Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 32 (10.8.1864)
- Date
- 1864-08-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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653 m keopoldstavtunter« Donausiraße Nr. 29. — Die unter Leitung der Direktoren Dr. Ad. 36t. Pick und Simon Gzäntü stehende tsraelitische Haupt- und Unterrealschult hat soeben den zweiten Jahresbericht veröffentlicht. Die Anstalt befindet sich im blühenden Zustande. Pest , im August. 3n einer vor wenigen Tagen stattgefundenen Plenarsitzung der hiesigen ist. Kultusgemeinde ist von dem SchulsektionSmitgliede Herrn Dr. Brode der Antrag gestellt worden, die VorbereitungSklaffen der hiesigen isr. Mädchenschule in bessere geräumigere Lokalitätcn, als die gegenwärtigen sind, schon im nächsten Schuljahre, uNterzubringen. Nachdem der Präses der Schulsektion, Herr Dr. Hauser, im Vereine mit Herrn Posner, die Wichtigkeit dieses Antrages hervorhob, wurde von der Plenarversammlung einstimmig der Beschluß gefaßt, in der Nähe der Mädchenschule ein paffendes Lokal ausfindig zu machen, und übernahm der Antragsteller im Vereine mit dem Schulkaffier Herrn Schönfeld, sich dieses ehrenwerthen Auftrages zu entledigen. Bei den jungst stattgehabten Prüfungen an der hiesigen Realschule und des Staatsgymnasiums erhielten zwei jüdische Schüler je einen Dukaten von den zehn Dukaten, welche Herr C. L. Posner an den hochw. Oberstudiendirektor zu Pest zu dem Zwecke übergab, dieselben an brave mittellose Schüler ohne Unterschied der Konfession vertheilen zn wollen. Eine ähnliche Auszeichnung wurde noch mehreren jüdischen Studenten zu Theil, vie in den Provinzialgymnasien studiren. Ts ist somit die Mittheilung des Ofner 2-Korrespondenten, der zufolge Herr Posner bloS für christliche Kinder die zehn Dukaten gespendet hätte' eine völlig irrige und nnwahre. Nicht minder falsch ist die Behauptung, daß uns Oberstudiendirektor Dr. Feßtl verlassen wird. Derselbe wird in seinem segenreichen Wirkungskreise als Oberstudiendirektor auch fernerhin verbleiben, und wäre es nur im Interesse unseres Schulwesens zu bedauern gewesen, wenn die Behauptung Ihres Korrespondrntcn sich realisirt chatte, da Feßtl so manches Heilsame und Nützliche während seiner kurzen WirkungSzeit in Ofen zu Tage gefördert hat. Von seiner Gerechtigkeitsliebe und Humanität wissen die Lehrer in Pest, Ofen, Altofen. Weißenburg und SzenteS so Manches zu erzählen. Rosenberg. M. Arad , im Juli. Nachdem unsere Hoffnung auf Gründung eines Lehrer-Unterstützungsvereines seit einem Dezennium schon einige Male zu Wasser geworden, gewährt es uns ein besonderes Vergnügen, durch Ihren!--Korrespondenten aus Ofen, die freudige Nachricht gelesen zu haben, daß der geehrte Lehrkörper zu Pest-Ofen für ein dieSfälligrS Unternehmen die besten Erfolge in Aussicht hat; doch wäre es sehr wünschcnSwerth, wenn die Gründer dieses zu entstehenden Vereines die bereits ausgearbeiteten Statuten in einem jüdischen Organe drr Oeffentlichkeit übergeben möchten. Ts unterliegt keinem Zweifel, daß viele jüdische Lehrer unseres Vaterlandes sich demselben anschließen würden, und sogar manche Gemeinde ׳tat Interesse ihres ganzen Beamtenkorps. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, hat der hiesige Gemeinde« Vorstand die Gründung eines PensionSinstituteS für sämmtliche Beamten und Diener, deren Witwen und Waisen im Prinzipe beschlossen und einen von dem sehr thätigen und wackern Gemeindc-Notär Herrn Leopold Rosenberg ausgearbeiteten und in Begleitung eines umfangreichen Memorandums unterbreiteten Statutenentwurf für dieses neu zu gründende Institut einer Kommission zur Prüfung wegen Berichterstattung überwiesen. Doch ist zu bedauern, daß auch dieses Werk das Schicksal aller bisher angefangenen, aber nie ausgeführten ähnlichen Nnternehmungen theilen zu wollen scheint; und zweitens, daß zur Ausarbeitung respektive Prüfung dieser Statuten nicht ein einziger ans uuserm Lehrkörper zugezogen wurde, da doch dieser dem Vereine das meiste Konti«- gent liefern wird. Unser sehr geehrter Gemeindevorstand, der bei Grün« düng so vieler Vereine kein Opfer gescheut, dürfte diesen so wichtigen Ddrein auch bald ins Leben rufen, da die Nothwendigkeit desselben sich bereits fühlbar herausgestellt hat, und früher oder später sich noch mehr Herausstellen könnte. Die Renovirung unseres Tempel-, wie auch die Aufführung einer neuen Gallerte und der Bau einer neuen großartigen Orgel schreitet rasch vorwärts, und verspricht Alles zur Zierde unseres Tempelzu werden. Der Plan des anfzuführenden neuen Schulgebäudes ist gutem Vernehmen nach von der hohen Behörde bereits angenommen und dürfte der Unterbau aller Wahrscheinlichkeit zufolge schon im künftigen Herbste beginnen. Wie wir aus dem Bauplane entnehmen, verspricht diese- Gebäude nicht nur Zierde der Gemeiude, sondern auch der Stadt zu werden. 6-. Warasdin, 3. August. Wer wüßte nicht aus Erfahrung, daß geschiedene Ehegatten in zweiter Ehe wieder glücklich lebten? Wer wird, nachdem dies geschieht, so lieblos fein, immer nnd immer an die Szenen der ersten Ehe zu erinnern? — Unser gewesener Rabbiner, Herr Lengsfelder, ist Rabbiner in Reichenau in Böhmen gewordeu; unser Rabbinat ist ebenfalls bereits wieder besetzt. Es ist also eine ganz eitle Streitlust, die Differenzen zwischen Herrn L. und unserer Gemeinde aufzuwärmen. Herr L. ist ohne allen Zweifel ein sehr tüchtiger Rabbiner, und die hiesige Gemeinde hat ihn als solchen acht Jahre hindurch geliebt und verehrt. Der darauf folgende Streit wird besser der Vergessenheit anheiingegeben. Wir sagen dies manchen Zeitungskorrespondenten, die nicht einmal zu wissen scheinen, daß Kroatien nicht östlich, sondern südlich von Böhmen liegt!! Gr. Lanizfa, im August. Wenn sonst der Wohlthätigkeitssinn durch lebende Beispiele geweckt wird, so scheint die im 1. Jahrgange de- ״B. CH." Seite 235 ausgestellte Tabelle der aus dem freien Willen unserer Gemeindemitglieder geflossenen Spenden nicht die gehörige Wirkung gemacht zu haben, denn wir, die wir zu den fleißigsten Lesern des ״B. CH." zählen, haben bis heute den Erfolg Ihrer Aufforderung mit Bedauern vermißt. — Dies hält uns nicht ab, hier ein zweites Verzeichniß zusammenzustellen, enthaltend die Fortsetzung der vom Jahre 1858 bis heute auf den Altar der wahren Menschheit gebrachten frommen Opfer. Zunächst aber wundern wir uns, wie aus der ersten Liste unter vielen kleinen Spenden die des Isr. Lackenbacher (gest. 1815) mit 6000 fl., deren Zinsertrag בין כסא *!עשור an Arme zu vertheilen, übersehen werden konnte. — H L. Morgenstern und Frau Esther (gest. 1804—1805) durch deren Tochter Telza für Arme 120 fl.; Charlotte Straßer (gest 1832), gestiftet durch deren Tochter Frau Nanette Gutmanu 100 fl.; Hermann Löwenstein durch dessen Vater Herrn Moriz für Seelenheil an Arme 100 fl.; Samuel Somme (gest. 1858) zu demselben Zwecke 150 fl.; Rosalia Lackenbacher (gest. 1860) außer den im ersten Verzeichnisse vorkommenden 400 fl. weitere 46t fl. 24 kr.; Karl Blau (gest. 1861) durch dessen Kinder zu wohlthätigen Bestimmungen 1050 fl.; Katharina Bärenstein (gest. 1662) für Wohlthätigkeits-Justitute 1c. 1c. 3000 fl.; Mark. Polak (gest. 1863), außer den im ersten Verzeichnisse vorkommenden 3200 fl. weitere 500 fl. für verschämte Hausarme; Johanna Blau (gest. 1863) 1050 fl. für hnmanitäre Zwecke; Charlotte Löwenstein (gest. -1863) 11,400 fl. -für Familienfond, Schulen 1e. 1c.; Judith Blau (gest. 1864) 1050 fl., Zinsertrag für Arme und Seelenheil; Heinrich Löwinger (gest. 1864) 1000 fl. für Wohlthätigkeit nach Einsicht der Tutoren. Außerdem ist noch kleinerer Legatare zu gedenken, wie Abr Auspitz und Frau, Wolf Löwy, Esther Scherz, Adele Schwarz, Golde Stern, Adam Milhofer, Tevel Hahn, Baruch Bettelheim. Sämmtliche Legate werden von dem noch »ormärzlich von der k. Statthalterei bestätigten isr. Waisenamte geleitet, und dieses leite — die Vorsehung, denn schon öfter sollte (und wurde) es von uns ge-