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Ben Chananja · 1864-07-20 · 29 (20.7.1864) · page 6

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Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
29 (20.7.1864)
Date
1864-07-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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593 594 Die folgenden Worte des Midrasch^"), drücken diesen Gedanken annäherungsweise ans. Die Stimme Gottes mit Kraft (Psalm 29, 4.) Es heißt nicht ״mit seiner Kraft." ES ist ״nach der Kraft eines jeden Einzeinen." (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. L. D. London, im Juni. (Schluß.*) Herr Uri Günzberg — der jüngere Bruder des Vorhergehenden — schließt sich in gleicher Bestrebung seinem altern Bruder würdig an. Wie der ältere, so ist auch der Jüngere vom Eifer beseelt, Kostbares in der hebräischen Literatur zu besitzen. Herr Uri hat eine Neigung zu alten Druckwerken. Das Glück hat sich sehr hold seinen Wünschen gezeigt, und derselbe darf sich einer Sammlung rühmen, wie man sie nicht in jedem Jahrhundert erwerben^ kann. Er besitzt sehr viele der ältesten P erga me nt-D rucke. Unter andern die מקראלח גרללוה (Eo. Venedig. Es ist uns nicht bekannt, daß noch irgendwo ein anderes Eremplar dieser Pergament-Ausgabe cristirt.) Er besitzt auch viele interessante Handschriften, von denen manche aus keiner andern Bibliothek weiter eristiren. Es mag bei dieser Gelegenheit das תוספת גורד(י genannt sein. Ein glücklicher Zufall könnte wol einst auch das l)תלספלה טוך demselben in die Hände spielen. Fassen wir in kurzen Worten über diese Sammlungen Alles zusammen. Man darf behaupten, daß alles — oder der größte Theil — was De Rossi mit ״rarissimi״ bcgei^nct, hier vorhanden ist, es finden sich aber viele Werke hier, welche weder de Rossi, noch andernBibliographen bis jetzt bekannt waren. Bedenkt man übrigens die Jugend dieser Bibliothek, und daß dieselbe in stetem Wachsthum begriffen ist; so darf man jetzt schon Voraussagen, ohne ein Profet zu sein, oder auf solche Gaben den geringsten Anspruch zu machen, daß diese Bibliothek in einigen Jahren die reichste sein wird, die von Privaten gesammelt wurde. Das Glück hat den geehrten Besitzern oft zngcrufen a)אין ״ רזשעה כלצפה אלא לךdie Stunde wartet nur für dich" und sie haben von der Stunde Gebrauch gemacht. Die Stunde hat für manchen gewartet, er ist nicht gekommen. Mancher hat für die Stunde gewartet, sie ist nicht gekommen. Er und sie haben sich oft eingefundcn, sie haben sich aber verfehlt. Dieses Verfehle» ist die Wurzel des unsäglichsten Menschlichen Unglücks. Siehst du ein gebrochenes Herz, so denke, daß in den geheimsten Falten desselben das Wort verfehlt sich wie schleichendes Gift eiugenistet hat. Seinen Namen über die rollenden Fluchen der Zeiten emporhalten zu wollen, ist eine höchst verzeihliche menschliche Schwachheit. ’״) SchmwIH rab&af) K-p. 34. •)fQD 1" ככח i>V .לא נאמר אלא כחו של כל אחד ואחד *) S. die vorige Nummer. י) Die Stadt Gournap in Frankreich hat wol dieser Glossensammlung ihren Namen gegeben. In dem äußerst seltenen Buch כילל קצר (dessen vollständigen Titel wir im Nachal kedumim (S. 61) gegeben haben), finden sich die Worte בעלי תתוספות וההרושיט — t^jrYDrY) Vergl. auch Zunz: Zur Geschichte rc. rc. S. 42. 5) Abraham Sakuto, der Verfasser des יוהסון ist vielleicht der jüngste Schriftsteller, welcher es anführt. טוך ist eine Stadt in Frankreich. Es gibt daselbst mehrere, welchedieseln Namen entsprechen. 3) Wajikra rabba Kap. 1. Man darf dieses als eine sprichwörtliche Redensart betrachten. Die Wege, einen guten Namen auf die Nachwelt zu bringen, sind sehr mannigfaltig. Einer dieser Wege geht durch eine Bibliothek. Bibliotheken sind für die Begründer derselben Tempel des Rnhms, und elyfäifche Gefilde für die Benutzer derselben. DaS reinste geistige Vergnügen genießen dieselben dort. Möge die in Rede stehende Bibliothek viele Jahrhunderte an sich vocüberzieheu sehe«; im goldeucn Schein des gerechten Nachruhms wird immer der Name Günzberg darüber glänzen. Es ist dieser Name nun für immer unauflöslich mit der hebräischen Literatur verknüpft, wie die Namen von Oppenheim und Michael. Es ist zuletzt dennoch nur der Geist, welcher alles trägt und so auch den Namen. Vor mehr als 2000 Jahren sind einige geistreiche Griechen zusammengekommen, »m gemeinschaftlich zu speisen und sich über allerlei Gegenstände zu unterhalten. Diese Unterhaltungen hat das Buch von AthanäuS auf die Nachwelt gebracht. Bon den berühmten Pariser Salons des vorigen Jahrhunderts sind doch nur diejenigen am bekanntesten geworden, welche am meisten dem Geiste huldigten. Die talmndischen Worte ״ הנפש סובלת את הגוףDie Seele trägt den Körper" — darf hier in der allgemeinsten kulturhistorischen Beziehung benutzt werden. Herr Senior Sachs ist mit der Anfertigung eines Katalogs dieser Sammlungen beauftragt. Man darf sich der Hoffnung hingeben, daß seiner Zeit dieser Katalog oder sonstige Mittheilungen der Oeffenilichkeit übergeben werden mögen. Herr Sachs wird hier reichlich Gelegenheit haben, von seiner kritischen Gelehrsamkeit Gebrauch zu machen, wovon er bereits so oft Proben gegeben hat. Li. Hannover, im Juni. Unter den Juden unseres Königreiches regt es sich, um von der liberalen Ständekammer, die jetzt tagt, das ihnen seit einigen Jahren genommene passive Wahlrecht wieder zu erlangen. Der Vorstand unserer Gemeinde hat sich zuerst in einer Petition , die, wie wir hören ,. vortrefflich ausgearbeitet sein soll, an die Ständekammer gewandt, und es sind alsdann andere Gemeinden gefolgt. Das Organ der liberalen Partei, die Zeitung für Norddcntschland, benutzte diesen Umstand, um den Juden ihre Sünden vorzuführen, wie sie zur Zeit der Reaktion in dieses Lager übergegangen seien, und die liberale Partei, durch die allein die Juden zu ihrem Rechte gelangen würden, verlassen hätten. Es wurde auch nochmals die vielbesprochene Adresse der Landrabbiner zur Sprache gebracht. Diese mit allzugroßer Heftigkeit und Bitterkeit ausgesprochenen Ansichten fanden von vielen Seiten Widcrspruch und in der genannten Zeitung selbst ihre Widerlegung. — Bis jetzt ist die Angelegenheit in der Ständekammer nicht zur Sprache gekommen. In dem benachbarten Ländchen Schaumburg-Lippe sind die Stolagebühren, die bis jetzt die Juden zu zahlen hatten, durch eine Kabinetsordre aufgehoben. 8. Sarstedt, (Königreich Hannover.) Am 13. und 14. Juni wurde hier unter Vorsitz des Herrn Dr. S. Kayserling aus Hannover die erste Generalversammlung der jüdischen Lehrer im Königreiche Hannover abgehaltcn. Der Versammlung wurde zunächst ein Statutenentwurf zur Gründung einer Lehrer-, Witwen- und Waisenkaffe von dem Vorsitzenden vorgelegt und nach einer eingehenden Berathung, die den größten Theil der für die Zusammenkunft auSgesctzten Zeit in Anspruch nahm, wurde derselbe von den Versammelten angenommen. Es wurde der Beschluß gefaßt, diesen Entwurf dem Herrn Landesrabbiner zur Begntachtnng zu unterbreiten und alsdann die Genehmigung der Regierung nachzusuchen. Sobald nicht wesentliche Punkte abgeändert werden, haben die hier tagenden Lehrer, deren Zahl 23 war, ihren Beitritt erklärt, so daß mit der göttlichen Hilfe der Grund zu dem Werke gelegt ist. — Als Versammlungsort für das nächste Jahr wurde Wunstorf, und als Zeit der erste Montag nach dem ersten Juli festgestellt.

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