Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 23 (8.6.1864)
- Date
- 1864-06-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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477 478 Anmerkungen. ') Einige Bemerkungen über N.'S Rotier s. d. Bl. v. I. 886 ä) 3m Allgemeinen von Kimchi (Art. דהל) erwähnt. 3) Schon David Kimchi (Art. ל!ל)) macht darauf aufmerksam. 4) Daß Varro (de lingua latina) mefcus mit iuotus in Zufammenhang bringt, darf ebenfalls angführt werden. 5) Vrgl. Mußare Ha-Filosofim II, 10. Wir haben in unserm Ben Gabirol S. 105 hierauf aufmerksam gemacht. Daß dem Ben Ganach, der Arzt war. diese oder eine ähnliche Stelle entgangen ist, verdient bemerkt zu werden. ף Die Worte lauten: מעשה באהד שבכה עד דנחית כבדיה. Korrespondenz. Ausland. A Paris, 1. Juni. Nachdem die politischen Blätter den am 14. Mai d. I. erfolgten Tod des Barons Salomon v. Rothschild bereits gemeldet haben, kommen die jüdischen Blätter, ״ArchiveS", ,,Foyer Jsraelite" ״l'Univers" auf die Meldung dieses plötzlichen Tosesfalles ausführlicher zurück. Am ,ausführlichsten ist der Bericht des ״Univers." Diesem zufolge war der Verblichene 29 Jahre alt; vor zwei Jahren vermählte er sich mit seiner Kousine Adele, Tochter des Barons Karl v. Rothschild in Frankfurt. Sein gebildeter Geist und sein edles Herz verstanden eö, von der ihm zu Theil gewordenen sozialen Position den schönsten Gebrauch zu machen. Von 1859 bis 1861 lebte er in Amerika, wo er eine junge ins Meer gefallene Person rettete, und in Folge dessen zum Mitgliede der ,Gesellschaft der Netter" gewählt wurde. Auf den Trauerwagen beim Leichenzuge bemerkte man die Herren Finanzminister Fould, Marschall Maguan, Herzog von Moruy, Gras Perfigny, Gras Walewsky, Bankgonverneur Vuitry, Thiers, Berryer. General Ehangarnier, das Personal der österreichischen, preußischen und bayerischen Gesandtschaft. Beim Eingänge in den Gottesacker hielt Herr Albert Cohn eine sehr ergreifende Rede. Am Grabe hielten die Großrabbiner Ulmann und Isidor Gebete. Die Eltern deö Verblichenenen schickten 1000 Fr. dem Wohllhätigkeitskomitö des israelitischen Konsistoriums und 12,000 Fr. der öffentlichen Unterstützung in Paris. Sie haben die Absicht, zum Andenken an ihren verblichenen Sohn eine eigene Abtheilung im israelitischen Spital zu gründen. , Inland. rr Pest, 5. Juni. Vergangenen Mittwoch (1. d. M.) fand im Konferenzzimmer der kön. Musterhauptschule eine mehrstündige Sitzung statt, bei welcher sämmtliche Lehrer der öffentlichen Schulen von Pest, Ofen und Altofen anwesend waren. Gegenstand derselben war ein von der hohen Statthalterei herabgelangtcs Zntimat, welches die schleunige (rögtün) Einreichung der Statuten eines bereits vor längerer Zeit in Anregung gebrachten ״LandeS-Lehrer-UnterstützungSvereineö" einverlangt. Daß bei dieser Gelegenheit zwischen den Rittern der Pseifergasse und denen des HerminenplatzeS manche Lanze gebrochen wurde, werden Sie ganz natürlich finden. Zum Glücke warS aber keine ״Machloka לש״ש", so daß sie nur von kurzer Dauer war, und nachdem man d'un part 6t d'autrs sich durch einige Kraftreden das Müthchen gekühlt, wurden die verlangten Unterschriften willig geleistet und das ferner Vorzukehrende der Direktion der kön. Musterhauptschule anheimgestellt. Wie ich vernehme, gedenkt die hiesige ה״ק das in der LazarnSgaffe befindliche, an die Musterschule stoßende stockhohe Haus (um den Preis von 65,000 fl.) käuflich an sich zu bringen. Die Aquisition wäre schon deswegen eine wünschenSwerthe, weil der ״Heilige-Verein" gewiß in seiner nächsten Nachbarschaft gewisse unheilige Jnstitnte nicht dulden würde, an deren illustrirten Fenstern die unschuldige Jugend von drei öffentlichen israelit. Schulen nothwendig vorüber muß. Zapienti sat. — Pest, 1. Juni. Von unserem wackern Dichter, Bartholomäus Ormody redigirt, erscheint ein Jahrbuch für Israeliten in ungarischer Sprache, welches nach Gehalt und Form Ausgezeichnetes zu leisten verspricht. Von Trentschönyi (Dr. Bock) sind einige Predigten I e l l i n e k s in gelungener ungarischer Uebersetzung erschienen. Der Uebersetzer meint, daß es gar keine jüdische Originalvredigten in ungarischer Sprache gibt, worin er aber irrt. ל Aus Oberungarn, im Mai. (Reisebericht II.) (Schluß. ) Die Inspektion soll 1) die Lehrer in der Pünktlichkeit der ihnen übertragenen Funktionen von Zeit zu Zeit kontroliren, 2) die Art des Unterrichtes beobachten, um sich zu überzeugen, ob das pädagogische Verfahren den Anfordernngen des Lehrplanes und dem Standpunkte der neuen Pädagogik entspreche, in wie weit sich der Lehrplan als prakisch erweise und wie und auf welche Weise der Lehrer die Korrektur der häuslichen Aufgaben handhabe. 3) Sie hat den Stand der Schule zu erforschen und sich Rechnung sowol von der sittlichen, als intellektuellen Bildung der Zöglinge zu verschaffen, endlich 4) den Geist zu beobachten, wie und auf welche Weise in der Schule gehandhabt werde, daß der Unterricht ein einheilicher, und in wie ferne der Jugendbildnec Lehrer und Erzieher sei. GS ist die Aufgabe des Inspektors, die ganze Anstalt zu beleben, ihr einen bessern Geist einzuhauchen. Der Inspektor sei der Repräseutant der Anstalt, der übergeordnete Beamte derselben, welcher durch seine pädagogische Begabung den Unterricht in allen seinen Theilen zu überwachen befähigt ist; dabei hat er sich zu hüten, ein bureaukrati sch cs Vcrhältniß einzufühen, da dieses ebensowenig, wie das militärische, für die Schule paßt. Und nun fragen wir: vermag ein Laieninspektor (Kaufmann. Chirurg u. s. w.) in dieser Beziehung zu wirken, wird er nicht genug gethan zu haben glauben, wenn er die Kontrole tüchtig durchgeführt, die Freude dem Lehrer genommen und gezeigt, daß er zu herrschen die Mach! besitze? Ober glaubt man etwa, daß die vier für den Inspektor als unerläßlich aufgestellren Punkte überflüssig seien, und daß wer immer geeignet sei, eine Schule zu inspiziren? Wir haben nichts gegen weltliche Schulaufseher in herkömmlicher Form, auch wenn sie von der Pädagogik keinen Begriff haben, hingegen Inspektoren als vermittelndes Organ zwischen Lehrer, Gemeinde und Regierung ohne pädagogische Befählgung sind für das israelitische Schulwesen Oberungarns ein Ruin, ein Unglück. Der Inspektor sei darum, wie in anderen Ländern, auch bei uns, vor allem Pädagog, er besitze die Fähigkeit, eine Bildungsanstalt nach innen zu leiten, nach außen zu vertreten. Ec besitze Kenntnisse. Geist. Kraft, Lehrmethode genug, dem Lehrer an die Hand zu gehen, und von Fall zu Fall selbst zu unterrichten. Er sei vor Allem Pädagog (Rabbi oder Lehrer), niemals aber, und wäre er der Intelligenteste, ein GeschäftSmann, Arzt oder Advokat. Der geneigte Leser wolle uns nicht mißverstehen. Die israelitische Volksschule Ungarns ist noch zu jung, die Apathie gegen das moderne Schulwesen zu groß, als daß wir mit unseren Schulen erperimentiren dürften. Wenn man bedenkt, daß von der pädagogischen Erfahrung des Inspektors sehr viel abhängt, und daß letzterer insbesonders, wenn er segensreich wirken will, das Vertrauen der Lehrer und der Gemeinde im vollsten Maße besitzen muß, so wird man unsere Forderung nicht übertrieben finden. Ist der Inspektor der geschulteste im Bezirke, ist er der geschickteste und treueste Pädagog und ein wahrhaftes Vorbild für die Lehrer, dann wird er zum Heile der Schule wirken und nicht nur äußerlich, sondern von innen heraus die Seele des Ganzen sein.