Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1864-05-11 · 19 (11.5.1864) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
19 (11.5.1864)
Date
1864-05-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543121-2543141--3664-2547562
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

395 richtete eine hebräische und der vom echten jüdischem Geiste durchdrungene Jugendverein eine englische Adresse, abgefaßt von dem wackern Hauptschullehrer Herrn Moriz Weiß, der zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt wurde, an Sir Moses, Befreier, Beschützer und Wohlthäter der Juden. , Hold-MezS-Däsärhely, 24. April. Der durch seine gründlichen kabbalistischen Abhandlungen im ״Ven Chananja" rühmlich bekannte Herr Ignaz Stern hat, dem Verlangen der Gemeinde nachgebend, das Direktorat unserer Schule wieder übernommen. Die Wahl desselben -ist bereits dem k. Statthaltereirathe zur Bestätigung unterbreitet worden. P. Siklüs, im April. Die hiesige Gemeinde lieferte den praktischen Beweis, daß guter Wille'und Einigkeit selbst bei sehr beschränkten Mitteln viel Schönes und Gutes zu leisten vermögen. Die Gemeinde zählt 64 Mitglieder und 50 schulfähige Kinder. Der unermüdete Nabbiner Noth ertheilt persönlich den hebräischen Unterricht,, da die Gemeinde zn arm ist, um. mehr als zwei Lehrer besolden zu können. Der wackere Wertheimers entwickelt eine für die Gemeinde sehr heilsame Thätigkeit. - ׳ . L. Mohäcs, im April. Während in mancher großen Gemeinde Zwist und Hader wüthen, Herrscht in unserer Mitte Gottlob holdseliger Friede. Rabbiner und Gemeinde , gehen Hand in Hand. Die Schule gedeiht vortrefflich. Unser Synagogenbau schreitet rüstig fort. Besondere Verdienste um die Gemeinde erwarben sich die Herren Karl Friedmann, Leopold Roth, Peter Armuth und Samuel Weiß. Die Chevra Kadischa hielt am 18. Adar ihre Jahresfeier, bei welcher Gelegenheit Herr Jakob Grünwald der Trauer um den sel. Sachs den geziemenden Ausdruck gab. Ld. Palünka, im April. Sie werden überrascht sein, zuvernehmen, daß die hiesige jüdische Schule auch von den Kindern christli- . chec Honoratioren , besonders vom Beamtenstande , besucht wird. Die Gemeinde besteht aus 100 Mitgliedern und hat 120schulfähige Kinder, welche von zwei tüchtigen Lehrern, Lichtenstein und Löwinger, unterrichtet werden. Der Rabbiner Deutsch ist ein toleranter , friedliebender Mann.׳ Die Herren Adolf Kohn, Simon Fürst und H. Popper erwerben sich um die Gemeindeangclegenheit viele Verdienste. Der Almemor wurde ohne Streit vor die H.Lade gesetzt und ein zweckmäßiger Umbau in der Synagoge vorgenommen. Die Gemeinde besitzt eine schöne Synagoge, ein geräumiges Schulhaus sammt Garten , ein rituelles Bad, ein Gemeindehaus und eine Rabbinerwohnung. P. Slavonien, im April. Im Ganzen genommen ist Jndisferentismus als stehender Zug der slavonischen Juden zu betrachten, doch gibt es auch edle Ausnahmen, unter denen besonders der Gemeinde- Vorsteher Ober sohn in Vukovär hervorragt. Derselbe ist ein Schwiegersohn des gottseligen, Schwab. Im Einzelnen habe ich nnc auf meiner Reife Folgendes angezeichnet: In Gffegg sind zwei Gemeinden: die Oberstadt-, und Unterstadtgemeinde. Letztere zählt 30 Mitglieder und 35 schulfähige Kinder, die von einem Lehred unterrichtet werden. Die Gemeinde besitzt ein schönes Gotteshaus. Die Oberstadtgemeinde zählt 126 Mitglieder und 80 schulfähige Kinder, denen drei Lehrer Unterricht ertheilen. Dem Rabbiner Spitzer׳ wäre ein weiterer Wirkungskreis zu wünschen. Die Gemeinde Vukovür hat 72 Mitglieder und 40 schulfähige Kinder, von denen 20 unentgeltlich unterrichtet werden. Zwischen dem Rabbiner, Herrn Dan. Löwy, und dem Lehrer soll nicht, das freund- Verhältniß obwalten. Der Vorsteher Obersohn füllt seinen Posten .in allen Ehren aus. E. Agram, 24. April. Hier hat die Entschließnug des Finanzministeriums in Betreff des Kcthübastempels besonders freudige Sensation erregt, da über einige Mitglieder der hiesigen Gemeinde bereitS die Stempelstrafe ausgesprochen war. Die Verdienste, die sich Ihr Blatt umliefe Angelegenheit erwarb, werden,allgemein anerkannt. > 396 A 20. April. Der Rabbiner Dr. Bernhard Fischer in Petschau hat gegen den Redakteur der ״Zeitstimme" eine Ehrenbeleidigungsanklage erhoben, wurde aber, da er die Klage zu spät einreichte, zurückgewiesen. Das Gericht konstatirte jedoch, daß der fragliche Artikel allerdings eine Ghrenbeleidigung enthält. Der Artikel enthielt auch einen Angriff auf die wisserifchaftliche und rednerische Befähigung des DrS. Fischer. In dieser Beziehung erklärte der Borfitzer des Gerichtes: Heer Bernhard Fischer ist ein an der Prager?Universität graduirtec Doktor der Filosofie; die Rede, die er vor .Gericht gehalten, beweist zur Genüge, daß er im Stande ist, eine angemessene Predigt zu halten. s, ■v Olmütz, 1. Mai. Eine der bedeutendsten Fragen auf dem Gebiete der Religion ist unstreitig der des Religionsunterrichtes an Gymnasien und Realschulen, dessen Wichtigkeit Sie in Nr. 1 Ihres Blattes anerkannt haben. Lassen Sie mich daher in kurzen Umrissen den israelitischen Religionsunterricht, wie er in den k. k: Lehranstalten! zu Olmütz vom Herrn Religionslehrer M. Herzka ertheilt wird, zu skizziren. Die Zahl der israelitischen Schüler' des GymNasiiumS und der ׳ Realschule beläuft sich auf ungefähr 90. Die Schüler jeder Anstals werden in drei Abtheilungen unterrichtet. I» der ersten Abtheilung werden die ersten Profeten, die Geschichte bis zu den Königen myd. 'die.Hauchtgrundlehren der mosaischen Religion gelehrt. In der zw.eiteiiHbtheilung: Daniel. Esther, Esra und Nechemjäh, die Geschichte der KöiligSherrschäst, die Feste und die Gebetordnung. ' ' / ' In der dritten Abtheilung: Psalmen, Geschichte bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer, Geschichte der jüdischen Dogmatik bis auf die Neuzeit, Enthaltsamkeitsvorschriften. Wenn Sie cS gestatten, so will ich in einer der nächsten Nummern Ihres geschätzten ״B. CH." einen jüngst gehaltenen ausgezeichneten Vortrag des Herrn Prof. Herzka : ״lieber die Absicht, die der göttliche Gesetzgeber bei der Abtheilung der MäßigkeitSvorschriftcn hatte", mittheilen. * *) Den Gottesdienst besuchen die jüdischen Studirenden zweimnl in der Woche. Möge es Herrn Herzka noch lange vergönnt sein, die Saat des Guten und Edlen in-daöGemüth der Studirenden auszustreuen. - Nun zu etwas Anderem. Bei meiner jüngsten Anwesenheit in meiner Vaterstadt Lo.schi tz machte.:ich die erfreuliche Wahrnehmung, daß die früher so zersplitterte israelitische,Gemeinde unter der Leitung deö trefflichen Herrn Rabbiners Dr. E. Karpelles und des neuen Knltusvorstandes Dr. R. Bruckmann ihrer Vervollkommnung in Friede und. Eintracht entgegen geht. Die Devise unseres Herrn .Rabbiners ״Liebet die Wahrheit und den Frieven" hat auch die ganze Gemeinde zu ihrem Wahlspruche erhoben. Die Friedfertigkeit des Herrn Rabbiners, die so manchem der 149 Rabbiner zu wünschen Ware, ist auch in weiteren Kreisen bekannt. Die Gemeindeinstitutionen gedeihen mehr und, mehr unter 'der kräftigen Wirkung des sehr praktischen Vorstandes.' M. W 01 f. ' Olmütz, 18. April. In neuester Zeit haben sich bereits an vielen Orten Gemeinden konstitnirt, wo die Juden schon seit uralten Zeiten criflirten, aber durch Laune und-Willkür irgend eines Herzogs vertrieben..wurde». Eine solche Gemeinde .ist auch i» Olmütz. Schon im Jahre 1060 findet man die Juden unter den Christen zecstreut wohnend mit zwei Synagogen re., bis sie anno 1450 auf Aufforderung des Predigers Johann Capistran' vom Markgrafen Ladislans vertrieben wurden. Die bezügliche Ausweisnugsurkunde befindet sich in W. Fischers ״Geschichte der Stadt Olmütz 1808." Mit Erlaubniß der löbl. Redaktion will ich dieselbe nebst andern Notizen'über die Geschichte der Juden in Olmütz mittheilen.*) In neuester Zeit-haben sich in Olmütz bereits' 100 jüdische Familien angesiedelt: : Wieschon in diesem geschätzten Blatte mitgetheilt wurde, sind die. Olmützcr. Juden wegen.Kreirung eines Kultusvereins, bei.der hohen k: k. Statkherei eingekommen. Im September v. I. wurde hier durch Herrn Rabbiner Dr. A. Schmiedel aus Proßnitz ein prachtvolles Bethaus eingeweiht. Auch ist hier ein -israelitischer Fraucnverein. Besonders zeichnen sichdie hiesige,! Inden durch Wohlthätigkeit. aus und es verdienen hier vorzüglich-1 hervorgehoben zn werden die Familien: Schwarz, Schück, Mandel . Löwi, Steingraber. Möge es ihnen noch lange vergönnt sein/recht viel Wohlthaten auöüben zn können.. , :; Zum Schlüsse, noch die: Nachricht," daß das bereits in diesen Blättern erwähnte Targnmwcrk deö Herrn Professors Herzka sehr balv beendigt sein werde. Wöge dasselbe zahlreichen Anklang finden und zur Kenntniß der heiligen Schrift beitrage», was gewiß der einzige Wunsch deö frommen und sehr gelehrten Herrn Verfassers ist. Gust. Karpelles. *) Ich bitte, den Vortrag in gedrängtem Auszüge zu senden. Red. *) Wollen Sie dies recht bald thun. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.