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Ben Chananja · 1864-09-28 · 39 (28.9.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
39 (28.9.1864)
Date
1864-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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787 Inland.? Pest, 26. September. Die Statuten der hiesigen Kultus« gemeinde haben mit einigen nicht erheblichen Modifikationen die Sank« tion erhalten. Nächstens wird demnach die Wahl des Vorstandes und der Repräsentanz stattfinden. 05. Pest, 22. September. Der RabbinatSkandidat Tauber, Sohn des Tötenyec Rabbiners und Schwiegersohn des hiesigen AntiquärS Brill, segnete gestern das Zeitliche und wurde heute an seinem 24. Geburtstage zu Grabe getragen. Die Familie des Verblichenen verlor in ihm ihre schönste Hoffnung. Er verband mit gründlichem talmudischem Wissen auch weltliche Kenntnisse. Friede seiner Asche! y. Stuhlweißenburg, 25. September. In der hiesigen Stadt sind in zwei׳ aufeinander folgenden Jahren zwei Synagogen eingeweiht worden: voriges Jahr die der kleinen orthodoxen Gemeinde durch Hildesheimer unb Gngeuheim, vorgestern die der Reformgemeinde durch Löw und Zipfer. Das prachtvolle neue Gebäude gereicht der hiesigen Stadt wirklich zur Zierde; die Gemeinde, welche keine Opfer scheute, um das großartige Werk in kürzester Zeitsrist zu vollenden, hat sich ein wahres Ehrendenkmal gesetzt. Die Einweihungsfeierlichkeit ging unter der lebhaftesten Theilnahme aller Klaffen der Bevölkerung vor sich. Vor dem Beginne derselben wurde der Schlußstein gelegt, wobei Med. Dc. Ligeti, ein geborner Redner, den Gefühlen der Gemeinden in nngari- ׳ scher Sprache Wort und Ausdruck gab. Die Einweihungsfeier ging in der herkömmlichen Ordnung vor sich. Der ungarische Vortrag beschränkte sich nicht nicht nur auf die Festpredigt über Pf. 26, 8., sondern erstreckte sich infoferne auch ans die Liturgie, als der Festredner »ach jedem Umzuge die Kanzel bestieg und die für das Hagbahah vorgeschriedenen SBerfe (ר7את התלר־ר־ן u. s. wi) succeffiv rezitirte, an jeden derselben eine kurze Betrachtung knüpfend. Ueber die Festpredigt muß ich mich jedes Urtheils enthalten, da mir der Redakteur dieses Blattes drohte, daß er jedes ihm gespendete Lob streichen werde. Gewiß ist, daß die Zuhörer, über 2000 an der Zahl, dem 1'/2stündigen ungarischen Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit folgten. Da sich nach dem Midrasch die Verfolgten des besondern göttlichen Schutzes zu erfreuen haben, so ist es für unsere neue Synagoge ein günstiges Vorzeichen, daß dieselbe durch zwei Theologen eingeweiht wurde, welche die Vorsehung durch die Schule bitterer Verfolgung geführt hatum sie zu treuen Vorkämpfern des Fortschrittes im ungarischen Israel zu benützen. Denn wie sein Freund Löw ging auch unser vormaliger — und wie wir wünschen: auch künftiger — Rabbiner, Dr. Zipser, durch das läuternde und stählende Feuer der Verfolgung. Die Festpredigt, welche Dr Zipser gestern über 4 M. 24, 5. 6. hielt, hatte entschieden progressive Tendenz; sie war aber von dem Geiste der Liebe und Milde durchweht und bildete solchergestalt eitlen der Reform würdigen Gegensatz zu den fanatischen Expektorationen, ont welchen die Herren Hildesheimer und Gugenheim voriges Jahr ihre Zuhörer in der hies. orthodoxen Synagoge regalirten. Daß es an Festessen nicht fehlte, brauche ich wol kaum zu erwähnen. Trinksprüche, an denen sich auch Herr Oberrabbiner Hochmnth aus Veßprim, Herr Rabbinatsaffeffor Natanek, Herr Dr. Ligeti, die Herren Hahn, Oser, Kraus und Andere betheiligten, würzten die Mahle und brachten die Anwesenden in die fröhlichste Stimmung. Die Einweihungsfeier unserer Synagoge wird nnö lange, lange Zeit Gegenstand der freudigsten Einnerung bleiben. (Ich werde die in Stuhlweißenburg verlebten zwei Tage zu den schönsten Tagen meines Lebens zählen, und erfülle ich nur eine mir höchst angenehme Pflicht, indem ich der wackern und strebsamen isr. Hauptgemeinde daselbst für den mir bereiteten glänzenden Empfang, für den glänzenden Abschied, sowie für die sorgfältigen und zartfinnigen Anstalten, mir den Aufenthalt in ihrer Mitte recht angenehm zu machen, hiermit meinen aufrichtigenlund ergebenen Dank aüsdrücke. Der Gott Israels nehme die Gemeinde in seine besondere j 788 Obhut, und lasse alle ihre Anstalten von Jahr zu Jahr herrlicher gedeihen. Red.) Stnhlweißenbuvg, 25. September. Freitag am 23. d. ist der prachtvolle Tempel der israelitischen Hauptgemeinde eingeweiht worden. Die ehrwürdigen Herren Oberrabbiner Löw und Zipser find zur Begehung dieser Feierlichkeit hieher berufen worden. Ich habe in diesen Blättern schon vor Jahren das Schicksal und die Erlebnisse der hiesigen Gemeinde genügend besprochen und finde es daher überflüssig, mich in weitere Erörterungen der hiesigen Zustände einzulaffen, die nun bereits einem überwundenen Standpunkte angehören. Jedoch sei es mir gestattet, gelegentlich hervorzuheben, daß das edle Streben der hiefigen Gemeinde zur Hebung und Verherrlichung des Gottesdienstes einerseits, anderseits die Erhaltung und Förderung ihrer Institutionen rühmenswerthe Anerkennung und Nachahmung verdient. Als im Jahre 1860 der Zwiespalt solche Dimensionen annahm, daß das darauffolgende Jahr 1861 die Losreißung der vom blinden Fanatismus durchwehten Partei nothwendig herbeiführen mußte, war die Existenz der Gemeinde in Frage gestellt. Die Einkünfte derselben erlitten hierdurch einen großen Abbruch und doch durfte sie von ihren bisher bestandenen Einrichtungen nichts preisgeben, wollte sie sich nicht selbst aufgeben — und in dieser verzweifelten Lage kämpfte sie bis gegen das Ende des Jahres 1863 —; da erhob sie sich wie ein Mann, bot alles auf, ermunterte und spornte alle in ihr vorfindlichen Kräfte zur neuen That an, und schritt zum Baue eines neuen Gotteshauses und so steht es nun fertig dieses Prachtgebäude, dessen Thürme hoch in die Luft emporragen, eine Verherrlichung Gottes und wahre Zierde der Stadt! Das Fest begann Freitag Nachmittags 4 Uhr. Trotz dcö in Strömen herabgießenden Regens waren alle Räume des weiten Tempels von Besuchern aller Konfessionen und aller Stände überfüllt. Die Behörden, sowol die vom Civil als vom Militär waren reich vertreten. Ein zu diesem Behnfe ernanntes Festkomitö arrangirte alles musterhaft und es herrschte die beste Ordnung. Vor Beginn der Feierlichkeit hielt Herr Dr. Ligeti eine gediegene ungarische Ansprache an die Versammlung, in welcher er die Entstehung des Tempels und das Ringen der Gemeinde klar auseinandersetzte. Hierauf wurde die Bauurkunde verlesen und der Schlußstein durch den Herrn Bürgermeister gelegt. Dann begann die Einwcihungsfeierlichkeit. In den Vorhallen des Tempels standen die ehrwürdigen Herren Oberrabbinn Löw, Zipser, Hochmuts) und Rabbinatsverweser Natonek, in der Hand die heiligen Gesetzesrollen und ein gut geschulter Choralgefaug stimmte das Matown an, und nachdem im Tempel ein dreimaliger Umzug mit den Gesetzesrollen gemacht wurde, der an Feierlichkeit und Weihe nichts zu wünschen übrig ließ, bestieg Herr Oberrabb. Löw die Kanzel und hielt eine die Zuhörer wahrhaft begeisternde Predigt in ungarischer Sprache, in welcher er die Wichtigkeit und Bedeutung des Gotteshauses darlegte. Nachdem noch das Abendgebet verrichtet wurde, war der Haupttheil der Einweihung geschloffen. Herr Oberrabb. Dr. Zipser hielt Tags darauf Sabbath Vormittag einen dieses hochgelehrten Mannes vollkommen würdig entsprechenden, die zahlreichen Zuhörer wahrhaft entzückenden Vortrag auf der Kanzel, von der er durch 14 Jahre seine Gemeinde belehrte, und daß diese Belehrung Früchte getragen, zeigt zur Genüge der Geist der Strebsamkeit der hiesigen Fortschrittsgemeinde. Und so möge Gotr die Gemeinde segnen und sie durch keinen Unfrieden in ihrem Streben hemmen; möge der Geist des Friedens für immer in ihre Mitte einziehen! M. B erndorfer. Arad, im September. In den Tagen vom 18. bis 23. d. fanden an der hiesigen öffentlichen israelitischen Haupt-, Nnterreal- und Mädchenschule die ZahreSprüfungeil statt. Lehrer und Schüler gaben bei dieser Gelegenheit die schönsten Beweise unermüdlichen Fleißes undselt-

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