Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 27 (6.7.1864)
- Date
- 1864-07-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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561 562 Allmacht findet. Nachdem er in der ersten Vorlesung eine tiefsinnige Definition über das Wesen der Religion im Allgemeinen gegeben hat, stellt er in der zweiten Vorlesung die Religion im Judenthume der Religion im Alterthnine gegenüber und zeigt die großen Wahrheiten, die reinen Begriffe und das vorherrschende sittliche Prinzip im Judenthume, die für alle Zeiten ihre Bedeutung haben. Die Frage, wie daS kleine jüdische Volk inmitten einer wüsten Umgebung zu solcher Erhabenheit der Anschauungen komme, wird in der dritten Vorlesung mit dem Wort ״Offenbarung" beantwortet. Offenbarung ist aber nach G. nicht eine supernaturale, sondern eine religiöse Genialität, eine Erleuchtung, die vou dem höher» Geist ausgeht, nicht aus einer Entwicklung sich zusammensetzt, die mit einem Male als ein Ganzes da ist, wie eine jegliche neue Schöpfung, die aus dem Urgeist hervorgeht. Wolwcislich wendet G. diese rationelle Offenbarungstheorie nur auf die Erkenntniß des Göktlichen an, — denn eine solche plötzliche Erleuchtung fand schon bei den Urvätern statt, — und nicht auf die GottcSlehre selbst. Wenn aber Geiger R. Zehuda Ha-Levi und MatmonideS als seine Vorgänger bezeichnet, welche ebenso das Offenbarung nennen, was im ganzen Volke lebendig war, so idcntifizirt er die Profetie, wovon bei diesen NeligionSfilosofen die Rede ist mit Offenbarung, und gerade R. Jehuda Ha-Lcvi ist eS, der auf die gezwungenste Weife die grelle Darstellung der finaitischen Offenbarung zu mildern sucht. So, sagt er, durch Reinheit und Heiligkeit habe das Volk die Stufe der Profetie erreicht, von Angesicht zu Angesicht die Stimme Gottes zu vernehmen. Dem Einwand, daß diese supernaturale Offenbarung gegen alle Spekulation und Filosofie sei, entgegnete er aber mit dem Geständniß, daß wir rationell die überlieferte Thatsache der finaitischen Offenbarung mit der Lehre von der Unkörperlichkeit Gottes nur vereinen können, wenn wir annehmen» daß die Luft sich in diejenigen Luflformen umgestaltete, die das hörbar machen sollten, was das Volk zu vernehmen hatte. Nicht die Stimme Gottes hat daher nach dieser Erklärung das Volk gehört, wie es doch die Schrift mehrmals betont, sondern zusammengestaltete Luftformen. Wenn ein Denker, wie R. Jehuda Ha-Levi seinem Geisteöflng eine solche Michtung geben mußte, um nnr den Wortsinn der Schrift zu retten, so dürfen wir G. nicht rügen, wenn er es dem Leser überläßt, die aufgestellte Ansicht über Offenbarung auf den Gottesbegriff allein zu beschränken, oder auch auf die sinaitische Offenbarung auszndehnen, welche er ganz ans dem Bereiche seines Vortrages auSgeschieden hat und mit Stillschweigen übergeht. sS ch l u ß folg t.). Inserate. Konkurs. ,(3-3) In Folge Erweiterung der mit der Hauptschule verbundenen Unterrealschule und freiwilligen Austrittes eines Hauptschullehrers sind au der Araber isr. Haupt-, Unterreal- und Mädchenschulanstalt mit Beginn des Schuljahres 18B765 zu besetzen: a) eine Real sch ul-Lehrerstelle mit einem Jahresgehalte von 800 fl. ö. W. b) eine Ha uptsch ul. Lehrerstelle mit einem JahreSgehalte vou 600 fl. ö. W. Szegedin, Stlbüvrrlag der Nedaktio». Bewerber nm diese Stesien haben ihre mit den erforderlichen Zeugnissen und Nachweisen über erlangte, asigemein vorgeschriebene Besähigung, über die K-nntniß der hebräischen Sprache, über ihre bisherige erfolgreiche Verwendung im Lchrfache, sowie über untadelhaften moralischen und religiösen Lebenswandel belegten Gesuche, in welchen auch Alter, Stand (ob ledig oder verheiratet, im letzteren Falle auch die Zahl der Rinder) anzugeben ist, längstens bis 20. Juli l. I. portofrei eitizusenden. Diejenigen Bewerber um die Realschul-Lehrerstelle, die der ungarischen Sprache in dem Grade mächtig sind, um einige Gegenstände in derselben vortragen zu können, erhalten bei sonst entsprechender Qualifikation den Vorzug; bei den Bewerbern um die Hauptschul-Lehrerstelle jedoch ist die gründliche Kenntniß dieser Sprache unerläßliche Bedingung. Die Hauptschullehrer, die sich für den höbern Unterricht in der hebräischen Sprache vorzugsweise geeignet fühlen, wollen dieses in ihren Gesuchen besonders bemerken. Die Anstellungen an dieser Schulanstalt gehen in der Regel auf drei Probejahre, nach deren Verlauf bei erprobter Tüchtigkeit und Berufstreue die definitive Anstellung erfolgt. Arad, im Juni 1864. _Der Vorstand der Araber israelit. Kultusgemeinde. Konkurs. (2-3) Wegen freiwilligen Austrittes des Lehrers der vierten Klaffe an der hiesigen israelitischen Hauptschule ist diese Stelle mit 1. November l. I. zu besetzen. Jährliches Honorar 500 fl. bei Aussicht auf spätere Gehaltserhöhung. Bewerber, die sich über gediegene Fachkenntnisse, Tüchtigkeit in der hebräischen, ungarischen und deutschen Sprache, sowie über bisherige Verwendung und Eonduiten auszuweisen haben, wollen ihre Kompetenzgesucht bis Ende August a. c. an den Gefertigten franko einsenden. Raab, am 22. Juni 1864. Der Vorstand der Lsraelitengemeinde. Lehr- und Erziehungs-Anstalt zu Limheim (AG. Laden.) Realun- Handelsschule. Gründlicher Elementarunterricht, Vorbereitung für die kanfmämiifche Laufbahn oder für ein technisches Fachstudinm. Durch Unterricht und Konversation mit Lehrern nnd Mitschülern, welche verschiedenen Nationen angehören, werden die Zöglinge der neuern Sprachen vollkommen mächtig. — Prospekte und nähere Auskunft erlheilt bereitwilligst der Direktor ־שנ0כ. Xiöwentlial. Zahlreiche Referenzen stehen dem Institute empfehlend zur Seite in P e st bei •F• «M- Kolien, Großhändler, Sclagafsc Ar. 5, welcher auch so freundlich ist, Prospekte abzugeben. (5—6) Leipzig, Üonnnislions-Vcrlag von Franz Wagner. Druck vou Sigmund Burger in Gzegedin. Hierzu ein Viertelbogen Beilage.