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Ben Chananja · 1864-10-12 · 41 (12.10.1864) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
41 (12.10.1864)
Date
1864-10-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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817 818 bis März 1663 wirkte er als Vorsteher der Kuktussektton zu allgemeiner Anerkennung mit. Jeden Herbst konnte man ihn sehen, wie er bei den Wohlhabenderen unter seinen Glaubensgenossen mit dem Subskriptionsbogen anklopfte, und sich dann glücklich fühlte, wenn er einige Tausende Gulden gesammelt, um arme Schulzöglinge mit den nöthigen Winterkleidern zu versehen. — Ein unvergeßliches Denkmal aber hat sich Kern als Gründer und Leiter des seit 1843 so segensreich wirkenden ״Vereines zur Beförderung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Israeliten in Ungarn" gestiftet. Die Hunderte israelitischer Gesellen und Meister, die diesem Vereine ihre bürgerliche Eristenz verdanken, die Jünglinge, welche seit einem Jahre auf fernen Pußten leben, um zu Ackerbauern herangebildet zu werden, sind sprechende Monumente einer Thätigkeit, die noch auf dem Krankenbette alle Gedanken des Verblichenen erfüllt hatte, und die viel zu bedeutsam gewesen, als daß sie in dem engbemeffenen Raume dieses Blattes erschöpfend besprochen werden könnte." Die glaubensbrüderlkche Theilnahme Kern's beschränkte sich aber nicht auf die Gemeinde, welcher er angehörte, und deren Zierde er war; die bessere Gestaltung der jüdischen Zustände in Ungarn überhaupt war ihm eine warme Herzensangelegenheit. Im Jahre 1851 reichte er dem interimistischen Statthalter von Ungarn, Baron Geringer, ein Hierauf bezügliches Memorandum ein, in welchem er die vorhandenen Uebelftände schildert und vorschlägt: die jüdische Gemeinden zu organisiren, ein Rabbiner- und Lehrer-Seminar zu gründen, und bis zur Gründung desselben von den anzustellenden Rabbinen den Ausweis über absolvirte Obergymnasialstudien zu fordern. Die Mittheilung eines Schreibens, welches er zu jener Zeit an den Redakteur d.Bl. richtete, dürfte den zahlreichen Freunden des edlen Vollendeten willkommen sein. Das Schreiben lautet wörtlich: ״Pest, am 28. April 185t. Verehrtester Freund! Durch geschäftliche Verhältnisse, die einen prädominirenden Einfluß auf den Kaufmann ausnben. fand ich mich veranlaßt, nicht länger zu warten, und schon jetzt das Wort zu ergreisen, wie Sie es in beiliegender Denkschrift ausgesprochen finden. Zch überreichte dieselbe gestern unserm höchst humanen Statthalter, Baron Geringer, und werde ich hoffentlich kommenden Samstag dem Herrn Kultusminister ebenfalls ein Eremplar überreichen. Ich ließ im Ganzen nur 25 Eremplare davon abdrucken, weil ich nur einen sehr vorsichtigen, durchaus aber keinen allgemeinen Gebrauch davon zu machen beabsichtige. . Wenn meine wissenschaftliche Befähigung denselben Höhepunkt erreicht hätte, den die Wärme meines Gefühls und meiner innigen, lautern Theilnahme für das Wohl meiner Glaubenöbrüder erreicht hat, daun würden meine Worte allerdings einen tiefer» Kern und einen Hellern Klang haben. Ich sprach mich aus, wie es mein Herz mir eingab, »ud ich hoffe, nicht umsonst gesprochen zu haben. Was ein Laie sagen j kann, glaube ich gesagt, und solchergestalt gethan zu haben, was man von mir zu erwarten berechtigt ist. Diesen Maßstab bitte ich Sie an das Memorandum zu legen. Ich fürchte keine strenge Kritik, da ich nur meine Privatmeinung angedeutet habe. Ich bin von der Unzulänglichkeit meiner Befähigung zu sehr überzeugt, als daß ich wegen eines kunstrichterlichen Urtheils auch nur tm Entferntesten ängstlich sein könnte. Also nicht von dem Manne der Wissenschaft, sondern von dem Freunde und zu meiner eigenen Belehrnng wünsche ich Ihre gütige Meinung über diese an die hohe Regierung gerichtete Vorstellnng zu erfahren, in keinem Falle wollen Sie sich irgend öffentlich darüber anssprechen. Wenn das Schriftchen nur irgendwie nützen soll, muß es durchaus nur nach oben sein. Zch bin Kaufmann, und kann und darf in keine öffentliche Polemik eingehen, die durch manche Pointe dieses kleinen Büchleins leicht hervorgerufen werden könnte. Ich gehe heute nach Wien und hoffe, am 4. Mai wieder hier zu sein. Mit herzlichem Gruße und innigster Empfehlung Ihr ergebenster Freund Jakob Lern." Das Memorandum trägt, wie dies kaum anders zu erwarten ist, in mehr denn Einer Beziehung unverkennbare Spuren der Einwirkung, welche die damaligen Zeitverhältnisse darauf ausüben mußten. Nichtsdestoweniger bleibt es ein sprechendes Zeugniß von der tiefern Einsicht, dem guten Willen und dem edlen Gemeinsinne des Verfassers. Die Geschichte der Juden in Ungarn lvird dem Namen Jakob Kern den Ehrenplatz einräumen, der demselben gebührt. Der verwitweten Gattin des Entschlafenen, welche mit der treuesten Liebe und seltensten Aufopferung dem Vertrauteu ihres Herzens und dem Vater ihrer , seiner Sorgfalt noch so sehr bedürfenden Kinder keine Lebensstunde mehr erkaufen konnte, als ihm der Herr, auf dessen Buche alle unsere Tage geschrieben stehen, beschieden hatte, kommt in der allgemeinen Theilnahme, welche das Scheiden ihres Gatten veranlaßt, ein Trost entgegen, dessen Kraft, sich an ihrem Herzen mächtig erweisen möge. Die verwaisten Kinoer besitzen in dem geehrten Namen, den ihnen ihr Vater hinterließ, ein theures Vermächtniß, welches sie mit Ergebung auf seinen Grabeshügel blicken läßt. Der Vollendete gewann Ruhe nach des Tages Last und Hitze, Erlösung von den Qnalen hoffnungslosen Siechthums, Freiheit von den Banden eines Leibes, welcher seinem aufwärtsstrebenden Geiste zur schmerzlich bindenden Fessel wurde, und einen ,מרור״ לסי כבות), welchen der Heilige, gelobt sei er, jedem vollenbeten Gerechten bereitet": שנא הרע צדק זרע עחה ישא אלומתו כל בן עירו כל מכירו י_נירו את וקהלתו. ת נ צ ב ה.

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