Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 22 (1.6.1864)
- Date
- 1864-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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458 454 diesen Beifall auch verdient.*) Auch schrieb er eine hebr. Grammatik und ein hebr. Wörterbuch, lezteremliegt Fürst's Wörterbuch zu Grunde. Beide Werke sind sehr nützlich. Das Wörterbuch wird von christlichen Studenten viel benützt. Daö גמי אקססורר von Edelmann und Duke s, so wie das דרך טובים von Edelmann wurden ebenfalls von ihm übersetzt. In dem ״Jewish Chronicle" und im ״Hebrew Rewiew" hat er aus verschiedenen Büchern, von Zunz, Sachs, Luzzatto und Dukes Uebersetzungen geliefert. _ (Schluß folgt.) Korrespondenz Ausland. A Breslau, 15. Mai. Herrn Dr. M. A. Loewy, Direktor der hiestgen Neligionsschule, in diesen Blättern schon mehrfach erwähnt, wurde in Ansehung seiner Verdienste um die semitische Paläographie und Epigraphik der Titel eines königlichen Professors zu Theil.**) (•) Berlin, 85. Mai. Die Wahl Dr. Joels ist so gut, wie entschieden; mindestens hat er — wie man hier sagt als — l i b e r a l e r Kandidat so viele Chancen, daß seine zahlreichen Freunde seiner Aufnähme gewiß sind. Es wird aber auch eine konservativer Rabbiner oder RabbinatS-Assessor gewählt werden, über dessen Person jedoch noch die Meinungen schwanken. Die von A. Salomon in Tilsit veranftaltete OktavtalmudauSgabe schreitet rüstig fort. In letzter Zeit find drei Lieferungen versendet worden: Sukka und Taanith; Rosch ha Schana und Joma; Jebamoth; Traktat Kethuboth ist unter der Presse. (י״א) Aus Bayern. Am 21. Mai l. I. starb der Distrikts- Rabbiner in Kissingen, Dr. G. H. Lippmann. im Alter vom circa 53 Jahren. Der Verblichene war bekannt als Editor und Kommentator einiger Werke des Abr. Jbn Esra. Sein Charakter war sanft, mild und versöhnlich; sein Anftreren in jeder Beziehung bescheiden. Zur Ab- Haltung einer Trauerrede wurde der Distrikts-Rabbiner zu Bamberg Dr. Kobak rclegrafisch berufen, so wie der Distrikts-Rabbiner Bamberger zu Würzburg. Freiwillig erschien der Distrikts-Rabbiner Lebrecht von Niederwern. Die Theilnahme war sehr bedeutend. Kissingen wünscht einen Nachfolger, der allen Anforderungen der Neuzeit entsprechen sollte: einen konservativen aber auch zugleich gelehrten Rabbiner, der gut und schön predigen könnte. Ob es heut zu Tage viele dergleichen gibt, zweifeln wir sehr. Ihr Korrenspondent von München hat sehr recht, daß er die jüdischen Geistlichen tadelt, weil sie ihre Trauerreden über Mar II. au den jetzigen König eingeschickt; es ist wirklich taktlos. Bis jetzt wissen wir nur von dreien (Aub, Bamberger und Weißköpf.) und diese gewiß nicht die besten. Später mehr. H. Odessa, im Mai. Herr I. L. Wahltuch, ein Greis von 72 Jahren, konnte der Verlockung schriftstellerischer Eitelkeit nicht widerstehen, leider hat er aber durch sein eben erschienenes Pittuche Chotham — über den Zahlenwerth der pentateuchischeu Worte — nur die Literatur des Unsinns vermehrt. Glücklicher Weise zählt das Schriftchen nicht mehr als 37 Oktavseiten. *) Einige Worte darüber haben wir seiner Zeit in der allgemeinen Zeitung des Judenthums gesagt. **) Wir gratuliren dem geehrten Herrn Professor zu der wolverdienten Auszeichnung. Red. Szegedin, Selbjlvcrlag der Ncdaktlon. A. Belgrad, 22. Mai. Der Kampf über den Eid wors judaico scheint auch in unserer Mitte au die Tagesordnung kommen zu wollen. Leider ist eS ein Jude, der von einem allgemein geachtete» jüdischen Ehrcnmanne einen Eid mit eruiedrigenden Zuthaten verlangt. Hoffentlich wird de! Kläger in sich gehen, und sich nach reisticher Ueberlegnng selbst sagen, daß seine Forderung nicht seinen Gegner, sondern i h n erniedrige. Eine Entscheidung hierüber;st noch nicht erfolgt. Das Nähere soll Ihnen nächstens mitgetbeilt werden. Der Fürst Michael hat vor einigen Wochen dem Vorstande der jüdischen Gemeinde 60 Stück Dukaten zur Vertheilung an die jüdischen Armen gesendet. Man gibt sich neuerdings der Hoffnung hin, daß der edle Fürst auch den bürgerlichen Verhältnissen seiner jüdische» Unterhanen seine wohlwollende Aufmerksamkeit zuwenden werde. Ei» Fortschritt zum Besserwerdcn ist jedenfalls die Konstituirung einer jüdischen Gemeinde in Schab acz, wo früher keine Juden wohnen durften. Inland. — y Wien, 23. Mai. Der gestrige Tag ward durch folgende Solcnnitäten ausgezeichnet. Vormittags fand die Prüfung der Zöglinge des allgemeinen üsterr. israelitischen TaubstummeninstitnteS statt. Daöselbe ist durch sein vieljähriges erfolgreiches Wirken bereits auf das rühmlichste bekannt, und die Tüchtigkeit des Direktors auf diesem Gebiete des Herrn Ivel Deutsch, bedarf keiner weitern Hervorhebung. Auch diese Prüfung gab von seiner Meisterschaft eklatante Beweise. Unter den zahlreichen Gästen bemerkte man unter vielen hohen Beamten und Würdenträgern auch den Präsidenten dcö Unterrichts- und Reichsralhes Ritter v. Hasner. Dem bei dieser Gelegenheit anSgegebeneu zehnten Bericht entnehmen wir, daß das Institut von 70 Zöglingen besucht ward, worunter 24 zahlende, daß ferner 20 ungarische Kinder vom ungarischen Schulfonde und 6 mährische vom mährischen LandeSmaffefonde erhalten werden, daß aber außerdem noch 20 Zöglinge unentgeltlich im Institute Unterricht und Verpflegung erhalten, von denen 12 ans Ungarn, je 3 aus Böhmen und Galizien und 2 aus Mähren sind. Die Jahresbeiträge von milden Gönnern betrugen für das abgelaufene Schuljahr 5294 fl. 70 kr.; die Schenkungeu 1492 fl. 9 kr.; Legate und Stiftungen 1632 fl. 55 kr.; Beitrüge von Gemeinden 208 fl. 75 kr. und Tempelspendcn 656 fl. Die reinen Ausgaben betrugen 19,936 fl. 49 kr.*) Wien, 27. Mai. Unserer jungen Landsmännin und Glaubensgenossin, Fräulein Karolinc Bettel heim, der gefeierten Contra- Altistin am k. k. Wiener Hofoperntheatcr, wurde in Loudon, wo sie gegenwärtig mit glänzendem Erfolge gastirt, die seltene Auszeichnung zu Theil, zu einem Hofkonzerte geladen zu werden. Dieser hohen Ehre ist sie auch schon am Wiener Hofe theilhaftig geworden. “t Wie»», 29. Mai. Während die ,.Oesterr. Ztg." und das ״Pesti Naplü" über den Sitz des künftigen RabbinerseminarS Polcmisiren, ist die Seminarfrage, wie mir von glaubwürdiger Seite berichtet wird, an maßgebender Stelle vorläufig ad acta gelegt worden- Die Agitation im nördlichen Ungarn dauert noch immer fort, wie die vor mir liegende schriftliche Aufforderung des OtabbinerS Jesajas Benedikt in Källü beweist. Der Rabbiner fordert' seine Gemeindeglieder *J Wir bitten den Herrn Einsender uns seine Adresse gefälligst mittheilen zu wollen. Red. Fortsetzung in der Beilage. Leipzig, Lommisstons-Verlag von Frau; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Bogen Beilage.