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Ben Chananja · 1864-07-13 · 28 (13.7.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
28 (13.7.1864)
Date
1864-07-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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579 580 Ohne Widerspruch zu fürchten, darf man behaupten, daß diese Samminng setz! schon eine der reichsten in Europa ist. Das edle Brüderpaar wetteifert untereinander in Erwerbung von seltenen Werken. Herr Herz Günzberg besitzt eine der merkwürdigsten Sammlungen hebräischer Handschriften, worunter manche find, welche in keiner europäischen Bibliothek sich finden. Es mag hier das ספר ההשלמה genannt sein. Von andern seltenen Handschriften mag das משלי ערב ') und der Divan des Jehuda Ha-Levi angeführt werden (beide nur auf der Orforder Bibliothek)') sowie auch das ססר המכתם (nur auf dem britischen Museum in London.)') Wir hätten noch viele andere seltene Handschriften zu erwähnen, wenn der Raum es gestatten würde. Derselbe besitzt übrigens auch eine sehr reiche Sammlung von äußerst seltenen und schätzbaren Drückwerken, welche allein schon hinreichend wären, den Besitzer berühmt zu machen. (Schluß folgt.) Inland. — y. Wien, 6. Juli. Was wäre in der suisou morte wol Interessantes zu melden? Der Streit über den Messias, der vom ״Wanderer" zu einem piquanten Feuilleton benützt wurde, hat ausgetobt; von den protestirenden Rabbinen spricht man nicht mehr. Das qui pro quo, dem zn Folge Dr. Jellinek in Ober-St. Veit mit Glockengelänte empfangen wurde, weil die Eqnipage, in der er fnhr, für die des Kardinal-ErzbischofeS gehalten wurde, ist Ihnen sicherlich ans den politischen Blättern bekannt. Die Kirchenzeitung ärgert sich nachträglich darüber, daß ein jüdischer Prediger in der Lage ist, so angefahren zu kommen! Dr. Jellinek fährt fort, seine Mission nach allen Richtungen zu erfüllen, und ist es ihm vor Kurzem zu wiederholten Malen gelungen, לקיים נפשות בישראל. Die Statuten des von ihm gegründeten Beth ha-Midrasih sollen nächstens die Sanktion erhalten. Das Institut wird alsdann seine heilsame Wirksamkeit in vollem Maße entwickeln können. Einer der Lektoren am Beth Ha-Midrasch, Herr I. H. Weiß, Verfasser des vielgelobten und vielgetadelten Nezach Israel, gibt die Mechiltha mit einem neuen Kommentar heraus. ״Die biblische und die moderne Erziehung" ist der Titel einer von Dr. Mühsam im Bell) Ha-Midrasch gehaltenen trefflichen Vorlesung, welche im Mannheimer-Album erscheinen wird, und als Separat-Abdruck bereits erschienen ist. Von dem grundgelehrten Rabbiner Brill in Kojetcin ist eine sehr gründliche Abhandlung über die mnemonischen Zeichen im Talmud (דורש לציין) erschienen. — Pest, 7. Juli. Der hiesigen Gemeinde steht ein bedeutender Verlust bevor: der Obcrkantor Fried mann hat eine Vokation nach Berlin erhalten. Herr Fr. ist als Sänger schwer zu ersetzen, noch schwerer aber dürfte er als Vorbeter zu ersetzen sein, da er durch seine allgemeine Bildung und durch sein hebräisches Wissen unter den Kankoren der Gegenwart wirklich einen hervorragenden Rang einnimmt. Der Gottesdienst in der neuen Berliner Synagoge, die ein architektonischcs Kunstwerk ist, soll nach dem Muster des hiesigen Gottesdienstes eingerichtet werden, was der hiesigen Gemeinde nur zur Befriedigung ') Im גניי אקססו״ר und im Literaturblatt des Orients 1850 haben wir Proben daraus gegeben. Vergl. auch unser Nachal kedumim S, 60. In dem ד אברהם בדרשי ■חותםתכניה (weicheS Herr Gabriel Pollak in Amsterdam jetzt abdruckt) sind auch anonym einige Sprüche aus diesem Buche gegeben. ') Den Divan besitzt auch Prof. Luzzatto. ׳) Das erwähnte ספה ההשלמה ist oft in dem ספה המכתם angeführt. Das ספר המכתם selbst ist .unter andern im Juchasin erwähnt. gereichen kann. In neuester Zeit haben, sich auch einige böhmische Gemeindcn die hier eingeführte gottesdienstliche Ordnung zum Vorbild genommeu; Herr Friedman»!, an den sich diese Gemeinden wendeten, hat ihnen ein Normativ und Synagogengesänge zugesendet. A. H. Veßprim, 4. Juli. Nicht wenig beengt und befangen thue ich aus dem stillen Kreise weiblichen Wirkens diesen ersten Schritt in die Oeffentlichkeit, indem ich mir erlaube. Sie, hochgeehrter Herr Redaktenr, höflichst zu bitten, folgende Zeilen in Ihr geschätztes Blatt aufzunehme». Möge verletzte weibliche Würde das Nuziemliche dieses Schrittes entschuldigen. So dankens- und anerkennenSwerth es ist, daß Se. Ehrwürden Herr Dr. Hirschfeld, Overrabbinec in TemeSvar, in der Beilage zu Nr. 26 dieser Blätter der Ehrenrettcr des guten Leumundes einer mir sonst unbekannten Frau geworden, ebenso befremdend und verletzend ist der von ihm gebrauchte Ausdruck, daß sich nur ״weibliche Medisa nee" über alle Widersprüche hinwegsetze und ehrenrührige Aeußerungen erlauben könne, wodurch er, eine Einzelne vertheidigend, das ganze Geschlecht angreift. Aber sowie »vir Schwachen diesen Streich verwinden müssen, geben wir uns doch der Hoffnung hin, daß die Frauen in Israel von dieser ihnen von Dr. H. gemachten gefährlichen Konzession keinen Gebrauch machen, und, eingedenk des an Alle gerichteten Verbotes der Verleumdung den guten Ruf der Nebenmenschen nicht antaken werden. Literarische Anzeigen. Das Judenthum und seine Geschichte in 12 Vorlesnngcn. Nebst einem Anhänge: Ein Blick auf die neueste Bearbeitung des Lebens Jesl». Von Dr. Geiger. (Schluß.*) Wir haben uns bei diesem Gegenstände länger, als es sich für ein Referat ziemt, verweilt, »veil dies der einzige Punkt in dieser Schriftist, auf den die bekannten Meffiaöritter mit scheinbarem Recht loSstürmen könnten. Das thierische Opfer »vird, wie es auch Mainionides annimmt, nur als eine nicht den» Judenthume entsprossene Wurzel und nur als geduldet dargestellt, das auch von den Edelsten und Besten in Jrsael von den Proseten, immer bekämpft wurde; ״daher auch in dem fünften Buche Moses die Vorschriften über das Opfer nur kurz angedeutet sind, als etwas Gebräuchliches, aber nicht mit der Umständlichkeit, die ein solch »sichtiger Theil des Gottesdienstes, wen»» er ein gebotener »väre, zu beauspruchen berechtigt ist." Für diejenigen, die so inbrünstig die Erbauung bluttriefender Altäre erflehen und so lüstern nach dem Wolge-? ruch verbrannter Opferthiere sind, fügen »vir nachfolgende Notiz hinzu. Den drei götzendienerischen Königen, Jerobeam, Achab und Menaffe spricht bekanntlich der Verfasser der Mischna das jenseitige Leben ab und gerade von diesen Königen berichtet eine Baraitha im Sanh. 103, b, daß sie sich vielfach mit den Vorschriften über den OpferkultuS beschäftigt haben.**) Wie treffe»»d paffen hierzu die schönen Worte G.'S: ״Mit dem Thiere, daß als gottesdienstlich dargebracht »vird, »vird zugleich die höhere religiöse Erkenntniß geopfert; aus der Asche, in dem nach der Höhe »virbelnden Rauche des Opserthieres steigt ein Götze empor." In der Vorlesung über ״getheistes VolkSthum" hat G. ganz neue überraschende Bilder aus der biblischen Geschichte gezeichnet und Ansichten niedergelegt, die für die Eregese sehr wichtig sind. Ganz eigen- *) S. die vorige Nuunner. מנשה היה שונה נ״ה פנים בתורת כהגים - אחאב r .פ״ה ,ירבעם ק״ג

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