffe Gott, als einem ״Nothwendig-Eristirenden" total widerstrebet, da alles Zusammengesetzte nur eben durch seine Zusammensetzung besteht und also hiervon abhängt, mithin nicht mehr nothwendig — eristirend ist, d. h. unabhängig von allem außer fich.^) — Uns scheint es, daß dieser Beweis deshalb so beliebt war, und seine Rnnde, wie wir früher sagten, durch die ganze arabische Filosofie machte, weil durch ihn beides, die Einfachheit GotteS sowol, als anch dessen Einzigkeit dargethan wird. Der auch von Maimuni benützte Beweis, daß es nicht mehrere Götter geben könne, weil eben nur körperliche Dinge der Zahl unterliegen, *) ist von uns bereits im Namen Saadias angeführt worden. Maimuni wirst jedoch in Bezug auf die Einheit Gottes die Frage ans, ob wir, da wir Gott überhaupt keine Attribute zuschreiben dürfen, von Gott aussagen können: er ף S. More II, 1; vrgl. auch das. I, 72. ->) More II, 1. ■י) Zesode Ha-Tora I, 7.

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