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Ben Chananja · 1864-06-29 · 26 (29.6.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
26 (29.6.1864)
Date
1864-06-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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637 538 noch die Gelegenheit, sich die hebräische Sprache eigen zu machen, während Kenner des Hebräischen wegen sonst mangelnder Qualifikation von der Präparandie weggcwiesen werden müssen! Ebensowenig ist die Präparandie dafür,verantwortlich zu machen, wenn der aus Waag-Neustadtl g'ebürtige ״diplomirte" Lehrer den Anforderungen in Bezug auf das Uugarische in KecSkemüt oder MiSkolez nicht genügt. Aber etwas ganz anderes wäre eS, wenn der Direktor der jüdischen Präparanden um sich weiter gar nichts zu kümmern hätte, als ob derselbe zur Aufnahme tauglich oder nicht. Wer sich deutsch und ungarisch gut ausdrückt (und das erfährt man in zwei Minuten) und ein beliebiges Kapitel aus den fünf Büchern Moses gut übersetzt, der ist ausgenommen; wer aber dies zu leisten nicht vermag, mag seiner Wege gehen. Dies summarische Verfahren ist sehr einfach, und für den beabfichtigten Zweck für verläßlicher, als Realnnd Gymnasialschulzeugniffe. Freilich würde dadurch Wohl und Wehe der Anstalt einzig und allein in der Hand des Direktors gegeben und von Seiten desselben vielleicht Willkürlichkeiten zu befürchten seien; — astein dafür würde auch er allein für jede Unzukömmlichkeit die Verantwortung tragen. Verantwortlichkeit, unbedingte Verantwortlichkeit schützt aber vor Uebergrisscn weit besser, als die best paragraphirte Kontrole. Dies unsere unparteische Meinung in Bezug auf die Eingangs ausgestellten zwei Fragen. Wir haben dieselben an Ort und Stelle studirt und glauben daher, ein Urtheil darüber zu haben. Widerlegt man uns indeß von kompetenter Seite, werden wir nicht austeheu לקבל את .האמה ממי שאמרה. Korrespondenz. Inland. F. Wien, 22. Juni. Ich erachte es für meine Pflicht, Ihnen über den Erfolg einer Prüfung Nachricht zu geben, der ich am 20. Jnui beiwohnte und die mir von Neuem zeigte, wie sehr Lehrtüchtigkeit geschätzt werden sollte und müßte. Es war dies die Prüfung im Mädchen- Lehr- und ErziehungSinflitute der Frau Friederike Kann, vormals Saar — Stadt, Gonzagagasse Nr. 2. Dem guten Rufe dieser Anstalt zufolge ging ich mit den größten Ansprüchen zur Prüfung. ich muß aber gestehen, daß dieselben die vollste Befriedigung fanden. Wenn Mädchen gründliche Kenntniß der deutschen Sprache zeigen. in der Geschichte jedes besondere Ereigniß mit der Jahreszahl zu belegen wissen, und dieselbe (was freilich nur durch ausgezeichnete Methode sich erzielen läßt) in Bildern an die Tafel zu zeichnen verstehen, dann müßte man sich schon lobend aussprechen, man muß es aber noch mehr thun, wenn man das so weit als möglich gründliche Wissen in Religion, Physik, Naturgeschichte, Geographie und andern Gegenständen dazu in Betracht zieht. Der Gemal der geehrten Instituts-Vorsteherin, Herr Siegfried Kann, der seit Februar die Anstalt leitet, sich übrigens bereits in der literarischen Welt einen Namen erworben, und die oben augedeutete Geschichtsmethode in Kürze zu veröffentlichen gedenkt, versteht es in der That, die dem Jnstitiiie anvertraute Jugend vortrefflich zu leiten und ihr das Wissen trotz der ziemlich großen Anforderungen ans möglichst leichte und interessante Art beiznbringcn. Wir konnten es daher nur als einen Akt der Nothwendigkeit erachten, daß Se. Hochwürden Herr Kanonikus v. Zenner den verdienten Beifall spendete, und sich nicht lobcnd genug über die Leistungen der Lehrer, vornehmlich des Herrn DirektorS Kann, des Lehrers der Naturwissenschaften, Dr. Polatschek, des der Arithmek, Herr Hanak aussprechen konnte. Auch dürfen wir die vorzüglichen Leistungen der chrcnwerthen Frau Vorsteherin, die ihre Kräfte auf den Anschauungsunterricht, das Lesen und die Deklamation, verwendet, nicht unerwähnt lassen. Die ausgestellten Handarbeiten mannigfacher Art zeigten, wie Treffliches auch auf diesem Gebiete geleistet wurde. Nicht minder flößte das blühende Aussehen der Pensionärinnen Jedem Vertrauen ein. Unter solchen Auspizien können wir wol einen recht zahlreichen Besuch dieser trefflich geleiteten Anstalt erwarten, was wie auch der geehrten Frau Vorsteherin vom Herzen wünschen. Es soll uns sehr freuen, auf diese treffliche Anstalt aufmerksam gemacht zu haben. — Pest, 23. Juni. Wie Sie aus der Erklärung des Herrn Paul Tencer, Redakteurs des ״UngarischenIsraeliten", in denungarischen Blättern ersehen, ist vorläufig keine Aussicht vorhanden, daß das trefflich redigirte Blatt in der nächsten Zukunft wieder erscheinen werde. E. Szegeditt, 23. Juni. Wir haben heute einen sehr würdigen, von unserer ganzen Gemeinde hochgeachteten Schriftgelehrten zu Grabe geleitet: Herrn Josef Klein, welcher vom Jahre 1847 bis zum Jahre 1850 RabbinatSverweser, und von da ab RabbinatS-Affeffor in unserer Gemeinde war. Der Verblichene besaß eine sehr auügebreitete Belesenheit in der talmudischen Literatur, viele Erfahrungen auf dem Gebiete der rituelle» Praxis und war auch in Bibel und hebräischer Grammatik sehr gut bewandert. Fern von allem und jedem Fanatismus lebte er in frommer Friedensliebe und wahrhaft rührender Demuth seinem Berufe und seinen Studien. Sein Andenken wird in der hiesigen Gemeinde ein gesegnetes bleiben. Er hinterläßt eine Witwe in drückender Armuth, für welche, wie ich vernehme, von unserer zum Wohlthun stets geneigten Gemeinde gesorgt werden wird , und einen einzigen Sohn, welcher an der Hauptschule zu Veßprim mit musterhafter Treue und Hingebung wirkt. R. Rechnitz, 20. Juni. Die hiesige israelitische Gemeinde hat an den Redakteur des ״Ben Chananja" nachstehendes Schreiben gerichtet: ״Hochwürdiger Herr Oberrabbiner! Die edle Begeisterung und der rastlose Eifer, womit Ew. Hochwürden auf dem Boden der geistigen Kultur und der geläuterten Religion Israels arbeiten, haben schon längst Ihre sämmtlichen intelligenten, der Wahrheit huldigenden GlaubenSgenoffen zur Verehrung und Bewunderung hingerissen. Wenn wir nun auch von unserer Seite diesen Gefühlen Wort nnd Ausdruck verleihen, und Ihnen für Ihr literärischeS Wirken den Tribut unseres in« nigsten Dankes zollen; thun wir dies in diesem Augenblicke um so freudiger, als Sie dem Aufsatze: ״Die Schicksale und Bestrebungen der israelitischen Gemeinde zn Rechnitz" in Ihrer geschätzten und Vielgelesenen Wochenschrift einen Platz eingeräumt haben. In den Schicksalen und Bestrebungen unserer Ahnen sehen wir die Hand Gottes wunderbar walten. Eine heilige Wonne erfüllt unser Herz, indem wir so manche theure Gestalt dem Grabe entsteigen sehen. Welcher Gutdenkende sollte auch nicht geneigt sein, diese unsere Pietät zu würdigen oder zu theilen? In den Schicksalen und Bestrebungen unserer Vorfahren in nichtsehr ferner Vergangenheit sehen wir die düstcrn Vorurtheile des Mittelalters allmälig sich zerstreuen, nnd die milden Strahlen der Humanität und der reiuern Erkenntniß durchbrechen. Aus den Schicksalen und Bestrebungen unserer Voreltern sehen wir endlich, was man mit starker, vereinter Willenskraft vermag, besonders, wo es sich um unser wahres Woh l, um den Bestand unserer heiligen Religion handelt. Wir sind auch überzeugt, daß dieser Beitrag, der aus authentischen Quellen geschöpft, und aus der trefftiche« Feder unseres hochgelehrten und gefeierten Herrn Oberrabbiners Dr. Zipfer geflossen ist, bei Geschichtsfrennden um so einstimmige,-« Beifall finden wird, als auf diesem Gebiete bisher nur spärliche Produkte erzeugt wurden. Hofsentlich wird diese treffliche Arbeit zu ähnlichen Arbeiten und zur Be» reicherung der ungarisch-jüdischen Geschichte aufmuntern. Indem wir Gw. Hochwürden unsern innigsten Dank ansdrücken, bitten wir den Himmel, Er möge Sie noch recht viele Jahre in Ihrem; Gottgefälligen Wirken stärken, und Ihre heiligen Unternehmungen mit dem besten Erfolge krönen. Genehmigen Sie den Ausdruck unserer aufrichtigsten Hochachtung und Verehrung, womit wir stets verharren. Rechnitz. am 13. Juni 1864. Ew. Hochwürden ergebenste: M. Strauß, Vorstand; Leopold Schabsel, zweiter Vorsteher; Dr. I e l l i n e k; Aron Pick.

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