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Ben Chananja · 1864-05-25 · 21 (25.5.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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433 434 ß Stövmenb, im Mai. Am 1. d. M. hat der hiesige Ort und auch die jüd. Gemeinde den Geburtstag des Fürsten Batthyäny gefeiert. Der edle Fürst hat sich als Wohlthäter auch der auf seinen Gütern befindlichen jüdischen Gemeinden bewährt. .Unser Prediger, Herr Ludwig Lichtschein, sprach in deutscher und ungarischer Sprache. Der fürstliche Hofrichter dankte der Gemeinde im Namen des Fürsten in sehr verbindlicher Weise. Die Rede unseres Predigers wird gedruckt erscheinen. Bcklkütty, (Kam. Szaboles) 18. Mai. Mit tief empfundenem Schmerze berichte ich Ihnen von dem Hintritte eines der edelsten und würdigsten Männer nicht nur unserer Gemeinde, sondern eines ganzen Komitateö. Herr Hermann Weiß Haus verschied gestern im 54. Jahre seines segensreichen Lebens. Eine edle Seele, ein aufrichtiges frommes Gemüth, ein mitfühlendes, treues Herz, eine offene, stets freigebige Hand steigen,mit ihm ins Grab. Der Verblichene war einer jener seltenen Charaktere, die mit einer kindlichen Anhänglichkeit an das Alte, Vergangene auch die Liebe für den Fortschritt, für zeitgmäße Bildung inflch schließen. Wie groß die Beliebtheit und Popularität des Dahingeschiedenen nicht nur bei seinen Glaubensbrüdern, sondern auch in allen Schichten der christlichen Bevölkerung gewesen, zeigt die allgemeine Theilnahme, die sein Tod hervorgerufen, und die sich namentlich bei Gelegenheit seiner Bestattung bekundete. Aus vielen Orten der Umgegend aus Källü, Fehärtü, BätoS, Szakoly, Bakony k. erschienen Theilnehmende, die sich dem Trancrzuge anschlossen, dieser war ein imposanier, unabsehbarer. Als sich die Nachricht seines Dahinscheidens verbreitete, ließ der hiesige Stadtpfarrcr sogleich die Glocken rühren, und erklärte sich auch bereit, eine Trauerrede über die irdische Hülle abzuhalten,' was aber der pietistische Sinn׳ unseres Herrn Rabbiners mit dem Seelenheile des Verblichenen nicht vereinbar hielt. Nachdem gedachter Herr Rabbiner in der Synagoge, und der Herr More Zedek ans Bököny auf dem Gottesacker in ihrer Weise einen Heßped über ihn abgehalten hatten, wurden die irdischen Ueberreste zur Erde bestattet. Friede seiner Asche! Y. R. Siklos, im Mai. Als ich die vergangene Woche von Sr. Ehrwürden Herrn Jakob Grünwald, Bezirksrabbiner zu Mohacs, dahin berufen wurde, um bei einem Scheidungsakte als Assessor zu fnngiren, hatte ich Gelegenheit,' den gedeihlichen Fortgang dieser strebsamen intelligenten Gemeinde kennen zu lernen und so will ich, dem euique suum entsprechend, dieser Gemeinde eine öffentliche Anerkennung und Würdigung ob ihrer musterhaften Bestrebungen angedeihen lassen. Herr Jakob Grünwald ist ein Mann von energischer Thatkcaft und eminenter Beredtsamkeit, der den gemäßigten Fortschritt hegt und pflegt. Die schönen Resultate seiner eifrigen Bestrebungen treten immer mehr hervor. Die Gemeinde baut einen prachtvollen Tempel, der seiner Vollendung naht, sie erhält eine dreiklaffige Schule, wie auch andere humanitäre Anstalten; daß die Gemeinde gottgefällige Verdienste zu würdigen versteht, und ihren treuen Seelcnhirten zu achten weiß, bezeugt die am letzten Pcßachtage ihm zngcstellte neue Ansnahmsurrnnde, noch bevor das Triennium seines Provisoriums abgelaufe» ist; es wird ihm in derselben nebst den in beredten Worten ausgedrückten Gefühlen des Dankes und der Anerkennung, auch seine Stellung als Bezirksrabbiner mit einer jährl. Gehaltszulage von 100 fl. definitiv gesichert. An der Spitze dieser strebsamen Gemeinde stehen die Herren Karl Friedmann, R. Armuth, Leopold Roth, N. Weiß, I. Hirsch. — Wahrlich die Gemeinde zu Mohärs könnte vielen alten Gemeinden als nachahmungswürdiges Muster dienen nnd ihnen zuruken: Eilet und thnt desgleichen. E. Prag, im Mai. Folgende Notizen, die wir um so lieber bringen. weil sie sie uns, die wir auch das Glück haben, das schöne Ungarn unser Vaterland zu nennen, freuen, dürften vielleicht auch manchen unserer lieben Landsleute intereffiren. In der höhern Talmudschule des berühmten und tüchtigen Talmndgelehrten Rabbi Juda TeveleS ist nicht nur der größere Theil. ja wir können sagen, es sind fast aste Hörer an derselben aus dem Königreiche Ungarn., Der ehrwürdige Lehrer thut sein Möglichstes, um den Wünschen des Vorstandes dieser Anstalt zu entsprechen. Als Haupt einer Jeschibah kann Rabbi I. TeveleS das leisten, was hierin Koriphäen des Talmuds früher geleistet haben. Unter den Hörern der in Rede stehenden Anstalt, soll, wie wir aus sicherer Quelle wissen, kein einziger Böhme sein. Die Kandidaten aus Ungarn können es also nicht verlange» , daß die Landesrepräsentanz Böhmens für sie ein Rabbinerseminar errichte. Mit Freude haben daher auch dieselben die Nachricht von der in Ungarn zu errichtenden Rabbinerschule vernommen. Einige*) dieser RabbinatSkandidaten und auch ein preußischer — die zugleich Hörer der Filosofie an der hierortigen k. k. Universität sind — hielten im Wintersemester allsabbatlich abwechselnd Redeübungen. Die abgehaltenen Reden wurden rezensirt und in Gegenwart aller Theilnehmenden besprochen. Als im Laufe des Wintersemesters der rühmlichst bekannte Prediger, Rabbiner Dr. S. I. Kämpf, Professor der sem. Sprachen und der scm. Literatur an der k. k. Universität, den Kandidaten, die seine Vorlesungen daselbst hören, (im laufenden Semester liest er über JesaiaS nebst Würdigung der alten Versionen: Chaldäischen des Zonatan, Arabischen des Saadya rc.) den Antrag stestte, er wolle Vorlesungen über Homiletik halten, die fähigen und reifen Kandidaten predigen lassen u. s. w.» wurde dieser Vorschlag auch von Jenen freudigst angenommen. Die Sache wurde auch alsbald in Angriff genommen, Herr Dr. Kämpf zeigte anfangs, wie es zu machen sei, nun werden Themata zur Ausarbeitung gegeben, die gelieferten Arbeiten werden rezensirt, besprochen und die gelungenen vorgetragen. Der rühmlichst bekannte k. k. Professor Dr. Wolfgang Wessely hält außer den Vorlesungen als Professor des österr. Strafrechtes und des Strafprozesses auch Vorlesungen ״über hebräische und rabbinische Sprache und Literatur." Die geehrten Herren Professoren machen durch diese Leistungen nicht nur ihre Hörer und Schüler, sondern auch die israelitischen Gemeinden, in welchen jene künftig als Rabbiner wirken werden, sich zum Danke verpflichtet. Zu einer ״Michael-Sachs-Stiftung" wird der Ertrag der vom Prediger Dr. Kämpf über denselben abgehaltenen, im Druck erschienenen und vom Redakteur des Hamagid sehr empfohlenen Trauerrede gewid- , met. Am Jahrzeittage des in Gott Ruhenden sollen von dieser Stiftung auch RabbinatSkandidaten, die sich durch Fleiß u. s. w. hervorthun, bedacht werden. Dieser Beschluß wäre sehr löblich. Ordentliche, strebsame, dem Geiste ver Zeit Rechnung tragende junge Menschen können sich nicht auf eine Weise, wie die früher» Bachurim, ihren LebenSunterhalt zu verschaffen suchen. Es dürften daher dem Beispiele der Bajaer und Szenteser Gemeinde (in Ungarn), die der Wissenschaft sich widmenden Jünglingen aus ihrer Mitte in würdiger Weise Unterstützung angedeihen lassen, viele Gemeinden folgen. Zum Schluffe können wir nicht umhin eines vortheilhaft bekannten junngen Theologen Erwähnung zu thun, dem mehrere studirende Jünglinge insbesondere von der der letztgenannten Gemeinde zu Unterstützende vieles zu verdanken haben. Es ist dies der wackere Samuel Kohn Schwerin, Studiosus Phil. u. Theol. in Breslau. Gott erhalte und segne ihn! 8, Kovitscha», im Mai. Am 15. d. M. wurde in der Gemeinde Koritschan ein Mann zu Grabe getragen, den nicht nur diese *) u. z. die Herren Ehrlich M. L. aus SzcnteS, Knöpfelmacher aus Wag-Bistritz, Nahmer A. aus Rybnik in Preußen, Schneckendorf B. ans MiSkolz und Schön D. aus Hüläs. In letzter Zeit schloß sich auch Herr Kohn I. aus MiSkolz denselben an.

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