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Ben Chananja · 1864-09-21 · 38 (21.9.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
38 (21.9.1864)
Date
1864-09-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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763 764 seines Amtes und jeder Bezahlung aus der Gemetndekqsse als verlustig erklärt. Rechnitz Cheschwon 1754." Unterschrieben ist das Dokument von Samuel Meirlöb, Staßow's größtem und unerbittlichstem Gegner in dieser Streitsache, wie auch von einem Sohne des frühen: Rabbiners. Erwähnte Streitsache, die die Gemeinde in zwei Lager, in Gegner und Anhänger, theilte und alle Gemeinde- und Familienvcrhältnisse auf das tiefste erschütterte, entstand nach mündlicher Ueberliefernng in folgender Weise: Ein Mitglied der Hillischen Familie feierte das Beschneidungsfest seines Sohnes. Als Gäste waren außer Staßow der obenerwähnte Samuel Meirlöb und Joel Ungar geladen. Das Gespräch wendete sich auf den so lebhaft geführten Streit zwischen Jonathan Eybenschütz und Jakob Emden. Letzterer beschuldigte seinen Gegner Eybenschütz, daß er ein Anhänger der Sabbatäer sei. Ungar, dem eben ein Sohn oder Verwandter aus der Prager Jeschiba heimkehrte und von dort aus üble Nachreden über Eybenschütz mitbrachte, konnte sich nicht enthalten, gegen diesen Heros auf dem Gebiete des Talmud ebenfalls loszuziehen. Da trat Staßow, als Schüler und Verehrer von Eybenschütz, mit allem Eifer gegen den Schmäher auf, stellte sich auf Seite des Verleumdeten und ließ in unschuldiger Weise die Worte fallen: אל תגעו במשוהי. Kaum aber sind diese letzten Worte aus seinem Munde gegangen, da fielen sowol Joel als Samnel über Staßow her, überhäuften ihn mit Schimpf- und Schmähworten , nannten ihn einen Schebs und Gottesleugner. Samuel wandte sich brieflich en R. Jakob Emden und machte ihm die Anzeige, daß auch Staßow ein Anhänger der neuen Sekte sei. Emden, dieser zermalmende Donner, schurrte das Feuer noch mehr und hetzte die Gemeinde gegen ihren Rabbiner auf. Die Zwietracht griff so sehr um sich, daß Eltern mit ihren Kindern, Geschwister mit einander in Zwist geriethen. Die Gegnerpartei ging so weit, daß sie Staßow anklagte, er trage ein Kreuz unter dem Hemd und machte einmal den Versuch, ihm öffentlich im Tempel das Gewand Herunterreißen zu lassen. Der Verfolgte nahm seine Zuflucht zu einem furchtbaren Banne, den er sowol gegen seine Gegner, als gegen alle Sabbatäer schleuderte. Er,glaubte durch diesen, im Tempel, bei der Thora vorgenommenen Akt, einerseits seine 'Feinde vernichten, anderseits jeden Verdacht von sich wälzen zu können. Allein das Fener der Zwietracht brannte schon zu heftig, und außerdem gab es sowol nach innnen, wie nach außen Handlanger genug, die dafür sorgten, daß der Brand nicht so bald erlösche. Staßow's Anhänger, darunter vorzüglich die Hillische Familie, vermochten ihn nicht zu schützen. Die Gegner wußten durch Einflüsterungen bei der Gattin des Palatins sich Geltung zu verschaffen und der von allen Seiten Angegriffene mußte sich flüchten. Er lebte einige Zeit in einem unweit gelegenen Dorfe, Namens Camba. Erst nach dem Absterben dieser Fürstin gelang es Staßow's Freu::- den, ihn nach Nechnitz zurückzu bringen, wo er zwar als Rabbiner weiter fungirte, aber seinen -Gehalt blos von den Anhängen: bezog. Die Gegner blieben die alten, verließen jedesmal den Tempel, wenn er die Kanzel betrat, ja selbst der Tod, bei dessen Anblick sich schon oft die heftigsten Feinde ausgesöhnt, fachte den Haß noch mehr an. Staßow verließ das Zeitliche am 6. Elul 527—1767. Seine Freunde, die wahrscheinlich an der Spitze der Gemeinde standen, bereiteten ihm eine feierliche Bestattung und ließen ihn auf dem Fried- Hofe neben den Rabbiner Jsak Proßnitz begraben, der fast als ein Heiliger verehrt wurde. Seine Gegner hingegen, an deren Spitze ein gewisser Elias Schmai stand, kleideten sich an seinem Sterbetage in Festkleider, zitirlen laut in der Gasse den biblischen Vers (Spr. 11, 10) und ließen sogar die Leiche und das Grab mit Steinen bewerfen. Doch soll, wie allgemein hier die Sage lautet, die göttliche Strafe den Schänder des Tobten, den oben erwähnten Elias, bald getroffen haben. Derselbe erblindete gleich nach seiner Rückkunft von: Friedhofe auf beiden Augen. (Fortsetzung folgt). Lemeise für bic ßiiifjeit -flottes m ben DW-arMfdjeii Sdjufcn. Eine religiousfilosofische Studie. Von Dr/A. Sch mied l, Rabbiner zu Proßnitz. An der Spitze des Judenthnms steht das Bekenntniß der absoluten. Gotteseinheit, als das höchste Kriterion desselben. Mit diesem Bekenntnisse steht und fällt -die ganze jüdische Glaubens- und Gotteslehre. Jener biblische Satz (5 B. Mos. 6, 4.), der dieses Bekenntniß in sich faßt, ist daher im eigentlichsten Sinne die höchste Glanbensformel Israels durch alle Jahrtausende gewesen, der zahllose.Märtyrer willig ihr Leben zum Opfer brachten. So lange der Jude an dem Bekenntnisse des Monotheismus unverbrüchlich festhält, soll er, nach talmudischem Ausspruche, als Jude angesehen und behandelt werden.*) Die jüdische Neligionsfilosofie will es jedoch mit den: bloßen Bekenntnisse nicht genug sein > lassen, sondern -mit der ganzen Akribie hat sie sich darauf verlegt, das oberste Prinzip des Judenthums auch auf dem ״Wege der Spekulation" 2.) in seiner unwiderlegbaren Wahrheit zu erweisen. 2) Vrgl. Talm. Megilla 13 a. Auch Jalkut zu Trod. 18, 19.: ויחד יתרו שייחד שם •ודבר«;., לא שנעשה יחודו, taufte vielleicht denselben Gedanken ausspreche» — indeß im Tanchnmä z. St. lautet die Stelle:אל תקרא ויהד אלא ויהד שנעשה יהודי בדרך ר,עיון=בטרק אלנטר ף. 3) Nach Mose dem Karaer (Schwiegervater des Abron b. Elia aus Nikomedien) schließt das Schriftwort. . . . שמע ישראל beides, die Grkenntniß der göttlichen Einheit auf dem Wege der Tradition und auf dem Wege der Spekulation in sich, jenes für die Niedrige», dieses für die Höherstehenden unter dem israelitischen Volke (Ez Chajim Kap. 65.)

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