Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 33 (17.8.1864)
- Date
- 1864-08-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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687 Zur Ertheilung des Religionsunterrichtes und der hebräischen Sprache, besitzt die Anstalt in den Herren Kohn, (autor. Rabbi) und Schütz zwei tüchtige Kräfte, die ihre Aufgabe mit Feuereifer lösen. In der Lehrerbildungs-Anstalt mit 38 Kandidaten wirken Hauptsächlich der Herr Direktor Lederer und Here Hönik. Beim Besuche dieser Anstalt konnte ich mich eines bangen Gefühles nicht erwähren. Alle diese jungen Menschen, die zu ihrem Broderwerbe die Bildung des Volkes gewählt, welche bittere Zukunft, wie viese Enttäuschungen haben sie zu erwarten! Wie oft werden sie müde gehetzt, von einem Orte zum anderen wandern, bis sie ein ruhiges Plätzchen gefunden haben werden! Doch zur Sache. Als alter Praktikus, d. h. als gewesener Schulvorstand, bin ich der Ansicht, daß das Prüfen des Lehrers den richtigen Gradmesser zur Beurtheilung der Leistungen nicht abgebe, und darum erlaubte ich mir auch, mit Zustimmung des Herrn Direktors, selbst einige Fragen an die Schüler in den verschiedenen Klassen zu richten. Die Antworten befriedigten mich im vollen Maße, und mit den besten Wünschen für das Gedeihen dieser Anstalt, für das Wohl eines jeden einzelnen Lehrers zum Himmel sendend, verließ ich die Musterhauptschule, die in lebendiger Erinnerung bei mir fortlebe« wird. Schulhof. P. Fünfkirchen, 8. August. Ein hiesiger Korrespondent berichtet in Nr. 30. d. Bl., daß ״Misere Gemeinde, um sich nicht mehr den bitteren Erfahrungen der Intoleranz Seitens der hiesigen Christen- Welt prciszugeben, ein Handels-Kasino gründet, welches schon am 1. Oktober eröffnet, und unter dem Namen ״jüdisches Kasino" bestehen wird." Ich will nun nicht in Abrede stellen, daß einzelne Individucu, höchst wahrscheinlich aus Privatinteresse, mit dem erwähnten Gedanken umgehen; wie aber die Gemeinde mit diesen einzelnen Personen in Vcrbittdling gebracht werden kann, begreife ich nicht. Zn Wirklichkeit haben die hies. Inden keine Veranlassung. ein jüdisches Kasino zu gründen; denn das hier bestehende ״Nationalkasino" steht ohne Unterschied der Religion jedem intelligenten Menschen offen. Es zählt auch unter seinen Mitgliedern viele Juden; ich nenne nur die DoktoreS Ullmann, Schwarz, Weißmayer; die Lehrer Seligmann, Weiß, dann die Herren Schapringer, Käufer u. s. w. Was insbesondere dcstvon Ihrem Korrespondenten erwähnten Eifer der Herren Justus & Engel betrifft, so sind eben diese Herren von der Gefährlichkeit der Absicht durchdrungen, im Staate einen Staat bilden zu wollen. Auch wird der Unbefangene in einzelnen unwesentlichen Thatsachen keine Intoleranz der Gcsammtheit erblicken! Der durch den B. CH. auch in Ungarn verbreitete Bericht der Alliance isradlite universelle hat überall freudige Sensation erregt. Alle Herzen schlagen dem großartiger Vereine, sowie dem wackern Präsidenten desselben jubelnd entgegen. Bei der am 5. d. M. abgehaltenen Sitzung der hies. Gemeinde wurde zu Gunsten der Allianre eine Sammlung veranstaltet, bei welcher Gelegenheit 115 fr. gespendet wnrden. Die Sammlung ist noch nicht geschlossen; sobald die gespendete Summe die Höhe von 200 fr. erreicht, wird sie durch die Red. d. Bl. an ihren Bestimmungsort abgesendel werden. Aus Vonyhad habe ich Ihnen die traurige Mittheilung zu machen, daß der Vorstand die Lehrer entlassen hat. Dagegen ist man eifrig bemüht, den Rabbinatöpostcn würdig zu besetzen. Der gelehrte Rabbiner Fischer aus D.-Földvar wird höchst wahrscheinlich berufen werden. ב״ק Fünfkirchen , im August. Für die Talmud-Thora sperrdeten neuerdings: Herr Jakob Justus 12 fl. jährlich; Herr Gceiner und Eisner je 10 fl.; Herr Sal. Käufer 100 fl. als Legat; Herr O. Schwarz 200 fl. Letzterer spendete auch einen כסא א^י׳• Am 5. d. M. be- 688 gab sich eine Deputation von Bonyhäd nach Donau-Földvär, um dem Herrn Fischer das Nabbinats-Diplom zu überreichen. 2. D.-A.-Ujhcly, im August. Der auch in weiten Kreisen rühmlichst bekannte weck. Ör: Wilhelm Schön wurde seitens Eines hohen königl. ung. Statthaltereiraths-Jntimates znm Oberarzt der dahier bestehenden Irrenanstalt und des allgemeinen Krankenhauses ernannt. Battonya, Die hiesige israelitische Schule ist mittelst hohen Statthalterei-ErlaffeS vom 1-ten Juli l. I. Z. 53,344. zur öffentlichen Schule erklärt worden. In dem Jntimate wird der Kultus-Gemeinde die belobende Anerkennung Seitens dieser hohen Behörde ausgesprochen, für die an den Tag gelegte Neigung zur Erhaltung der Schule. Gleichzeitig wird aber auch angeordnet, daß bis ans weitere Anordnung der röm. kath. Geistliche der Direktor dieser Schule zu sein hat. I» meinem Geburtsorte izsiik (Pester Komitat) brach in der Nacht vom 29. auf den 30. v. M. in der Wohnung des dortigen RabblnatS-Verwcsers Feuer aus, welches in dem kurzen Zeiträume von 3 Stunden die prächtige Synagoge, die zu Anfang dieses Jahrhundertes erbauet wurde, die Kinderschule nebst Lehrerwohrung, das schöne Badhaus sammt Wohnung, sowie die Rabbinerwohnung bis auf den Grund vernichtete. In der Rabbinerwohnnng befanden sich dessen sechs Kinder, welche sämmtlich ein Raub der Flammen wurden. —1 Der Stolz der einst großen und berühmten Gemeinde ist gebeugt ob dieses derben Verlustes, und es steht sehr in Zweifel, ob die Gemeinde, die heute nicht mehr als 20—24 Familien zählt, im Stande sein wird, auch nur das Nothwendigste der abgebrannten Gebäude wieder aufzubauen. Indessen läßt sich voranssctzen, daß die angeborene Mildthätigkeit unseres Stammes der schwer heimgesuchten Gemeinde Mittel wird zufließen lassen, um sie iu den Stand zu setzen, wenigstens Synagoge und Schule in kurzer Zeit wieder herznstellen. — Gebe es Gott! Jon. Klaub er. 8. Makö, 12. August. Herr Oberrabbiner Fischer zu Donauföldvür ist mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität zu unserem Seelenhirten gewählt worden. Die kleine Fraktion der Chaßidäer verlangte eine Verschiebung der Wahl, um sich zu erkundige«; dieses Ansinnen wurde aber zurückgewiesen. Literarische Anzeigen. Das gute Kind. Lustspiel in einem Aufzuge. Für die reifere Schulfügend geschrieben von Johann Scharnbcck, Professor am Tyrnauer Obcrgymnasium. Beurtheilt im ״Szegedi Hiradö“ von Georg Büja, Professor an der Szegediner Realschule. Im Auszuge mitgetheilt vom Hauptschullehrer Silberstern. Vor einigen Monaten erschien in ungarischer Sprache iu Fünfkirchen ein von einem katholischen Geistlichen verfaßtes Lustspiel, das zu denjenigen Parasiten gehört, deren eine jede Literatur aufzuwcisen hat, und als solcher gewiß nicht einmal der Beachtung Werth gewesen wäre. Weil jedoch dieses Opus für die Heranwachsende Jugend bestimmt ist, und das vermoderte Skelett des Judenhasses gern frisch beleben möchte, so hat eS einen Szegediner Nealschullehrer, Herrn Georg Büja, gewesenen Landtagsdeputirteu, einen durch seinen gediegeueu Charakter und seine schriftstellerische Begabtheit ausgezeichneten Manu herausgefordert, der diese Mache im 8״z6g6dl Hiradö“ mit ätzender Schärfe tadelt und derselben mit der ganzen Ruhe eines Mannes den ihr gebührenden Platz anweiset. Diese von ebenso viel ästhetischem Gefühle, als;auch von liberaler Gesinnung zeigende Rezension verdient wegen ihrer Juden-