Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 24 (15.6.1864)
- Date
- 1864-06-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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499 500 zunehme, und bei dieser Gelegenheit immer Segen nnd Heil verbreiten Es wird mir jeder Zeit erfreulich sein, in der Ferne, wo möglich, für ähnliche Zwecke zu wirken. Mit allen Zeichen wahrer Hochachtung ergebenster Albert Cohn, Präsident. 42 rus Riodsr. Don dem Redakteur dieses Blattes erhielt der Verein foU gendes Schreiben: An den löbl. Borstand der ״Concordia" in Pest. Löblicher Borstand! Hochzuverehrende Herren! Nehmen Sie meinen ergebenen und aufrichtigen Dank für das mir zugesandte Diplom. Ich rechne mirs zur hohen Ehre, einem Vereine anzugehören, welcher sowol durch die Gottgefälligkeit seines Streben« und Wirkens, als durch die Trefflichkeit seiner Häupter und Glieder die wärmste Anerkennung aller Gebildete» verdient. Hochzuverehrende Herren! Das Datum Ihres mich sehr ehrenden und erfreuenden Diploms erinnert mich an den überraschend günstigen Erfolg, von welchem unter dem Beistände Gottes ein Sendschreiben begleitet war, das ich zu Ende des Jahres 1862 zur Wahrung der Ehre des ungarischen Israels veröffentlichen zu müssen glaubte. Das mit künstlerischem Geschmacke auSgefertigte Diplom kam mir an einem Tage zu, an welchem ein in meinem Blatte erschienener, der Ehre unserer heiligen und göttlichen Religion gewidmeter Aufsatz versendet wurde. Die freundliche Gesinnung, welche so gebildete und ehrenhafte Glaubensbrüder, wie die Mitglieder des ״Eoncordia-VereiileS" gegen mich an den Tag legen, ist für mich eine herzerhebende Aufmunterung, ans der vor nahe vor 30 Jahren eingefchlagenen Bahn zu verharren. Sonst bin ich bei den meiner amtlichen und literarischen Thätigkeit gesetzten Grenzen nicht in der erfreulichen Lage, das Interesse Ihres — oder wie ich nunmehr sagen darf, unseres — frommen Vereines auf irgend eine Weise sördern zu können. Geehrteste Herren nnd Glaubensbrüder! Die pricsterliche Wochenabtheiluna, weiche in dem heiligen Tempel zu Jerusalem die zu verrichtenden KultuSfunktionen an ihre Nachfolgerin abtrat, begrüßte dieselbe mit den Worten-OD^^ מיששכן שמו בבית הזה הוא ישכין ״״״&״״ אהבה ואחוה ושלום ורעות! lassen in diesem Hause, lasse unter euch wohnen Liebe und Brüderlichfeit und Friede und Freundschaft (Berachoth 12 a)!" Ich rufe Ihnen in demselben Geiste zu: Der nach seiner untrüglichen göttlichen Verheißung seinen Segen wohnen läßt überall, wo wir feinen Namen nennen (2 Mos. 10, 11), sende und spende Ihnen seinen reichsten Himmels« fegen und lasse unter ihnen, theuere Vereinsgenossen, wohnen: Liebe und Brüderlichkeit, Frieden nnd Freundschaft! Genehmigen Sie, hochzuverehrende Herren, den Ausdruck meiner unbedingten Hochachtung u. s. w. §. Pest, 12. Juni. Nachstehende Motion dürfte nicht nur wegen ihres Inhaltes, sondern auch wegen der auö der Hirschlerifchen Epoche stammenden parlamentarischen Form verdienen, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Dieselbe lautet: Als Vorsteher der Wohlthätigkeitö- Sektion der löbl. isr. Kultuögemeinde erlaube ich mir der geehrten Plenar- Versammlung den Antrag zu stellen, sie möge die Gründung eines israelit. Frauenvereins in Anregung bringen und bitte dieselbe, diesen Antrag als Dringlichkeits-Antrag auf die Tagesordnung setzen und die nachfolgend angeführten Motive in Berathung ziehen zu wollen. A. Wenn es sich einerseits nicht leugnen läßt, daß die Pester israelitische KultnSgemeinde der Wohlthätigkeitö-Sektion mit wahrer Munifizenz die Mittel bietet, die unglücklichen Armen nach Möglichkeit zu unterstützen, so muß anderseits doch zugegeben werden, daß es dem löbl. Vorstand mit dem besten Willen nicht gelingen kann, alle.Unglücklichen und der Unterstützung würdigen Armen in seinen Schutz zu nehmen. B. Lehrt uns die Erfahrung und das Beispiel in anderen großen Hauptstädten, wie auch in unserer eigenen Vaterstadt, daß die unter der Protektion des betreffenden GemeindevorfiandeS stehenden Privatvereine sehr viel d,S Gute» und des Ersprießlichen leisten. 6. Läßt sich mit Bestimmtheit voraussetzen, daß die edlen Frauen unserer Gemeinde, welche sich bei jeder Gelegenheit durch Herzensgüte, WohlthätigkeitSstnn und taktvolles Benehmen auSzeichnen, dem Ruse des Vorstandes rücksichtlich der Gründung eines ״Israelitischen Frauenvereins" mit evlcr Bereitwilligkeit Folge leisten werden. I). Ist es in diesem Falle unbestreitbar, daß die Gründung eines solchen Frauenvereins nicht allein beitragen würde, den Nothleidenden PestS thatkräftig unter die Arme zu greifen, . sondern dem löbl. Vorstände noch hieraus der Vortheil erwüchse, für die Kassa der Gemeinde tüchtige und edle Mitarbeiter gewonnen zu haben. In Betracht dieser hier angeführten Gründe erlaube ich mir hiermit zu beantragen: Dir geehrte Plenarversammlung wosie 1. die Gründung eines israelitischen FrauenvercineS im Prinzip gutheißen, und 2. die geeigneten Maßregeln ergreifen, um diesen wohlthätigeu und als dringendes Bedürfniß gefühlten Verein ins Leben zu rufen. Karl Louis Posner, Vorsteher der WohlthätigkeitS-Sektion der Pester iir. KultnSgemeinde. Der vorstehende Antrag wurde gelefen und wird aufs Wärmste unterstützt.von: I. Wolfner, P. S. Wertheimer, Hermann Steiner, Samuel Hirsch, Dr. Brody, H. Schönfeld, Hermann Latzko, Bernard Gans, Karl Hirsch, S. Herzberg, Franz Breitner, Jakob Birnbaum, H. Popper. א״ת Pest, 12. Juni. Seit dem 1. Mai erscheint hier ein vorwaltend Lokalinteressen gewidmetes Blatt ״Eät-osö" (Fernrohr), redigirt von Brody Sigmund, worauf ich mir Ihre Aufmerksamkeit zu lenken erlaube, da dies das erste ungarisch geschriebene Tagesblatt ist, welches einen Juden zum Redakteur hat.*) Herr Brodi ist ein junger Mann von vieler Begabung, dessen publizistische.Tüchtigkeit bereits zu Tage tritt; er ist ein Enkel eines berühmten frommen Talmudisten. Seit einigen Tagen weilt der vielgenannte Linguist Vämböri in unserer Mitte. Wie die Tagesblätter melden, gedenkt derselbe die Resultate seiner orientalischen Reise in mehreren europäischen Sprachen zu veröffentlichen; auch hat er, nach derselben Quelle, die Absicht, an der hiesigen Universität, Professor der semitischen Sprachen zu werden, ohne jedoch hebräisch zu verstehen. Herr Vänidöri-Bamberger ist in Schntt-Szerdahely von israelitischen Eltern geboren, machte in Wie» seine Gymnasialstudien, kam nach Vollendung derselben nach Pest, wo er sich einige Zeit vom Sprachunterricht erhielt, ging von hier nach Csetöny in derBakony, wo erbet Herrn Grünfeld Erzieher war. Von da ging er nach Konstanlinopel, wo er sich, wie Fama erzählt, durch dm Uebertritt zum Islam den Rang eines Essendi, sowie den Zutritt in gewisse, für Andersgläubige sonst schwer zugängliche Kreise erkaufte. Welcher Religion Herr V. gegenwärtig angehört, konnte ich bis jetzt nicht erfahren, doch wird er für einen Katholiken gehalten. Am 7. dieses hielt Herr Dr. Rozsai seine JnstasiationSrede in der ungarischen Akademie, bei welcher Gelegenheit er die Statistik des *) Die während der Revolution erschienenen TageSblälter ^Rsspublika- und ״Esti lapok“ — ersteres von Heilprin, gegenwärtig in Amerika, letzteres von Ludasi-Gans-, gegenwärtig in Wien E-Korrespondent des ,Sürgöny" — waren nur ephemere Erscheinungeu. Anm. des Korr. b i