Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 33 (17.8.1864)
- Date
- 1864-08-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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685 686 Ich scheide von Ems, durch Gottes Hilfe gestärkt am Körper, und bereichert an vielen Erfahrungen über die sozialen und religiösen Zustände in den verschiedensten Ländern'und Gemeinden Israels; dieses ist dennoch ein גוי אחר in seinem Glauben an אחו״ und erfüllt gewiß einst seine große Mission ׳כיום ההוא יהיה ה׳אהן ושמו אהד I. Kahn, Oberrabb. in Trier. Inland. — Wien, 10. August. An dem Leopoldstädter Tempel wurde der junge, aber talentirle Go Idstein als zweiter Kantor angestellt. Er war früher Chorsönger im Karltheater und ist im Besitze einer angenehmen Stimme. א״ת Pest, 7. August. Am 20-ten und 22-ten v. M. fand an der köuigl. ist. Präparandie die Qualifikations-Prüfung statt. PrüfungSgegenstände waren: Religion, Bibel mit ר״שי und באור, hebräische, ungarische und deutsche Grammatik, ErziehungSlchre, Naturgeschichte, Physik, Geographie und Rechnen. Anwesend waren vom Nabbinate: Herr Oberrabbiner Dr. Meisel, Rabbinatsassessor Jehuda Wahrmanu und Herr Prediger Bach; vom Vorstande: Dr. Hauser, Herr Posucr und Herr Schönfeld. Als Vorsitzender und Prüfungsleiter fungirte (bei den profanen Gegenständen) Se. Hochwürden der Prä- Parandicn-Direktor Herr Josef Kriegler. Das Resultat war im Ganzen ein befriedigendes und zeigte, daß ׳das Jnstiiut feiner Bestimmung tüchtig entgegenrücke. Die Schlußredner (Meisel, Bach, Kriegler und Hauser) sprachen ebenfalls in diesem Sinne und ließen der Tüchtigkeit der Herren Lehrer volles Lob zukommen. Herr Nabb. Meisel hob in seiner Rede besonders die Wichtigkeit der Bibelkenntniß für den jüd. Lehrer hervor, und versprach in Zukunst dafür zu sorgen, daß ein jeder Zögling der Anstalt sein eigenes חומש mit ר״שי und באור habe. Der zweite Jahrgang der Präparandie zählte Heuer 17 Zöglinge, von denen 2 zu Hauptschul-, 13 zu Unterlehrern befördert wurden. Fremde Lehrer meldeten sich Heuer 14 zur AuSbesserungSprüfung, von denen 6 ein Hauptschullehrer-Zeugniß erhielten. Das von der hiesigen israelitische» Musterhauptschule für jüd. Schulen adaptirte zweite ungarische Sprach- und Lesebuch ist bereits im Druckerschienen, und von Seiten der hohen Negierung für die dritte und bis auf Weiteres auch für die vierte Klasse der Elementar- Hauptschulen bestimmt. Die konfessionellen Lesestücke sind — außer einigen Gedichten — sämmtlich Uebersetzungen aus dem für dieselbe Klasse beeimmten deutschen Buch. Nicht zu billigen ist das ״Akiba rabbi,״ ״Me'ir rabbi״ neben ״Rabban Gamliel״ und ״Raw Nackman.״ — Ich höre aber, daß dieser Schnitzer vom Korrektor, und nicht vom Uebersctzcr herrühre. ל Aus Oberungavn, im August. (Reisebericht III.) Wenn auch ein Lichtstrahl der Aufklärung in manchen Strich ObcrungarnS gedrungen ist, so blieb doch die Masse von der Zcitströmung unbehelligt. Wohl haben einige Familien das Panier der Freiheit ergriffen und dem Treiben der Finsterlinge unbarmherzig eutgcgengcarbeitet, doch was vermag ein Einzelner gegen die Masse, ein kleines Häuflein Getreuer gegen die Stammhäuptcr wüthender Fanatiker? Wir suchten aufunseren Kreuz- und Qnerzügcu in den Gemeinden vergebens eine Synagogenordnung, vergebens nach geregeltem Gottesdienste, wir fanden überall denselben Unfug, dieselbc^Antipathie gegen Alles, was Aufklärnug und Bildung heißt. Wohl ermannt sich hie und da ein Einzelner, sei es nun ein Ahne einer berühmten Familie, oder ein ehemaliger Lehrer, den Spekulationcn zu einem reichen Manne gemacht, oder gar ei» Mediziner oder Beamte, der sich einen Namen machen will; doch wie Seifenblasen zerplatzen die Bomben, »erläuft sich das Nngewitter, der Herr Dr. sagt seinen reformistische» Bestrebungen ein Lebewohl, der Rabbi, ein Gegner der Ehaffidäer, springt in Pantoffeln in die Klans und wird selbst ein Heiliger, und der für Fortschritt begeisterte ehemalige Lehrer zählt seine Groschen und deklamirt vor sich hin: ״Es kann dahier nicht anders sein.״ Wir unsererseits Haben unsere Hoffnung nicht ganz aufgegeben und fehlt es in der That nur au geistigen Führern, die das im Willen lodernde Feuer anzufachcn haben. Trafen wir doch überall wohlorganisiete ChcvraS, die bald als Leichcnvereine, bald als Frauenvereine bald als UnterstützungSgcsellschasten für arme Gelehrte segensreich wirken. So hat die Chebra Ez ha chaim, vor einigen Jahren in S. A. Ujhely vom dortigen Oberrabbi gegründet, schon so manchen verschäuttcu isr. Gelehrten im Winter mit dem Röthigen versehen. Nicht minder segensreich wirkten die Frauenvereine in EperieS und Mhely. In S. A. Ujhely werden alljährlich bedeutende Summen im Hospitale verausgabt und wird letzteres durch die Rcich'sche Stiftung in Bälde erweitert werden. Nicht weniger große Opfer bringen für das Armenwescn die Gemeinden in Unghvar, Kaschau, Tokaj, Eperies n. a. Die Nylr, einstens die Zierde Ungarns, hat in materieller Beziehung in den letzten Jahren viel gelitten. Seine israelitischen Bewohner, meistens Landwirthe und Kaufleute, bringen für dir Erziehnng ihrer Kinder nicht geringe Opfer, wenn anders auch öffentliche isr. Schulen in der Nyir fast gar nicht gefunden werden. In Nyirbätor, einer von Chassidim bewohnten Gemeinde, hat der dortige Gutsbesitzer Mandel 10,000 fl. Ö. W. niit dem Bemerken testirt, daß ein Drittel der Zinsen der katholischen, ein Drittel der Zinsen der kalvinischen, und ein Drittel der Zinsen der israelitischen Gemeinde des Ortes znfalle. In Nyiregyhtfza dürfte tvol die Gemeinde an IW Gemeindeglieder zählen; doch ist bis heute für das Synagogenwesen daselbst noch wenig geschehen. Da am Sabbath der Wochenmarkt in dieser Stadt abgehaltcn wird, so liegt Jahrein Jahraus der Gottesdienst-dieser Gemeinde danieder. Wie wir vernehmen, geht der Vorstand der Gemeinde damit um, einen Prediger anzustellen, eine Synagoge zu bauen und das ׳Schulwesen zu organifiren. (Schluß folgt.) 8- Fünfkivchen, 9. August. Gestern beehrte der königliche Rath und Oberstndieudirektor v. Kädas unsere Musterhauptschule mit einem vierstündigen Besuche. Er äußerte seine vollkommene Zufriedenheit mit den Leistungen der Anstalt. Obfchon alle Lehrer, die von gleichem Eifer beseelt sind, an dem wohlverdienten Lobe ihren Antheil haben, so verdient doch das Wirkender Lehrer Weiß, Becher und Back besonders hcrvorgehobcn zu werden. — Unsere wackere Lehrerin Seligmann hat die Prüfung als Musterhauptschnllehrerin mit Vorzng bestanden. Fünfk'irchen, Ans. August. Vor Kurzem besuchte ich die Pester Musterschule und die Präparandie. Herr Direktor Lederer kam mir mit einer nur ihm eigenthümlichen, dem Fremden wohlthuenden Frenndlichkeit entgegen, und geleitete mich von Klaffe zu Klasse, die ich alle mit großem Interesse in Augenschein nahm. Der Stand der Anstalt ist folgender: Die erste Klasse a mit 83 Schülern untersteht dem Lehrer Herrn Sichel, einer jungen Lehrkraft, die unter der Leitung des vortrefflichen Direktors Lederer zu den besten Hoffnungen berechtigt; in der ersten Klasse b. mit 80 Schütern, ist Herr Schwarz Klassenlehrer. — Die zweite Klaffe zählt Heuer 100 Schütcr, und hier unterrichtet der auch als Schöngeist bekannte Herr Reiß; in der dritten Klasse mit 86 Schülern ist der höchstgebildcte Herr Mcndl Klassenlehrer; und in der vierten Klasse mit 84 Schülern unterrichten die Herren Herz und Nenmanii. Letzterer und Herr Hönik sind die Lehrer des Magyarischen, und sie haben es so weit gebracht, daß der größte Theil der Äugend die Landessprache spricht, was übrigens ihnen nicht schwer fallen mochte, da die anderen Herren alle, und besonders der Herr Direktor, der magyarischen Sprache vollkommen mächtig sind.