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Ben Chananja · 1864-06-01 · 22 (1.6.1864) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
22 (1.6.1864)
Date
1864-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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461 462 rer, sowohl hinsichtlich ihrer schwankenden Stellung, als auch bezüglich ihrer großen Lasten, die ihnen von den Gemeinden aufgebürdet werden, und die aus diesem Nebelstande resultirenden Nachthcile für die Schulen. Doch wird und soll dies recht bald anders werden. Die Zahl der Unterrichtsstunden Pr Woche ist auf 26—28 festgesetzt, und jede Schule, wo eine größere Stundenzahl für den Unterricht verwendet wird, wird geschlossen werden/ Herr Schuldirektor erzählte Uv ner, daß er, als er unlängst Groß-Kanizsa besuchte und erfuhr, daß im Schulplane der dortigen israeliiischen Schule 40 Unterrichtsstunden Pr Woche siguriren, das entschieden mißbilligte. Die Gemeinde-Reprasentanz replizirtc: da die Besoldung der Lehrer nicht aus der Staatskassa, sondern aus der der Gemeinde fließt, so glaubt sie das Recht zu haben, die Unterrichtszeit zu bestimmen; und wenn die hohe Regierung ihr dieses Recht entzieht, so wird der Gehalt der Lehrer verhältnißmäßig verringert werden. Sr. Hochwürden erwiderte hierauf kurz und bündig, daß nur die Redukzion der Unterrichtsstunden, aber nicht die des Lehrergehaltes zu erfolgen habe, widrigenfalls die Schule gesperrt werden wird. Das Resultat war, daß die Gemeinde-Repräsentanz uachgab. Daß es aber der königl. Rath nicht beim bloßen Drohen bewenden lässt, sondern auch handelt, wenn es erforderlich ist, beweiset folgender Vorfall. Er war vor einige» Wochen in Fünfkirchen, und machte einen Ausflug nach Siklüfch. Er berief zu sich den Rabbiner und den Vorstand, aber sie erschienen nicht. Die Folge war, daß die Schule gesperrt wurde. Er sprach auch über Hildesheimer und Konsorten und zwar in einem solchen Tone, daß er die Intentionen der hohen Statlhalterci bezüglich der orthodoxe» Bewegung erkennen ließ; und wenn man in Wie» in diesem Punkte auch so denkt, so wird die Petition der bekannten Orthodoxen ganz erfolglos bleiben. Im Laufe des Gespräches erwähnte er zwei Uebelstände, die er in diesem Vcrwaltungsgebiete warnehme. Diese sind: die geringe Berücksichtigung der ungarischen Sprache an de» israelitischen Schulen, und der vcrnachläßigte Zustand des jüdischen Religionsunterrichtes an Gymnasien. Von beiden macht die hiesige Schule eine lobenswerthc Ausnahme. Denn an der israelitischen Hauptschule ist die Unterrichtssprache ausschließlich die ungarische und wird sogar der Pentateuch in dieser Sprache gelehrt; und was die Gymnasiasten betrifft, genießen sie vom Herrn Oberrabbincr Hochmuts) einen erweiterten Unterricht in der Neligionslehre, der sich auch auf dir Profeten, Geschichte und hebräische Sprache erstreckt. Die Gemeinden, sprach er, scheinen der Ansicht zu sein, daß der Religionsunterricht in der obersten Klaffe der Volksschule sein Ziel erreicht, was aber grundfalsch ist. Denn mit dem Eintritte des Schüters in daö Gymnasium soll erst der eigentliche Religionsunterricht beginnen, und die Rcligionslehre sistematisch behandelt werden. -Die Rabbiner stellen zwar den betreffenden Gymnasiasten Zeugnisse über Religionölehre aus; aber die meisten thu» dicß, ohne unterrichtet zu haben. Dein Nebel gedenkt die hohe Negierung dadurch abzuhelfen, daß die Nabbinen einen entsprechenden Gehalt für den Religionsunterricht aus dem Schulfondc beziehen werden, und die Verpflichtung auf sich nehmen, die Religiouslehre fleißig und gründlich vorzutragen. Sr. Hochwürden erkundigten sich hierauf über den Bildungsgrad der hiesigen Gemeinde, über deren Zahl, sowie über die Zabl der schutbesucheuden Kinder. Der Bildungsgrad der Gemeinde wurde von Herrn Obcrrabbiner als befriedigend bezeichnet, die Seelenzahl auf 500 und die schulbesuchende Kinder auf 230 angegeben(?) Ueber die Leistungen der Lehrer sprach sich Herr Obcrrabbiner auf Befragen des Herrn Ober-SchuldirekrorS sehr belobend aus, und berief sich auf einige Professoren des hiesigen Gymnasiums, die der halbjährigen Prüfung der 3. Klaffe, wo Herr S. Klein unterrichtet, beiwohnten, und welche die Leistungen in dieser Klaffe für vorzüglich bezeichnete». Sr. Hochwürden erwähnten auch, daß das AltrrnirungSflstem eingeführt werden wird. Er ließ auch den israelitischen Vorstand zu sich kommen und trug ihm auf, den Gehalt der Lehrer zu erhöhen und denselben pünktlich auszuzahlen. Beim Abschiede versprach er uns, noch im Verlaufe dieses Semesters hieher zu kommen und unsere Schule zu besuchen. Wir schließen unfern Bericht mit den, Wunsche: Gott geleite Sr. Hochwürden, und werde uns recht bald daö Glück gegönnt, ihn in uttserm Kreise zu begrüßen. M. S-n. Hauptschullehrer. 1'. Bielitz, im Mai. Unser trefflicher Prediger, Herr Dr. L. Frankfurter, hat seine gemüthvolle, sehr gelungene Trauerrede auf die Erzherzogin Hildegarde auf astgemeines Verlangen dem Drucke übergeben. Der Reinertrag ist der im Zubloiec zu erbauenden Synagoge gewidmet. Preis: 20 kr. ö. W. Literimscher Lolbo (כלבו). XXVIII. In der sehr verdienstlichen kritischen Arbeit: Die hebräischen Traditionen in dem Bibelkonimeiitar des HieroltylNttS wird von Herrn Dr. Nahmer Nr. 13 des ״B. CH." von diesem Jahre S. 252 zu der von ihm zitirten Talmud Zeruschalmi-Stelle ״שתיו הנשי□ מביאות קיגיהן לטהר לבתיהן" die Bemerkung gemacht: Dieses לטהר לבתיהן ist etwas unklar u. s. w. Wenn wir diesen Ausdruck im buchstäblicheu Sinne uehiiieu, wie ihn Herr Dr. Nahmer, indem er die Leseart ״למהר לבתיהן״ vorschlägt, auch wirklich zu nehmen scheint, so ist er allerdings unklar; indcß aber ist derselbe nichts anderes, als ein Euphemismus für ״לטהר לבעליהן״ lind Nidda 11, a zu vergleichen, wo Raschi das ibiäem in der Mischna vorkommende לשמש את ביתה״ durch לשמש עט בעלה erklärt. Hiernach ist der Sinn unserer Stelle ganz klar, indem die betreffenden Frauen erst ditrch die dargebrachleu Opfer die völlige Rrinsprechung bezüglich des ehelichen Umganges erlangten. Nun versteht es sich von selbst, daß לטהר (für להטהר) gelesen werden muß. Siehe Kelim 3, 1, wo, um die genaue und richtige Leseart anzngebcn, zwischen dem 'ל und ט׳ ein 'י steht (ליטהר) Zu dem, was Herr Dr. Rahm er in Betreff des Targ. zu מעביריט sagt, daß nämlich "דרננין" für דרעין zu lesen sei, erlaube ich mir zu bemerken, daß ררננין auch nicht ganz richtig und es דמרננין heißen muß, indem die Radix רנן sowol im Talmud und Midrasch als in den Targumim nur in der Piel-Form sich sindet, vergleiche übrigens Aruch 2 רן. und Mässafia daselbst. Eiwanowiß. Leop. Eiöler. XXIX. Herr Senior Sachs in Paris harte vor einigen Monaten die Freundlichkeit, mir durch Güte Ihres geschätzten Mitarbeiters, Herrn Louis Schnabel, gegenwärtig in Newyork, mehrere seiner Schriften zu senden. Schon früher im Besitze dieser lehrreichen Arbeiten, ging ich bei dieser Gelegenheit dieselben nochmals durch, und fand mich dadurch zu manchen Bemerkungen angeregt, die ich von Zeit zu Zeit hier besprechen möchte. Techija II. S. 16 wird über die von Jbn Esra so hochgepriesene Sehkraft des Auges gesprochen und dabei aus dem Pentatenchkommentar zu Erod. III, 6, die folgende Stelle angeführt und erklärt: ובן אמר העין משער (Kategorie) במי שמות על וימהר משה מניו י. ושער השמים (כלומר, אור העין הוא ממין הרוחניות השמימיות במו

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