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Ben Chananja · 1864-08-24 · 34 (24.8.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
34 (24.8.1864)
Date
1864-08-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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699 700 erhöhen wird, und dann werden aste Menschen (durch Israel) erleuchtet, den wahre» Gott erkennen, und als Brüder in Liebe und Eintracht leben" ist echt judenthüinlich, zu einem solchen MeffiaSglauben bekenne auch ich mich, und habe ihn auch so in meinem Neligionsbuche festgesetzt. Den Herren Hildesheimer, Kntna undKonsorten behagt ein solcher MestiaSglauben nicht, er paßt nicht in ihren Kram; aber das, was diese Herren Noinautiker nicht atterkennen, ist darum noch keine Unwahrheit. Und da ich nun mich von diesen Herren verabschiede, will ich befolgen das Wort des Talmuds: ״Man soll sich von seinem Nachstcn nicht trennen, ohne Thorawort", und ihnen ein kurzes Pschedel che sagen. Unsere Weisen sagen: TBfi הארץ UV לא Dieses wird übersetzt: ״Bei dem Unwissenden ist keine Frömmigkeit"; ich aber möchte übersetzen: ״Ein Amharez soll kein Chaßid sein", denn die Ueberfrömniigkeit eines nicht viel Wissenden schadet dem Judenthume mehr, als es ihm nützt —- Ko rrrsponden). Ausland. P. Berlin, 12. August. Der neue israelitische Tempel wird in Bälde Vollender. Das imposante Gebäude macht einen überraschenden Eindruck ans den Zuschauer, es ist in jeder Beziehung ein architektonischcS Meisterwerk. Fünf Jahre wird bereits an demselben gearbeitet, und die Kosten dürften nahe an 1 Million Thalcr streifen. Der Tempel umfaßt 3000 Sitze; die Dimensionen find großartig. Die Länge des inner« LemprlbaumeS, ausschließlich des Altarraumes, mißt 120', die Breite des Mittelschiffes 60', die der beiden Seitenschiffe 12' und des zweiten rechten Seitenschiffes 20' die Höhe beläuft sich auf 75'. Das Licht fällt theilö von oben durch fünf runde, die ganze Decke des Mittelschiffeseinnehmende Fenster, theilS durch Seitensenster in Bogenform ein; letztere (an jeder Seite fünf obere und fünf untere) mit ausgezeichneter GlaS- Malerei bedeckt. Die mit Marmorplatten von feinstem Geäder belegten Wände, das übrige in Weiß und Gold gehaltene Getäfel, die zarte und äußerst geschmackvolle Malerei der Plafonde, der weiträumige, von massivem Marmor gestaltete Altar, über welchen sich eine, die Höhe des Mittelschiffes hoch überragende, mit gemalten Glasscheiben versehene Kuppel erhebt, — All dies macht oder wird vielmehr einen ergreifenden Eindruck machen. Besonders bemerkenSwerth ist der künstliche Bclenchtnngöapvarat, welcher nicht nur wegen seiner Neuheit, sondern auch wegen seiner Zweckmäßigkeit bewundert wird. Es werden nämlich keine Luster, Lampen oder Kandelaber verwendet werden, sondern es sind Doppelfenster angebracht, in deren Zwischenräumen die Gasrohren münden; zugleich sind daselbst Hohlspiegel in der Weise angebracht, daß das Licht durch dieselben in das Innere des TenipelrautiieS reflektirt wird. Auf meine Frage über die Zweckmäßigkeit dieses BcleuchtungSapparateS erwiderte mir der junge bauleitcnde Techniker, dem ich auch die Mittheiluiig obiger Daten verdanke, daß man bereits die Probe durch Erleuchtung eines Fensters in der Decke angestellt und eine solche Helle erzeugt habe, daß man im ganzen Tempelranme selbst den kleinsten Druck lesen konnte. Es muß demnach eine Art elektrischen, oder Solarlichtes hrrvorgebracht werden und es läßt sich denken, welch einen impofanten Effekt die Erleuchtung sämmtlicher Fenster erzeuge» wird. Das Ganze ist ein glänzendes Denkmal jüdischer Opulenz und Opserwilligkcit. Wie Ihnen bereits berichtet wurde, wird der Gottesdienst im neuen Tempel mit Chor und Orgelbegleitung abgehalten werden. Berlin, 16. August. Unter diesem Dato schreibt De. Z»nz an seine zahlreichen Verehrer, wie folgt: ״Hochznehrender Herr! Kaum von einer Reise zurückgekehrt, ward ich am Vormittage des 16. August mit BestiSun und Znschriften überrascht. Freunde, Bekannte und Unbekannte, Männer und Fronen, nah und fern, hatten sich verschworen, meinen siebzigsten Geburtstag zu feiern, in Deputationen und Adressen mich zu begrüßen, in Widmungen, in Briefen und Gedichten mir Freundliches zu sagen, Freudiges zu bereiten. Diese ans mich eindringende Flnth von Thrilnahme und Liebe, die unter der Gestalt der Anerkenim 11 g auftrat, hat mich innig gerührt, hoch erfreut; und das nicht zum kleinste» Lheile meines Ihruer» Wcibeö, meiner geliebten Adelheid wegen, die nun 42 Jahre in Freud und Leid meine Stütze und Helferin ist, deren Einsicht, Edelsinn und Genügsamkeit ich mitverschuldct bin, wenn ich die bisherigen Lebensjahre der Wissenschaft zu weihen im Stande gewesen. Wol hatten diese Anreden und Schreiben, indem sie über Gebühr priesen, das Schmerzliche, mir den Abstand zwischen Angestrebtem und Erreichtem fühlbar zu machen: Doch auch diese Erkenntniß ist ein Gewinn. Darum danke ich in meinem, sowie im Namen meiner Frau, Ihnen, hrchznehrender Herr, für Ihre gütige Zuschrift und für die Wünsche, die Cie für uns ausgesprochen. Mögen Ihre Tage gesegnet, möge Ihr Alter ein heiteres sein! Für mich aber bitte ich. Sie wollen eine geneigte Erinnerung auch ferner bewahren Ihrem hochachtungsvoll ergebenen L. Zun z." _____ Dem an den Redakteur d. Bl. gesendeten Zirkulare fügte Zunz folgende Morte bei: ״Der Ausdruck ״eindringende Flnth" ist nicht übertrieben und die geehrten Herren, die meiner gedacht, lind mir öffentlich so große Ehre erwiesen, werden auch mich gütigst entschuldigen, wenn ich nicht jedem Einzelnen schreibe cdcr ein Zirkular sende. In der soeben erhaltenen Nummer 32 vom ״Ben Chananja" — ich bin so unverschämt, um die Fortsetzung der Annalen von Riva di Trento zu bitten — finde ich Lobpreisungen des Herrn H. Brill, die mich tief beschämen. Ich drücke dem Herrn aus der Ferne die Hand, aber wälze die Schuld auf ihn, wenn er ,*;Nfäj? und עי] הרע gegen mich heraufbcschwört. Müssen nicht viele verdienstvolle Männer, Männer, die in vielen einzelnen Fächern und Disziplinen mich weit überragen, durch eine jolche Glvrifizirnng sich verletzt fühlen? Jedoch ich habe als Gefeierter kein Recht znm Tadel und schließe diese Zeilen mit nochmaligem Gruß an alle Unterschriebenen Ihres Briefes. , Zun z." L. Bukarest, im August. Der israelitische Kulturvrrrin beschästigt sich seit einiger Zeit mit der Errichtung eines modernen Tempels. Die angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde stellten sich an die Spitze dieses schönen UnlernchmenS und sind schon dazu bedeutende Summen gezeichnet worden. Wir hoffen, daß das Unternehmen, welcheschon so oft begonnen und kleinlicher Streitigkeiten wegen immer bei Seite gelegt wurde, endlich zu Stande kommen wird. — Auch hier hat sich ein Lvkallomilö der Alliance isra^lite ui.iversclle gebildet. (Arch.isr.) Inland. D. LI. Pest, im August. Dem nnparteischen Schul- und Jugendfreunde ist es gewiß nicht entgangen, welchen bedeutenden Aufschwung in den letzten Jahren die hiesige israelitische Mädchen Hauptschule genommen und die am 18. und 19. d. M. daselbst abgchaltencn Prüfungen haben den unzweideutigen Beweis geliefert, daß diese Anstalt zu den bessern unserer Hauptstadt gezählt werden muß. Welch angenehmen Eindruck eine solche gut organisirle Schule, in welcher vorzüglich Mädch׳n aus der ärmern Volksklaffe einen zeitgemäßen, methodischen Unterricht genießen, auf den Besucher macht, habe» die zahlreichen Prüfungsgäste gewiß erfahren, und wurden die überaus befriedigenden Leistungen der an der Anstalt wirkenden Lehrer von dem unermüdlichen Förderer des hiesigen isr. Schulwesens, Herrn Dr. Hauser gebührend

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