Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 33 (17.8.1864)
- Date
- 1864-08-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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679 680 Nur Wenige machen eine Ausnahme, als Jehuda Cerko, Josef Karub und Benjamin Espinosa. Dieser Letztere, vom Geiste eines Aben Esra beseelt, war Grammatiker, Poet, Kritiker rc. Daß die Schriften eines solchen Mannes bei seinen unwissenden Kollegen keinen Anklang fanden, versteht sich von selbst. Sie blieben Alle, bis auf Eine, unedirt und auch diese Eine erschien ohne den Namen des Verfassers ans dem Titelblatte. ES ist dies das Buch יפה נוף, daö in Li« vorno 1773, bei Lebzeiten des Verfassers, durch Jechiel Soliman herausgegeben wurde. Daß aber Benjamin Espinosa und kein Anderer der Autor ist, daö steht fast auf jeder Seite des Buches. Schon die Vorrede ist unterzeichnet: נב״א ולא ירע מה נב״א "נאום ב׳נימן אססימוא". So spricht Benjamin Espinosa. Alle seine Gedichte haben seinen Namen in Acrostichon. Das erste: Benjamin, b. Jakob; daö zweite: Benjamin Espinosa; das dritte und vierte: Benjamin; das fünfte: Benjamin, b. Jakob; daö sechste: Benjamin Espinosa; das siebente endlich: Benjamin, b. Jakob, b. Abraham Espinosa. Seite 25 und 27 zktirt der Verfasser sein Werk: יסור הקיום. Nun wissen wir durch Aznlai, daß dieses Werk Espinosa zum Autor hat. Auch die Verse, die Jehuda Ajas dem Verfasser widmet (Seite 36, b.) sind mit dem Namen Benjamin überschrieben. Wie man sieht, hat der Verfasser seine Autorschaft für jeden Leser seines Buches bewahrt. An Katalogfabrikanten, die von einem Werk nur das Titelblatt lesen, dachte er nicht. Und so ist es gerade einer dieser säubern Industriellen, M. Steinschneider, der alle Vorsichtsmaßregeln des edlen Espinosa vereitelte, indem er das Werk יפה נוף dem nnbekannten Soliman zueignet. Espinosa's Werke zeugen von einer eigenthümlichen Geistesrichtnng. Gleich ausgezeichnet in der hebräischen Grammatik, als in der biblischen Eregese, unternahm er mit Er« folg, Aben Esras Kommcntarien über die Profetcn und Hagiographen zu erklären. Er ist der Erste, der diese Theile deö Aben Esra-Kommentars über die heilige Schrift auSlegt, während dessen Erklärung zum Pentateuch von Vielen bearbeitet wurde. Benjamins, Sohn Jakobs, Sohn des Abraham Espinosa's, Wiege stand in Palästina. Dort wurde er erzogen, und nach dem gewöhnlichen Gebrauch nur im Talmud unterrichtet. Aber der Geist zog ihn zum biblischen Studium und zu der hebräischen Sprachlehre. Bald dichtete er und schrieb hebräische Verse. Zu jener Zeit ging er nach Afrika, wo wir ihn 1744 in Tunis treffen.ז) Er verweilte dort viele Jahre. Später kam er nach Italien, und auch hier brachte er viele Jahre zu. Im Jahre 1769 kam ihm das berühmte Merkchen ישרש יעקב zu Gesicht, welches angeblich von Jakob Bibani aus Safat verfaßt, und in Nürnberg gedruckt ist. Dieses Büchlein, eine grammatische Kritik über einige Stücke deö Gebetbuches enthaltend, deren Formen verworfen werden, machte viel Aufsehen, und Aznlai ereiferte sich und erklärte laut, daß Bibani nie eine solche antireligiöse Schrift verfaßt hätte.?) Espinosa schrieb eine ausführliche Widerlegung dagegen, in welcher er die üblichen Formen der Gebete vertheidigte. In Livorno fand unser Gelehrter einen Mäcen, der sein Werk *1773 ,יסד, נו, auf eigene Kosten herausgab. Es ist dies eben genannte Buch, sieben Lehrgedichte enthaltend, wovon 1—5 über Grammatik handeln. Der Verfasser starb bald nachher, wie es scheint in Italien, und hinterließ seine schätzbaren Schriften, die bis jetzt noch keinen Verleger gesunden haben. Wir nennen von diesen folgende fünf: ביה העור, Erklärungen der Kommentarien Aben EsraS zu den Profeten und Hagiographen. Azulai, der dieses Werk gelesen zn haben scheint, berichtet, daß diese Erklärungen weitläufig sind, und die Vorrede eine Apologie Aben Esras enthalte, in welcher er die Meinung Raphael Aschkenasis und einiger italienischer Rahbiuer erwähnt, welche behaupteten, daß die antitalmudischen Stellen in Aben Esras Schriften nicht von ihm, sondern von seinen Schülern herrühren. ירים רסוה, über die Mischna, mehrmals im יפה נוף zitirt, ־*) aus welchen Zitationen ergeht, daß es in Theile getheilt ist, wahrscheinlich in sechs, nach den sechs Ordnungen der Mischna. קונטריס יפור קיום, Refutation des ישרש יעקב, das nicht von Jakob Bibani, sondern von Jakob Bassani, Chacham in Hamburg verfaßt 5) und nicht in Nürnberg, sondern in Altona gedruckt ist. Auch scheint es nicht 1768, foröent 1769 gedruckt zu fei».6) הבור על לשונוח הרמב״ם, ein Werk über Maimonides Mischna Tora, von Azulai erwähnt.?) שאלוה והשובוה, Rechtsgutachten, ebenfalls von Äzulai angeführt. || ,) ייפה נוף Ä״»• vi pag. 41. ש״ת יוסף אומץ ר, Nr. 10. ף Aznlai tu! 1,וער לחכמים, Artikel. Abr. Aber! Esra, auch im יפה נוף Kap. III, erwähnt Espinosa׳ Raphael Afchkenasi, in seinem Briefe an Abiad Basilea über diesen Gegenstand. ף Kap. I, p. 6^ ף Wie aus der Haskama dieses Rabbiners zu ersehen ist. 2n meinem ישרש 'יעקב, das dem Jakob Bassani gehörte, steht auf dem Tltelblatte nach den Worten: והוגה כעיון נמרץ עיי אהד מהמבינים אל עין המרפים folgende sau: אבל לא אל עין המחברן האמיתי מפני שלא היה לו פנאי לראות הגהתו 4) Die הסכמות sind vom Jahre 1769 datirt. ף Aznlai im Artikel בית העור. ') Azulai, ibidem.