Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 35 (31.8.1864)
- Date
- 1864-08-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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719 720 Mischen Zugend in den Stunden der Muße zur Aufgabe gemacht wurde. Dieser letztere Punkt ist Hauptzweck des Institutes geblieben, und wird theils dadurch erfüllt, daß zur Belehrung der erwachsenen Mitglieder von Zeit zu Zeit Vorlesungen von dazu Berufenen gehalten werden, theils durch direkten Unterricht in Religion und den merkantilischen Wissenschaften, welcher den Handlungslchrlingen von tüchtigen Lehrern ertheilt wird. So wird hier dem Bemittelten, wie dem Unbemittelten Gelegenheit geboten, seine Mußestunden zur Bereicherung seiner Kenntnisse zu verwenden, als das beste Präservativ gegen alle Anfechtung der Trägheit und Verführung. Er erfreut sich dadurch nicht nur des Umganges und Beifalls der ihn beobachtenden höher stehenden Mitgliederschaft, sondern kann auch eine öffentliche Anerkennung seines nützlichen Strebens erwarten. Die Aufstellung des Lehrplans, Beschaffenheit der Lehrmittel und Lehrkräfte für jedes Semester, erfolgt durch den zeitigen Vorstand und ist immer von den Mitteln abhängig, welche der bei dem Beginne des Geschäftsjahres vom Vorstande ausgestellte Etat dafür nachweist. Dieser Etat betrug in den letzten Jahren nicht unter 400 Thalern, ein schöner Beweis für die bei nicht allzustarken Kräften vorhandene Opferwilligkeit des Instituts. Unterstützungen werden Nothleidcndett, kranken und durchreisenden HandlnngSdienern gewährt. Mit der israelitischen KrankenverpfleguugS-Anstalt ist ein Abkommen hinsichtlich erkrankter bedürftiger Mitglieder getroffen und werden solche in bcsonderS reservirten Räumen des Fränkel'scheu Hospitals verpflegt. Größere Baarunterstützungen werden vom Vorstände bestimmt, doch ist dem Cmpfangenden die Rückerstattung derselbe», so er sich wieder.in güustigern Verhältnissen befindet, zur Ehrenpflicht gemacht. Die Oberaufsicht über das Institut führt ein Kuratorium, welches aus fünf Kaufleuten besteht, und von dem Vorstände aus der Zahl der außerordentlichen oder Ehren- Mitglieder gewählt wird. So möge denn dieses schöne Institut als Muster der Nachahmung auch fernerhin blühen, wachsen und gedeihen, überall die erwünschteste Theilnahme und Änfmunterung finden nnd nie ermüden, seine Nützlichkeit zu bewähren. Korrespondenz. Ausland. L.v. London, 24. August. Zn der interessanten Notiz über B e njamin Espinosa, welche aus Dr. Carmoly's Feder in diesen Blättern (S. 678) sich befindet, wollen wir noch htnzufügen, daß das Buch בית העזר von N. ®liefet Aschkenasi — wenn unser Gedächtniß uns nicht trügt — ganz jüngst unter den Büchern sich befand, welche derselbe für die Herren Gü nzberg in Paris brachte, auf deren reiche Sammlungen wir in diesen Blättern (S. 578, 593) die Aufmerksamkeit lenkten. A Breslau, im August. Herr Dr. Zuckermandl aus Ung. Brod, einer der jungst aus dem Seminar Entlassenen. erhielt das Rabbinat in Gnesen und wird dasselbe noch vor den Feiertagen antreten. P. Amsterdam, im August. Zum Behufs der am 7. 8. und 9. September d. I. hierorts bei Lewissou abzuhaltenden Bücherauktion (S. Nr. 30 S. 603 d. Bl.) ist ein zweites Verzeichniß erschienen. Es enthält 561 Nummern gedruckter Bücher und 17 Nummern Manuskripte. Unter beiden Rubriken befinden sich sehr kostbare Stücke. Außerdem werden Thorarollen und Synagogenornamente im Wege der Auktion verkauft werden. — Aus dem Zrassauifchen, im August. Das 25jährige Fest der Regierung unseres Fürsten ist auch in den Synagogen auf eine angemessene Weise gefeiert worden. Rabbiner Dr. Hochstädter hielt eine gehaltvolle Festrede; auch die bei dieser Gelegenheit gesungenen Lieder wurden von ihm verfaßt. Inland. א״ת Pest, 22. August. Die Lehrervereinsangelegenheit ist, noch immer auf demselben Fleck. Die (von den p. t. Herren Kricgler, Festl und Katasovics) eingeholten Gutachten find sämmtlich günstig ausgefallen, und an maßgebender Stelle herrscht dle wohlwollendste Dis- Position vor. Aber dies Resultat kennen wir bereits seit Wochen und doch läßt die endgiltige Entscheidung noch immer auf sich warten. Täuscht mich aber meine Dermuthung nicht, so liegt das Gesuch an die Statthalterei im ScssionSsaale des hiesigen Magistrates. Die Einreicher des Gesuches baten nämlich auch um die Erlaubniß, im Oktober d. I. eine Landeslehrer-Konfcrenz abhaltcn zn dürfen, da aber dieser Punkt Munizipal-Rechte berührt, dürfte die hohe Stelle über letztere Angelegenheit auch den hicrstädtischen Magistrat zu vernehmen gewünscht haben- Am 9. d. M. fand an der hiesigen kön. isr. Musterhauptschule, im Beisein der Schulbehörde, des Vorstandes und sonstiger Honoratioren die Jahresprüfung statt. Das Resultat war befriedigend, namentlich verdient der Fortschritt der Zöglinge in der vaterländischen Sprache lobend hervorgehoben zu werden. Bis Ende des MonatS findet noch Schulbesuch statt. Fünfkirchen, im August. Aus der hiesigen Gemeinde wird Ihnen eher zu viel, als zu wenig berichtet. Die Nachricht von dem zu errichtenden Kasino hatte ebensowenig ein Recht auf Veröffentlichung, als die Nachrichten von den gespendeten נדבות ein Recht daraus hatten. Dagegen verdient in weiteren Kreisen bekannt zu werden, daß die nngarische Predigt, welche unser sehr verehrter Herr Oberrabbiner Ehrlich am 18. d. M. als am Geburtsfcste Sr. Majestät hielt, eine ungetheilte Begeisterunghervorgerusen hat. Ocffentliche Anerkennung verdient auch das Wirken unseres sehr intelligenten Vorstehers, Herrn J akob Justus. Dr. Schulhof. my• Szentes, im August. Durch den Austritt einer Lehrkraft aus der hiesigen Hanptschnle sah dieser Posten einer Besetzung entgegen. und kann die hiesige Schule sich Glück wünschen zu der Wahl eines Mannes, der durch Liebe zum Lehrfache und gediegene Fachkenntniß sich auszeichuct. Wir meinen Herrn Joachim Heikler, bisherigen Hauptschullehrer in Makü, der durch seine geistreichen Aussätze im ״Oesterreichischen Schulboten", sowie als Korrespondent Ihrer geschätzten Wochenschrift Ihnen vortheilhaft bekannt ist. Möge es ihm gleich seinem Vorgänger Herrn Moriz Ehrlich gelingen, sich die Liebe seiner Schüler, den Beifall seiner Vorgesetzten, sowie die Achtung seiner wackern Kollegen zu erwerben. Literiirische Äiyeigen. Talmudifche Lexikographie. 1. ספר בקורת התלמוד Kritisch-talmudisches Lexikon von Jakob Ezechiel Löwy, Rabbiner in Bcuthen, Oberschlesien. Band I. Wien, 1863. Eigenverlag des Verfassers. 8. 492. 2.?בפר תו וברו. Reallexikon zum Jore Dea. Von Jsak Frenkel. Herausgegeben von Eliezer Lipman Silbermann. Lyck 1864. 4. 52 Bl. Die talmudischen Lexika im weitern Sinne, d. i. die in alphabetischer Ordnung geschriebenen, dem leichtern Verständnisse des Talmuds zu Hilfe kommenden Werke lassen sich in sechs Klaffen theilen. 1. Die erste Klaffe bilden die Wörterbücher im enger» Sinne. Der Gründer der talmudischen Lexikographie ist, wie schon Rapoport nachgewiesen, N. Zemach Gaon in Pumbaditha (872—890). Das trefflichste Lexikon für Talmud und Midraschim ist noch immer das oft edirte Werk R. Nathans aus Noni, welches auch viele Realerklärungen enthält. Die auf R. Nathans Werk, sowie auf die eigentliche talmudifche Lexikografie bezüglichen Schriften, Aufsätze und Bemerkungen find viel zu bekannt, als daß wir dieselben hier namhaft machen sollten. Die Pilpnlisten der neuern und die Neuorthodoren der neuesten Zeit