Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 39 (28.9.1864)
- Date
- 1864-09-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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789 790 sanier Ausdauer; die Schüler der höher» Klassen entwickelten durch rasche und korrekte Beantwortung der ihnen in allen Richtungen gestellten Fragen eine offenbare Gewandtheit, daher das Ergebniß dieser Prüfungen von allen Anwesenden als ein wahrhaft glänzendes bczeichnet wurde. An dieser Anstalt wirken folgende sehr tüchtige und berufstrene Lehrer: Sigmund Kohn, Wilhelm Ottenberg, Leopold Grünwald, Albcrt Seidner, Hermann Neumann, Markus Deutsch, Abraham Pfefferkörn, Markus Eisler, Adolf Lengyel und Adolf Grünzweig; ferner die Lehrerinnen: Karoline Pfefferkorn und Rosa Nenmann. Mit Beginn des nächsten Schnljahres wird dieses wackere Lehrpersonale durch die nenangestellten, in der Lehrcrwelt rühmlichst bekannten Lehrer: Herrn Wilhelm Schütz aus Waag-Neustadt und Herrn Moriz Lackner ans Neutra vermehrt. LobeuSwerthe Anerkennung verdient das verdienstvolle Wirken der hiesigen israelitischen Schulkommission, an deren Spitze Herr Zosef Hirschmann als Präses steht. Sämmtliche Herren sind unausgesetzt bemüht, das Ansehen der Anstalt wie der Lehrer immer mehr zu heben und scheuen keine Kosten, die Schule mit LehchilfSmitteln im reichlichfien Maß zu versehen. Der Bemühung des Herrn Präses Hirschmann verdanken wir es auch, daß bei der am 25. d. stattgehabten Klassenverlesung Prämien im Werthc von circa 140 st. ö. W. an die vorzüglichsten Schüler vertheilt wurden. Fünfkirchen, 15. September. (Orgeleinweihnng. — Arad. — Die dortige Unterrichtsanstalt.) Während eines kurzen AnfenthalteS in Arad hatten wir reichliche Gelegenheit, die Früchte eines gesunden Fortschrittes aus religiösem und sozialem Gebiete zu bewundern. Die unter dem seligeri Ehorin eingeführte Orgel in der dortigen Synagoge begann ihre Dienste zu versagen und wurde nun durch eine neue ersetzt- Dieses bot zu einer Festivität Veranlassung, deren Würdigung wir Jhrem Araber Korrespondenten überlassen. Der Gottesdienst in Arad ist ein höchst würdiger, und wer Gelegenheit hat, einem solchen Gottesdienste beizuwohnen und ihn mit dem im Lager der Romantik heimischen zu vergleichet׳, der muß unwillkürlich zur Andacht und Frömmigkeit gestimmt werden, und alle die Fragen über Einführung oder Nichteinführung der Orgel, über ״Vergitterung" oder ״Nichtvergitterung" schrumpfen gegenüber den Anforderungen der Jetztzeit in ihr hohles Nichts zusammen. Des andern Tages begaben wir uns in die große Werkstätte, wo 12 Personen daran arbeiten, der Araber Gemeinde einen würdigen Nachwuchs zu schaffen. Die Lokalitäten dieser Unterrichtsanstatt entsprachen nnsern etwas hoch gespannten Erwartungen nur in der Mädchenschule. In den einzelnen Lehrzimmern der Knabenschule vermißten wir jene wohlthnende Reinlichkeit, die den Besucher schon beim Eintritte günstig einnimmt, allein den Gang der Maschine und ihr Raderwerk fanden wir in ihrer Totalität in bester Ordnung. Frisch, froh und friedlich arbeiten die Lehrer und Lehrerinnen ihre 29 wöchentlichen Unterrichtsstunden neben einander in harmonischer Eintracht und ihre Arbeit trägt Früchte, süße, goldene Früchte. Der gegenwärtige Stand der UnterrichtSanstalt ist folgender: Die Vorbereitungsklasse zählt 68 Schüler und wird unterrichtet von Herrn Lehrer Deutsch. In der ersten Knabenklaffe mit 44 Schülern ist Herr Neumann, in der zweiten mit 48 Schülern ist Herr Seidner Klassenlehrer. Die dritte Klaffe har 58 Schüler und hier ist Herr Grünwald Klassenlehrer und in der 4. mit 32 Schülern ist Herr Ottenberg Lehrer der deutschen Fächer und Herr Grüuwald unterrichtet in der ungarischen Sprache. Die erste Mädchenklaffc mit 70 Schülerinnen und die zweite mit 48 unterrichtet Herr Pfefferkorn und die dritte mit 22 Schülerinnen Herr Eisler. Der Unterricht in den weiblichen Handarbeiten wird von den Lehrerinnen Fräulein Baumann und Frau Pfefferkorn besorgt. Der Direktor, Herr Kohn, unterrichtet aste Fächer mit Ausnahme des Ungarischeu in der Realschule, welche schon im nächsten Schuljahre einer bcdeutenden Erweiterung entgegengeht uud an Herrn Schütz aus Waag- Neustadtl eine tüchtige Lehrkraft gewonnen hat. Das Schreiben und Zeichnen an den obern Klaffen ist in den Händen des Schreiblehrers Herrn Lengyel und den Gesang leitet am ganzen Institut Herr Grünzweig. Mit wahrhaftem Seelenvergnügcu hörten wir aus dem Munde des Herrn Kohn, mit welcher Bereitwistigkeit aste Lehrmittel von Seiten der Schulkommiffion herbeigeschafft werde». Die Schule besitzt eine Jugeudbibliolhek, bestehend aus 310 Werken, eine Lehrerbibliothek mit 160 vortrefflichen Werken und einen schönen Schatz von phykalischen und mathematischen Instrumenten zur Veranschaulichung und Versinnlichung des Unterrichtes. Wir machten von der uns ertheilten Erlaubniß Gebrauch uud stellten einige Fragen an die lernbegierigen Kleinen. Ihre Antworten waren großen Theils ungezwungen und präzis und setzten in uns die Ueberzeugung fest, daß Einheitlichkeit und Harmonie das Band bilden, welches den Gesammtunterricht wie ein rother Faden durchzieht. Mit den besten Segenswünschen verließen wir die Unterrichtsanstalt, welche mit vollem Rechte eine Musterschule genannt zu werden verdient. G n t m a n n. Duna-Földvür, 19. September. Der Abgang unseres verehrten Oberrabbiners hat in der ganzen Gemeinde eine traurige Stimmnng hervorgernfen, die sich besonders bei der gestrigen Verabschiedung offenbarte. Rabbiner Fischer hat sich um unsere Gemeinde während seiner 12jährigen Wirksamkeit unvergängliche Verdienste erworben. Unsere mannigfachen wohtthätigen Anstalten zur Milderung der Noth bilbeten sich unter seiner segensreichen Leitung und durch seine begeisterten Anregungen gediehen sie immer mehr und mehr. Gleich nach Betretung seines Wirkungskreises kreirte er die hiesige drciklassige Gemeiudeschulc. und diese Pflanzstätte der Bildung wurde durch sein segenreiches Wirken in solch blühenden Zustand versetzt, daß sie zu den hervorragendsten Schulen Ungarns gezählt werden kann. Zur Hebung des Talmudstudiums gründete er das hiesige Talmud-Thora-Jnstitnt, und hielt es nie unter seiner Würde,?<die vorgerückteren Schüler täglich zwei Stunden persönlich zu unterrichten. Bei solchen Verdiensten ist es kein Wunder, daß ihm die Herzen aller Mitglieder unserer Gemeinde dankbar entgegenschlagen. Wir werden ihn und seine heilsame Wirksamkeit in unvergänglichen, Andenken behalten, werden uns seiner stets mit wahrhaft kindlichen Gefühlen erinnern und es wird unserer Gemeinde immerfort zum Stolze und Ruhme gereichen, unter seiner Leitung gestanden zu sein'. David Herzog, Lehrer der Oberklasse. Makö, 25. September. Unser sehr verehrter Oberrabbincr Fischer ist in feierlicher Weise iustallirt worden. In unserer Gemeinde herrscht unbeschreiblicher Jubel. Ausführliches folgt in der nächsten Nummer. Z. Losonz, im September. Die Gitterfrage ist nun definitiv im Sinne des Fortschrittes entschieden: Das Gitter bleibt weg! Die vom ״Ben Chananja" vertretene Anschauung wurde auch von den Oberrabbinen Dr. Zipfer und Dr. Hirsch selb vertreten, und auch die Namen dieser verehrten Theologen werben in unserer Gemeinde mic Achtung uud Dankbarkeit genannt. Es ist ein laut redendes Zeugniß für den gesunden Sinn unserer Gemeinde, daß bei der Abstimmung über den in Rede stehenden Gegenstand nur sieben Gemeindeglieder für den Hiesigegen Rabbiner stimmten. Das taktvolle Vorgehen des Stuhl- Fortsetzung in -er Lcilagc. Dzegedin,! Leipzig, Selbstverlag -er Kedatrtko». Lommisstons-Vertag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szcgedin. Hierzu ein Viertelbogen Beilage.