Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 19 (11.5.1864)
- Date
- 1864-05-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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893 394 Missen, den jüdischen Interessen gewidmete« Organes, der im vröfetischen Geiste im April für den Mai schreibt , einer kleinen Nachbargemeinde in Betreff ihrer gottesdienstlichen Einrichtungen, ihrer Wohlthätigkeits« und BildüngSinstitute vor uns den Vorzug einräümt; ebensowenig können die nichtssagenden Phrasen, wo aus jedem Worte der Pferdefuß gemeiner Gehässigkeit und Parteilichkeit hervorguckt, das Verdienst unseres ehrwürdigen ObekrabbineS des Herrn Dr. Hirschfeld, der wahrend der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit allhier uns schon so vielfache Beweise geliefert Hat, wie sehe ihm das Wohl und das Gedeihen der Gemeinde, der er als Seelenhirt vorsteht, am Herzen liegt, auch nur im Geringsieu schmälern. Gleich lächerlich als boshaft erscheint es, wenn die besagte Korrespondenz diesen auf der Höhe der Zeit stehenden Mann, der das Wort ״Fortschritt" zu seiner Parole grmacht und der erst jüngst in einem seiner geistreichen ausgezeichneten gottesdienstlichen Vorträge mit aller Kraft der Rede gegen diejenigen ankämpft. welche die gerichtliche Zeugenaussage der beiden ehrwürdigen frommen Seelenhirten in Wien zu verdächtigen suchten, öder welche der Errichtung eines BildungSinstitüteö für Rabbinen hinderlich in den Weg treten wollen in die Reihe der Nenromäntikcr stellt. Gleich boshaft als lächerlich erscheint es, wenn die besagte Korrespondenz dem ehrwürdigen Rabbiner einen Vorwurf daraus macht, daß er, auf dem Boden der Tradition stehend, bei einem BeschneidungSakte dem fungircnden Mohel es verwies, weil er in leichtsinniger Weise die sogenannte Pcriah ganz'außer Acht-gelassen. Möge unser hochverehrter Herr Oberrabbiner die Versicherung hinnehmen, daß solche kleine Plänkeleien, mit welchen man ihm entgcgenzutrelen sucht, nur .geeignet sind, das Band noch fester zu knüpfen, welches seine zahlreichen Verehrer mit ihm verbindet, ihm nur noch mehr den Beifall und das Vertrauen aller Guten und Bessern zu erringen; auch, halten .wir uns überzeugt, daß er sich durch dieselben in seinem segensvollen Wirken nicht wird beirren lassen. Wie sehr unser Herr Oberrabbiner auch nach Außen hin die volle Achtung und Anerkennung genießt, mag bas Faktum btweisen', daß ihm erst vor einigen Tagen die Auszeichnung zu Theil wurde, von dem hochwürdigsten Csänüder Bischof einen Besuch zu erhalten. ' An dem Baue unserer neuen Synagoge wird rüstig ׳ fortgearbeitet; die hierzu berufenen Männer als Bankomitö, wie der um das hiesige Kultüsgemeindewesen sehr verdiente Herr M. Grünbaum, ferner die Herren I. Eiscnstädter, H. Weiß, B. Weiß, Heim, Weigel, Schak u. a. sind cifrigst bemüht, dieselbe recht bald der heiligen Bestimmung zu- ’ zuführen. L. Fünfkirchen, 26. April. Von dem Gesichtspunkte ausgehend , daß hierorts der'reiferu Zugend während des Besuches der hö- Hern UnterrichkSanstaltett keine Gelegenheit geböten ist, das in der Schule erlangte Wissen weiter zu pflegen, hinterließ der gegenwärtige AugSburger Rabbiner Dr. Hirschseld nnscrer Gemeinde ein theuercS Vermächtniß, den Keim zur Gründung einer Talmud-Thora. Ec legte ihn in einen fruchtbaren Boden; der Keim entfaltete sich und ging auf. Allein Berge kreußcn und Mäuse kommen zur Welt. Gar bald mußte »uan wahrnehmen, wie die ursprüngliche Zdee nicht richtig aufgcfaßt, und wie sich nach vielen unfruchtbaren Sitzungen des Komitös ein Zwitterwesen darans entpuppte, das planlos vegetirend, seiner eigentlichen Aufgabe sich nicht bewußt, endlich in eine Kleinkinder-Bewähranstalt uüischlug. Nichtsdestoweniger wurde das ncugeborne Kind ein Schoß« kindlein der Gemeinde , ein schon dem Schöpfer zu Liebe in Ehren gehaltenes Legat, und ferner, weil es der Mnsterhauptschule eine gute im Herzen der Gemeinde wurzelnde Vorbereituugsanstalt werden versprach. Daß die Masse'des Volkes und sogar auch hochgelehrte Männer den eigentlichen Begriff einer Bewahranstalt nach den Heutigen Anschauungen der Pädagogik nicht kennen, darf uns nicht Wurider^nehmen. Fröbel und Deinhard sind ihnen weniger bekannt, als Hisse! und Schamai; was soll'man׳ aber dazu sagen, wenn man den anzustellenden Lehrer einen geschnörkelten Muffaf-Jisgadal im Falsett erekutiren läßt, und ihn erst, nachdem seine Produktion, wie׳ weiland Großmeister Davidel Brod gelungen, anstellk! Der ueue Lehrer, nicht wenig geehrt durch das Vertrauen der Fünfkicchner Gemeinde; welche ihn durch ihren Rabblner berufen ließ, ging jedoch mit musterhaftem Eifer an die Arbeit; bald scharte sich um ihn eine beträchtliche Zahl der lieben kleinen lernbegieeigen Anfänger. Herr Rabbiner Ehrlich adoptirte das von Dr. H. hinterlassene Erbe und ließ ihm seine moralische Unterstützung angcdeih.en, gedachte dessen öfters in seinen Predigten und diese Woche am 25. April sollten wir die Fruchte eines halbjährigen Bestandes anstauneu. Zu diesem Behufe wurde von den.leitenden Herren eine eklatante Schauprüfung in Szene gesetzt, und nun begannen die lebhaften Kindercheu Bewerfe abzulegen , auf welche gefährliche Bahnen und schiefe Abwege ein jeder Unterricht gerathen kann, wenn er bei dem besten Fleiße des Lehrers nach Gutdünken des erstell Besten, nach autodaktischer Grundsatzlosigkeit ohne Vorschrift und Muster und nur in einem blinden Umherlappen im Dunkeln ertheilt wird. (Schluß folgt.) 5; 2. Szentes, 29. April. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hat den lobenswerthen Beschluß gefaßt, Herrn Josef Freund, einem strebsamen, am RabbinätSseminar zu Breslau studireuden jungen Manne, ein jährliches Stipendium zu geben und haben sich mehrere intessigeute Männer aus eigenem Antriebe bereit erklärt, selbes aus eigenen Mitteln um ein Bedeutendes zu vergrößern. Ueberhaupt ist seit letzterer Zeit das hiesige Gemeindewescn im besten Aufschwünge;, die alten unliebsanien und unerquicklichen Uneinigkeiten zwischen - den Lehrern und deren Zerwürfniß nnt den Gemeindemilgliedern ist beigelegt. Die jetzt angestellten Herren Adolph Fclsenberg, Moriz Ehrlich, Ignaz Hachmann und B. Zuckermann sind eisrigst bemüht, ihre Obliegenheit mit größter Gewissenhaftigkeit erfüllen. Bei der jüngst abgehaltenen halbjährigen Prüfung sprachen sich sämmtliche Prüfungsgäste, darunter auch der hochwürdige Pfarrer v. Szalay, belobend über die erzielten Risultate aus. > Tokaj, 18. April. Die orthodoxen Rabbinen sind vor wenigen Tagen Pr. Eisenbahn von ihrer Reise nach Wien in unserer Stadt eingetroffen. . Sieben Rabbinen, unter ihnen 6 ehrwürdige Greise, fanden in der Audienz die allergnädigste Aufnahme. Sr k. k. apostol. Majestät erlaubte nicht nur denselben mit bedecktem Haupte den Segenspruch im Audienzsaale zu sprechen, sondern empfing dieselben ebenso gnädig, als herablassend. Die Audienz dauerte an 30 Minuten. Der Präses der Deputation, Sr Hochwürden der Oberrabbi JeremiaS Löv aus S. A. Ujhely, ein ebenso gründlicher Gelehrter, als ehrlicher Orthodor scheint weniger gegen ein Semminar zu fein, als man glaubt; daß Vorgehen in der fraglichen Angelegenheit scheint ihn zu seinen.Schritten veranlaßt zu haben. Möglich, daß eine neue Konferenz manche Differenzen zu heben im Stande wäre, wenn nicht anders die höhe Regierung eS vorziehen sollte, einstweilen von der Tröffnung eines Nabbinerseminars ün Ungarn -.abzustehen. L. Bonyhad, im April. Wenn wir. auf einer Seite mit widerwärtigem Abscheu die Opposttion der obskuren Hyperorthodoren betrachten, mit der sie die Bannerträger der Neuzeit in ihrem erglühten Fanatismus zu zermalmen bemüht sind, ohne dabei die heiligsten Gesetze des JndenthumS und der iJudenheit zu. schonen, sondern alles verwünschen und verfluchen/, was-nicht, dem tollen Ghaßidismus huldigt; so haben .wir auf der andern Seite das Vergnügen zu sehen, wir die Israeliten sich zu einem Manne Hinneigen , der dem Judenthume als feste Säule dient und für dessen Wohlfahrt er sein Leben fo oft preisgegeben. Es ist dies Sir-Moses-Montefiore. ,Scho» mehr als SO Gemeinden unseres.Vaterlandes! haben diesem erhabenen Manne. ihre Dankadressen, für!seine Aufopferung! und sein für das J.udenthum so strebsames und heilsames. Wirken votirt. Auch die hiesige Gemeinde