Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 38 (21.9.1864)
- Date
- 1864-09-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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771 772 rung der Lehrergryalte dachte. Diese löbliche Absicht reifte, zum Entschlüsse, als es bekannt wurde, daß der unter allgemeiner Anerkennung wirkende Klassenlehrer Nathan Fischer aus materiellen Rücksichten gesonnen ist, einem Ruf nach Debreczin zu folgen. Der Borstand ließ sogleich eine außerordentliche Repräsentantensitznng einbernfe» und das diesbezüglich schon früher im Plan« Gelegene wurde in derselben zu einem raschen und würdigen Abschlüsse gebracht. Es wurden nämlich ans Gemeindemitteln jährl. 1000 Gnlden zur Aufbesserung der Bezüge nuferes, durchgehends aus gediegenen Kräften hestehenven Lehrkörpers votirt und mithin auch der Gehalt des wa.ckern Fischer um eine jährliche Zulage von 300 fl. vermehrt. Wir hoffen, daß dieser, die Gemeinde ebenso , wie die Lehrer ehrende Beschluß Herrn Fischer unserer Schule erhalten wird. X. Brünn, im September. Interpellation an das hoch würdige Ra b bin at und an den löblichen Kultnsvorstand zu Brünn. — Vor einigen Wochen haben diese Blätter den Wortlaut der Instruktionen veröffentlicht, die. ein ehrsamer Kultnsvorstand mit dem hochwürdigen Herrn Rabbiner in Brünn vereinbart hat und wir übrigen einfachen Menschenkinder, die wir nicht das Glück haben, am grünen Tische zu sitze», oder zu der intimen Suite des Hers» Rabbiners zu gehören, haben erst aus diesen Blä.itern erfahren, welche Pflichten unser Herr Nahbiner übernommen und gewiß auch zu erfüllen beabsichtigt hat. Wir können demnach um so weniger begreifen, wie Sie Herr Rabbiner so leicht sich einer übernommenen Pflicht entziehen können und wie anderseits ein löbl. Kultusvorstand wieder die Nichtbeachtung der vereinbarten Instruktionen so stillschweigend hinnehmen kann? In den Instruktionen nämlich wird Ihnen, Herr. Rabbiner die Leitung nnd die Ncberwa chung deö G otteödi e»steS zur.Pflicht.gemacht. nun verstehen wir einfache Gemeindemitglieder unter Leitung und Ueberwa chung des Gottesdienstes vorerst die Pflicht, bei jedem Gottesdienste mit Ausnahme von Ve.M»deMUgSfällen gegenwärtig zu sein, da doch ein Gottesdienst nicht etwa wie ein Marionettentheater auch aus der Ferne durch geheime Drähte geleitet werden kann. Wie kompit es nun, daß Sie, Herr Rabbiner fast die ganze Woche »nt Ausnahme von Sahbat-Maariv- und Mnffaf und höchstens noch Monsag pnb Konnerstag. ober auch dies schien sehr unregelmäßig und unpüilftlich, »nserem Gottesdienste die.Ehre Ihrer Gegenwart entziehen? Ist denn ein Sabbath-Mincha- oder S.chacharith re. nicht würdig, daß ein Rqb.biner voran theilnehmen soll? Aber wäre es. a»ch so, und. wäre, eö auch,nur ein Chazothgebet, müßten Sie ja nach JhrerVerpflichtung, wenn.Sie derselben getreulich Nachkommen wollen, immer däbei,anwesend sein Warum., aber -geschieht es doch nicht?. Daß. de.o löbl. Dorstanb darüber schweigt, das ließe sich vielleicht dadi'.rch erklären, daß die He^n VorstandsmitglieberMr. höchst selten in die Lage kommen, die Abwesenheit des Rabbiners vo.;n Gottesdienste zn bemerken; daß aber des Herrn Rabbiners eigenes Gewissen über diese Pflichtverletzung schweigt, das b-greMn.::Mr...mM., ...W, dem. Herrn MabhiM Mh-gnehMiu löbl.. KultuSvorstande nicht nahe zu treten, müssen wir annehmen, daß der erwähnte:Passus in den Instruktionen, von uns nicht verstanden sei, oder daß vielleicht, in. der. mündlichen .A»,Sein/znchersstzWg.;denisespen eine andere Interpretation, gxgeben .wurde, wir bitten.daher paö. chswtzMfge Rachbinat und den hochlöblichen Kultnsvorstarzd, uns hierüber AsMärntjg zu geben, und hierdurch uns sowol, als Biele mit uns von: der Sünde, einer, falschen Verdächtigung, zu befreien. Me^chenan, im September.*) 0*-מהיוםb״אפ^ויתי ׳אשמרה־ 0^, בעוד.רשע.?לגגריי" dachte ich. .aber , rs, geh t nicht, ,Mv .Dir *) Diese Entgegnung habe ich an die Redaktion der ״Neuzeit", die den Angriff auf mich ausgenommen, eingeschickt; da aber selbe meine Abwehr unberücksichtigt gelassen, so ersuche ich die löbl. Redaktion des »B. CH." diese.Entgegnuilg .ans meine eigene Verantwortung in ihrem geschätzten Blatte aufznnehmen. Lengs selb er. auch nach dem Scheiden keine. Ruhe gönnen. Erst kamen Lobhudeleien: ״respektabler Charakter", ״tüchtiger Rabbiner";, es war eine schöne Helegenheit, um die ^די2ד mit der ganzen Sippschaft zu kennzeichnen, doch ich schwieg, wiewol dieses Lob aus solchem Munde mich mehr indignirte, als wenn er einen Tadel ausgesprochen hätte; ich habe qunmehr die Niederträchtigkeiten WaraSdin« verschmerzt und wollte dem Gekrächze von dorther keine Beachtung mehr schenken. Der Warasdiner Vorstand hat ohnedies nur auf meinen.guten Charakter hinauf gesundrgt, er wußte, ich werde ihm nicht auf der Bahn der Gemeinheit folgen und konnte sich deshalb erlanben, was sich noch kein Borstand, erlaubt hat; er wußte, ich werde nicht seine Kabalen, seine Wortbrüchigseit und seine Gewissenlosigkeit der Welt anftischen. Nun kommt aber wieder ein Korrespondent von der Drau- und Murgegend und fordert mich mit zuckersüßen Worten, heraus. Mir ist zwar diese Korrespondenz faßlich — das eorpus delicti, das jetzt vorliegt, zeigt, daß ich.mich nicht irre — und hätte sie keiner Entgegnung gewürdigt, wenn ich nicht der Oeffentlichkeit gegenüber die Erklärung zugleich abgeben wollte, daß ich von nun an auf alle Angriffe, auf Alles, was auf meinen WaraSdiner Konflikt hindeuten sollte, mit stiller Verachtung antworten werde. Nun zur Korrespondenz, die, was Csakaturn .anbelangt, auch Herr Rabbiner Schwarz als eine Lüge bezeichltete. Die Begelsterung für Herrn Sonnenschein, die zwar noch in den Windeln liegt, ist ganz in der Ordnung; es häjte mich überrascht, wenn es anders wäre. Ein Vorstand» der — nach seinen eigene» Worten -- nur einen solchen Rabbiner haben will, den er züchten kann, und ein Rabbiner, der in solche Zucht geht, und . sichsogar verpflichtet, keinem Schüler, eine schlechte Klasse aus der NeligionSlehre zn geben, gehören in der That zusammen, diese Charaktere müssen sich befrennhen, und müssen kür einander erglühen. Für die Rührung des Herrn Korrespondenten sage ich ebenso gerührt meinen Dank. Weiin ich nicht fürchten Möchte, daß der Herr Korrespondent noch einmal ״sehr gerührt" würhe, möchte.ich ihm,so.gar sagen, daß ich die Anstellung hier nicht nachträgliH erst erlangt habe; sondern von allen Stellen, die mir offen standen, habe ich Reichenau gewählt, und schon im Monate April, selbe erlangt. Daß aber dieser Korrespondent die Ueberzeugung ausspricht, daß daö Vorgehen.der Warasdiner Gemeinde — d. h. nur des Vorstandes — ein Akt der Nothwehr war, erkläre ich als eine. Impertinenz o,hne Gleichen, bisher angibt, wym.it ich.die Geflieinhe att.aguir.f ,nnd sie^znr Nothwehr .gezwungen, halbe,! Es beliebt jetzt, einem Jeglichen, das Perhältniß des Rabbiners znr. Gemeinde als ein Ehebündniß zu charakterifiren und nachträglich zn sagen: daß bei den würdigsten Leuten eine unverträgliche Ehe stattstnpen kann. Das ist aber falsch; wenn beide Theile wirklich sehr würdig sind., ka»n die Ehe nicht unverträglich sein. Mir aber hat man eine Pflichtverletzung oder eine Charakterlosigkeit nicht uachgewiesen und wird sie auch nicht Nachweisen können; sonst hätte man nicht alles angeweudet, daß die -Behörden, ohne mich zn hören, ihr Urth.eil sprechen sollen; die.Nnwnrdigkeit. muß demnach auf der andern Seite zu suchen und zn sinden sein und man kann eS auch demnach dem Herrn Korrespondenten der ״Neuzeit" nicht verargen, wezin er Wa.rqSdin östlich,glaubte, da er un.plögljch wiFen konnte, daß..Garas.din so tief nnten steht. Lengsfelder, Rabbiner. •A im September. Am 18., p. M. feierte die hierortige Kultnögemeinde ein doppeltes Fest der Erhebung »nd Wsjhe. Unter depi Aildeqnge Per Hierortigei» Bev.ö'l.ker.png' .und "ein.er' bxheH^yhM Anzahl der UeMhM der näh.ern und fernern Umgebung und im Beisein unseres verehrten k. k. BezirkSamlmanneö und der Honoratioren dieser Stadt wurde zu Ehren des glorreichen Geburtstages Sr. k. k. Majestät nnsereS allergnädigsten Kaisers ein feierlicher Gottesdienst ab- -gehalten und zugleich wurde auch die Einweihung der neuerbauten isr. deutschen Schule vorgenomme».