Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 27 (6.7.1864)
- Date
- 1864-07-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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denn wirklich so unmöglich, daß die Juden aus Hamadan und Nehavend«) in den Kaukasus durch irgend welche Ursuche in Massen ausgewandert wären? Um auch nur im Allgemeinen über den Werth dieser Grabinschrift ein Wort zu verlieren, müssen wir vor allem darauf aufmerksam machen, daß aus den wenigen Dokumenten, die wir besitzen, schon die Aera des Exils der zehn Stämme, die so oft in Verbindung mit der Aera der Schöpfung י) zu stehen kommt, genau bestimmt werden kann; ferner können wir anS den tatarischen Namen, die in diesen Epitaphen Vorkommen, wol nrtheilen, daß im zweiten Jahrhundert gew. Z. schon Tataren-Stämme da gelebt haben. Die Texte der acht von uns gesehenen Grabsteine sind folgende: Abdruck II (s. Taf. I.) ר משה לוי מת שנת ת׳ש־כ׳ו לגלותנו Moses Levi starb im Jahr 726 unseres Exils (30 n. Ehr.) Auf der linken Seitenfläche oben bemerkt man eine zweizeilige Jnschnft, wovon leider ein Theil abgesägt ist. Die noch vorhandenen Buchstaben sind תכב דאל Abdruck III (s. Taf. II.) צדוק הלוי בן משה מת דא ליצה תישיפיה לגלותנו Zadok halevi, Sohn Mosis starb 4000 d. Sch., 785 unseres Exils (89 n. Eh.). Abdruck VIII. (s. Taf. III.) זר. מצבת(9 קבורת סרלקדל 'אלסים דצאל? י׳ש׳י׳ע׳א..ה Dies ist der Grabstein von Farlak (?) 4091 (180 n. CH.). Gottes Friede sei mit ihm (ihr?) Abdruck XXI ff. Taf. IV). וזאת המצבה של הלל בן ד משה נ״ע מ׳ת ד בשנת ד׳חיו תהי נפשו צרורה בצרור ההיים את ה׳ א׳ והיתר. מנוהתו בבור Dies ist der Grabstein Hilels, Sohn Mosis, gestorben 4216 d. Sch. (305 n. CH.). Möge dessen Seele festgebunden sein im Lebensbunde bei Gott und möge er in Herrlichkeit ruhen. Abdruck XXXV (s. Taf. V). וזה מצבר. של קבורת אסתר בת שלמה אשר שמתי מראשותוי (גיס שנפטר בשנת ת׳ק־ל׳ו תהא נפשה צרורה בצרור החיים ליצירה היא ש׳ס־ה למטרכיי 1"_ 6) So erklärt der Babvl. Talmud (Trakt. Kiduschin 72 r) das Wort ערי מרי (II Kön XVII, 6), wohin die zehn Slämme von den Assyrern versetzt wurden, doch המרן Hamadam und andere geben eö für נהוינד Nehavend und Umgegend. *) *) Mir ist es wahrscheinlich, daß ein Theil der in den kaukasischen Gegenden lebenden Juden wirklich ans Persien eingewandert ist. und von den zehn Stämmen abstammen kann. Ich werde an einem andern Orte mich näher darüber attSzusprechen Gelegenheit haben. Dorn. י) Diese Aera kommt auch nach der Berechnung der Matarkier (למטרכיים cf. weiter Abdruck XXXV) vor; wir habe» bei diesen Berechnungen die synchronistische Tabelle des Herrn Abr. Firkowitz, der sich die Mühe gegeben, die Berechnung durch die Abdrücke und verschiedene Epigraphe der alten Pentakeuchrollen und Bibelfragmente genau zn bewerkstelligen, benutzt. a) Undeutlich, ob מ oder .כ׳ ף Dieses Epitaph ist in manchen Buchstaben schwer leserlich. '״) Der Abdruck heißt hier falsch ימב ״) Die letzten drei Wörter, glaubt Herr Akad. Kunik (rf. Bul« letin T. V. col. 355), wäre» von einer andern Hand gemeiselt. welches, wenn dies auch der Falt gewesen wäre, unseren Resultaten kernen Abbruch thut. Dies ist der Grabstein der Esther, Tochter Salomos, welchen ich zu ihrem Haupte gestellt; sie starb 4536 d. Sch., welches 4585 nach der Berechnung von Matarca macht (625 n. CH.) Abdruck XLVIII (s. Taf. VI). זו מצבת קבורת מרת סורגלין בת ד לוי שנפטרה בשנת ת׳ק׳א׳פ ליצר. ת׳ש׳ה־ע׳מ? Dies ist der Grabstein ver Frau Severgelin, Tochter Levi's, gestorben 4581 d. Sch. (670). Der Friede Gottes sei mit ihr. Abdruck LII (f. Taf. VII). ן .... ן ד הזקן והענו תוכטמיש. לצה I בשנת תוק׳ס׳ט ..Der alte und bescheidene Tochtamisch (gestorben) im Jahre 4589 d. Sch. (678 n. CH.). Abdruck LVII (f. Taf. VIII). וזה המצבה שלעיני בן אליסף ת׳נ׳ציב׳ה ד(?)ת׳רל ליצירה Dies ist der Grabstein des Aini, Sohnes Eliasaph, gestorben 4630 (719 11. Ch.) Möge dessen Seele festgebunden sein im Lebensbunbe. Das Wort נפטר kommt schon Abdruck V (97 n. CH.) vor. Außerdem findet man in Abdruck X (197 ». CH.) den Namen Gulaf גולף Rose. ") Abdruck XIV (262 n. CH.) die Namen טוקטמיש בן בבשי ") Tokramisch, Sohn Bacschis. Den neunten Stein berücksichtigen wir hier nicht, weil er zu jung ist, und in einen nächsten Artikel eher passen kann. Wir geben hier noch den Text des Abdruckes XXIII wegen der beiden Aeren, die darin Vorkommen: ווה האבן אשר שמתי מראשותיו על קבר ר׳ יוסף ב״ר אליה שנפטר שנת ד״א ר״ס ליצירה א׳ס׳ה לגלותינו נ־ב ת} Dies ist der Stein, den ich auf dem Grabe des Joseph, SohneS Eliah zu dessen Haupte gesetzt habe, gestorben 4280 d. Sch., 1065 unseres Exils (369 n. CH.). Seine Seele ruhe im Paradiese. Die Steine scheinen Kalksteine zu sein; kein Wunder also, daß sie sich in jenen warmen Gegenden so gut erhalten haben. 15) Herr Firkowitz hat mit den wenigen Mitteln, die ihm zn Gebote standen, über 300 Abdrücke anfertigen können; wer weiß, welche wichtigen Dokumente die Erde hier noch verbirgt, und es wäre daher sehr wünschenswerth, daß weitere Nachforschungen angestellt würden. Es wäre nicht unmöglich, daß vielleicht auch Grabschriften von Chasaren aufgefunden würden. 16) ") Die ersten zwei Zeilen des Grabsteines sind ganz verwischt. 1a) In einem Epigraphe durch שושנה gegeben. Dieses Wvrt kommt auch in folgender Form טיבטמיש vor. ") Bergt. Herrn M. Göbels Bemerkungen. ף׳ Da das Petersburger Bulletin den wenigsten unserer gelehrten Leser zugänglich ist, werben es dieselben mit uns dem Herrn Neubauer Dank wissen, daß er NUS vorliegende Arbeit mitgetheilt hat. Zuvörderst fragt es sich aber, ob Herr Neubauer die Grabschriften transskribirt, oder in Quabratschrift vorgefunden hat. Ist letzteres der Fall, so kann von den zelin Stämmen gar die Rede nicht sein. Epitaphien werden allerdings schon im Talmud erwähnt (Hör. 13, b. Zunz, zur Gesch. 392); aus der Zeit des ersten Tempels hat sich jedoch bisher keine Grabschrift gefunden. Der Titel ר׳ und dir Gusemieen נ״ע und נב״ת führen auf Die nachtalmndischr Zeit hinab; in der talmudischen Zeit führten jenen Titel nur die Ordinärsten (סמוביס). Die Nutersnchung über bas Alter der in Rede stehenden Grabsteine ist also noch lange nicht als geschlossen zn betrachten. L.