Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 26 (29.6.1864)
- Date
- 1864-06-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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531 532 sammenhang mit der ursprünglichen Bedeutung von 3 חבר). In solchen Ausdrücken liegt die älteste Geschichte der menschlichen Vorstellungen über diesen Gegenstand. Für uns liegen die Vorstellungen freilich sehr ferne. Das hebräische לחש heißt eigentlich ״leise reden, murmeln." In sofern die Zauberer ihre Beschwörungsformeln leise vor sich hinmurmeln, wurde nachher das Wort לחש für Zauberei gebraucht. Diesem hebräischen לחש entspricht das talmudische JE"). Auch dieses heißt nichts anderes, als Murmeln^) und wurde später ebenfalls für Murmeln der Zauberer gebraucht. Das lateinische ineantare entspricht ebenfalls diesem Begriffe. Der Begriff von Zauberei hat sich frühzeitig mit dem Magier (אמגושי) verbunden, wie mit Chaldäer (כלדאי) ebenfalls. _ Rundschreiben des isr. ung. Vereines. (Schluß.*) Sind es da nicht die drängenden Bedürfnisse einer zeitgemäßen kulturhistorischen Entwicklung, die an unsere Thüren pochen, und uns auffordern, diesen unabweislichen Ansprüchen je eher und je vollständiger zu genügen? Der ״Izraelita Magyar־ Egylet“ hat bei der Geringsügigkeit der ihm zu Gebote stehenden Mittel eine vielleicht nicht unrühmliche Thätigkeit entfaltet. Während der jüngsten drei Jahre haben mehr denn 400 Schüler — darunter auch mehrere Nichtjuden —-Gr atisunterricht in der ungarischen Sprache erhalten; in den Wintermonaten fanden an mehr als 50 Abenden V o rle jungen theilS urerarkschen, theilö populär-Wissenschaftlichen Inhalts statt, die sich gesteigerten Beifalls zu erfreuen, und jungen Talenten Gelegenheit zur Bekanntwerdüng geboten hatten; es wurde mit der Herausgabe von Schulbüchern begonnen, und zwar mit einem hebräisch-ungarischdeutschem Lautirlesebnch; es erschien ferner unter Redaktion und Aegyde des Vereins der zweite Jahrgang des jüdischungarischen Jahrbuchs mit wissenschaftlich - literarischem, von der Kritik beifällig aufgenommenen Inhalte; die Unterstützung einiger jüdisch-ungarischer Schriftsteller bei Herausgabe von Schriften ward nicht verabsäumt; fleißige Schüler der jüdischen Volks- und Privatschulen, die sich in der Erlernung der ungarischen Sprache hervorgethan, wurden mit entsprechenden Prämien belohnt; es wurde ferner ein Lesesaal im Vereinslokal eingerichtet, in welchem die VereinSmi glieder jüdische und ungarische Zeituugen zu ihrer Belehrung benützten; auch wird die mit nngarischen Werken gut dotirte Vereinsbibliothek von den Mitgliedern fleißig in Anspruch genommen. — Der Verein hat ferner im Einvernehmen mit der ungarischen '*) Fürst hat in seinem hebräischen Wörterbuche auf diese hier angegebenen Zusammenhänge keine Rücksicht genommen. Zugleich mag gelegentlich bemerkt werden, daß das Wort חבורח fffimibe) ebenfalls mit der Bedeutung von ״verbinden" in Zusammenhang steht. Die talmudische Erklärung ״ שהדם נצרר בתוכן־das Blut ist darin unterlaufen", ist sehr richtig. Man findet kcinjZeinvort חבר mit der Bedentuug ״verbinden." Fürst hat auch darauf keine Rücksicht genommen. a) Es findet sich im Bamidbar rabbah Kap. 12 der Ausdruck הטרונה רוכ&םניה . welches eine mürrische Matrone bedeutet, eigentlich murmelnd. *) S. die vorige Nummer. gelehrten Akademie begonnen, statistische Daten jüdischer Gemeinden Ungarns, ihrer Institute u. s. w. zu sammeln. — Außerdem aber will der ״Izraelita Magyar Egylet“, unterstützt von jüdisch - theologischen Kapazitäten ersten Ranges, alle seine Kräfte daransetzen, seinen Glaubensbrüdern eine nngarische Uebersetzung der Bibel zu bieten. Bei dem bedeutenden Umschwung, dem Schule und Familie in nationaler Hinsicht in den jüngsten Tagen bei uns sich hingegeben, können sie diesen göttlichen Lehrschatz ohne Schaden nicht länger entbehren. Die Uebersetzung der Bibel in die Landessprache war seit Urzeiten das kräftigste Belebungsmittel für die zu erkalten drohende Religiosität, und -«gleich der jedesmalige Bahnbrecher, unsere Glaubensgenossen in die Hallen der uns umwebenden Nationalbildung in ernster Weise einzuführen. Was — um das jüngste Beispiel anzuführen — Mendelssohn's Uebersetzung für uns und unsere Väter gewesen, das soll eine gediegene ungarische Uebersetzung für unsere Kinder und Kkndeskinder werden. Diese kurz skizzirte Thätigkeit des ״Izraeltta Magyar Egylet“ ist nur ein schwacher Umriß jener Wirksamkeit, die derselbe fernerhin zu entwickeln gesonnen ist. Sollen aber die hier angedeuteten Zwecke in größerem Maßstab, würdig der Intelligenz der jüdischen Bevölkerung unserer Hauptstadt nnd des Landes, verwirklicht werden, so bedarf der ״Izraelita Magyar Egylet“ dazu auch entsprechender Mittel. Wir erkennen es dankbar an, daß ein ansehnlicher Theil unserer Glaubensgenossen die Bestrebungen des Vereins wacker unterstützte, allein diese/ obschon löblichen Anstrengungen einiger Hunderte genügen bei Weitem nicht. Der Kreis der Theilnehmer muß sich beträchtlich erweitern. Der ״Egylet" muß in seinem Schoße die geistigen und materiellen Kräfte des ungarischen Israels würdig vertreten sehen, sollen jene Ziele zur Veredlung und Bildung des Judenthumes Verkörperung finden, die jetzt der Vereinsleitung in Form von Idealen vorschweben. Die materiellen Ansprüche, die der Verein an das einzelne Mitglied stellt, sind höchst unbedeutend. Es bedarf blos eines täglichen Opfers einiger Pfennige, um das erhebende Bewußtsein zu genießen, an dem Fortbau und der Verherrlichung des־ ungarischen Judenthnms thätkg mitgewirkt zu Haben. Der ״Iz־ raelita Magyar Egylet“ geht mit ungebrochenem Mnthe daran, seine Thätigkeit von Neuem zu beginnen. Er nährt die sichere Hoffnung, daß sein Vertrauen in die GesinnungStüchtigkeit und Intelligenz seiner Glaubensbrüder auf's Glänzendste gerechtfertigt werden wird. DerAusschußdes ״Izraelita Magyar Egylet44: Adolf Fenyrrejsy- Dr. Josef Mzsay, Sekretär. Präses. Das jüdische Schulwesen Äerlins. Von Heinrich Nosenberg, öffentlicher Hauprschullehrer. (Schluß.*) Vergleichen wir nun das öffentliche jüdische Schulwesen Pestmit dem von Berlin, so müssen wir, so sehr sich auch unser patriotifches Gefühl dagegen sträubt, im Znteresse der Wahrheit es anerkennen, daß unseres zu dem ausländischen in gar keiiiem Vergleiche steht. *) S. die vor. Nummer.