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Ben Chananja · 1864-05-25 · 21 (25.5.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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431 432 uns,re nächsten Artikel, welche nicht minder wichtige Fragen, die Präparandie betreffend — behandeln werden.*) ' (Fortsetzung folgt). Lo rrrsponden). Ausland. Paris, 15. Wlai. Der t/cute auSgegebenen Nummer der ״Archives JsraeliteS" entnehme ich folgende Notizen. Der bei dem Suezkanal beschäftigte jüdische Ingenieur Sciama ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden, nachdem er bereits früher von dem Könige von Italien den Mauritius- und Lazarus-Orden erhalten hatte. Der Maler Emil Levy erhielt bei der diesjährigen Kunstausstellung eine Medaille. Die Schule für Künste und Gewerbe in Mülhausen macht über« raschende Fortschritte, wie der veröffentlichte Bericht des leitenden Komitö's beweist. (Wir bitten׳ einen unserer Freunde in Frankreich, uns einen detaillirten Bericht über die Organisation dieser Anstalt zukommen zu lassen. Red.) Dem sel. Meyer beer widmen die ״ArchiveS" mehrere Artikel. Der Präsident des ZentralkonsistociumS, Cersbeer, sagte unter Anderm: ״Nicht ohne Stolz können wir sagen, daß es ein Jude war, der während des Zeitraumes von beinahe einem halben Jahrhundert das Szepter der Inspiration besaß und sich in der ganzen Welt Alles unterwarf, was Sinn für Musik hat." Der Redakteur bemerkt hierzu: ״Es macht dem ehreuwerlhen Präsidenten nur Ehre, die ungeheure Versammlnng erinnert zu haben, daß es ein Jude ist, dem sie eben ihre Verehrung bewies Wir wissen es ihm Dank, daß er mit einer Freiheit, welche von sozialem Muthe zeugt, an den Glauben erinnerte, welchen man in Mitte dieser Feste und dieses Glanzes zu vergcffen versuchte. Für so aufgeklärt und freisinnig sich auch unser Publikum hält, so ist dies doch keine überflüssige Sorge." — Ein französischer General hat eine Stiftung gegründet, um jedes Jahr durch die Akademie eine goldene Medaille dem Schriftsteller zukommeu zu lassen, der die beste Abhandlung über die allgemeine religiöse Toleranz verfaßt. Der Name des Stifters: Von MyliuS. Haben Sie die scharfe Rüge des Redakteurs deS ״Univcrs" übersehen? (Nein. Da ich daS ״Univcrs", io oft ich demselben eine Notiz entnehme, anführe, hätte sich Herr Bloch nicht so ereifern sollen. Den Gegenstand selbst betreffend, sehe ich nicht ein, weshalb von rabbi nische m Standpunkte nur die Statue auf dem Grabe Halevis vcrdammenswerh ist, während die Büste unvcrfänglich wäre. Nach dem Talmud und den Kasuisten darf letztere ebensowenig verfertigt werden, als erstere: Jore Dea 141, 4. Ist der Herr Bloch wirklich orthodox, so warne er die jüdischen Jünglinge seines Vaterlandes vor der Bildhauerkunst überhaupt, oder er lehre dieselben, sich an die Weisung des R- Moseö Sofer zu halten (CH. Sos. I. Dea 128)!! Herr Bloch ist wirklich ein witziger Mann, und in seinem Blatte ist mehr Geist, als in den orthodoxen Blättern Deutschlands. Im Talmud und in den PoSkim ist aber Herr Bloch ebenso schwach, wie die deutschen Romantiker. Wäre dies nicht der Fall, könnte er unmöglich behaupten, die Statue Halevis sei uns violution flagrante d’uo commendement du Decalogue. DaS, Herr Bloch, ist die Statue auch nach dem Talmud nicht! Red.) Inland. Wien, 17. Mai. .,Der Wunderstab" ist der Titel einer sehr gelungenen Predigt, welche soeben bei Benbiner und Schloßberg erschienen ist. Der würdige Verfasser, Rabbiner Dr. Josef Cohnä zu *) Für die Lehramtskandidaten kann durch den Schnlfond und durch die Pester Gemeinde gesorgt werden. Sobald dies geschieht, fallen olle Bedenken des Herrn Einsenders weg. Red. Wodnian, hat sich bereits durch seine früheren literarischen Leistungen als vielbegabtrr jüdischer Theolog bewährt. Möge seinem literärischen Streben die gebührende Anerkennung zu Theil werden! ב״ק Fünfkirchen, im Mai. Die jüngste Nummer des ״B. CH." bringt eine Korrespondenz ans Fünfkirchen, die so viel Unwahres enthält, daß das schöne Kleid — ich meine die gezierte Schreibart — in welches eben diese Lügen gekleidet sind, jeden empören muß, der von der Wahrheit der Sache genau unterrichtet ist. Herr Dr. Hirschfelo, jetzt Rabbiner in Augsburg, hatte bei wcitem nicht die Absicht, ein Institut ähnlicher Art zu gründen, wie es Herr K. angibt, vielmehr äußerte derselbe in den oft Betreff dieses zu gründenden Institutes abgehaltcueu Sitzungen, daß dieses Institut unter dem Namen ״Talmud Thora" keiue andere Aufgabe habe, als die Zöglinge derselben für die erste Klasse der kön. isr. Musterhauptschule ausschließlich im Hebräischen vorzubereiten. Nach halbjährigem Bestände des Institutes hat dasselbe nun derart vorzüglich seine Aufgabe gelöst, daß die Gemeinde mit dem wacker» Rabbiner Ehrlich es mit Recht ihr Schoßkindlein nennen. Die Zöglinge dieser Anstalt, meist 4—5jährige Kinder, lesen perfekt hebräisch, wissen sehr viele Vokabeln, die den Bibelunterricht in der erste» Klasse leicht machen werden; kennen fast alle im Leben vorkommenden GelegenheitS-SegcnSsprüche und verstehen diese ung. zn übersetzen, überdies lesen sie auch gut Ungar, und singen Schullicder. Der Anschaunngsunterricht ist freilich nicht vertreten, dafür bleiben aber dem Zöglinge noch vier Mnsterhanptschulklassen zu frequentiren übrig, diese werden mit dem Kinde reichlich das Versäumte nachholen. Daß die Masse des Volkes und die Hochgelehrten der Gemeinde der ת״ת zugethan find, darf den Korrespondenten nicht Wunder nehmen, denn wenn ihnen auch Fröbel und Deinhardt — wie er sagt — nicht bekannt sind, wissen sie doch, daß man gerade kein Pestalozzi sein muß, um nichts zu leisten. Man kann bei weniger Fähigkeiten, mehr Fleiß, Willen und Ausdauer Ersprießliches leisten. Der Lehrer dieser Anstalt, ein thatkräftiger, junger Mann, lebt seinem Berufe, arbeitet unermüdlich, und das Resultat seines Fleißes darf freilich nicht ausbleiben. Sein ״geschnörkelter Muffaf-Jisgadal" wird nur als Nebensache betrachtet, macht ihn aber in der Gemeinde umsomehr beliebt, da man größere Männer zu hören Gelegenheit hatte, die in diesem Fache weniger begabt sind, als er. Die gefährlichen Bahnen, die schiefen Abwege, die der Korrespondent allein sieht, dürften nur ihm bekannt sein, denn eS würden ihnen gewiß Seitens des Rabbiners, des Mustcrhauptfchnllehrer-Personals Einhalt gethan werden, und wir bitten den Korrespondenten, sich über dieselben deutlicher anszusprechen. Wir wollen ihm danken und anders thun. Wird er unserem Wunsche nicht Nachkommen, so entledigen wir uns jeder Schuld, indem wir den Korrespondenten auf Gzech. 33, 1 — 10 Hinweisen. Die um das Gemeindewcsen verdienstvolle» Herren Adolf Engel, Jakob Justus, Leopold Justus, S. Grün, Med. Dr. Ullmann, A. Rein« seid, I. Trenschiner und H. Blau haben in der Stabt ein schönes Haus mit großem Grundstücke gekauft, das sie um den Kaufpreis der Gemeinde überließen, und man geht ernst ans Werk, auf besagtem Grunde ein Gotteshaus und eine Schule zu bauen, zu diesem Behufe laufen schöne Spenden ein. Unser Rabbiner, Herr Eduard Ehrlich, hält im Gotteshause jeden Samstag Nachmittag Vorträge über Pirke Aboth und finden sich die Zuhörer zahlreich ein. Dieses Vorgehen des frommen Rabbiners verdient gewürdigt zu werden. Dem Verdienste seine Krone! Arad, 15. Mai. .Dir Adresse an Montkfiore ist bereits abgegangen. Sie ist prachtvoll ausgestattet. Der gediegene. Inhalt wird in weiteren Kreisen bekannt werden, da die Adresse gedruckt erscheinen wird.

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