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Ben Chananja · 1864-07-27 · 30 (27.7.1864) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
30 (27.7.1864)
Date
1864-07-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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617 618 schafft hat, unsere Brüder zu verfolgen. Er hatte gerade heute Morgens eine Unterredung mit dem Minister der auswär- Ligen Angelegenheiten, welcher an alle unsere Konsularagenten in Marokko ein Zirkular gerichtet hat, um ihnen den Schutz der Israeliten zu empfehlen. Leider wird viel Zeit und werden viele Versuche erfordert, um die Vorurtheile niederzureißen. WaS aber der Präsident mit Vergnügen koustatirt, ist die Thatsache, daß in anderen Ländern deö Islams, in -der Türkei, die so wenig gekannt und so ungerecht äugegriffen wird, ein unermeßlicher Fond von religiöser Toleranz vorhanden ist, welchen ihm seine jüngste Reise nach Konstantinopel zu beobachten gestattete, und welchem er einige äugenehme Ueberraschungen zu verdanken halte. Herr Albert Cohn bestätigt diese Wahrnehmungen des Präsidenten. Der Sultan, welchen er nach dem Krimkriege zu sehen Gelegenheit hatte, sagte ihm, daß er allen seinen Unterthanen ohne Unterschied des Kultus dieselben Rechte gewähren werde, und dieses Wort ist eine Wahrheit gcworden. In diesem Augenblicke behandelt die türkische Regierung die Juden so, wie wir sie überall behandelt zu sehen wünschen. Herr Pstavel schätzt sich glücklich, sich dieser Ankennung der islamitischen Toleranz anschließen zu können. Er erblickt hierin eine Lektion für die andern Kulte, die sich schon vor langer Zeit mit den Israeliten, ihren älteren Brüdern, hätten versöhnen sollen. Er erinnert an die von dem scl. Culling Eardley gemachten Anstrengungen, die Christen den Israeliten näher zu bringen, welche den ersteren so viel zu verzeihen haben und sich dazu so bereitwillig zeigen. Er erwähnt bei dieser Gelegenheit den Eifer, mit welchem sie den Syrischen Christen zuerst die Hand reichten, und die sympathische Unterstütznng, welche die Alliance dem Protestanten Metamoros bezeigte. Mit Recht vergißt Israel die Vergangenheit, und richtet seine Blicke der Zukunft entgegen. Die Alliance Jsraelite ist eine Wohlthat für die ganze Menschheir, das Inrereffe Aller fordert, daß sie sich überall verbreite. Uebrigens finden die israelitischen Ideen immer mehr Verbreitung. Einer der theuersten Wünsche Israels wurde soeben theilweise realisirt durch ein menschenfreundliches, internationales Werk, welches die Bestimmung hat, die Schrecken des Krieges zu lindern, und dessen Initiative dem dieser Versammlung beiwohnenden Herrn Dunant gebührt. Endlich theilt das ehrenwerthe Mitglied eine Nachricht mit, welche, wie es glaubt, für den Verein Interesse haben müsse. Dieselbe betrifft das Komits, das sich in London unter dem Vorsitze des Lords Shaftesbnry gebildet hat, und sich mit edler Uneigennützigkeit die Aufgabe gestellt hat, alle Häuser von Jerusalem mit Wasser zu versehen. Möge dieses Werk, fügt er -schließend hinzu, welches die Arbeiten Salomos und Herodes wieder aufnimmt, und seine Wohlthaten auf alle Einwohner Jerusalems ohne Unterschied der Religion ausdehneu muß, ein Vorzeichen jener glückliche» Zeiten sein, wo es nur Eiueu Gott uud nur Ein Volk geben wird. Der Herr Kassier, Herr Saint Paul, erstattet über den finanziellen Zustand Bericht. Daraus geht hervor, daß der reine Aktiv des Vereins am 31. Mai 1864 22,100 Fr. 85 c. betrug. Die Zahl der Mitglieder belief sich unter demselben Dato auf 2938, wovon die Todesfälle und Austritte im letzten Jahre bereits abgezogen sind. Die Mitglieder sind folgendermaßen vertheilt: Paris Departements Algier Italien Türkei Vereinigte Staaten Barbareskeu-Staaten Niederlande Curayao Preußen Saint Thomas Oesterreich . England und Gibraltar Schweiz Neu-Granada Deutsche Bundesstaaten n, Rumänien 412 606 177 405 320 306 175 168 88 53 45 42 36 32 26 17 9 8 13 Venezuela . Belgien, Schweden, Rußland, Span und Brasilien Zusammen . . 2938 Herr Albert Cohn zollt den wunderbaren Fortschritten der Alliance seinen Beifall. Da er zu denjenigen gehörte, die bei deren Entstehen ihre Zukunft bezweifelten, fühlt er sich glücklich, seinen Jrrthum einzugeftehen. Gegenwärtig, wo der Erfolg des Werkes bereits gesichert ist, könnte sie neben der Gründung der Schulen auch die Initiative einer andern nicht minder nützlichen Institution ergreifen, welche die Aufgäbe hätte, denjenigen Gelehrten zu Hilfe zu kommen, die ihr ganzes Leben der jüdischen Wissenschaft widmen, ohne für ihre Arbeit einen Lohn erwarten zu können, und glücklich sind, wenn sie am Ziele einer so entbehrungsvollen Karrisre der gänzlichen Entblößung und dem Elende entgehen. Es wäre ein der Alliance würdiges Werk, diesem Stande der Dinge abzuhelfcn, und zu diesem Behufe eine Art Sanhedrin oder jüdische Akademie zu gründen, deren Mitglieder eine lebenslängliche Pension erhielten. Dies würde Denjeui« gen, die sich durch ihre der Wissenschaft des Judenthums geleisteten Dienste auszeichnen, einen würdigen Gegenstand des Wetteifers und der-Ambition bieten. In der Erwartung, daß der Alliance reichere Hilfsquellen werden geboten werden, offerirt er derselben für seine Person einen doppelten jährlichen Beitrag von je 100 Fr., deren einer für denjährl-Bedarf verwendet werden, der andere hingegen mit den abfallenden zehnjährigen Zinsen ein Kapital bilden sollte. Die Alliance ist vermöge ihres universellen Charakters berufen, diese Institution zu gründen, welche die Ehre und der Ruhm Israels sein würde. Der Herr Präsident antwortet, daß das Komits diesen Vorschlag einer ernsten Prüfung unterziehen werde, und daß er sich glücklich schätzen würde, eine Institution ins Leben zu rufen, die geeignet wäre, der israelitischen Wissenschaft so wichtige Dienste zu leisten. Er dankt dem ehrenwerthen Mitgliede für die Anerkennung, welche er den von der Alliance erzielten Erfolgen zollt; er denkt, daß die verwirklichten Fortschritte vollkommen die Hoffnungen rechtfertigen, die sie einflößte. Der Verein muß sich verbreiten, gleich dem Lichte, das er trägt. Wenden wir alle unsere Anstrengungen an, damit alle Welt seiner großen Mission zu Hilfe komme.

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