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Ben Chananja · 1864-05-18 · 20 (18.5.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
20 (18.5.1864)
Date
1864-05-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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417 418 werden. Manche unserer Gemeinderepräientanten haben sich an auswärtige jüdische Theologen gewendet, und sich die Namhaftmachung geeignetet Kandidaten erbeten. Inland. P. Pest, 6. Mai. Wir können nicht umhin, die Mittheilung zu machen, daß der hiesige ehrwürdige Herr Oberrabbnier Meisel am vergangenen letzten Peßachtage, bei dem Gebete für die Verstorbenen (Maskir Neschomes) dem Andenken jener verdienstvollen Männer, wie MaimonideS. Mendelssohn, in einer dieser Feier entsprechenden Weise die höchste Weihe gegeben. Wahrscheinlich hat der in Ihrem geschätzten ״Ben Chananja" Nr. 2 des laufenden Jahres gebrachter Artikel die Anregung hierzu veranlaßt. A Pest, 12. Mai. Bei Gustav Heckenast ist soeben die vom Redakteur dieses Blattes im Austrage des Ministeriums verfaßte biblische Geschichte für israelitische Schulen׳ von Tobias Löw in ungarischer Uebersetzung erschienen. Dieselbe wird in jüdischen Schulen mit ungarischer Unterrichtssprache einem dringenden Bedürfnisse abhelfen. (Eine nähere Besprechung folgt nächstens. Red.) K. Fünfkirchen, 26. April. (Schluß.) Da konnte man die wunderlichsten Kuriositäten sammeln für ein pädagogisches Raritäten- Kabinet, die beim Laien wol Bewunderung, beim Fachmann jedoch Mitleid erregen mußten. Ist es nicht geistlähmend, wenn Kinder, mitunter deutscher Zunge, nach Papageieu-Dressur volle 10 Minuten ohne Unterbrechung in jener schleppenden monotonen Weise eine ungarische Rede halten, die auf das völlige UnverstLndniß des Gesprochenen schließen läßt? Ist es nicht der trockenste, die besten Anlagen ertödteude MechanismuS, wenn vierjährige Kinder mehrere hundert Wörter in hebräischer, ungarischer und deutscher Sprache schlagfertig herablcicrn? Der Laie, dem die Psychologie eine tvrrn. incognita, kann diesen Kraft- Voltigen englischer Dressur seine Bewunderung nicht versagen, der Fachmann muß sich jedoch mit Widerwillen von dieser Ausartung auf pädagogischem Gebiete abwenden. Die Kinderchen sollen etwas mehr denken und weniger sprechen, nicht so viel Geographie, Geschichte und Philologie, sondern etwas mehr Anschauungsunterricht betreiben. Dem Herrn Lehrer empfehlen wir jedoch, sich mit den Forschungen der Pädagogik etwas vertrauter zu machen, seinen bewährten Fleiß den Werken eines Schwarz, Curtmann, Fröbel re. znzuweuden. Dann läßt sich erwarten, daß das ihm anvertraute kleine Völkchen durch seine Leistungen nicht nur den Laien', sondern auch den gebildeten Schulmann befriedigen, und daß unsere nächste Benrtheilung der Kinderbewahranstatt, der wir unsere ganze Aufmerksamkeit und Theilnahme schenken, günstiger ausfallen werde. — Die schon seit mehreren Jahren und zu wiederholten Malen ventilirte Tempelfrage scheint nun ihrem Abschlüsse entgegenzugehen. Der Grund zu einem neuen Tempel ist bereits angekauft und da Grund genug vorhanden ist, das alte morsche Gebäude aufzuräumen, dürste der Neubau bald in Angriff genommen werden. Die Herren Engel und Rcinfeld, welche die hiesige Gemeinde durch eine prachtvolle Schule geziert, werden auch Mittel und Wege ausfindig machen, dem dringenden Bedürfnisse eines Gotteshauses gerecht zu werden. Battonya, (Csanäder Kom.) 9. Mai. Am 5. d., an dem Tage, an welchem unser Rabbiner sammt Familie und in Begleitung seines Schwiegervater, des Herrn Sal. Deutsch, Komitats-Rabbiners in Jpolysäg, hier ankommen sollte, fuhr ihm eine Deputation nach Arad entgegen, wo sie ihn im Bahnhofe empfingen. Nach Tornya angelangt, mußte der Zug Halt machen, indem ein großer Theil der hiesigen Gemeinde sich dahin begab, um die Ankommenden beim Betreten des Battonyaer Bezirkes zu beglückwünschen. Nachdem dieses geschah, setzte sich der imposante Zug in Bewegung und langte um halb 3 Uhr Nachmittags hier an. In dem Tempelhofe erwartete Schreiber dieses sammt der Schuljugend, welche hier Spalier bildeten, die Angekommenen, und drei Schulkinder hielten hebräische, ungarische und deutsche kleine Anreden an den Herrn Rabbiner, welche derselbe, sichtlich gerührt, mit wenigen Worten erwiederte. Sodann begab man sich in die Synagoge, wo der Rabbiner, nachdem man das Minha-Gebet verrichtet hatte, eine kurze, aber recht gelungene Rede hielt, rn welcher er sein Glaubensbekenntniß der Gemeinde verkündete, d. h. daß er sich nur in den Grenzen bewegen will, die ihm seine Rabbis, zu welchen hauptsächlich sein Schwiegervater gehört, vorgezeichnet haben. — Am 7. dieses, d. i. am קדשים V שבת erfolgte die Installation des Herrn Rabbiners. Es hatten sich zu diesem Akte auch alle hier wohnendeu Konfessionen durch ihre geistlichen Oberhäupter vertreten lassen. Auch die OrtSbe- Hörde war durch ihre zwei Notare vertreten, nebstdem waren viele christliche Honoratioren und Bürger gegenwärtig. Nachdem man das Vorlesen der H. Thora beendigt hatte, bestieg Herr Rabbiner Deutsch, Schwiegervater unseres Rabbiners, die Kanzel und hielt die Jnstallationsrede in einem schönen Deutsch. Ec setzte die Pflichten des Rabbiners gegenüber der Gemeinde, und die der Gemeinde gegenüber dem Rabbiner gehörig auseinander. Sodann hielt unser Herr Rabbiner die Antrittsrede, welche ungefähr 1% Stunden dauerte. Wir geben der Hoffnung Raum, daß der Herr Rabbiner Weil, zumal dieses sein erster Nabbinatsposten ist, gewiß bestrebt sein wird, sein ganzes Wirken und Streben den Verhältnissen der Zeit anzupassen. — Schließlich kann ich nicht unerwähnt lassen, daß die Gemeinde die Wohnung des Herr Nabbinerö derart mvblirte, wie dies eine viel größere Gemeinde nicht anders gethan haben würde, und zum Lobe der hiesigen israelitischen Frauen sei es gesagt, daß sie aus eigenen Mitteln die nöthigen Küchen- und Speisegeräthe herbcischafften und alles aufbvten, um der Frau Rabbinern! einen möglichst schönen Empfang zu Theil werden zu lassen. Ion. Klauber. 8. BrÜNN. Die Verwaltung der hiesigen Chevra Kadischa hat soeben ihren Rechenschaftsbericht für 6Jahre von 1859—1863 ver öffentlicht und zugleich auf dem Titelblatte das Versprechen abgegeben, in Zukunft alljährlich über ihr Gebahrcn Bericht zu erstatten. Berichterstattungen über Wohlthätigkeitsvereine sind sowol höchst erfreulich, als auch höchst nützlich und nothwendig. Höchst erfreulich ist es nämlich, zu sehen, wie der Sinn für humanitäres Streben immer reger und kräftiger sich entfaltet, und die Pflichten der Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit immer schöner und freundlicher geübt werden; sie sind aber auch höchst nützlich und nothwendig zur Förderung des frommen Zweckes selbst, weil hierdurch sowol die Mitglieder eines solchen Vereines, als auch die demselben ferne Stehenden die Neberzeugung von der segensreichen Wirksamkeit gewinnen und sich angeregt fühlen, das fromme Werk auf jedmögliche Weise zu fördern-, dem doppelten Zwecke entspricht auch vollkommen der erwähnte Rechenschaftsbericht, er wirkt erhebend und anregend zugleich. Wir entnehmen demselben einige Daten. In dem Fortsetzung in der Geilage. Szegedin, Leipzig, Selbstverlag der Redaktion. üommtsstonsverlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen Beilage.

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