Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 27 (6.7.1864)
- Date
- 1864-07-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zum ״Ben Chananja" Re. 39 ~ " " ' über Herrn MiMnet Ar. Hirschsel» in Temesvar. היי עו כנמר ור^ן כצבי. Welcher gebildete kennt nicht das weltgeschichtliche Drama, welches vor wenigen Tagen in Einer der größten Metropolen abgespielt wurde? Das eitle Dänemark sprach, aus seine eingebildete Kraft trotzend, den großmüthigen Gegnern Hohn; wies jeden Vermittlungsantrag der Mächte mit Entrüstung zurück, übertönte jede für den Frieden sich erhebende Stimme mit dem unbesonnenen Rufe: ״Zu den Waffen." Jedoch kaum wurde die Herausforderung angenommen, kaum stehet es das blanke Schwert über sein Haupt geschwungen, o Schande! der mächtige ״Parder" läuft wie ein ״Hirsch" vom Schlachtfeld, —fast wehrt, fast vertheidigt er sich gar nicht, er öffnet kaum den Mund mehr, höchstens denn, und in der Verzweiflung, Schmähungen ausznstoßen; seinen Gegnern die Wahlstätte überlassend, fliehet er. Nun, die Erscheinungen im Großen pflegen oft im Kleinen sich abzuspiegeln. Wie laut schrie Herr Rabbiner Hirschfeld, jede Intervention von sich weisend, in seiner ״Abwehr" Nro. 23. ״Zu den Waffen!" Wie sicher glaubte er unter dem Vollwerke von ״talmudischen Grundsätzen", von ״halachischen Responsen" unter anderen תשובת ריבש רצ״ו ומשכנות יעקב ו׳ sich verschanzt zu haben! Jedoch kaum wird in meinem ״Offenen Brief" Nro. 25. seinen Beweisgründen zu Leibe gegangen, O! Schmach! er wehrt, er vertheidigt sich nicht, ja er wendet, in seinem ״letzten Wort" Nro. 26., die Schwäche seines talmudischen Wiffens eingestehend, — dem wissenschaftlichen Theile der Frage den Rücken, und fliehet ans! ein fremdes Feld, um für seine Klientin eine Lanze zu bre-! chen, — wohin zu folgen, mir jedoch Anstand und Würde verbietet. Trotz dem aber, was ein Kampf überhaupt Nützliches bieten kann, hat er bereits geboten. Er sollte zuvörderst > zeigen, daß das religiöse Oberhaupt einer Gemeinde, die ' dem Range nach, vielleicht die 3. unseres Landes ist, weder! takt- oder vernunftloö, noch übereilt oder leichtgläubig sein j dürfe; sonst verfährt er nach dem Spruche des weisen Königs l Salomon K. 14. v. 15. Und dann, daß die gründliche Talmndkenntniß beim j Rabbiner eine Conditio sine qua non ist, widrigen Falles | er ohne zu wollen, zahllose Fehler machen muß.! Beides aber ist durch den feigen Rükzug des Herrn j R. Hirschfeld sattsam konftatirt, und behalte ich mir vor, j sowol die Entscheidung der talmudischen Kapazitäten Ungarns,! die in dieser Angelegenheit anzurnfen ich nicht unterließ, als j auch jene Belege die Herr R. Hirschfeld als mystifizirt an- ' zugeben beliebte, in diesen Blättern in authentisirter Form seiner Zeit zu veröffentlichen, zum Beweise, daß, um ein Löwe zu sein, mehr gehört als die Haut.! Lugos., am 3. Juli 1864.! Halamon weiß, ' Oberrabbiner. | -Beiträge zur Kulturuni) Literaturgeschichte. Von Leo pold DnkeS. VII. Höhere Stimmungen.') ״ ויגיע הזך בזךDas Reine gelangt zum Reinen." Die größten Ströme haben ursprünglich kleine Quellen. Man bewundert die Größe des Stromes, man bewundert die Kleinheit der Quelle. Mit den geistigen Strömen der menschlichen Gedanken verhält es sich eben so. Ein Wort, eine Phrase ist oft der Ursprung von reichverzweigten Gedanken und Anschanungen, welche durch die Welt ziehen. Der Strom des Wassers sowol als der der Idee vergrößert sich auf seiner Wanderschaft. . . Die Wahrheit von Seldens Ausspruch: ״Die Welt wird durch Sylben beherrscht" zeigt sich bei solchen Betrachtungen sehr klar. Es ist die geistige Minor i t ä t, welche die Majorität unter ihr Szepter bringt. Die Worte * 2) ״ באו מרובים ונפלו ביד מועטיםDie Vielen sind in die Hand der Wenigen gefallen" ist eine allgemeine Thatsache. Solche kleine Quellen finden sich allenthalben. Dieselben anfznsnchen, ist die Aufgabe des Literatnrhistorikers. Zur Veranschaulichung der Gesagten wäre hier gar manches dem Leser vorzuführen. Wir wollen nur folgende Stelle aus dem Midrasch ausheben. ״Wie das Oel an und für sich geruchlos ist, durch Parsnmiren aber allerlei Gerüche annimmt, so auch der Bibelvers: man forscht und findet viele Sachen von einem guten Geschmack darin." 3) Drücken wir diesen Gedanken in moderner Weise aus, so heißt dieses nichts anderes, als: es ist nicht alles ursprünglich in der Bibel, man hat viel hineingelegt. Es ist dieses heute das Resultat vieler Forschungen. Der Talmudist hat diese moderne Anschauung antizipirt. ES ist nur das Maß, welches den Unterschied zwischen beiden Anschanungen macht. Ein Gedanke erscheint oft in verschiedenen Formen. Es begegnet uns in Talmud die Phrase 4) אסמכוה רבנן ״ אקראיDie Rabbinen haben irgend etwas an eine Bibelstelle gelehnt." Dem allgemeinsten Wesen nach, drükt diese wol bekannte Phrase nichts anderes ans, als die so eben angeführte Stelle, nur ohne die Bersinnlichung durch ein Gleichniß. ') Diese rapsodischeu Zeilen stehe» mit einige» Betracht»»- gen über die Sprüche des S e rti nS in Verbindung, welche später folgen sollen. Oben Nr. 9 haben wir bereits dieser Sprüche gedacht. Breschith rabba Kap. 99* 3) Die hebräischen Worte lauten - מה השמן חלק ע״י שאתת מפטמו מריח בו כמה ריחות כך הפסוק הזיה »תה דורש ומוצא בו במה טעמים טובים — (Schic haMim rabvah.) q Bergt, unsere Blumenlese S. 44 ff. 495134^923