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Ben Chananja · 1864-08-31 · 35 (31.8.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
35 (31.8.1864)
Date
1864-08-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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781 788 haben zur talmudischen Lexikographie ebensowenig beigetrage», als die Toßafisten des Mittelalters. 2. Die zweite Klasse bilden die haggadischen Lerika. Von den hiehergehörigen ״Realwörterbüchern und Konkordanzen", welche Dr. Steulschncidec aufzahlt (jüd. Lit. 454, b), ist mir nur das Sichron Thorath Mosche von Moses Figo, und zwar in der Konstantinopler Ansgabe (1563) zugänglich (S- Fürst's Bibl. 1, 280); In neuerer Zeit erschien in dieser Richtung: ס׳ ציון לדרש von PhöbuS Frenkel, strotoschin, bei B. L. Monasch 1858. 6. 296. Erklärungen der Begriffe werden hier ebenso wenig gegeben, als in Figos Werk; Sie Stellensammlung ist bei letzterem nicht selten reicher ausgefallen, als bei Frenkel. Das Werk Figos ist besonders in den Nachweisen ans dem Jernschalmi reicher, und liefert außerdem einen vom dogmatischen Gesichtspunkte geordneten Inder zum Midrasch Rabba. Unvollendet blieb: ספר אלפא ביתא von Moses Katzenellenbogen. Das erste Heft erschien 1855, das zweite 1856 in Frankfurt am Main. Der letzte Artikel ist?דת. Der Verfasser streut hin und wieder sein Naisonnement ein. Ein klarer Plan liegt der alphabetischen Sammlung nicht zu Grunde. 3. Ganz unberücksichtigt blieben bisher die halachischcn Real- Wörterbücher, die als eigene Klasse angeführt zu werden verdienen. Die ältesten Versuche wurden auf diesem Gebiete, so viel mir bekannt ist, von Israel Jakob Algasi gemacht, der im vorigen Jahrhunderte Rabbiner zu Jerusalem war. Seine lcrikalischen Schriften ,מענה לשון תוספת דרבנן und מדות חכמים wurde 1862 bei Fleckec in 8emberg wieder aufgelegt. Sie enthalten pilpulistische Digressionen in nicht geringer Zahl. Nach einem sehr umfassenden Plane wurde Lamprontis Pachad Jizcchak angelegt, dessen noch nicht gedruckter Theil von dem Vereine ״Mekize Nirdamim" edirt werden oll. Lämpronti hat eine Masse von Sachen ausgenommen, die in ein Lerikon nicht gehören, z. B. das ganze Verfahren bei der Chaliza-Zeremonie und eine bedeutende Anzahl von Gutachten. Die Schlagwörter sind häufig ohne alle wissenschaftliche Einsicht gewählt. Er dehnte sein Lerikon ans die Haggada aus. Rein im halachischcn Interesse schrieb Benedikl Kose lein. Rabbiner in Högyäß in Ungarn, seiu 1837 erschienenes Keßef Niwchar, welches die Materialien zu 160 wichtigen halachischen Gegenständen in alphabetischer Ordnung zusommcnstellt, sich aller Digressionen enthaltend. Eine ganz andere Richtung befolgt das 1838 in Lemberg bei Meyerhofer erschienene מלא הרעים von Jakob Hirsch Zolles. Der 1. Theil dieses von ausgezeichnetem Scharfsinn zeugenden Werkes bespricht in alphabe, lischer Ordnung 205 Themata, indem bei jedem einzelnen Gegenstände die verschiedenen Meinungen der Thannaiten und Amoräer vorgeführr, und oft sehr scharfsinnige dialektische Konsequenzen und Betrachtungen hiuzugesügt werden. Ans der Bahn Algasis bewegt sich Abraham Serano in dem Mikneh Abraham, welcher zu Salonich 1853 erschien. Ein Reallerikon zum Schulchan Aruch ist das כור לאברהם? von Abra- Ham Alkalai (Salonich 1777. Josefow 1843), dessen lexikalischer Charakter von Fürst (Bibl. 1, 239) verkannt wurde. 4. Als eine eigene vierte Klaffe betrachten wir die methodologischen Wörterbücher zum Talmud. Das älteste Werk, das hier zu nennen ist, hat R. Maleschi b. Jakob ha Kohen, Rabbiner in Livorno, zum Verfasser und erschien 1767 in Livorno Die zweite Berliner Ausgabe wurde 1657 gedruckt. Zolles und Serano widmeten die zweiten Theile ihrer Werke methodologischen Artikeln, die ebenfalls alphabetisch geordnet sind. 5. Am bekanntesten find die talmudischen Gelehrten-Lerika oder die alphabetischen Verzeichnisse der Thannaiten und Amoräer. Z a ccuto, Feiser und Heilprin sind die Führer auf diesem Gebiete. Ihre Werke bilden die fünfte Klaffe der talmudischen Lexikographie. 6. Eine neue Epoche, die der wissenschaftlichen Bearbeitung, sollte für die talmudische Lexikographie 1852 durch RapoportS Erech Millitt inaugurirt werden, welches sich als encyklopädisches Werk aukündigte. So vieles nun auch die Kritik an dem -Inhalte des erschienenen ersten TheileS anszusetzeu hatte, so Härte das Werk, wäre es vollständig erschienen, einen hochzuschätzendeu Beitrag zur wissenschaftlichen Erkenntniß der talmudischen Literatur geliefert. Ein vollständiges Reallerikon des Talmuds wäre es aber in keinem Falle gewesen, da der Herr Verfasser die Halacha, die Methodologie, die Zoologie und Bo- Szegedin, äelbßüctlag der Nedaktlon. fantf gänzlich ausschloß, und auch innerhalb der Grenzen, die er sich selber steckte, viele Artikel wegließ, die ihm von Anderen bereits hinreichend erklärt schienen. Solchergestalt wurde der Platz noch immer offen gehalten, der dem Verfasser des ersten talmudischen ReallerikonS eingeräumt werden soll. Ob der Verfasser von Nr. 1 diesen Platz einnehmen werde, möchten wir sehr bezweifeln. Selbst wenn die bedeutende Zahl von Hypothesen , die Herr Löwy seinen Lesern plausibel zu studen zumnthet, wirklich annehmbar wäre; würde der vorliegende Band wol für eine Sammlung von Exkursen und Bemerkungen gelten können, aber bei weitem für kein Lexikon, von dessen Aufgabe und Anlage der Herr Verfasser gar keinen Begriff zu haben scheint. Es ist aber auch das Gebotene!lichtswentger als wissenschaftlich begründet. Der Verfasser beweist allerdingS, daß er nicht nur deutsch, sondern auch lateinisch und griechisch versteht, und daß er des korrekten hebräischen Ausdruckes mächtig ist: Eigenschaften, die bei einem Rabbiner seiner Richtung sehr anerkenncuSwerth sind. In manchen Ländern sind die Rabbincn noch weit entfernt, Bücher, wie das vorliegende ist, schreiben zu können oder lesen zu wollen. und wir wünschen vom Herzen, daß das Lerikon des Herrn Löwy in diesen Ländern Verbreitung finde, und besonders von den Nabbinen beachtet werde. Hin und wieder findet man manche richtige — s. S. 300 die Erklärung von סבירוניות und ׳מהגיניות — oder anregende Bemerkung. Auch manche Zitate sind geeignet, die bereits gewonnene Erkenntniß tatmubischer Spezialitäten zu bereichern. Dle AuSstaktniig läßt nichts zu wünschen übrig. Nr. 2 soll die dritte Klasse der talmudischen Wöcterbücher bereichern. ES enthält eiiicu alphabetischen Index zu einem Theile des Jore Dea, und ist bestimmt , den Rabbinen in der Praris als Nachschlagcbuch zu diene». Der Inder ist ziemlich vollständig; selbst die Tage, au denen es gefährlich ist, eine Ganö zu schlachten, werden nach R. Jehuda dem Frommen namhaft gemacht. Doch vermißt man manchen Artikel, z. B. עירוי. Da קליפה vorkomml, hätte נטילה ebenfalls einen Platz finden sollen (I. D. 22, 1). Das Merkchen, welches sehr anständig ausgcstattet ist, verdient jüngeren Nabbinen sehr angelegentlich empfohlen ׳zu werden. Inserate, ad 138-1864. Lehrerstellen. Für die Miskolcztr isr. v'ierklassige Mädchenhauptschule sind mit Beginn des nächsten Schuljahres zu besetzen: 1. Eine Lehrerstelle für die 3. und 4. Klaffe; 2. Eine Erzieherin (wenn auch nichtjüdischer Konfession) mit einem ZahreSgehalte von je 400—500 fl. ö. W. Bewerber haben ihre Moralitäts-, ReligiösitätS- und Besähtgungszeugnisse, sowie über ihre bisherige Verwendung in hebräischer, ungarischer und deutscher Sprache, au öffentlichen Schulen, bis zum IS. September l. I. franko einzusenden Miskolez, 1. August 1864. 12-2) Xn die israelitische K»lt»s-Uorsteh»ag. Bnffistonstelle. Ein musikalisch gebildeter Bassist findet in dieser Eigenschaft mit der Obliegenheit eines Chordirigenten (Unverheiratete bevorzugt) eine Anstellung für den neuen Tempel der hiesigen Gemeinde, mit einem Jahresgehalte von 300—400 fl. Bewerber wollen glaubwürdige Nachweisungen ihrer Befähigungen und ihres religiös-sittlichen Vorlebens bis 13. September l. I. franko einseudcn. Für Probebesuche werden nur dem Aeceptirten die Reisespesen bonifizirt. Miskolez, im August 1864. ((2—2) Die israelitische Kultus-Dorstehung. Leipzig, Lommisjious-Vrrlag von Fron; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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