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Ben Chananja · 1864-08-10 · 32 (10.8.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
32 (10.8.1864)
Date
1864-08-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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651 652 bei der Macht und Größe Gottes getadelt für die Ungerechtigkeit, welche sie begangen haben. Wir haben auch nicht die zarte Anfmerksamkeit und feine Artigkeit vergessen, welche Sie in Ihrem Briefe an den Tag gelegt haben. Wir werden nicht verfehlen, strenge über vaS Verhalten der Beamten in den Provinzen unseres Herrn, welchen Gott beschützen möge, strenge zu wachen. Vollendet im Monate Mo Haram im Jahre 1281 der Hegira." Paris, 1. August. Herr Albert Cohn, der sich gegenwärtig in Jerusalem befindet, wurde in allen Städten, die er auf seinem Wege berührte, von den israelitischen Bevölkerungen enthusiastisch empfangen. Mit nicht geringerer Sympathie wurde er von den gelehrten Gesellschäften aufgenommen, besonders von dem egyptischen Institut in Alerandrien, wo er über den Orientalismus in Paris eine Vorlesung hielt. Auch ist ihm gelungen, in Kairo eine französisch-israelitische Schule zu gründen. — (Arck. isr.) 8. Paris, 2. August. Die gestern ausgegebene Nummer der ״Archives i8ra61iteau enthält folgenden Brief des Gouverneurs von Smyrna an deu Präsibenteu der Alliance Israelits universelle: ״Ich habe den Brief erhalten, womit Sie mich unterm 18. Mai d. I. beehrten. Ich bin sehr gerührt von dem erkenntlichen Gefühle, welches Sie mir wegen der Maßregeln auödrücken, die ich getroffen habe, um den unanständigen Handlungen vorzubeugen, die niauchmal durch schlechte Menschen bei Herannahen des Osterfestes gegen Ihre GlaubenSgenoffen zu Smyrna verübt wurden. Indem ich so handelte, folgte ich nur gewissenhaft den wohlwollenden Befehlen und Gesinnungen Sr. Majestät des Sultans, meines Huldreichen Herrn, gegen alle seine Unterthanen, die auf dem ganzen Gebiete seiner Staaten unparteiisch behandelt werden müssen. Zweifeln Sie keinen Augenblick. Herr Präsident, an dem wirksamen Eifer, den die Beamten des Reiches im Allgemeinen und ich insbesondere anwende, um die Unschuldigen gegen die Frcvelthaten eines namenlosen Fanatismus zu vertheidigen und zu proiegiren. Ich bin glücklich, diese Gelegenheit zu ergreifen, um Ihnen für die Würdigung eines so gerechten und meinen Instruktionen so entsvrechenden Verfahrens meinen Dan! abzustatten. Genehmigen Sie die Verficherung meiner Hochachtung. Konstantinopel, den 27. Juni 1864. Der Gouverneur von Smyrna: Cabouly Pacha." L. J. New-Bork, im Mai. (Fortsetzung.*) Nächst der Reformsynagoge ist die sefardische Synagoge die schönste. Hier ist Dr. Ra pH all, der früher in England war, und gemeinschaftlich mit da Sola eine Bearbeitung des Pentateuchs herausgegeben hat, Prediger. Er wird mir als ein Mann des gemäßigten Fortschrittes geschildert. In den übrigen Synagogen, die ich jedoch nur theilweise gesehen habe, ist der Gottesdienst orthodox, doch herrscht allenthalben Ruhe und Ordnung. Handwerker und Fabrikanten gibt es unter den hiesigen Juden viele; die Zahl der Kaufleute ist jedoch größer. Wer arbeiten kann und will, findet retchlich seinen Erwerb. Die Liebe zur Arbeit ist aber hier allgemein, und schämt man sich keiner gewerblichen Thätigkeit, die ihren Mann in Ehren ernährt. Hierin wird die bekannte Maxime des Talmuds von den Amerikanischen Jude» wirklich sehr gewissenhaft befolgt. Staats- und Kommunalämtcr werden nicht selten von Juden bekleidet. Dr. Benjamin war Minister, und voriges Jahr war der erst, hiesige Stadtrichter ein Jude. Auch bei der Legislatur sind Inden vertreten. Auch bei der Armee dienen viele Juden. ES gibt jüdische Offiziere verschiedenen Ranges, selbst Generale. Die Sprach« der Juden ist zumeist *) S. Nummer 27. S. 555 die englische. Die Nationaliflrung geht hier sehr schnell vor sich. Männer und Frauen eignen sich bald nach ihrer Einwanderung die englische Sprache an; doch wird in den jüdischen Schulen neben dem Englischen auch die deutsche Sprache, oft auch französisch unterrichtet. Dem Bibelunterrichte widmet man hier viel Sorgfalt. Es gibt auch ei» Beth ha- Midrasch, wo allabendlich Gemara gelehrt wird. Daran betheiligen sich zumeist polnische Juden, deren es hier sehr viele gibt. Rabbinen und Lehrer werden von ihren Gemeinden besoldet; nach Europäischem Maß« stabe ist die Besoldung glänzend. Wie man mir sagt, kommt mancher Lehrer auf 1000 Dollar jährlich. Mischehen kommen vor, und gibt es für die Erziehnug der aus solchen Ehe» hervorgegangener Kinder kein Gesetz. Die Eltern haben hierin ganz freie Hand. Ich selbst kenne eine Jüdin, die mit einem christlichen Major verheiratet ist, und vor Kurzem ihren Knaben beschneiden ließ. Der Major nahm keine Notiz davon. Der Sabbath wird hier so gefeiert, wie »n den Europäischen großen Städten; doch kann ich Sie versichern, daß ich am Sabbathe in Gassen gekommen bin, wo die Hälfte der Gewölber geschlossen war. Wohlthäligc Vereine gibt es ungefähr fünfzig; auch gibt es ein jüdisches Waisenhaus, ein jüdisches Spital und eine jüdische VersorgnngSanstalt. Eine wichtige Rolle spielen hier die Freimaurer-Logen. Juden finden sich in allen Logen; doch gibt es auch zwei jüdische Logen: 2ני ברית »«b בני משה Erstere heißt: n. O. B. B.. d. h. Unabhängiger Orden der Bene Berit h. Ich glaube, Ihren Lesern einen angenehmen Dienst zu leisten, indem ich ihnen die ״Konstitution" dieser Loge mittheile. Das Vorwort lautet wie folgt: Der Orden der Bene Brith hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Israeliten der Vereinigten Staaten Nordamerikas in einer Weise zu verbinden, in der die Entwicklung der höchsten Interessen des JudenthumS am ehesten und allgemein ermöglicht wird. Täglich sehen wir, daß mit der edelsten Absicht die äußerste Anstrengung des Einzelnen nur zu oft da unfruchtbar bleibt, wo bei vereinten Kräften der schönste Erfolg blühen würde, und die gemachten Erfahrungen im Orden seit seinem Bestehen haben dieses nicht allein vollständig dargctha», sondern berechtigen auch zu den höchsten Erwartungen für die Zukunft. Während der Orden die Gefühle wahrer Freundschaft und Brüdcrlichkeit weckt und nährt, dem Kranken Trost und Hilfe, dem Sinkenden die rettende Hand bietet, die Thronen der Witwen und Waisen trocknet, und durch warme Theilnahme in allen Lagen und Verhältnissen des Lebens, die Freuden des Glückes erhöhet, und die Bürde widrigen Schicksals erleichtert, ist es seine weitere nnd hauptsächliche Absicht, die geistige Ausbildung seiner Mitglieder zu heben, ihnen die Grundsätze wahrer Sittlichkeit einzuprägen, und die Crkenntniß der reinen nnd erhabenen Lehren des JudcnthumS zu fördern und zur Geltung zu bringen. Allerdings beschränkt sich die Thätigkeit des Ordens zunächst auf seine Mitglieder, aber sein endlicher Zweck ist nicht durch die Wälle seiner Logen begränzt, vielmehr bildet er die VorbereitnnzSschule für das Leben, um durch Beispiel und Handlung zu wirken für alle Welt, znm Heile und zur Ehre Israels. Die folgende Konstitution, abgefaßt mit steter Rücksicht auf die Grundsätze des Ordens, nnd einer rationellen und gleichheitlichen Verwaltnng der Angelegenheiten in den verschiedenen Zweigen desselben, ist mit ihren weiter ausführenden Gesetzen den Brüdern zur getreuen Nachachtung übergeben. . (Fortsetzung folgt.) Inland. 8t. Wien, 1. August, Die von A. Salonion in Tilsit herausgegebene prachtvolle Talmudausgabe ist bis zum neunten Bande — Ketuboth — vorgeschritten. Die schon erschienenen , sowie die noch zu erscheinenden Bände sind in Wien zu haben bei Herrn Moriz Kohn,

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