Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 25 (22.6.1864)
- Date
- 1864-06-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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abgehaltenen Sitznng vermittelst Beschlusses sämmtliches Fleisch. das nicht aus der Kammer der von der Gemeinde hierzu ermächtigten Fleisch- Hauers herrührt, mit Verbot belegt, welchen Beschluß sie auch dem Herrn Rabbiner zur Bekräftigung unterbreitete. Ob dieser Zumuthung aber wurde der Herr Rabbiner sehr erzürnt, und schrie: ״Was? Auch da drein wollt ihr euch mischen? Und tust darf jeder Fleischhauer Koscherfleisch hauen, frank und frei, so viel ec nur wist!" — Dies waren seine eigenen Worte. Nun fragen wir den ehrwürdigen Herrn Rabbiner, wodurch wo! die ״עמודי התורה והיראה״ mehr erschüttert werden, ob durch die Errichtung eines Seminars, in welchem gelehrte und gotteSfürchtige Rabbiner herangebildet werden, oder durch ein solches, jeder Religiöfität stracks widerstrebendes Vorgehen eines orthodoxen Rabbiners? W. Raab, 13. Juni. Die Herren Löwy und Roth, welche Ihren Beßprimer Korrespondenten dementirten, wußten sicherlich nicht, daß an der Beßprimer Schule sieben tägliche Unterrichtsstunden üblich sind, so daß man dem Korrespondenten mit dem Talmud zurufen kann: ״Schmücke zuvörderst dich und dann Andere!" Unleugbar wird aber auch an Schulen, wo sechs tägliche Stunden systemisirt sind, eine siebente Nach- oder Korrepetitionsstunde gegeben, ohne daß dagegen ein Verbot »flössen wäre. ES entsteht nun die Frage: Woher kommt es, daß die Nachstunde vom Standpunkte der phisischen Erziehung nicht beanstandet wird? Da der Unterschied wol nur in der Natur des Nachstunden-Unterrichtes liegen kann, so entsteht die weitere Frage: Könnten die Gemeinden nicht ein Abkommen treffen, nach welchem ganze Klaffen, namentlich die oberen, an dem der physischen Erziehung nicht schädlicheu Korrepetitionsunterrichte theilnehmen, und auch die Kinder unvermöglicher Eltern dieses Benefizium genießen könnten? Diese Fragen verdienen jedenfalls erörtert zu werden. Ich senden Ihnen hiermit einen Dukaten, welchen Sie demjenigen zu übermitteln belieben, der die beste Lösung dieser Fragen liefert. Die Herren Dr. Jos. Hauser, Direktor Lederer an der Musterhauptschule und Direktor Kohn an der Normal- Hauptschule in Pest werden wol die Güte haben, das Preisgericht zu bilden. An einen dieser Herren wären also die Arbeiten zu senden. Der Preis wird am 1. September d. I. vertheilt, vorausgesetzt, daß mindestens der wesentliche Inhalt der Lösung der Redaktion des ״B. CH." mit der Unterschrift der Preisrichter versehen znr Veröffentlichung mitgetheilt wird. A.. R. Rechnitz, 13. Juni. In unserer Zeit, wo Gemeindezwistigkeiten, Hetzereien und das selbstsüchtige Toben der neuorthodoren Romantik an der Tagesordnung sind, ist es um so erfreulicher, auch auf freundliche Oasen zu'stoßen, wo wir wieder freier aufathmen und die balsamische Luft der Eintracht, der Intelligenz und der wahren Humanität einsaugen können. Eine solche Oase bildet die hiesige israelitische Gemeinde. Sie ist mit seltenem Eifer für das Gemeininteresse beseelt, wodurch die umsichtige Leitung des strebsamen Vorstandes die besten Resultate erzielt. Der Tempel ist prachtvoll in seiner Art und der solenne Gottesdienst dürfte mancher größer» Gemeinde des Vaterlandes zum Muster dienen. — Eine nähere Schilderung des Gotteshauses, der bcstorganisirten dreiklassigen Volksschule, sowie der Gemeinde über- Haupt, liefert in ihrem ganzen Umfange unser gefeierter Herr Oberrabbiner in diesen Blättern; nur so viel sei mir gestattet, zu bemerken, daß es eben dieser geistliche Hirte ist, der mit echt patriarchalischer Gesinnung, seltener Treue und Aufopferung und begeistert für die moralisch- und intellektuelle Veredlung der Gemeinde auf Jung und Alt wohlthätig wirkt, und dem sich auch die kraftvolle und opferwillige Gemeinde-Repräseutanz in würdiger Weise anschließt. Wie sehr die hiesige Gemeindeverwaltung auch auswärtig gewürdigt wird,'beweisen die bedeutenden Spenden, die von mehreren Seiten schon seit meinem kurzen hierortigen Aufenthalte (6 Wochen) zufloßen. So spendete Herr Friedrich Schey, Edler v. Koromla 50 fl. ö. W., nachdem er vor einigen Jahren bei Gelegenhelt eines Tempelbesucheö 500 fl. ö. W. gespendet hatte. Derselbe wurde mittlerweile zum Ehrenmitglicde der hiesigen Gemeinde ernannt. Der gegenwärtig in Wien domiziltrende Herr H. G. Pick, Enkel des hier allgemein verehrten Stadtgeschwornen und Kontrolors. Herrn Aron Pick, spendete, außer seinen üblichen Jahresbeiträgen der Schule wieder 45 st. und zu den sonstigen Gemeindeinstitutionen 35 fl. ö. W.; der ebenfalls in Wien domizilirende Herr Adolf Re in seid, Sohn des hierortigen achtbaren Kaufmannes Philipp Reinfeld, widmete der Schule 50 fl und den übrigen Gemeindeinstitutionen 75 st. ö. W. — Sämmtlichen großherzigen Spenden wird hiermit im Interesse der Humanität öffentlicher Dank abgestattet. Möge der Himmel den frommen Edelmuth lohnen! Inserate. Konkurs. Zn Folge Erweiterung der mit der Hauptschule verbundenen Untercealschule und freiwilligen Austrittes eines Hauptschullehrers sind an der Arader isr. Haupt-, Unterreal- und Mädchenschulanstalt mit Beginn des Schuljahres 16°Vss zu besetzen: a) eine Realschu l - Lehrerstelle mit einem Jahresgehalte von 800 fl. ö. W. d) eine Haupt sch ul. Lehrerstelle mit einem Jahresgehalte von 600 fl. ö. W. Bewerber um diese Stellen haben ihre mit den erforderlichen Zeugnissen und Nachweisen über erlangte, allgemein vorgeschriebene Befähigung, über die Kenntniß der hebräischen Sprache, über ihre bisherige erfolgreiche Verwendung im Lehrfache, sowie über untadelhaften moralischen und religiösen Lebenswandel belegten Gesuche, in welchen auch Alter, Stand (ob ledig oder verheiratet, im letzteren Falle auch die Zahl der Kinder) anzugeben ist, längstens bis 2V. Juli l. Z. portofrei einzusenden. Diejenigen Bewerber um die Realschul-Lehrerstrlle, die der UNg arischen Sprache in dem Grade mächtig sind, um einige Gegenstände in derselben vortragen zu können, erhalten bei sonst entsprechender Qualifikation den Vorzug; bei den Bewerbern um die Hauptschul-Lehrerstelle jedoch ist die gründliche Kenntniß dieser Sprache unerläßliche Bcdingung. Die Hauptschullehrer, die sich für den höhern Unterricht in der hebräischen Sprache vorzugsweise geeignet fühlen, wollen dieses in ihren Gesuchen besonders bemerken. Die Anstellungen an dieser Schulanstalt gehen in der Regel auf drei Probejahre, nach deren Verlauf bei erprobter Tüchtigkeit und Berufstreue die definitive Anstellung erfolgt. Arad, im Juni 1864. Der Vorstand der Arader israelit. Kultnsgemeinde. LehrnndGrziehungs-Avjtalt zu. Mmucheim (KoA Mm.) Realin»- .Handelsschule. Gründlicher Elementarunterricht, Vorbereitung für die kaufmännische Laufbahn oder für ein technisches Fachstudium. Durch Unterricht und Konversation mit Lehrern und Mitschülern, welche verschiedenen Nationen angehören, werden die Zöglinge der neuern Sprachen vollkommen mächtig. — Prospekte und nähere Auskunft ertheilt bereitwilligst der Direktor Dr. Xiöwentlxal. Zahlreiche Referenzen stehen dem Institute empfehlend zur Seite in P e st bei «r. «r. Kolieu, Großhändler, üclagajse Ar. 5, welcher auch so freundlich ist, Prospekte abzugeben. (3—6) Szegedin, Selbstverlag der Kedalrtion. Leipzig, Üommisstons-Verlag von Franj lvagnrr. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen und eine Broschüre ״der Iudeneid" als Beilage. | i -